Zweifel an bevorstehender Heirat

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von diebrautdiesichnichttraut 08.05.11 - 22:17 Uhr

Guten Abend.

Ich habe gerade eine sehr schwierige "Unterhaltung" mit meinem Partner hinter mir und ich möchte hier einfach meine Gedanken los werden.

Wir wollten eigentlich in fünf Wochen heiraten, es ist alles geplant und organisiert (im kleinen Kreis). Doch immer wieder tauchen in meinen Augen die gleichen Probleme auf: In Konfliktsituationen, die uns betreffen, können wir nicht reden. Mein Partner macht immer gleich die Schotten dicht, ist beleidigt und verdreht alles, was gesagt wird.
Dann kommt hinzu, dass er vieles verspricht, aber nur selten etwas halten kann. Er ist hobbymäßig sehr beschäftigt (für seinen Verein erledigt er alles sofort und zuverlässig), wenn aber privat was anliegt, kommt immer etwas dazwischen. Eine längst überfällige Reparatur im Bad? Darauf kann ich warten, bis ich schwarz werde...Aber wenn in seinem Verein eine Reparatur anliegt, ist er der erste, der kommt, und der letzte, der geht.
Hinzu kommt, dass seine Familie unsere Beziehung nicht wirklich toleriert. Und da wir hier alle auf einem Fleck in unmittelbarer Nachbarschaft und zum Teil unter einem Dach leben, gibt es regelmäßig irgendwelche Auseinandersetzungen, bei denen mein Partner sich nicht positionieren kann. Er schweigt einfach, obwohl wirklich ungeheuerliche Ungerechtigkeiten gegen mich und mein Kind stattfinden. Seine Familie duldet mich - mehr aber auch nicht.

Überhaupt nehme ich ihn seit geraumer Zeit als sehr schwachen Menschen wahr. Im Beruf ist er engagiert, im Hobby auch - aber wenn er zwischenmenschlich gefordert wird, windet er sich wie ein Aal.

Meinem Vorschlag, gemeinsam etwas zu anderes zum Wohnen zu suchen, folgte er anfangs mit Begeisterung, dann ebbte das aber auch schnell wieder ab.

Zum großen Bruch in meinem Seelenfrieden kam es vor drei Wochen, als seine Schwägerin, die im Haus wohnt, ein Spielverbot ihres Kindes mit meinem Kind aussprach, weil ihr Kind nicht gehorchte. Fakt war dann aber, dass mein Kind in der Wohnung bleiben sollte, während ihr Kind mit anderen Kindern im Garten tobte. Mein Partner konnte nur schweigend zusehen, während ich versuchte, die Situation zu klären. Worauf die Antwort von der Schwägerin kam: "Wir waren zuerst da." Und er schwieg, obwohl ihm das Grundstück zur Hälfte gehört.

Ich habe schon ein Kind aus erster Ehe und habe eine schlimme Scheidung mit allen finanziellen Konsequenzen hinter mir. Als mir mein jetziger Partner offenbarte, dass wir ja bauen könnten und jeder 700 Euro im Monat an Abzahlrate einbringt, hat es mir fast die Schuhe ausgezogen: Er hätte nämlich gerne ein Baby und denkt tatsächlich, dass ich dann in der Lage bin, die 700 Euro ohne Einbußen aufzubringen. Ich bin freiberuflich tätig, versichere mich selbst - und das soll auch alles so bleiben, sagt er.

Sein Rechenexempel, dass ich ein Baby kriege, voll verdiene und mich selbst versichere und noch die 700 Euro aufbringe, hat mich ziemlich erschreckt. Ich habe genau das Gleiche schon in meiner ersten Ehe mitgemacht und am meisten litt mein Kind, weil ich so viel arbeiten musste, dass ich für viele wichtige Momente keine richtige Zeit hatte.

