Diabetes und Angstzustände

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von sannymaeusl 09.05.11 - 10:51 Uhr

Hallo,


mein Freund ist an Diabetes(seit 4 Jahren) erkrankt und leidet zusätzlich noch an Agoraphobie(seit 2Jahren). Einkaufen gehen, Kino,abends ausgehen oder ähnliches ist kaum möglich. Er will seine Angstzustände wieder in den Griff bekommen, nur möchte er keinen psy. Facharzt dazu aufsuchen, sondern das selbst Stück für Stück in die Hand nehmen. Problem an dieser Stelle ist, dass er bei einer Panikattacke stark beginnt zu zittern und er jedes Mal denkt, dass er unterzuckert ist. Dadurch setzt er sich vorher selbst jedes Mal unter Druck, weil er Angst hat, dass er im in der Öffentlichkeit eine Panikattacke bekommt, aber in dem Moment nicht weiß, ob er unterzuckert ist.


Ich hoffe, dass ist nicht all zu wirr geschrieben, aber für mich als Außenstehende schwer zu beschreiben.


Vielleicht geht es hier jmd ähnlich,möchte sich austauschen oder hat gute Ratschläge (außer er soll zum Arzt,dass will er nicht) für mich/uns

LG Sanny

Beitrag von haruka80 09.05.11 - 11:04 Uhr

Hallo Sanny,

sowas ist n Fall für ne Therapie, da das, was dein Freund hat, nicht ungewöhnlich ist für einen Diabetespatienten.
Dein Freund hat sicher schon Unterzuckerungszustände erlebt und war von anderen abhängig in dem Moment oder er hat es sich auch nur vorstellen müssen, wie es ist. Dies trägt jedenfalls dazu bei, dass er Angst vor der Angst entwickelt, Angst davor, von anderen abhängig zu sein.
Es wäre wichtig, wenn er mit einem Therapeuten oder auch in einer Selbsthilfegruppe das Thema thematisiert, wobei Selbsthilfegruppen ja gleichermaßen Stress bedeuten können bei einer Agoraphobie.

Außerdem sollte er mit seinem Arzt sprechen. Dein Freund hat keine psychische Erkrankung, sondern eine normale Diabetes, die eine psychische Reaktion auslöst. Ein Arzt kennt auch Anlaufstellen für Menschen wie deinen Freund, damit er merkt, dass es nicht schlimm ist, FALLS irgendwann mal etwas passiert, dass er HIlfe benötigt. es gibt viele Möglichkeiten, Strategien zu entwickeln, erlernen, wie man mit den auftauchenden Ängsten sofort umgehen kann und sie an Bedeutung dadurch verlieren

Übrigens, da du sagst, er möchte nicht zum Arzt, scheint es ihm nicht schlecht genug zu gehen. Erst wenn der Leidensdruck wirklich hoch ist, wird er sich auch helfen lassen, solange muß er sich überlegen, ob er weiterleiden möchte, oder etwas ändern möchte!

L.G.

Haruka

Beitrag von sannymaeusl 09.05.11 - 12:32 Uhr

Hallo Haruka,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.

Der Leidensdruck war vor zwei Jahren, wo die Angstzustände begannen so groß, dass er nicht mal mehr das Haus verlassen,gegessen oder geschlafen hat. Aber auch da wollte er keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ich selber litt an Sozialphobie und anderen Angstzuständen und hab diese dank Therapie überstanden und kann heut ein normales Leben führen. Er will es ja auch wieder, "bewundert" mich dafür und fragt immer wieder wie ich es geschafft habe. Ja, dank Therapie. Aber das möchte er nicht.

Das die Angst dadurch kommt, dass er Angst hat zu Unterzuckern konnte ich mir denken, da ich dies häufiger im Internet gelesen habe. Nur als Nicht-Diabetikerin ist das halt schwer zu beurteilen.

Liebe Grüße
Sanny

Beitrag von haruka80 09.05.11 - 22:28 Uhr

ja klar ist das schlecht zu beurteilen als nicht-Diabetiker, es gehört aber bei Angststörungen mit zur möglichen Ursache,ebenso wie Epilepsie zu Angststörungen führen kann.

Du bist machtlos wenn er sich keine Hilfe suchen möchte, gerade wenn du selbst schon Therapieerfahren bist, weißt du ja am allerbesten, wie wichtig sowas ist.
Es gibt leider wirklich Menschen, die echt erstmal ganz, ganz unten sein müssen, bis sie Hilfe annehmen. Hast du mal überlegt, dass er im Internet sich ein Forum suchen könnte wo er auf Gleichgesinnte trifft? Heutzutage gibts ja für alles Foren, für Diabetiker ja auf jeden Fall und da wird es mit großer Sicherheit mehrere geben mit dem Problem und vielleicht schaffen es virtuelle Menschen mit der selben Leidensgeschichte ja ihn zu überzeugen, dass nur er etwas tun kann

Alles Gute!

haruka

Beitrag von derhimmelmusswarten 09.05.11 - 14:34 Uhr

Mit einem Blutzuckertest lässt sich das doch dann schnell ermitteln, oder?