finanzieller Engpass...was sagen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von blödes-geld 08.05.11 - 11:30 Uhr

Hallo,

es gehört nicht in dieses Forum, aber ich möchte gerne in schwarz schreiben, also entschuldigt die "Verfehlung".

Ich lebe mit einem Kind alleine, habe bis auf einen kleinen Putzjob noch keine Arbeit gefunden und bekomme noch voll ALG2.

Diesen Monat sieht es wirklich schlimm aus bei mir.
Ich habe einen Strafzettel bekommen, ich weiss, eigene Dummheit.
Es kam eine Stromnachzahlung und obwohl ich dort bereits um Ratenzahlung gebeten habe, wird diesen Monat ein recht grosser Betrag vom Konto abgehen.
Heisst, ich bin diesen Monat in den Miesen und ich hab jetzt schon Angst wie lange es dauern wird, bis ich da wieder raus bin.

Heute nachmittag fahren wir zu meiner Mutter, die andere Oma des Kleinen hat angerufen ob ich sie nicht nächste Woche bitte mal besuchen könnte. (sie wohnt etwas weiter weg, dafür verfahre ich einen halben Tank)
Mir graut davor tanken zu müssen, es reicht einfach hinten und vorne nicht.

So, was ich mich jetzt frage ist Folgendes:
Von allen Seiten kommt "kommt uns doch mal wieder besuchen".
Alte Freunde die leider auch ca. 60km weit weg wohnen, Verwandtschaft, usw.
Aber ich KANN einfach nicht so viel Rumfahren und langsam gehen mir die Ausreden aus. Ständig mit "Kind ist krank" zu kommen geht auch nicht.
Immer Allen zu sagen sie sollen zu uns kommen ist auch seltsam.
Aber ehrlich zu sagen, tut mir leid, ich habe nicht genug Geld fürs Benzin, na ich weiss nicht.

Ich hab mir vorgenommen diesen Monat noch zur Tafel zu gehen, aber auch dahin fahre ich einfach 20km. #schwitz

Ach es ist so ärgerlich, ich hätte genügend Zeit etwas zu tun, aber selbst um Putzjobs reißen sich die Leute hier.

Tut mir leid für das Gejammer, aber diesen Monat habe ich einfach Angst es finanziell nicht mehr hinzubekommen.

Beitrag von nyiri 08.05.11 - 11:38 Uhr

In einer solchen Situation halte ich Ausreden für völlig fehl am Platz, das ist falscher Stolz.

Sei ehrlich und sag' Deinen Verwandten, dass Du Dir das bei Deinem äußerst knappen Budget einfach nicht leisten kannst, da Du auf jeden Cent angewiesen bist. Sag' ihnen, dass es nicht am "Wollen" liegt, sondern am "Können". In erster Linie musst Du ja Deine Fixkosten und die Lebenshaltungskosten für Dein Kind und Dich decken können und da sind Extrasprünge und Mehraufwendungen in Form von erhöhten Benzinkosten für Besuche nun mal nicht so einfach machbar. Das nötige Geld dafür kannst Du Dir ja nicht aus den Rippen schneiden.

Leg' die Karten offen auf den Tisch, das hat nichts mit "Ich hab' keine Lust auf Euch" zu tun, sondern es geht ganz einfach nicht, weil Du sonst kein geld für Lebensmittel und andere notwendige Kosten hast. Wenn Deine Verwandtschaft dafür kein Verständnis hat, dann liegt das allerdings nicht an Dir.

Beitrag von blödes-geld 08.05.11 - 11:44 Uhr

Hallo und Danke für deine Antwort.

Naja, ich denke Verständnis dafür wäre schon da.
Ich bin mir bei Einigen sogar ziemlich sicher, dass sie mir dann Benzingeld geben wollten wenn ich ihnen das offen und ehrlich sage.
Aber sowas möchte ich auf keinen Fall.
Ich habe wohl etwas Angst davor dann in diesen Konflikt reinzugeraten.

Gerade z.b. die Oma des Kleinen die etwas weiter weg wohnt.
Wenn ich ihr sagen würde es sieht gerade finanziell nicht so gut aus, dann bekäme ich von ihr sofort Unterstützung, aber ich möchte nicht, dass sie denkt ich sehe sie als Geldgeber an. Und sowas anzunehmen fällt mir mehr als schwer.

Beitrag von nyiri 08.05.11 - 11:49 Uhr

Ich kann Dich da voll und ganz verstehen, aber andererseits wäre es doch ein akzeptabler "Mittelweg", wenn Du sie irgendwohin fahren sollst, dass sie Dir für diese Gefälligkeit ein bisschen Benzingeld in die Tasche schiebt, hm?

Sei einfach ehrlich zu ihr und versichere ihr auch, dass Du sie gerne fahren würdest, aber Dein Geld für solche Fahrten einfach nicht ausreicht. Ich denke schon, dass Ihr Euch einig werdet.

Es ist doch nichts schlimmes dabei, wenn man nur wenig Geld hat. Geht vielen Menschen so, auch mir manchmal und dann bin ich auch ehrlich, wenn mich jemand um einen Gefallen bittet, der mit finanziellem Aufwand verbunden ist und sage "Du, ich würde Dir gerne helfen, aber ich KANN nicht, weil mir das Geld dazu fehlt." Ob Familie oder Freunde, es fand sich immer eine Lösung und noch nie nahm mir das jemand krumm.

Wenn's nicht geht, dann geht's eben nicht. Zaubern können wir ja alle nicht. Aber ein offenes Wort hilft in den meisten Fällen und dann tun sich auch Lösungen auf, wirst sehen.

#liebdrueck

Beitrag von harveypet 08.05.11 - 12:01 Uhr

völlig falscher Stolz!!

Beitrag von anyca 08.05.11 - 13:48 Uhr

Ganz ehrlich - wenn die Oma nicht am Hungertuch nagt, finde ich es Deinem Kind gegenüber unfair, wenn Du angebotene Unterstützung nicht annehmen würdest.

Meine Eltern unterstützen mich und meinen Bruder inkl. Familien regelmäßig mit Geld, und ich bin sicher, daß sie sich nicht als "nur-Geldgeber" empfinden. Sie wissen, daß wir das Geld nicht zum Fenster rauswerfen und nicht betteln kommen, aber sie unterstützen gerne ihre Enkelkinder.

Du bist ja - nach dem, was Du schreibst - nicht aus Faulheit arm. Dann ist es auch nichts Ehrenrühriges, Unterstützung von der Verwandschaft anzunehmen.

Oder würdest Du Deinem Kind sagen, Du kannst die Oma nicht sehen, weil ich zu stolz bin, von ihr Geld anzunehmen - lieber sollst Du daheim sitzen?

Beitrag von white-blank-page 08.05.11 - 12:17 Uhr

keine ausreden, die wahrheit.
auch, wenn es weh tut.
du verrennst dich sonst und so ein dispo ist arg teuer.

alles liebe

Beitrag von redrose123 08.05.11 - 16:53 Uhr

Na lade sie doch ein sie sollen kommen, oder sag einfach das es durch deine Stromkosten eben nicht mehr möglich ist......

Beitrag von kanische 08.05.11 - 19:52 Uhr

Hallo ehrlichkeit ist immer noch am besten. Du kannst nichts für deine Situation so wie du sie beschreibst. Wegen der Stromkosten geh zum Amt die helfen dir. Eine Bekannte sollte 700,- nachbezahlen hat die ARGE voll übernommen. Wie soll man das auch machen von dem bischen Geld!

LG