Ich kann mir nicht mal mehr vorstellen, mit ihm auch ohne Haus ein Kind zu bekommen, weil es an so vielen Kleinigkeiten hakt. Ich arbeite Vollzeit, habe ein Grundschulkind, schmeiße allein den Haushalt, weil er keine Zeit und permanent andere Verpflichtungen hat. Zudem zahle ich Miete + Nebenkosten in seiner jetzigen Eigentumswohnung und ich kaufe komplett ein. Und gestern ist mir irgendwie die Hutschnur geplatzt: Ich kochte zwischen zwei geschäftlichen Terminen (er war bei seinem Verein) und er sagte, er würde dann die Küche aufräumen. Das war um 19 Uhr. Als ich gegen 23 Uhr zurück kam, sah die Küche genauso aus wie vorher - und er war bei einem Freund, zum Quatschen. Ich habe die Küche dann heute morgen am Muttertag selbst aufgeräumt.

Wir sind keine 19, sondern wir gehen auf die 40 zu. Und ich bin es einfach Leid, wie die Oberlehrerin dazustehen, zu meckern und letztendlich doch alles allein machen zu müssen.

Ich habe heute abend gesagt, dass ich kein Kind mehr möchte, mich sterilisieren lassen will und keine gesunde Basis für eine Hochzeit sehe und habe in aller Ruhe die Gründe aufgezählt, ohne Vorwürfe. Er reagierte nur beleidigt, schaltete den TV ein, schimpft vor sich hin, dass er der Depp von allen sei usw.

Kann mir mal bitte jemand ein Feedback zu meiner Wahrnehmung geben? Das, was ich geschildert habe, ist nur ein ganz kleiner Teil unseres Alltags. Völlig unreif, wie ich finde. Er sieht das anders, sieht sich als großes Opfer, das schlecht behandelt wird. Meine Angebote in der Vergangenheit, mal Dritte über unsere immer wiederkehrenden Probleme schauen zu lassen (Paartherapeut) interessierten ihn nicht.

Ich bitte um ein Feedback.


Beitrag von tippseeins 08.05.11 - 22:29 Uhr

mir fallen nur fragen ein:

liebst du ihn?
warum wollt ihr heiraten? absicherung? was verändert sich zum vorteil für dich?
was sagt dein kind zu dem mann?

wenn ich das lese, würde ich nur sagen:


alleine bist du glücklicher, oder?


alles gute

Beitrag von diebrautdiesichnichttraut 08.05.11 - 22:37 Uhr

Hallo Tippseeins.

Danke für Deine Zeilen.

Ich bin gar nicht scharf aufs Heiraten, aber ihm ist das (angeblich) so wichtig, weil für ihn damit ein Lebenstraum in Erfüllungen gehen würde. Und im zweiten Satz folgt dann: "Außerdem können wir steuerlich davon profitieren."

Ich habe heute abend gesagt, dass ich die Beziehung ja im Prinzip nicht aufgeben würde, aber damit es für eine Ehe reicht, müssen wir beide daran arbeiten. Daraufhin kam nur wieder ein ironischer Spruch.

Ich muss sagen: Wir sind noch nicht sooo lange zusammen und er hat mich förmlich überrollt mit dem Heiratswunsch. Obendrein war ich noch schwanger und ihm war wichtig, dass alles geklärt ist, für den Fall, dass ihm was passieren würde. Dann hatte ich aber eine FG.

Durch die SS ist mir eigentlich auch wirklich bewusst geworden, was mich da erwarten würde. Seine Familie lehnten die SS komplett ab und er konnte sich wieder nicht positionieren. Im Grunde ist seither auch so richtig der Wurm drin.

Und in letzter Zeit ertappe ich mich immer wieder bei dem Gedanken, dass ich ein sehr cooles, schönes Leben hatte, bevor wir zusammengezogen sind. Ich war glücklich, zufrieden, ausgeglichen - und jetzt bin ich seit Monaten nur noch mies gelaunt, gereizt und nervös. Aber angeblich liegt ja alles immer nur an mir.

Im Prinzip erschüttert es mich sehr, wie wenig wir reden können, obwohl ich es anbiete und immer sehr ruhig und korrekt bin.

