Geburtsbericht von meinem Engel

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von berlinerin1984 09.05.11 - 09:58 Uhr

Schwangerschaft

Die Schwangerschaft verlief leider nicht so komplikationslos wie man es sich wünscht.
Es fing schon im Oktober an, dass ich so dolle Schmerzen hatte, dass ich ins Krankenhaus gegangen bin und die mich gleich drin behalten haben.
Mit meiner Niere war etwas nicht ins Ordnung und sie wollten es kontrollieren. Da ich auch so dolle Unterbauchschmerzen hatte, war ich insgesamt 4 Tage im Krankenhaus. Danach war ich noch eine Woche krank geschrieben und ich bin wieder arbeiten gegangen.
Am Freitag den 17.12.2010 war ich schon beim Frauenarzt, weil es mir nicht gut ging. Starke Unterbauchschmerzen, harten Bauch usw… Leider war der Gebärmutterhals nur noch bei knapp 3 cm und es war eine Trichterbildung auf dem Ultraschall zu sehen. Sie wollte mich ins Krankenhaus einliefern bzw. krank schreiben lassen aber ich wiegelte ab, dass ich die 3 Tage bis zum Urlaub auch noch schaffe.
Am nächsten Tag am Samstag, dem 18.12.2010, da waren meine Eltern, mein Bruder, seine Ex-Freundin und mein Freund essen. Wir haben meinen Geburstag nachgefeiert. Wir waren in den Hackeschen Höfen essen und mir ging es gar nicht gut. Aber ich dachte mir nichts dabei und wir sind dann nach dem schönen Essen nach Hause gefahren. Hatte mich dann gleich hingelegt, mit der Hoffnung das es besser wird. Leider wurde es nicht besser. Mein Freund wollte unbedingt, dass wir uns Krankenhaus fahren, aber ich wiegelte ab.
Am Sonntag den 19.12.2010 ging es mir weiterhin so schlecht, dass wir ins Krankenhaus gefahren sind. Die nette Oberänrztin behandelte mich und es wurde eine Ctg geschrieben und Ultraschall. Der Ultraschall zeigte das der Gebärmutterhals nur noch bei 2,8 cm und die Trichterbildung immernoch vorhanden war. Die Oberärztin sagte, ich solle auf alle Fälle hier bleiben. Es bestehe eine drohende Frügeburt. Mein Freund und ich sind dann nur nochmal nach Hause und haben meine Tasche gepackt. Hatte ja gar nicht damit gerechnet, dass die mich drinbehalten und meinen Freund alleine nach Hause fahren lassen konnte ich auch nicht. Er hätte mir nur die falschen Sachen mitgebracht. Wahrscheinlich 3 paar Socken un dafür T-Shirts vergessen oder so.
Im Krankenhaus hatte ich strenge Bettruhe und mir wurde innerhalb von 24 Stunden 2 mal die Lungenreifespritze gegeben. *autsch* Das waren Schmerzen. Aber ich wusste das es für meinen Engel war. Joah nun lag ch auf der Wöchnerinnenstadion und wenn ich mal auf die Toilette ging, sah ich die glücklichen Mütter mit ihren Kindern. Ab und zu liefen mir da schon sehr die Tränen, weil ich einfach Angst hatte, dass mein Engel früher auf die Welt will, als wir alle es wollen. Ich durfte noch nicht mal duschen gehen und Essen wurde mir an Bett gebracht. Denn dort auf dieser Stadion gab es eigenlich ein Buffet, aber da ich ja strenge Bettruhe hatte, wurde mir das verwehrt.
Am 23.12.2010 wurde ich entlassen, mit der Auflage viel liegen und bitte nicht vor der 32 SSW. entbinden zu sollen. Das Weihnachtsfest war sehr schön und wir haben alle schön bei meinen Eltern gefeiert. Ich wurde bedient von vorne bis hinten und durfte nicht aufstehen, außer auf die Toilette. Um ehrlich zu sein, habe ich das auch sehr genossen.

Ab Ende Februar musste ich 2 mal die Woche zum Ctg und Urinabgabe. Es war immer Eiweiß und Blut im Urin und ich hatte sehr starke Wassereinlagerung. Am Anfang habe ich mir keine Sorgen gemacht, aber immer wieder war im Urin Eiweiß und Blut und so langsam machte echte Sorgen. Mein Frauenarzt sah es alles nicht so, aber ich recheriete im Internet und las was von Schwangerschaftsvergiftung bei diesen Symtomen.
Mir blieb der Klos im Hals stecken. Mein Muttermund war schon seid längerer Zeit 2 cm geöffnet.

