Und nun?

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von butterbluemchen123 07.05.11 - 13:41 Uhr

Hallo,

ich... ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Ich bin so verwirrt, in meinem Kopf herrscht nur Chaos und ich weiß nicht wie ich es in den Griff bekommen soll oder ob ich es überhaupt in den Griff bekommen kann.
Vielleicht versuche ich erst einmal euch die ganze Sache zu erklären, und vielleicht kann mir jemand helfen, mit einem guten Rat...

Ich bin schwanger ungefähr 10.Woche, dass weiß ich jetzt seit Anfang der Woche. Mit Sicherheit ein Anlass für viele zur Freude, aber ich kann mich nicht darüber freuen. Es ist nicht so, dass ich keine Kinder will, eigentlich wünsche ich mir nichts mehr als eine Familie, aber alleine kann man keine Familie gründen. Der Vater von dem Baby hat sich nach dem Sex entschuldigt, dass hätte nicht passieren dürfen. Was nicht gerade dafür spricht...

Mir ist das ganze so peinlich, aber ich hoffe einfach, dass ihr mich nicht verurteilt und wenn dann habe ich es vermutlich verdient.
Ich habe lange, lange Zeit ein Alkoholproblem gehabt. Irgendwie bin ich da rein gerutscht, irgendwie habe ich immer mehr getrunken und irgendwann war es einfach normal. Wir reden hier nicht von einem Glas Wein abends vor dem Fernseher. Eher von einer Flasche. Und 2-3 Gläsern Whiskey vor jeder Vorstellung. Ich bin nämlich nicht nur Ex-Alkoholikerin sondern auch Schauspielerin. Dafür habe ich gekämpft, Stipendium, Schauspielschule, Kurse in den USA. Jetzt spiele ich an einem kleinen Theater in Berlin und eigentlich hätte ich glücklich sein sollen. Aber der ganze Druck war eine zeitlang zu viel für mich und das habe ich mit Alkohol betäubt.
Irgendwann ist mir selber klar geworden, dass es so nicht mehr weiter geht und ich habe eine Therapie begonnen. Es gibt Tage da kann ich selber nicht mehr nachvollziehen, wie ich dem Alkohol so verfallen konnte und dann gibt es andere Momente, da würde ich alles für ein Glas Wein oder einen Schluck Whiskey geben.

Im Rahmen meiner Therapie habe ich einen Mann kennen gelernt, einen der Ärzte. In der Anfangszeit habe ich es selber gar nicht gemerkt, weil ich viel zu sehr mit mir selber beschäftigt war, aber vor einigen Monaten habe ich ihn wiedergetroffen und wir haben uns angefreundet.
Wir sind Freunde, wir verbringen viel Zeit miteinander. Vor 10 Wochen hatte ich einen Rückfall, habe etwas getrunken und bin dann bei ihm gewesen, habe mich ausgeheult. Und dann haben wir irgendwie miteinander geschlafen, ich war so verzweifelt und kann es jetzt auch gar nicht mehr nachvollziehen und er... es ist halt einfach passiert und ich blöde Kuh nehme zwar die Pille aber gleichzeitig auch Johanniskraut, da hätte ich die Pille auch gleich weglassen können.

Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll... ich weiß zwar, dass er mich nicht hängen lassen würde, aber ich habe einfach Angst, dass ich es nicht schaffe. Ich habe Angst vor der Verantwortung, bin mir nicht sicher, ob ich damit klar komme und ich will nicht, dass mein Baby bei mir aufwächst,wenn ich vielleicht weiter Probleme mit dem Trinken habe, ich hab das selber mitgemacht und muss doch wenigstens mein eigenes Kind davor beschützen können! Aber weggeben kann ich es auch nicht. Und Abtreibung ist auch keine Alternative für mich.

Es ist einfach grauenhaft und ich weiß nicht weiter...


Beitrag von -anonym- 07.05.11 - 14:18 Uhr

Hallo
Vielleicht siehst du das jetzt als neue Chance etwas aus deinem Leben zu machen. Ich bin mir nämlich sicher das du wenn du es wirklich willst auch schaffen wirst. Glaub an dich du bist stärker als du glaubst.

