Wer....in unserem Deutschland......?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von gotschie 09.05.11 - 10:54 Uhr


Wer....in unserem Deutschland....

....backt am Geburtstag den Kindern den Kuchen.....?
....bereitet die Party vor ?
....organisiert ein Faschingskostüm für den Nachwuchs...?
....hetzt von der Arbeit nach Hause, um ein Mittagessen für die Kinder zu kochen, weil es keine Hortbetreuung gibt...?
....kauft neue Kleidung für die Kinder...?


Wer....in Deutschland....
....wird als Vorstand im Fernsehen gezeigt
....wird auf Gruppenaufnahmen in Europa gezeigt
....wird bevorzugt bei Bewerbungen, wenn man 30ig ist und geheiratet hat und noch keine Kinder hat

In unseren Köpfen ist das Rollendenken noch fest verankert. Die Tage habe ich einen interessanten Fernsehbericht gesehen, der mal veranschaulicht hat, dass es noch ungefähr 50 Jahre dauern wird....

Denn klar,
...bringen die Väter die Kinder in den Kindergarten
...nehmen am Elternabend teil
....unternehmen Sachen mit den Kids

aber trotzdem ist Frau mit dem Hauptteil der Kindererziehung (+ Haushalt) beschäftigt....

...aber Frau bekommt später wenig Rente
...weniger Lohn, weil sie pausiert hat
...keinen Unterhalt, wenn die Ehe scheitert (es sei denn man hat schlauerweise einen Ehevertrag geschlossen)

Eigentlich sollte keiner mehr in unserem Deutschland mehr Kinder bekommen. Fortschritt ist etwas anderes als die Politik tut. Bildung und Erziehung gibt es eben nicht zum Nulltarif.

Nur mal ein Beispiel:
Warum wird die Ferienbetreuung nicht durch die Lehrer in der Schule organisiert ? Warum wir die OGS von Elternträger organisisert und nicht von der Schule selbst?

Warum bekommen die Banken Millionen und die Kinder nicht ?

Dies mal so zum Nachdenken !

Beitrag von widowwadman 09.05.11 - 11:00 Uhr

Ob man diese Rollenverteilung lebt oder nicht, ist jedem selbst ueberlassen. Das man mit nem €400 Euro Job, oder 30 Stunden nicht in nen Vorstand kommt, ist klar. Das hat aber nichts mit dem Geschlecht, sondern den Entscheidungen der Muetter/Vaeter zu tun.

Beitrag von donaldine1 09.05.11 - 16:34 Uhr

"Ob man diese Rollenverteilung lebt oder nicht, ist jedem selbst ueberlassen."

Leider m.E. echt falsch!

Du lebst in einer GESELLSCHAFT. Und deren Normen bist du immer irgendwie unterworfen. Und unsere Gesellschaft hat leider keine gleichberechtigten Normen, man erlebt es ja immer wieder anders.

Beitrag von hedda.gabler 09.05.11 - 18:10 Uhr

Hallo.

>>> Und unsere Gesellschaft hat leider keine gleichberechtigten Normen, man erlebt es ja immer wieder anders. <<<

Das stimmt so nicht ... richtig ist sicherlich, dass es für Frauen immer noch schwieriger ist, aber es ist nicht unmöglich. Es gibt viele hochqualifizierte Frauen in gehobenen Positionen und Führungspositionen ... die Frauen, die allerdings ihre Qualifikationen/Ausbildung/Karriere an der Kreißsaal-Tür abgeben, lange in Elternzeit gehen und danach in 400-Euro- und Teilzeit-Stellen rumpuzzeln, müssen sich nicht wundern, wenn der Zug des beruflichen Aufstiegs und Weiterkommens irgendwann abgefahren ist.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von widowwadman 09.05.11 - 19:28 Uhr

Wenn's doch auch nur erst an der Kreissaaltuere waere, wenn man mal so im Schwangeren-Forum rumliest, fragen ja viele schon ab positivem Test nach nem BV.

Beitrag von junisonne10 09.05.11 - 19:48 Uhr

#pro

dazu gibt es nichts mehr zu sagen und trifft den nagel auf den KOPF!

liebe grüße

Beitrag von berry26 09.05.11 - 19:06 Uhr

Die Gesellschaft sind WIR!

Beitrag von nele27 09.05.11 - 11:08 Uhr

Hi!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil der Männer und Frauen genau diese Rollenverteilung WOLLEN.

Anders ist nmicht zu erklären, dass

- Frauen bei der Berufswahl tendenziell nicht auf den Verdienst gucken
- Frauen oft automatisch die ELternzeit nehmen, selbst wenn es andersherum auch gut ginge
- viele deutsche Bürger lieber Geldleistungen für Kinder erhalten als günstige/kostenlose Betreuung zu fordern
- Männer sich bei ihrer Arbeit als unentbehrlich erklären (und damit weder pünktlich Feierabend machen können noch Kindkranktage nehmen) - und dass selbst wenn sie als Karl Arsch in der Firma arbeiten
- Männer sich gern mit "er/sie braucht die Mama" vor der Kinderbetreuung drücken
- Frauen sich für unentbehrlich bei der Kinderbetreuung halten und ihren Mann von den Kindern fernhalten

Ich könnte ewig so weitermachen :-)

Frauen, die gern partnerschaftlich leben und Kinder erziehen wollen, könnten ansonsten schon bei der Berufs- und Partnerwahl drauf achten...es scheint aber mehrheitlich nicht gewünscht.

