Das wars dann wohl...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von scrapie 06.05.11 - 23:38 Uhr

Huhu,

hab hier schon öfter von einem sehr guten Freund erzählt, der wegen Tschernobyl vor 2 Jahren an Läukemie erkrankt ist. Heute gab es ein Telefonat und seine Tante hat berichtet, dass die Ärzte aufgegeben haben und die Medikamente nun absetzen, da sich am Blutbild nichts ändert bzw es schlechter wird:-(:-(:-(:-(

Ich kann es nicht fassen:-(:-(:-( Der Mann ist 27 Jahre alt und er ist einer der besten Menschen, die mir je begegnet sind. Ich habe gebetet, auch wenn ich nicht an Gott glaube, ich habe alle meine positive Energie hingeschickt, auch wenn ich nicht esoterisch bin... ich habe all meine Kraft eingesetzt um Hilfe in Deutschland zu finden und habe leider nichts erreicht.

Vor 2 Jahren hieß es, dass er in 2 Jahren das schlimmste überstanden haben wird... nun 2 Jahre später trifft das genaue Gegenteil ein :-(

Er kann heute, nächste Woche oder in ein paar Monaten sterben und ich habe keine Ahnung wie ich weiterleben soll, wenn ich weiß, dass er vllt seine letzten Tage genießt und ich musste heute schon schwer schlucken... was kommt, wenn DER Anruf kommen wird???#schmoll#schmoll#schmoll

Ich weiß nichtmal, was ich hoffen soll... soll es schnell gehen, damit er sich nicht solange mit der Todesfrage quält... oder soll er noch ein paar Monate haben um das Leben zu "genießen"? Der Krebstod ist nicht schön und er wird zu Hause sterben... ob das positiv ist?

Oh man#schmoll#schmoll

Beitrag von felix0907 07.05.11 - 08:52 Uhr

Lass Dich drücken........#herzlich

Beitrag von scrapie 07.05.11 - 10:40 Uhr

Danke#blume

Beitrag von karna.dalilah 07.05.11 - 10:31 Uhr

Solang jemand lebt, sollte man leben als sei es der letzte Tag.
Man weiß nie ob es der letzte Tag oder wieviele Tage folgen werden egal ob man krank ist oder nicht.
Wo ist der Unterschied?
Solang man lebt, besteht Hoffnung denn die stirbt erst mit dem Menschen.
Je nachdem wie der Körper durch die Medikamente ist und wie stark er mental ist-so lang wird er leben.
Der Körper wird solang die Organe mitmachen versuchen den Körper zu entgiften.
Es ist schön das er zu Hause in einer gewissen Geborgenheit sein wird.
Man kann auch zu Hause symtomatisch und schmerzlindernd behandelt werden.
Im übrigen ist die Verschlechterung der Blutwerte durch die Chemo nicht untypisch.
Neben der Zerstörung von Tumorzellen werden auch schnellwachende "gute" Zellen zerstört ---> die Neubildung von Blutzellen wird behindert.
Was ich dir anraten kann ist, haltet Kontakt sooft ihr wollt, genießt es.

Viel Kraft
Karna

Beitrag von scrapie 07.05.11 - 10:39 Uhr

"Man kann auch zu Hause symtomatisch und schmerzlindernd behandelt werden."

In Ukraine kosten diese Medikamente schweinegeld... die Eltern haben jetzt in 2 Jahren mehrere Chemos gestemmt indem sie ihr ganzes Hab und Gut verkauft haben... es gibt nur eine kleine finanzielle Hilfe von einem Verein dort in Kiev, aber das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

"Solang jemand lebt, sollte man leben als sei es der letzte Tag."

Ich persönlich sehe da schon einen gewaltigen Unterschied ob ich weiß, dass ich in der nächsten Zeit sterben werde oder nicht. Aber ich denke, es ist so, dass der Sterbende mit dem Tod am besten umgeht, während die Umgebung daran verzweifelt.

Wir haben leider keinen persönlichen Kontakt aus persönlichen Gründen. Ich habe nur Kontakt zu seiner Tante und zu seinem Cousin. Trotzdem ändert es nichts daran, dass es ein toller Mensch ist und das ich ihm mein jetziges Leben zu verdanken habe.

Beitrag von karna.dalilah 07.05.11 - 12:07 Uhr

Ganz ehrlich...ich finde es schlimmer wenn jemand unverhofft verstirbt und die Zurückbleibenden dann sich vorwerfen die Zeit die sie mit dem Verstorenen verbracht haben nicht intensiv verbracht haben, viel verschoben haben usw...
Deshalb plädiere ich dafür lieber weniger zu erleben, dafür intensiv und bewußt.
Unsere Kinder schicken wir fast immer abends ins Bett mit den Worten wie glücklich wir über sie sind, wie sehr sie von uns geliebt werden, dass wir stolz auf sie sind. Wir schicken sie mit ähnlichen Worten und Gesten in den Tag.
Wir lassen eher mal alles liegen und entdecken mit ihnen etwas.

Das Leben ist nun mal nicht planbar.
Ich finde solche Prognosen für Lebensdauer nach oder ohne Chemo sehr schwierig.
einfach weil sie auf keine allgemeingültige Grundlage beruht.

schade dass euch persönliche Gründe daran hindern ihm deine Wertschätzung mitzuteilen. Manchmal ist es kompliziert mit uns Menschen.

Wenn es in der Ukraine mit dem Gesundheitssystem so aussieht, das jede Behandlung Geld kostet.. steht nicht die Frage ob es gut ist, dass er daheim stirbt... welche Alternative hätte er denn?

Ich wünsche dir, ihm und seiner Familie viel Kraft für die kommende Zeit.
Karna