Beitrag von devilslady88 07.05.11 - 14:35 Uhr

hey,

wenn ich mir deine Geschichte so durchlese, vielleicht ist eine Entscheidung für das Baby jetzt genau der richtige Schritt! Es wäre mit Sicherheit nicht die falsche Entscheidung, es zu behalten! Und wenn sogar der Vater des Kindes dazu stehen würde... :-)
So ein kleines Würmchen würde eine große Rolle spielen und dir vllt. endlich den Anstoß geben, die Finger vom Alkohol zu lassen. Ist nicht böse gemeint! Und wenn du dann irgendwann doch merkst, dass du überfordert bist, gibt es genug Beratungsstellen und Hilfsstellen, die dich unterstützen! Und der Vater des Kindes ist ja auch noch da! :-)

Beitrag von cheeta 07.05.11 - 16:22 Uhr

Hallo du

Lass dich mal ganz lieb #liebdrueck. Ich kann mir vorstellen, dass deine Gefühle Achterbahn fahren... Mir ging es genau so und bei uns war Familienzuwachs geplant.

Ich habe auch den Eindruck, dass das Baby für dich zum rihtigen Zeitpunkt kommen könnte. Es lenkt dich sicherlich von dir ab und du wirst gebraucht.

Lass dir etwas Zeit, komm etwas zur Ruhe und ordne deine Gefühle. Du wirst sehen, plötzlich werden die grössten Probleme viel kleiner sein. Und ganz wichtig: Es geht noch ca. 7 Monate, bis das Baby auf der Welt ist - da geht noch viel Wasser den Fluss runter.

Ich wünche dir alles Gute
cheeta

Beitrag von jakutia 07.05.11 - 17:47 Uhr

Hallo Butterbluemchen,

Du hast eine gewisse Vorstellung über Deine Lebensgestaltung, Kind(er) schon mit eingeplant. Aber jetzt schwanger, das war nicht vorgesehen. Kein Wunder, dass Du erst mal durcheinander bist. Nun hast Du Angst den Belastungen, die mit Kind auf Dich zukommen nicht gewachsen zu sein. Gut, dass Du Deinen Kummer hier im Forum mitteilst. Aber guter Rat so aus der Ferne in Deiner momentanen Situation? Bleib nicht alleine in Deiner Verzweiflung, lass Dich vor Ort gut beraten, ich bin sicher, dass es hilfreiche Unterstützung für Dich gibt und dass diese Herausforderung Dich persönlich reifen lässt, wenn Du sie annimmst. Man wächst in die Aufgabe hinein. Schau mal in Dein Postfach, hab Dir eine PN geschrieben. Alles Gute und eine schönes Wochenende wünscht Jakutia.

Beitrag von kanojak2011 07.05.11 - 18:56 Uhr

#sonne #sonne #liebdrueck #klee #herzlich #sonne #sonne

Ich musste lachen. (herzlich). Du weißt nicht weiter. Es istn icht schlimm, du musst nichts weiter wissen. Das geliebte Kind wird in deinem Bauch weiter wachsen, du wirst so klug sein und in der SS verzichtest du gänzlich auf Alkohol un das liebe Baby nicht zu schaden und der liebe Gott hat dir vllt jetzt die Chance deines Lebens gegeben, nun endgültig vom Alkohol loszukommen!

Es ist nicht grauenhaft. Nur du stehst zu viel unter Schock, um es zu kapieren. In dir wächt was absolut wunderbares, was dich bald täglich anlachen wird, der Warme Duft der stinkenden Windel wird dein Freund sein.. Warte mal ab, das dauer nicht mehr lange#sonne

Jede von uns hat eine Schwachstelle. Jede kann mit Stress mehr oder weniger gut umgehen. Warum sind viele Menschen so dick, manche rauchen und ja mnache haben dein problem..
Die neue Herausforderung wäre eine neue Art zu finden, gezielt mit Stress umzugehen, einE Alternative. nein, es wirdn icht weniger Stress geben. Schlaflose Nächte, Ratlosigkeit was ich mit dem Baby anfangen soll etc. ABEr das ist normal und das darf sein.
Suche nach deinen alternativen.

ich erzähle dir kein Must. Mein Leben ist genauso ein Kmapf wie dein. Ich bin nicht alkoholabhängig, habe aber große gesundhetilcieh Probleme mit denen ich jeden Tag aufs neue kämpfen muss. Eben wie du.