LG, Nele

Beitrag von cinderella2008 09.05.11 - 11:16 Uhr

Schön formuliert und wahr. Da muss man sich nur durch Urbia lesen. Gerade wird es ganz krass deutlich - viel deutlicher als in meinem realen Umfeld -, dass es viele Frauen gar nicht wollen, dass an der traditionellen Rollenverteilung gerüttelt wird .... weil ja das Kind zur Mutter gehört.#kratz

Beitrag von ayshe 09.05.11 - 11:26 Uhr

Ja, das scheint in manchen Köpfen (oder mehr als "manchen") immer noch so zu sein.

Beitrag von windsbraut69 09.05.11 - 12:51 Uhr

>>...- Männer sich gern mit "er/sie braucht die Mama" vor der Kinderbetreuung drücken <<

Oder Frauen vor der aushäusigen Arbeit :)

LG

Beitrag von leni.pfeiffer 09.05.11 - 16:48 Uhr

"Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil der Männer und Frauen genau diese Rollenverteilung WOLLEN."

Wie wahr!

Beitrag von jen75 09.05.11 - 11:16 Uhr

Also in meinem Deutschland...

...backt mein Mann die Kuchen
... bereitet die Party vor
... hetzt von der Arbeit nach Hause, um den Kids was zu kochen, bespielt sie, versorgt sie, bis ich dann spät abends komme

während ich
... die Kohle ranschaffe
... Karriere mache
... und dafür das ganze Lob der Gesellschaft einheimse

Ich bekomme wesentlich mehr Lohn als mein Mann.
Sollte unsere Ehe jemals scheitern so steht er schlecht da und ich muss ihm Unterhalt zahlen - es gaht also auch genau andersrum!

Immer nur auf den Staat schimpfen ist einfach. Aber so lange die Familien selber (also auch die Frauen) weiterhin die alten Klischees leben, wird sich daran auch nichts ändern.

Und ja: die Suche nach KiTa und Hortplatz war hart. Aber genau aus diesen Erfahrungen kann man ja lernen und versuchen, sein politisches System zu ändern. Hier in BW haben wir jetzt die Grünen an der Regierung - ob sie all ihre Versprechungen (Hortplätze, Ganztagsschulen, Ferienbetreuung) einlösen werden, muss man sehen, aber schlechter kann es ja auch nicht werden.

Vielleicht also auch dies einmal zum Nachdenken...

Beitrag von ayshe 09.05.11 - 11:28 Uhr

Bei uns ist ganz ähnlich.
Nur, ich backe gern, mein Mann nicht, aber er kocht eigentlich immer für uns und ich nur sehr selten.

Aber da scheinen wir eine Minderheit zu sein.


Ich fühle mich bei diesen ganzen "Ich-bin-stolz-eine Hausfrau-zu-sein-Threads" auch nie angesprochen und wundere mich nur.

Beitrag von rmwib 09.05.11 - 11:26 Uhr

"Warum wird die Ferienbetreuung nicht durch die Lehrer in der Schule organisiert?"

NICHT Dein Ernst #rofl#rofl#rofl

Beitrag von gotschie 09.05.11 - 11:40 Uhr


Doch - dies ist mein Ernst !

Ist nicht als Witz gemeint. Die Lehrer könnten sich doch abwechselt und ein Ferienprogramm mit Basteln, AGs und Ausflügen anbieten. Dann hätten viel weniger Eltern Probleme.

Bei uns gibt es nur 40 Plätze für den Ferienhort bei einer Schule von 400 Kindern. Was macht der Rest ?

Gruß
Gotschie

Beitrag von nele27 09.05.11 - 11:43 Uhr

Bist Du denn sicher, dass die anderen 360 Familien eine Betreuung überhaupt wollen?

Ich arbeite im ländlichen Raum und habe u.a. mit Kitas zu tun. Dort wären in einigen Einrichtungen Möglichkeiten vorhanden, Nachmittags- bzw. Ganztagsgruppen zu eröffnen.
Man tut es aber nicht, weil es zu wenig Interessenten gab! Unglaublich, aber wahr... von wegen, es liegt alles an den wenigen Plätzen. Oft ists gar nicht gewünscht, eine Infrastruktur, die längeres Arbeiten möglich macht, zu bekommen.

LG, Nele

Beitrag von gotschie 09.05.11 - 11:48 Uhr


Ja, wahrscheinlich liegt es an Angebot und Nachfrage. Frauen geben da zu schnell nach und dann werden die Plätze nicht nachgefragt.

