Trauerphase??? BENOMMENHEIT!!

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von felix0907 06.05.11 - 22:08 Uhr

Hallo alle zusammen!!!

Ich hab letztes Jahr meine Mama ganz plötzlich im Krankenhaus beim sterben begleiten müssen, HERZINFARKT!!!
Dieses Jahr im Januar meine Patentante, KREBS!!!!
Die ganze Zeit war ich sehr stark und hatte auch Weinphasen ... aber im Moment , seit ca. 2 Wochen gehts mir so schlecht, ich fühle mich wie benommen, ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen, ich hab nur noch Angst...
Ist das eine Trauerphase, hab ich vielleicht alles verdrängt????
Wer kennt sowas???
Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, ......

LG

Beitrag von karna.dalilah 07.05.11 - 10:42 Uhr

ob das zur Trauerphase gehört, oder ob du Depressionen entwickelt hast, dass wird dir kaum einer beantworten können.
Ich würde es als Zeichen nehmen mich ein Stück zurück zu mir selber zu kommen.
Mir Ruhe- und Erholungssphasen zu schaffen.
Mir die Möglichkeiten schaffen mich mit den Ereignissen die mich im Leben tief berührt haben auseinanderzusetzen- manchmal auch noch mal in Gedanken zu durchleben...
Wenn der Zustand noch länger als 3-4 Wochen anhält- lass dir psychologisch helfen- damit du wieder aktiv teilhaben kannst.

Gute Besserung und viel Kraft
Karna

Beitrag von myimmortal1977 07.05.11 - 14:31 Uhr

Hallo :-)

Für mich hört sich das eher nach Überlastung an. Du musstest so viele Eindrücke die letzte Zeit weg stecken, das Dein Körper und Deine Seele sich nun in der Ruhephase zu Wort melden.

Wenn man in dem ganzen Strudel der Geschehnisse frisch involviert ist, tickt der Körper und die Seele aufgrund des mega Stresszustandes eigentlich ganz normal. D. h. man kann oftmals ganz klare Gedanken fassen und auch komplexe Abhandlungen reibungslos ausführen. Der Schock unter dem steht, schützt einen in den Akutphasen sehr gut davor, komplett zusammen zu brechen.

Wenn aber Ruhe einkehrt und man das Geschehene mit Abstand etwas hinter sich lassen kann, dann kommen diese tiefen Löcher, dann schreit der Körper und die Seele und zeigt dieses in gewisse Art und Weise.

Ggf. bist Du momentan auch ein wenig depressiv, was nicht verwunderlich wäre, das Gehirn muss das Erlebte auch erstmal in Schubladen sortieren und das dauert.

Wichtig in dieser Phase ist, dass Du nicht komplett darin aufgehst und wieder einen Weg hinaus findest.

Es ist schon ein erster wichtiger Schritt, dass Du für Dich selbst erkannt hast, dass momentan etwas mit Dir anders läuft.

Die Frage bleibt nun, wo geht dieses anders hin. Es darf Dich auf jeden Fall nicht so runter reißen, dass Du allein nicht mehr heraus findest.

Vielleicht solltest Du mit Deinem Hausarzt/Vertrauensarzt drüber sprechen. Ggf. wäre eine kurze psychologische Gesprächstherapie für Dich ein guter begleitender Weg um wieder klare Gedanken fassen zu können und das Erlebte real werden zu lassen und einen guten Weg finden zu können, mit all dem leben zu können.

Ich verlor meine Mutter im Sommer letzten Jahres mit 56 Jahren an Krebs. 10 Jahre zuvor meinen Vater auch an Krebs. Ich kenne dieses Auf und Ab nur zu gut. Daher weiß ich, dass man in den Akutphasen ganz klar im Kopf ist und sehr gut handeln kann. Das "Loch" kommt erst sehr viel später im Programm und Trauer...... Ja Trauer ist ein seeeeehhhhhrrrrrrrr langer Prozess mit ganz vielen Phasen und Facetten.