ALLES LIEBE und viel Freude, die hoffentlich nach und nach in dein Herz kommt!#winke

Beitrag von sunflower5 09.05.11 - 11:30 Uhr

Toller Beitrag!

Beitrag von salida-del-sol 07.05.11 - 20:28 Uhr

Hallo Butterblümchen123,
Du hast Angst verurteilt zu werden, aber dies hast Du von mir nicht zu erwarten, ich wüßte nicht wofür. Ich finde vielmehr dass Du eine mutige Frau bist. Vielen Dank, dass Du hier so offen von Deiner Problematik berichtest und uns damit eine Menge Vertrauen entgegenbringst. Quäle Dich nicht mit Selbstvorwürfen herum, Du brauchst Deine Kraft jetzt für wichtigeres.
Du durchdenkst in Deinen Zeilen sehr viel, dies spricht für Verantwortungsbewußtsein. Und dieses Verantwortungsbewußtsein wird Dich stark machen, Dich dem Alkohol abzuwenden und für Dein Kind dazusein. Sehe darin eine Chance Dich vom Alkohol zu verabschieden. In dem Wissen, dass Du bald für ein Kind die wichtigste Person in seinem Leben bist. Ich finde es klasse, dass eine Abtreibung für Dich keine Alternative ist. Auch wenn Du jetzt noch keinen Weg siehst, er wird sich finden. Auch wenn er erst gesucht werden muß.
Du hast Angst es nicht zu schaffen, aber wir wachsen mit und an unseren Aufgaben.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von butterbluemchen123 11.05.11 - 17:12 Uhr

Hallo!

Danke für euren tollen, lieben Beiträge, die mir so viel Mut gemacht haben. Danke, Danke, Danke!

Gestern habe ich mit dem Vater gesprochen, er freut sich und hat mir versprochen für mich da zu sein, mit sogar gesagt, dass er mehr für mich empfindet und mir das nur nie gesagt hat, weil er unsere Freundschaft nicht kaputt machen wollte.

Vielleicht werden wir eine Familie. Er, das Kleine und ich. Mein Kleines.

Ich spüre wie ich anfange dieses Baby zu lieben. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und doch wächst mit der Liebe auch die Sorge. Ich hab Angst keine gute Mutter zu sein. Diese "Was ist denn, wenn du doch wieder anfängst zu trinken?"-Gedanken, werden jeden Tag lauter.

Was ist, wenn ich eine schlechte Mutter bin?

Ich hab gelesen, dass diese Zweifel normal sind. Was habt ihr dagegen getan? Was tut ihr dagegen? Mich macht es verrückt.

Beitrag von kyra97 13.05.11 - 11:53 Uhr

hallo butterbluemchen,

dein "blumenposting" freut mich ja total! ich hab öfter an dich gedacht, seit ich deinen ersten beitrag gelesen habe.

ich freu mich so für dich, dass dein freund fest zu euch steht, dass er dir jetzt mehr "gestehen" kann als bisher. das krempelt dein leben ganz schön um, in eine wunderschöne richtung: kleine familie.

was deine sorgen angeht (ja, sind wirklich normal ;-)) denke ich, dass dich die neue aufgabe eher stabilisieren wird!

das schlechte gewissen wegen der "schlechten mutter" das müssen wir uns nicht machen lassen. dein kind "prüft" dich nicht! du bist einfach seine mami und das gibt dir und dem kleinen volle sicherheit. #mampfdu bist unaustauschbar und einzigartig die mutter für dein kind!
und fehler kommen vor .... das macht uns aber nicht als mama schlecht! aus fehlern lernen wir.
und grade du kannst ja auf eine erfolgsgeschichte in punkto "lernen" und "bewältigen" zurücksehen. die stärken, die du da gewonnen hast, setzt du jetzt ein für deine familie - und soweit es jetzt oder später geht für deinen beruf.

ich wünsch dir alles gute und dass du deinen sorgen immer mehr "platzverweis" erteilen kannst, je mehr du geschafft hast in deiner neuen aufgabe!

liebe grüße, ganz besonders an deinen liebsten!!

kyra