Beitrag von berry26 09.05.11 - 11:59 Uhr

Genau so ist es!
Mein Sohn ging in einen Kiga der von 8.00-15:00 geöffnet hatte. Also wirklich sehr AN-freundlich *ironie* (Es ging übrigens um den einzigen Kiga im Ort.)
Nach einer Umfrage, die die Öffnungszeiten erweitern sollte, wurde kein Bedarf geäussert. Die Ergebnisse zeigten das von 50 Eltern nur 3 einen erweiterten Bedarf angegeben hat. In den Gängen allerdings beklagten sich danach aber viele Eltern über diese sooo kurzen Öffnungszeiten.#klatsch

Beitrag von nele27 09.05.11 - 12:03 Uhr

***
In den Gängen allerdings beklagten sich danach aber viele Eltern über diese sooo kurzen Öffnungszeiten.
***

Es ist doch viel bequemer, wenn man eine Ausrede hat, nicht (mehr) arbeiten zu können ... und dafür auch noch z.B. bei Urbia das virtuelle Mutterkreuz bekommt.

Als wenn man sowas Doofes machen muss wie Bewerbungen schreiben ... :-)

Beitrag von berry26 09.05.11 - 12:09 Uhr

Na ich bin froh das wir wieder in die Heimat gezogen sind! Denn bei solchen Öffnungszeiten wären meine Bewerbungen tatsächlich ziemlich fruchtlos gewesen.

So kann ich wieder zu "normalen" Zeiten arbeiten und muss bei meinem AG nicht "Mutterbonus" beantragen. Denn ich finde es wirklich nicht angemessen wenn man wirklich pünktlichst nach 4 oder 5 Stunden Arbeit den Stift fallen lässt und nach Hause eilen muss.

Beitrag von schullek 09.05.11 - 12:10 Uhr

entschuldige, aber bist du tatsächlich der meinung, das würde zum aufgabenfeld eines lehrer gehören?
ist dir eigentlich klar, wieviel arbeit ein lehrer zu schaffen hat? auch in den ferien.
ich könnte ja jetzt anfangen dir zu beschrieben, wie lange die unterrichtsvorbereitung für eine durchschnittsstunde dauert udn wielange man braucht, um einen englischaufsatz genau zu korrigieren (mal 20-28, der durchschnittlichen schülerzahl einer klasse).
geht mir das auf den keks, dieses denken lehrersein wäre nem halbtagsjob gleichzusetzen!
ich würde so manche mit dieser meinung mal gerne eine woche in der schule schicken, zwi. 5-7h täglich unterrichten lassen(ja, das bedeutet 7hlang den entertainer für 20-28 kinder spielen, kontinuierlich reden, erklären etc.) udn dann nach hause schicken, um noch den morgigen tag vorzubereiten und eventuell den einen oder anderen test oder gar arbeit zu korrigieren. nicht zu vergessen pausenaufsicht, bei der man nicht zum essen oder trinken geschweige denn aufs klo gehen kommt sowie diverse elternsprechzeiten und vor allem als klassenlehrer: organisatorischen.
ich bin der festen überzeugung die meisten würden ehrlich geläutert aus der sache rauskommen.

lg

Beitrag von manoli71 09.05.11 - 16:49 Uhr

Naja, bei Dir hört sich das stressig an. Ich habe ein Lehrerehepaar im Bekanntenkreis und ja, ich behaupte mal ganz dreist, die haben einen Halbtagsjob! Wenn man die Ferienzeit mit ein rechnet. Sie sagen selber, dass der Unterricht einmal vorbereitet sein muss und diese Vorbereitung über Jahre genutzt werden können. Beide sind nachmittags immer zu Hause. Beide sind auf weiterführenden Schulen und ich behaupe jetzt auch, dass beide sehr gute Lehrer sind. Also keine, denen es zur Last fällt, Kindern was beizubringen und die auch versuchen, die Kinder zu begeistern. Und beide haben auch ihre eigenen Klassen. Es scheint auch anders zu gehen.

Beitrag von schullek 09.05.11 - 18:02 Uhr

wie alt? wenn ich irgendwann 50 bin, vielleicht klappt das dann so. dann hat man wahrscheinlich jeglichen stoff schonmal unterrichtet. bis dahin wie von mir beschrieben. dazu auch noch kind haushalt und garten.
allerdings ändern sich auch hin udn wieder die lehrbücher, wie auch die lehrpläne. ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht.

lg

Beitrag von manoli71 09.05.11 - 20:26 Uhr

40 und 43 Jahre! 2 Kinder, 1 Hund, Haushalt und ein riesen Garten und dazu ist er ehrenamtlich mehr als eingespannt. Und beide sind sehr engagierte Lehrer. Wobei man ja Haushalt, Kind und Garten nicht mit hinzurechnen kann zur Arbeitszeit. Das ist aussen vor. Es geht um die reine Arbeitszeit, die man als Lehrer investiert und nicht die man in Haushalt, Kindererziehung und Gartenarbeit steckt.