Dazu gehören Tränen, dazu gehört eine imense Wut, dazu gehört Freude und Lachen (in Erinnerungen schwelgen), dazu gehört viel reden, genauso wie liebevolles schweigen, dazu gehören geballte Fäuste, dazu gehört Wände anschreien, dazu gehört ein Ohnmachtsgefühl, genauso wie Stärke und Mut wieder JA zum Leben zu sagen, auch wenn es schwer fällt......

Ich habe mir selbst so ein paar Weisheiten eingetrichtert, die mich das ganze irgendwie haben überleben lassen. Vielleicht hilft es auch Dir etwas auf dem Weg.

Meine Eltern wollten immer nur das Beste für mich. Sie wollten mich nicht unglücklich sehen. Konnten nicht ertragen, wenn es mir schlecht ging.

So versuche ich diese Wünsche, die meine Eltern mir auf den Weg gaben, zu nehmen und so umzusetzen.

Also, frage Dich immer, wie Dich Deine Mutter und Deine Tante gern gesehen hätten?!

Wenn jemand schnell und unerwartet aus dem Leben scheidet, ist es nicht schön, so wie bei Deiner Mutter. Du hast jedoch auch das Pendant kennen gelernt, wenn ein Mensch nach längerem schwerem Leidensweg gehen muss.

ICH war für meine Eltern froh, als sie gehen durften. Da ich ihnen keinen weiteren Tag unter diesen Umständen auf Erden zugemutet hätte. Einen Menschen, den man liebt, den wünscht man so etwas nicht.

Ich hoffe für Dich, dass Du bald den Mut und die Kraft findest, wieder neue Lebensenergie zu tanken und sagen zu können..... Back on the tracks of life!

#liebdrueck Janette

Beitrag von felix0907 07.05.11 - 21:55 Uhr

Danke.... Deine Worte sind sehr schön, und du sprichst mir wirklich aus der Seeelle......

Wenn ich so zurückdenke... was meine Seele in den letzten 2 Jahren hat auf sich nehmen müssen...... im nachhinein einfach unmöglich!!!!
Ich frag mich ob ich das wirklich verdrängt habe.... ich hab jetzt wirklich manchmal das Gefühl... ich schaff das nicht mehr....
Ich bin sehr müde, einfach total fertig!!!!! Ich hab manchmal das Gefühl ich sacke in mir zusammen, aber es passiert natürlich nicht......
Ich hatte vor ein paar Wochen richtige Tage wo ich ganz viel geweint habe..... und jetzt geht es mit dem Weinen leider nicht....
Ich fühl mich total benommen, so als ob die Trauer in meinem Kopf sich staut, und raus will... wenn es ganz schlimm wird, dann lauf ich eine Runde und schreie oben im Wald ganz laut...
Ich bin auch schon in therapeutischer Behandlung.... jedoch hatte ich den letzten Termin vor 6 Wochen, und ich krieg erst wieder einen in 4 Wochen.......
Ich leg mich im Moment auch sehr oft hin und mache vieel YOGA.. ich merke daß mir das hilft...
Ich hätt niemals gedacht dass eine Trauer sooo lange so intensiv und immer wieder mit neuen Schüben kommen kannn.....
Dazu kommt noch daß ich an einer Angstörung leide, die schon vor dem Tode meiner Mutter und tante da war,.... ich bilde mir bei jedem Schmerz oder Veränderung in meinem körper ein, daß ich was schlimmes habe......
Ich hab dazu auch noch panische Angst vor Ärzten und Krankenhäuser......ich bin jedesmal nass geschwitzt wenn ich da hin muss...... mein Blutdruck dementsprechend ... auch....
Das kommt aber auch noch daher daß meine Mutter im Krankenhaus bei einer blutdruckmessung und in den händen eines Arztes gestorben ist..... Es ist soo schlimm, ich bin total draumatisiert........

ICh wünsche Dir auch alles Gute.

Liebe grüsse