Steuerfachangestellte hier: Wie Einspruch gegen Steuerbescheid?

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Beitrag von snowwhite1974 08.05.11 - 09:32 Uhr

Hallo,

ich hoffe mir kann jemand helfen.

Haben den Steuerbescheid für das vorletzte Jahr erhalten und sollen 1200 Euro nachzahlen pluss künftig Vorauszahlungen mehrmals pro Jahr.

Da sich unser Einkommen im Gegnsatz zum Vorjahr (in dem wir noch eine Erstattung hatten) nur unwesentlich geändert hat, frage ich mich jetzt, woher diese Nachzahlung herkommen soll und warum die Nachzahlung so hoch sein kann.

Was schreibe ich jetzt in den Widerspruch? Ich kann mir nur vorstellen dass ich vielleicht was falsch ausgefüllt hab. Lohnsteuerverein geht nicht, da es auch um minimale selbnständige Tätigkeiten ging.

Auch hatte ich angegeben dass Arbeitszimmer steuerlich anzuerkennen wie in den Jahren zuvor und jetzt soll ich wieder gesondert nachweisen dass es der einzige Raum in der Wohnung war, der beruflich genuitzt werden konnte? Ich meine es geht ums gleiche Zimmer!

Hat jemand einen Tipp? Ich wollte Einspruch einlegen mit der BEgründung der Bescheid sei nicht nachvollziehbar im VErgleich zu den Vorjahren und wollte das im persönlichen Termin klärfen.

Meint ihr dass hilft?

Gruss snowwhite

Beitrag von windsbraut69 08.05.11 - 09:55 Uhr

Habt Ihr evtl. Lohnersatzleistungen bezogen?
Ansonsten ruf doch einfach mal beim Finanzamt an und frag nach?

LG,

W

Beitrag von bi_di 08.05.11 - 10:26 Uhr

Bei Steuern gibt es kein Gewohnheitsrecht. Und jedes Jahr werden eine Menge Steuererklärung einfach 'durchgewunken'. Kann sein, das Euch das die letzten Jahre passiert ist.

Warum ihr nun eine Nachzahlung leisten sollt und in wie weit das Rechtens ist, kann nur ein Fachmann nach Prüfung Euer Unterlagen sagen.

Grüsse
BiDi

Beitrag von tritratrullalala 08.05.11 - 10:38 Uhr

Hallo,
ich hatte auch mal einen nicht nachvollziehbaren Steuerbescheid. Ich habe es genauso gemacht, wie du vorschlägst: Widerspruch, als Begründung den Vergleich zum Vorjahr und Bitte um Termin. Allerdings hatte ich damals den Fehler selbst gefunden.

Wurde denn das Arbeitszimmer überhaupt anerkannt? Ich bin auf den Fehler gekommen, indem ich die Bescheide nebeneinander gelegt habe und dabei den Fehler/die Abweichung zum Vorjahr gesehen habe. Irgendwo muss es ja bei deinen Bescheiden eine Veränderung geben. Es kann auch sein, dass du im vergangenen Jahr über eine bestimmte Einkommensgrenze gekommen bist. So etwas kann auch noch mal Veränderungen bringen.

Ich würde Widerspruch einlegen und um einen Termin bitten. Mir kamen die damals damit, ich solle mir das von einem Steuerberater erklären lassen. Da habe ich mich geweigert. Das Finanzamt hat die Pflicht ihre Bescheide zu erklären.

Was du noch bedenken solltest: Wenn du Widerspruch einlegst, könnte es sein, dass das Finanzamt jeden Beleg umdreht, sich das Arbeitszimmer wirklich anschauen will und auch deine letzten Bescheide noch einmal überprüft.

LG,
Trulli

Beitrag von susannea 08.05.11 - 13:09 Uhr

Wie hast du die EInkommenssteuererklärung denn diesmal gemacht? MIt einem Steuerprogramm? Viele zeigen dir dann wo die Berechnungen des Programms von dem Bescheid abweichen. Evtl. geht das auch mit Elster, würde ich mal ausprobieren, evtl. findest du so auch dne Fehler und kannst begründeter Widerspruch einlegen.

Beitrag von kati543 08.05.11 - 15:59 Uhr

Habt ihr vielleicht Nachwuchs bekommen und jetzt passt das mit der Glaubwürdigkeit des Arbeitszimmers nicht mehr so ganz?
Wie groß ist denn eure Wohnung, wievle qm hat sie? Wieviele Zimmer und wieviel qm hat das Arbeitszimmer? Und wieviel Erwachsene und Kinder wohnen in dieser Wohnung? Das sollte schon passen.

Beitrag von julev 08.05.11 - 22:05 Uhr

Also mal von Anfang an.
Bei der Einkommensteuer handelt es sich um "Abschnittsbesteuerung", soll heißen, dass du keinen Anspruch auf Anerkennung von Steuertatbeständen hast, nur weil Sie vielleicht einmal anerkannt wurden.



Zweitens solltest Du innerhalb von 4 Wochen nach Postzustellung "Einspruch" einlegen um diesen Bescheid offen zu halten.
Als Begründung wird nicht die Berechnung bzw. Anerkennung im Vorjahr reichen.....Da musst Du schon die Tatsachen beweisen.
Soll heißen, das AZ wird nur anerkannt wenn du keinen weiteren Arbeitsplatz mehr zur Verfügung hast. Also ausschließlich in deinem häuslichen AZ tätig bist. Oder wenn Du Lehrer bist und dann dir in der Schule kein AP zusteht.

LG Jule

Beitrag von snowwhite1974 09.05.11 - 07:48 Uhr

Hallo,

das Arbeitszimmer wurde seit 2004 anerkannt bzw. zwischenzeitlich nicht mehr weil es ja irgendwie strittig war. Dann hat irgendein Gericht gesagt das sei nicht rechtens und man könne es wieder geltend machen. Nachweise hierzu habe ich keine mehr da wir nicht mehr in der Wohnung wohnen, wollte es letztmalig geltend machen, für die neue Wohnung wird es das Arbeitszimmer nicht geben.

Kann natürlich sein dass der Sachbearbeiter gewechselt hat...

Aber dass ich jetzt Vorauszahlungen leisten soll - das war wirklich noch nie der Fall!

Ich hab jetzt mal Widerspruch eingelegt, notfalls muss ich es dann doch dem Steuerberater geben. Hatten es die letzten Jahre über den Steuerberater gemacht und trotzdem nachzahlen müssen plus sein Entgelt, deswegen habe ich es jetzt zum 2. Mal selbst gemacht. Letztes Jahr gabs ja auch was zurück.

Gruß snowwhite

Beitrag von julev 09.05.11 - 15:30 Uhr

Ich würde mal so sagen, dann hast Du sicher in den letzten Jahren sehr viel Glück gehabt. Das Urteil, welches Du meinst (im übrigen haben mehrere Gericht so entschieden) sagt aber leider nur aus, dass Lehrer Ihre AZ wieder (wenn auch auf Höchstbetrag beschränkt) absetzen können.

Ich bin selbst vom Fach und würde mich freuen, wenn ich mein AZ wieder absetzen könnte.....(ist aber def. nicht möglich, oder wenn dann nur bei einer 100% betr. Nutzung)
Da wird dir auch dein Steuerberater nix anderes sagen können....

LG

Beitrag von mirakulix 09.05.11 - 18:39 Uhr

Du musst nen EINSPRUCH einlegen. Keinen Widerspruch