Unsere Tochter (3) entwickelt sich nicht

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von claudia3229 07.05.11 - 20:54 Uhr

Hallo Ihr Lieben, ich war lange nicht mehr hier. Ich dachte, was unsere Kinder angeht, liegt das Gröbste hinter uns, und ich beschloss nur noch interessiert mitzulesen. Aber nun das: unsere Kleine ist vor zwei Monaten drei geworden und entwickelt sich irgendwie nicht. Sie ist sehr babyhaft in Allem. Eine Zeitlang fand ich das nicht schlimm, eher niedlich. Aber ich bin von ihrer Tagesmutter angesprochen worden und mache mir nun doch Sorgen. Woran mache ich das fest: nun sie kann zwar richtig lange Sätze bilden, spricht aber öfters am Tag nur Baby-Talk, sie hat immer noch Probleme sauber aus dem Becher zu trinken und mit dem Stuhlgang will es irgendwie nicht funken. Es macht ihr auch überhaupt nichts aus, dass sie so ist. Bei der U7a ist dem Kinderarzt nichts aufgefallen, aber da war sie nicht sehr kooperativ. Ansonsten ist sie gesund. Es gab auch nie Probleme. Im Gegensatz zu ihrem Bruder (6 - ein Spätentwickler) war sie immer normal von der Reife her. Ich war froh, dass ich bei ihr nie zu irgendeiner Art von Therapie musste und ihr einfach nur beim Großwerden zusehen konnte. Aber mittlerweile bin ich nicht mehr so entspannt und mache mir Sorgen. Sind die begründet? Was denkt Ihr? Sie geht übrigens ab August in den Kindergarten. Wir sind alles in allem ein aufgeräumter Haushalt, wenn Ihr wisst, was ich meine. Wir überfordern unsere Kinder nicht, wir bilden uns und denken, dass das doch irgendwie abfärbt. Die Kinder haben ihre beiden Eltern, Großeltern, Freunde (werden beide oft eingeladen), sie gehen zum Kinderturnen und die Kleine zweimal wöchentlich in den Spielkreis. Also, was meint Ihr? Bin ich wieder in meinem alten Sorgentrott?

Danke schon mal,
Claudia

Beitrag von sina236 07.05.11 - 21:13 Uhr

hmmm. also ich finde, da hört sich nichts entwicklungsverzögert an. wenn du jetzt ein konkretes beispiel gehabt hättest, zb spricht nicht, läuft nicht gut, klettert nicht, spielt nicht mit kindern, dann hätte ich gesagt, lass es abklären. meine tochter ist jetzt 5,5 und hat grade wieder eine akute phase von "ichsprechwieein baby". das ist aber eher so ne masche. dieser rückfall in babysprache und gewohnheiten hiess bei uns schon immer: da kommt wieder was, was neues, ein schub, sie lernt was ganz tolles dazu. bisher hats immer gestimmt, auch wenn ich das natuerlich nur rückblickend sagen kann. unsere tochter ist völlig normal entwickelt. könnte im prinzip in die schule ab september, ist noch dazu ein musskind, obwohl dann immer noch 5 jahre alt. trotzdem hab ich sie zurückstellen lassen, weil ich finde, das tempo ist eh hoch genug für die kinder heute. sie hat alle tests für die schulaufnahme mit bravour gemeistert. aber ich kenne eben auch diese andere seite von ihr. die unsichere, schüchterne, babysprachenhafte. ich will ihr das eine jahr noch geben. und du wirst es nicht glauben, aber diese rückstellung war ein echter kraftakt, wir mussten dafür richtig kämpfen. naja nun ists geschafft. was ich sagen will damit ist auch nur, jedes kind hat sein eigenes tempo. kognitive fähigkeiten sind nicht alles. ich finde es viel wichtiger, dass kinder richtig spielen können, mit anderen kinder lösungen finden bei streitigkeiten ohne dass die eltern da mitmischen, freunde haben und sich des lebens freuen können und der gänseblümchen auf der wiese. alles andere kommt meist von selbst. undklar, wenn nicht, dann bedarf es therapiemöglichkeiten. aber meiner meinung nach wird da heut viel zu schnell danch gekräht. schau dir dein kind noch mal genau an und sag mir dann, unterscheidet sie sich von anderen 3jährigen grossartig? nur du kannst das beurteilen.

lg sina

Beitrag von marenchen23 08.05.11 - 17:38 Uhr

Hi

*grins* meiner hat auch grad diese "ich sprech mal wieder wie ein Baby" Sprach drauf... er wird im Juli 6...