Beitrag von tippseeins 08.05.11 - 23:12 Uhr

mh - mich wundert es nicht, dass die probleme erst aufgetreten sind, nachdem du eine fg hattest.
das war ja eine erste belastungsprobe für eure beziehung und du hoffst und guckst und tust - und bekommst nicht das, was du gerne hättest.

es wird nicht besser werden mit der zeit, vermute ich...

er macht doch klare ansagen:
keine gemeinsamen kinder, keine basis

du wirst nie wissen, ob er sich nicht vielleicht doch eine andere sucht, mit der er dann seinen lebenstraum verwirklicht....


also ich würde die hochzeit absagen...

ich weiß natürlich, dass es sich als nicht-betroffene soooooo leicht sagt,

keine leichte entscheidung, die du zu treffen hast!

gruß
tippse

Beitrag von phantastica123 08.05.11 - 22:39 Uhr

Noch ein Zusatz:

Mein Kind versteht sich mit meinem Partner wirklich gut. Es gibt ein herzliches Verhältnis. Das macht mir ja auch die Entscheidung so schwer.

Aber heute Abend meinte er ja: Wenn es kein gemeinsames Kind geben soll, dann gebe es für ihn sowieso keine Basis für eine Ehe.

Und mir fehlt so oder so die Basis für Kind und Ehe.

Beitrag von anyca 08.05.11 - 22:39 Uhr

Also meiner schmollt ja auch schnell mal, aber er ist 150% zuverlässig und würde mir auch nie mit einer so absurden Rechnung kommen wie

"hätte nämlich gerne ein Baby und denkt tatsächlich, dass ich dann in der Lage bin, die 700 Euro ohne Einbußen aufzubringen. Ich bin freiberuflich tätig, versichere mich selbst - und das soll auch alles so bleiben".

Was genau bewegt Dich, diesen Mann heiraten zu wollen? Vielleicht ist er ja ein prima Freizeitpartner und Liebhaber, ein guter Lebensgefährte scheint er aber nicht zu sein.

Beitrag von diebrautdiesichnichttraut 08.05.11 - 22:46 Uhr

Hallo, mir ist Heiraten überhaupt nicht wichtig. Diese ganze Heiratssache ist auch nicht auf meinem Mist gewachsen. Er wollte mich schon letztes Jahr heiraten, weil das sein Lebenswunsch ist und er sich immer gewünscht hatte, verheiratet zu sein. Nun denn...

Und mir ist eben in letzter Zeit immer wieder klar geworden, dass ich mich nicht mit allem an ihn wenden kann, weil er immer sofort beleidigt ist. Das strengt mich fürchterlich an.

Als er dann mit diesem Hausbau-und-Baby-Rechenbeispiel kam, hat es mir halt wirklich die Schuhe ausgezogen, und das sagte ich dann auch, dass das so nicht funktionieren kann. Die Antwort: "Ach, ich verdiene Dir wohl nicht genug Geld. So ist das also. Dann musst Du Dir einen suchen, der reich ist."

Und als dann vor drei Wochen die Story mit seiner Schwägerin war und er nur schweigend danebenstand, als sie dieses dumme Zeug geredet hat - da ist irgendwie Vertrauen zerbrochen. Ich muss doch wieder alles allein machen. Und wenn wir ein gemeinsames Kind hätten, dann würde das ungute Klima mit seiner Familie doch nicht besser werden.

Beitrag von sanfi76 08.05.11 - 22:39 Uhr

Stell dir ein paar Fragen und beantworte sie ganz ehrlich. Liebst du ihn von ganzem Herzen? Willst du den Rest deines Lebens mit ihm verbringen? Vertraust du ihm und kannst dich jederzeit auf ihn verlassen? Dann heirate ihn.

Andernfalls würde ich die Hochzeit absagen. Man muss ja nicht verheiratet sein um eine Beziehung zu führen. Lass dir Zeit um rauszufinden was du wirlklich willst. Für dich UND dein Kind. Aus deiner Beschreibung klingt sehr viel Unzufriedenheit raus. Du scheinst dich sehr an ihm aufzureiben. Ich denke nicht das Menschen sich großartig aendern. Bist du bereit damit zu leben?

LG Sandra

Beitrag von diebrautdiesichnichttraut 08.05.11 - 22:52 Uhr

Hallo Sandra.

Ja, ich liebe ihn. Aber ich vertraue ihm in manchen Dingen nicht und ich kann mich auch nicht immer auf ihn verlassen.