Am 11.03.2010 bin ich wieder ins Krankenhaus und es war wieder die nette Oberärztin da, die mich schon im Dezember behandelt hat. Sie sagte, wir sollten einleiten. *uff*. Die Oberärztin sagte, wir warten noch 1 Woche und dann wird eingeleitet. Sie war aber der Meinung, dass mein Engel früher kommt. Ich bräuchte auf gar keinen Fall mehr eine Woche warten. Ihr Wort in gottes Ohr. Hmm joah es wurde der 16.03, es wurde der 17.03…. es tat sich nichts.
Am 18.3 sollte ich um 8 Uhr im Krankenhaus sein.



Die Geburt

Die Nacht vom 17.03 zum 18.03 haben mein Freund und ich relativ gut geschlafen und wir sind dann um 6 Uhr aufgestanden mit dem Gedanken, heute kommt unsere Maus.
Ich war duschen, habe mich noch überall rasiert und die letzten Sachen in die Tasche gepackt und dann sind wir um 7.30 Uhr los. Wir brauchen nur 10 min. in Krankenhaus, aber solangam stieg die Nervosität.
Wir saßen im Warteraum und da hörte ich nur wie eine Frau richtig laut schrie. Oh nun habe ich aber langsam Angst. Ich wurde an Ctg geschlossen und es tat sich nichts. Die Hebamme meinte, wir sollen 1 ½ Stunden spazieren gehen, dann wird nochmal ein Ctg gemacht und danach bekomme ich eine ½ Tablette. Es tat sich nichts und wir sollten wieder spazieren gehen. An diesem Tag waren wir soviel spazieren, wie schon lange nicht mehr. Oder waren wir überhaupt schon mal soviel spazieren?
Am Nachmittag bekam ich wieder eine halbe Tablette und es wurde wieder desöfteren ein Ctg geschrieben, aber irgendwie tat sich nichts. In der Zwischenzeit habe ich auch mein Zimmer bezogen.
Um 18.30 Uhr habe ich mein Freund nach Hause geschickt, weil ich wusste das sich nichts tat. Ich bin dann zum Buffet und habe Abendbrot gegessen und um 22 Uhr sollte ich nochmal zum Ctg. Es waren ein paar kleine Wehen zu sehen, aber ich habe nichts gemerkt. Die Hebamme sagte, ich sollte mich hinlegen und wir machen morgen weiter.
Mich kruselte es schon vor dem morgen, wieder die ständigen Ctg´s und spazieren gehen. Och nee also darauf hatte ich nun wirklich keine Lust.