Find es grad nur interessant, dass ich nicht die Einzige bin in, die so eine Phase durchlebt :-)

Maren

Beitrag von shorty23 07.05.11 - 21:19 Uhr

Hallo Claudia,

also unsere wird im August 3 und hat gerade auch so eine Babytalkphase, mehrmals am Tag ("Dudu dada" usw.) aber sie kichert auch immer dabei, ist einfach witzig! Das mit dem Stuhlgang, da weiß ich nicht genau, was du meinst, dass sie den auf dem WC macht? Also daran würde ich "reife" nicht unbedingt festmachen.

Ich weiß das ist sehr schwer, ich mache mir auch immer 1001 Sorge (unsere ist sehr sehr klein für ihr Alter, in der Krippe sind Kinder, die 1 Jahr jünger sind größer als sie!) da mache ich mir ständig Sorgen. Aber es hilft nichts, ich denke das wird schon alles. Lass sie mal in den KiGa und dann sprichst du nach einer Weile mal die Erzieherin an, die haben ja da viel Erfahrung was das angeht!!

Alles Gute

Beitrag von kleine1102 07.05.11 - 22:18 Uhr

Hallo Claudia,

das klingt für mich erstmal nicht besonders ungewöhnlich oder gar besorgniserregend.

In die "Baby-Sprache" fallen ganz viele Kinder im Kindergarten-Alter hin und wieder "zurück", die Einen oft und/oder über längere Zeiträume, Andere nur kurz oder selten. Mit oder ohne Grund (oft ist das z.B. so nach der Geburt eines Geschwisterchens). Da Du schreibst, dass Deine Tochter grundsätzlich ihrem Alter angemessen, also artikuliert und in längeren Sätzen, sprechen kann, nehme ich an, sie verfällt "absichtlich" (bewusst) in die Baby-Sprache? Falls ja, ist es am besten, das zu ignorieren. Wenn sie also mittels "Baby-Talk" auf sich aufmerksam macht, auf diesem Weg etwas zum Essen/Trinken fordert o.ä., reagiert nicht darauf. Sagt ihr einmal freundlich, aber bestimmt, dass Ihr sie nicht versteht, wenn sie so spricht und das sie normal reden muss, wenn sie Euch etwas sagen möchte. Ist wahrscheinlich eine Frage der Gewohnheit, ich bin aber sicher, dass sich das relativ schnell legen wird, wenn darauf nicht reagiert wird.

Was genau meinst Du denn damit, dass "der Stuhlgang nicht funkt" #kratz? Probleme mit Verstopfung, oder klappt das "große Geschäft" noch nicht auf dem Klo, sondern nur in die Windel? Letzteres wäre in dem Alter noch völlig okay, man sollte da in keinster Weise Druck ausüben, das verschlimmert die Situation nur.

Seit wann trinkt Eure Tochter denn aus einem Becher/Glas? Gibt's davon abgesehen noch eine Baby-Flasche, Trinklern-Tasse o.ä.? Falls ja, würde ich die allmählich ganz "abschaffen", vielleicht ist es eine Frage der Übung. Ursache für die Schwierigkeiten beim Trinken können aber auch Probleme mit der Mundschluss-Motorik sein. Versucht's zwischendurch mal mit einem Strohhalm, das Trinken daraus trainiert die zuständigen Muskeln ein Stück weit. Davon abgesehen: üben, üben, üben und keine "Baby-Alternativen" anbieten. Dann sollte das innerhalb recht kurzer Zeit gut klappen, falls nicht, hat es wie gesagt womöglich physiologische Ursachen, die abgeklärt werden sollten.