Und ich kann nicht immer nur die Starke sein. Ich kämpfe seit Jahren an allen Fronten, mache und tue, stehe meinen Mann im Alltag - ich würde mich so sehr über ein klein wenig Entlastung freuen. Meine Wünsche sind bescheiden. Er war jetzt zwei Monate krank geschrieben, war aber mobil. Für seinen Verein hat er viel erledigt, war dafür auch viel unterwegs. Meine Bitte, dass er an meinem Auto die Sommerreifen aufziehen LÄSST (er hätte es nicht mal selbst machen müssen; die Reifen lagern bei einem Händler ein, der den Wechsel gemacht hätte) ist wie Schall und Rauch im Nirvana vergangen.

Das sind nur Kleinigkeiten, über die man jetzt streiten kann oder auch nicht. Aber seit wir zusammen sind, habe ich einfach das Gefühl, dass ich mehr gebe als ich zurück bekomme. Und meine Hinweise werden spöttisch kommentiert.

Beitrag von frau.s.aus.b. 08.05.11 - 23:01 Uhr

Gibt es auch etwas Positives, was Du in dieser Partnerschaft siehst, außer, dass er sich gut mit Deiner Tochter versteht?


"... dass ich ein sehr cooles, schönes Leben hatte, bevor wir zusammengezogen sind. Ich war glücklich, zufrieden, ausgeglichen - und jetzt bin ich seit Monaten nur noch mies gelaunt, gereizt und nervös. "

Eine Partnerschaft sollte bereichern und nicht nur anstrengen und nerven.
Allein das Lesen Deiner Ausführungen bereitete mir ein unangenehmes Gefühl.

Man sollte nicht darauf vertrauen, dass sich der Partner plötzlich ändert.
Sei froh, dass er sich nicht bis zur Hochzeit zusammen gerissen hat und sich erst danach so richtig gibt, wie er ist.

Zumindest würde ich die Hochzeit auf unbestimmte Zeit verschieben.

Beitrag von hedda.gabler 08.05.11 - 23:39 Uhr

Hallo.

Schon die rationalen Gründen sprechen GEGEN eine Heirat (wenn nicht sogar gegen die Beziehung an sich) ...

... und auch Dein Bauchgefühl scheint Dir eine bestimmte Richtung zu zeigen.

Du solltest darauf hören ... Liebe hin oder her, aber Du bist Dir ja anscheinend schon selbst sehr bewusst, dass die existenziellen Dinge nicht stimmen (z.B. Vertrauen) ...

... eigentlich ist das Leben zu kurz für einen solchen K(r)ampf.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von holy_cow 09.05.11 - 02:22 Uhr

Hola,

hast du dir deinen Text noch mal durchgelesen?
Ist dir dabei nicht etwas ganz grundlegendes aufgefallen?

Dein Bauchgefuehl sagt dir ganz klar NEIN!
Ein Partner mit dem ich nicht reden kann oder bei dem ich Kniefaelle machen muss, dass er etwas im Haushalt tut oder fuer dich etwas erledigt, bei dem alle Anderen zu erst kommen und du schwarz werden kannst, bis etwas passiert, der keine klare Stellung zu dir nimmt, der koennte nicht mal mein Freund sein.
Ich habe sogar den Eindruck, dass er dir das Wasser nicht reichen kann und dich deswegen so schlecht behandelt
Wie kann er von dir zu erwarten, dass du ein Baby bekommst, dich 100% im Haushalt einbringst, Geld verdienst, dich selber zum Nachteil deiner Kinder zurueck nimmst um ihm seinen Traum zu erfuellen?
Findest du den Preis den du da bereit waerst zu zahlen nicht zu gross?
Wo ist die Anerkennung fuer das was du leistest oder der Wunsch dich zu entlasten und dir eine Freude zu bereiten?
Wo ist die Bereitschaft mit dir einen Weg zu finden um ein besseres und zufriedeners Miteinander zu finden?
Wo bringt er sich fuer dich ein?
Koennte es nicht sogar der Fall der sein, dass dein Kind in den Hintergrund gerueckt wird, wenn das Gemeinsame da ist, von ihm und seiner Familie?
Was ziehst du Positives aus dieser Verbindung?