Es war nachts um 4 Uhr, ich wurde wach und ich dachte ich muss auf Toi ein längeres Geschäft erledigen. Ich war auf der Toilette aber außer Pipi musste ich nicht. Hmm komisch dachte ich mir. Naja ich bin dann wieder ins Bett und auf einmal machte es plupp.
Ich was war denn das? Bin wieder auf Toilette auf einmal war unten rum alles voller Blut. Durch Zufall war gerade die Hebamme auf dem Flur und ich erzählte ihr das alles voller Blut war. So wirklich glauben wollte sie mir nicht und meinte ein wenig genervt, na dann kommen sie mal mit. Die gute Frau dachte wohl, sie hat dann bald Feierabend… ja ja aber nicht mit mir.
Ich wurde ans Ctg angeschlossen und dann fingen die Wehen. *autsch*. Ich konnte nicht mehr liegen und die Wehen waren richtig heftig. Sie kontrolliere mein Muttermund, der war um 4.15 Uhr bei 5 cm. Sie sagte ich kann mein Freund anrufen, er kann kommen. Es geht los.
Ich waaaaas? Jetzt? Wie, aber es ist doch mitten in der Nacht? Na das sagen sie mal ihrem Kind, dass es mitten in der Nacht ist und sie wollten doch ihr Kind nun auf die Welt bringen, oder? Ich ja, aber jetzt? Sie lachte nur und sagte, ja jetzt. Ich versuchte meinen Freund anzurufen, es klingelte und klingelte. Ich wär fast aufgeflippt. Wieso geht er jetzt nicht an sein scheiss beschissene Handy ran. Na gut dachte ich mir, rufste halt deine Mama als erstes an. Wenn der Herr Papa sich drücken will… Meine Ma saß auch schon auf heißen Kohlen und wünschte mir viel Glück. Dann versuchte ich es wieder bei dem werdenen Papa. Es klingelte und klingelte….Kurz bevor ich auflegen wollte, ging der Herr ganz verschlafen ran.
Ich sagte nur du kannst die lo…*autsch* Wehe… los machen. So wach habe ich ihn noch nie am Telefon gehört. Man muss dazu sagen, er ist ehr einer von der Sorte, die am Telefon immer einschlafen.
Um 4.30 machte die Hebamme das Ctg ab und ich durfte in den Kreissaal wandern. Vorher bin ich aber nochmal auf die Toilette in der Hoffnung das ich evtl. nochmal ein größeres Geschäft erledigen kann, damit es nicht während der Geburt passiert. Aber leider hatte ich keinen Erfolg.
Nun lag ich im Kreissaal und um 4.45 Uhr kam mein Freund. Danach ging es mir gleich besser. Er war eine große Unterstützung für mich.
Die Hebamme ging dann wieder raus und die Wehen wurden immer heftiger *autsch*
Ich schrie meinen Freund an, er solle bitte die Hebamme holen, ich möchte jetzt sofort eine PDA ohne wenn und aber. Es war dann schon gegen 5 Uhr. Sie kam und schaute nach meinem Muttermund und dann sagte sie mir das wir keine PDA mehr benötigen, da der Muttermund schon bei 8 cm ist. Irgendwann kam sie mit einer Ärztin wieder und meinte dann zu mir, so und nun wollen wir mal anfangen. Bei der ersten Presswehe hatte ich etwas lauter gestöhnt, was mit aber total unangenehm war, aber es ging einfach nicht anders. Die Hebamme meinte dann zu mir, ich solle mit nicht lauter stöhnen sondern meine ganze Kraft nach unten transportieren.
Ich, hä was will sie denn jetzt von mir? Wie soll ich denn meine Kraft nach unten transportieren? Dann merkte ich das bei meiner Maus was nicht stimmte, denn die Hebamme drückte mit dem Ctg Knopf, was die Herztöne aufzeichnet, immer wieder auf meinen Bauch. Da wusste ich das etwas nicht stimmt. Die Ärztin pinkte mir irgendwas in den Po, was ich aber nur so nebenbei mitbekommen habe. Ich presste und presste und in der Zwischenzeit haben sie unten geschnitten, weil die Herztöne von meiner Maus nicht mehr sogut waren.
Ich presste und presste und auf einmal merkte ich wie das Köpfchen da war. Ich war total in trance und presste noch einmal und die Hebamme meinte zu meinem Engel, na wie willste dich drehen und schwupps um 5:50 Uhr war sie da

Mein Ein und Alles, was ich über alles liebe, mein Engel LEONIE.
Sie wog 3480 g und war 48 cm groß.

Mein Freund wollte dann noch ganz cool die Nabelschnur durchschneiden, er dachte das geht so einfach. Später erzählte er mir das es sich so angefühlt hätte, als hätte er einen Gartenschlauch durchgeschnitten. Sie wurde mir sofort nach der Geburt auf die die Brust gelegt und ich war der glücklichste Mensch der Welt. Da ist sie nun, mein absolutes Wunschkind.

Da ich mein Fotoapparat im Zimmer vergessen hatte, war ich total traurig, dass wir keine Fotos machen können. Und auf einmal zauberte mein Freund mir mein neues Handy aus der Tasche, was ich mir gewünscht hatte. Er hat es mir zur Geburt geschenkt.

Da ich ja geschnitten worden bin, musste ich noch genäht werden. Das dauerte so ca. 1 Stunde, aber mein Freund und ich hatten nur Augen für Leonie.


Leider ging es mir nach der Geburt nicht sogut, da ich sehr viel Blut verloren haben.
Die Hebamme stach 4 mal zu und versuchte eine Vene bei mir zu finden, was sie im Enddefkt nicht fand und dann kam die Ärztin. Ich habe dann eine Infusion bekommen.
Wir hatten gott sei dank ein Familiemzimmer, denn meine Naht löste sich leider wieder auf. Ich konnte mich in der ersten Zeit gar nicht um Leonie kümmern, weil ich dolle Schmerzen hatte.

Es dauerte auch noch ca. 3 Wochen, bis nach der Geburt, bis alle Schmerzen weg waren.

So nun ist es schon fast 1 Jahr her, aber so ein Erlebnis wird man nie nie nie wieder vergessen.

Beitrag von clautschy86 09.05.11 - 15:46 Uhr

Wahnsinn wie gut du dich nich an alles erinnern kannst, obwohl es schon fast 1 Jahr her ist!!!

Ich hab Tränen geweint.. mich fesseln solche Geburtsberichte immer total..
Bin erst in der 8. SSW und hab noch eine Menge Zeit, aber ich les so was total gern!!

Hoffe deiner kleinen Maus gehts noch immer blendend!!!!!!!!!