Das insgesamt "babyhafte" resultiert gerade bei den zweiten (bzw. jüngsten) Kindern in der Familie oft aus dem Verhalten des gesamten übrigen Familien-Systems. Die "Nesthäkchen" werden teils bewusst, teils unbewusst "klein gehalten" und dadurch in ihrer Entwicklung eingeschränkt/"gebremst". Das ist KEIN Vorwurf an Euch, sondern eine ganz allgemeine "Erscheinung" ;-)! Traut Eurer Kleinen so viel wie möglich zu, Kinderturnen ist auf jeden Fall eine gute Sache, fördert die motorische Entwicklung, die Körperwahrnehmung und das Selbstwertgefühl #pro. Fährt sie Roller, Laufrad o.ä.? Darf/möchte sie viel "helfen", klettern, mit einer Schere schneiden, Dinge selbst erledigen/ausprobieren usw.? Das ist ganz wichtig und wirkt sich auf jeden Fall positiv auf die kindliche Entwicklung aus. Eine spezielle, gezielte Förderung ist meist gar nicht nötig, aber auf die "kleinen Dinge des Lebens" kommt es gerade in dem Alter besonders an. Die Zwerge sind stolz, wenn sie etwas "für große Leute" geschafft haben und je mehr man ihnen zutraut, desto besser tut ihnen das wie gesagt. Und einem selbst als Eltern auch, weil man dadurch immer öfter erkennt, dass das "Baby" gar keins mehr ist #cool!.

Hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter!?

Lieben Gruß #stern,

Kathrin & zwei Mädels

Beitrag von caro300 08.05.11 - 08:00 Uhr

Hallo Claudia,

meine Tochter ist auch 3 Jahre, jetzt 3 1/2 und als Mutter sieht man das manchmal zu kritisch. Jedes Kind entwickelt sich anders. Meine Tochter hat früh angefangen zu sprechen aber dann lange sehr wenig und sehr schlecht und plötzlich spricht sie richtig gut. Sie hat vor ca. drei Monaten damit angefangen richtige Sätzte zu sprechen, davor hat sie oft nur ein bis zwei Wörter geäußert, also weniger als deine Tochter jetzt. Wir sind bis auf die Wutanfälle mit unserer Tochter sehr zufrieden.

Ich glaube dein Tocher entwickelt sich ganz normal und der Kindergarten wird ihr noch einen Schub geben.

LG
Carola

Beitrag von ninna68 08.05.11 - 10:54 Uhr

Hallo Claudia,

das hört sich für mich noch nicht bedenklich an. Meine Tochter ist inzwischen 4 und spricht ab und zu Babytalk... andererseits kann sie auch tolle erzählen, wenn sie möchte.

Ich würde an deiner Stelle abwarten, bis sie im Kindergarten ist. Die Erzieher erwarten ja eigentlich mehr von den Kindern als Tagesmütter und fordern und fördern besser. Ausserdem schauen sich die Kids viel von andeen Kindern ab.Wenn dein Sohn ein Spätzünder ist, kann sich das ja auch vererben. Ich habe zwei Kinder, die sich spät aber gut entwickeln.

Die Windelgeschichte ist eben irgendwann "reif" für die Tonne. Und selbst dann kann es dauern, bis es keine Missgeschicke mehr gibt. Ich glaube, es geht irgendwann vorbei- meine Tochter möchte noch Baby sein- andererseits wartet sie auf ihren ersten Wackelzahn (das Symbol für Großsein!).

Wenn du dir große Sorgen machst, stell sie doch mal spielerisch beim Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (oder einer Beratungsstelle eines Kinderkrankenhauses oder Frühförderstelle) oder nochmal beim Kinderarzt vor. Die kennen ja eine große Bandbreite an Kindern und Entwicklungsständen.

LG Ninna

Beitrag von marenchen23 08.05.11 - 17:42 Uhr

Hi,

ich würde das nicht so eng sehen.
Meine Tagesmutter fand es schon übertrieben, dass ein Mädchen von ihr mit einem Jahr noch gestillt wurde :-)
Meiner hat mit 3 grad mal die Flasche abgegeben, kurz vor 4 war er trocken und kurz nach 4 war der Nuckel weg...
Überleg mal wie sie in anderen Bereichen ist? Wie spielt sie mit Kindern? Wie malt sie? Vielleicht mag sie in einem Bereich hinterherhinken (wobei ich es noch alles an deiner Tochter sehr normal finde) dafür wird es Bereiche geben, in denen ist sie anderen Kids voraus und diese Bereiche musst du dir ins Gedächtnis rufen :-)

Meiner war immer im Motorischen vorne dran. Ist mit 1,5 schon Laufrad gefahren, so richtig mit Gleichgewicht halten. Oder er konnte sehr für laufen und sprechen... sowas hab ich mir dann ins Gedächtnis gerufen :-)

Maren