Du hast eine gescheiterte Ehe hinter dir und eine zweite Ehe mit so vielen Fragezeichen und Zweifeln zu beginnen, halte ich persoenlich zum Scheitern verurteilt.
Verschiebe die Hochzeit und mache fuer dich Punkte fest, die geaendert werden muessen um wirklich an eine Ehe zu denken, die gluecklich werden kann.

Mut und Staerke fuer dich!

Saludos

Beitrag von diebrautdiesichnichttraut 09.05.11 - 07:03 Uhr

Liebe holy-cow.

Danke für Dein Feedback, das sehr klar und ehrlich war/ist.

Ich habe ihm ja gestern abend gesagt, was ich denke und vorhabe: Kein Kind, dafür Sterilisation, keine Heirat.

Aus all den vielen, aufgezählten Gründen.

Und bestärkt wurde ich darin, als er mit dem Hausbau-Baby-Rechenexempel kam. So was mache ich nicht noch mal mit. Und ich habe ihm gestern abend erklärt, dass er für eine Familie sowieso keine Zeit hat, weil er so sehr mit seinem Verein verbunden ist. Ich akzeptiere das ja - aber mit einem Baby würde sich für ihn nichts ändern, obwohl er das permanent denkt und sagt. Aber für mich würde sich alles ändern...ich könnte nämlich schön brav daheim rumhocken und gleichzeitig Vollzeit arbeiten.
Meine Tochter ist jetzt aus dem Gröbsten raus, wir können viel gemeinsam unternehmen, ich habe meinen Betrieb (der sehr gut läuft) auf sie so zugeschnitten, dass ich immer für sie da sein kann (mit Homeoffice), und dennoch ist es sehr stressig und anstrengend. Warum sollte ich also mit einem Baby einen Rückschritt machen? Mein Angebot, dass er doch dann Erziehungsurlaub nehmen soll, lehnte er schon vor Monaten ab. Und auf die Aussage: "Irgendwie schaffen wir das schon" gebe ich heute von niemandem mehr einen Pfifferling.

Heute Nacht hat er im Wohnzimmer geschlafen. Keine Ahnung, wieso. Ich habe ruhig und sachlich meine Überlegungen vorgetragen. Ich bin kein Schrei-Mensch und niemand, der nur Vorwürfe macht. Dennoch war er beleidigt und eingeschnappt und fragte nicht mal, wie man denn die Situation verändern könnte. Unreif, fällt mir da nur ein. Und schwach, auf ganzer Linie. Ich nehme ihm ab, dass er mich liebt. Aber mehr geht bei ihm eben nicht. Aufstehen und Initiative ergreifen kann er nicht. Man muss ihm alles sagen und höllisch dabei aufpassen, dass er dann nicht auch noch die beleidigte Leberwurst mimt.

Wie sagte mir neulich eine Freundin? "Manchmal ist es so, dass man sich damit abfinden muss, in einer Beziehung die Stärkere zu sein, die alles entscheiden und machen muss. Man sollte sich überlegen, ob man das auf Dauer so will."

Ich kann mir das schon vorstellen - aber nicht mit einem weiteren Baby. Da ist mir die Verantwortung zu groß.

Und dass mein eigenes Kind in den Hintergrund rücken würde, wenn ein Baby da wäre, das bezweifle ich, weil seine Familie auf unsere SS Anfang des Jahres sehr brutal reagiert hat. Kein Stolz, keine Freude. Sondern Ablehnung auf ganzer Linie. Mein Kind dagegen steht bei seinen Eltern hoch im Kurs. Seine Schwägerin ist allerdings eifersüchtig und neidisch, weil sie mit ihrer Tochter überhaupt nicht klar kommt, während ich mit meiner rundum harmonisch lebe. Käme jetzt noch ein "bluteigenes" Kind dazu, mit dem ich auch sehr gut zurecht käme (da bin ich mir sicher), wäre der Ofen auf allen Ebenen aus.

Traurig machen mich diese Überlegungen und Kenntnisse nicht. Sondern stolz. Weil ich in der Lage bin, das alles so klar und ruhig zu erkennen, fernab von romantischen Vorstellungen über das perfekte Glück.

Mir ist es einfach wichtig, ein Feedback hier zu bekommen, da ich sehr selbstkritisch bin. Ich freue mich über Impulse aller Art - vielleicht ist irgendwas dabei, was ich nicht bedacht habe und jetzt zur Anwendung bringen könnte. Aber ich glaube, ich habe (derzeit) den Rundum-Blick, was ich aus Euren Postings entnehme.

Danke!


Beitrag von sonntagsmalerin 09.05.11 - 08:30 Uhr

Nachdem, was du geschrieben hast, würde ich definitiv nicht heiraten zu diesem Zeitpunkt. Lass dir Zeit, dich wirklich von Herzen zu entscheiden - und klärt, was geklärt werden muss, bevor du dich auch per Gesetzt so festlegst!
Eure Wohnverhältnisse klingen nicht schön, auch nicht für dein Kind - ich würde vielleicht erst einmal eine neue Bleibe für euch alle finden und sehen, wie sich dann alles entwickelt. Sprecht offen und ehrlich miteinander - und wenn das nicht klappt, kann auch eine Paartherapie sehr hilfreich sein. Wenn er dich liebt und an der Beziehung arbeiten will, macht er da auch mit!! Das solltest ihm du und auch sein Heiratswunsch doch wert sein. So belastet in eine Ehe zu gehen, kann m.E. die Situation nachher nur noch verschlimmern. Du musst es "im Bauch" haben, dass es richtig ist - und wenn es das nicht ist, würde ich davon absehen.

Liebe Grüße
Clarissa

Beitrag von juniorette 09.05.11 - 08:52 Uhr

Guten Morgen,

all das, was du aufzählst, wäre für mich nicht nur ein Grund, NICHT zu heiraten, sondern auch ein Grund, die Beziehung zu beenden.

LG,
J.

Beitrag von bensu1 09.05.11 - 09:29 Uhr

genau das habe ich auch gedacht.

Beitrag von anira 09.05.11 - 11:42 Uhr

was würde meine Oma nun sagen

Mädel was bin ich froh das du doch noch dein Hirn eingeschaltet hast

er ist nicht reif für eine ehe und Vater
egal wie alt der ist
wenn du ihn liebst kannst auch so zusammen bleiben
aber eine ehe und ein Kind machen viel mehr aus

Beitrag von juju277 09.05.11 - 12:04 Uhr

Das wäre kein Mann für mich, wie hältst du das aus?

Heirate ihn bloß nicht, was du beschreibst hört sich ja furchtbar an. Dein Gefühl sagt dir schon das Richtige...

LG juju

Beitrag von nick71 09.05.11 - 13:36 Uhr

-Ihr könnt nicht miteinander reden.
-Er steht nicht hinter dir.
-Er ist (was dich betrifft) nicht gerade zuverlässig.
-Ihr habt völlig gegensätzliche Vorstellungen davon, wie das mal (finanziell) werden soll, wenn ihr ein gemeinsames Haus + Kind habt.
-Der Haushalt wird wahrscheinlich auf ewig an dir hängenbleiben...so wie ja jetzt auch schon.

Hast du dich mal ernsthaft gefragt, was du mit diesem Mann willst? Nicht nur verheiratet mit Haus + Kind, sondern ganz grundsätzlich als Beziehungspartner? Partnerschaftlich klingt mir das, was ihr da habt, ganz und gar nicht...und ich würde an deiner Stelle nicht nur die Hochzeit und den Kinderwunsch, sondern die komplette Beziehung überdenken und wahrscheinlich auch beenden. Was nicht passt, wird man nicht passend machen können...das hat noch nie funktioniert.

Beitrag von badguy 09.05.11 - 15:32 Uhr

Ich hab nach zwei Dritteln aufgehört zu lesen. Steht im letzten Drittel ein Grund, warum du ihn heiraten solltest?

Beitrag von phantastica123 09.05.11 - 16:36 Uhr

Nein :-)

Die Entscheidung ist ja auch inzwischen gefallen und mitgeteilt worden.

Liebe Grüße.