annehmen und akzeptieren

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von honeyfoot 09.05.11 - 14:02 Uhr

Hallo ihr Lieben!!!

Am 4.8.10 haben wir unseren zweiten Sohn Clemens in der 37 SSW still geboren. Er wurde wegen eines Endzottenmangels seiner Plazenta nicht mehr ausreichend versorgt.

Nun ist sein Tod 9 Monate her und manchmal kann ich gut damit umgehen. Kann auch anderen gegenüber sagen, nein, mein Kind ist gestorben. Ich weiß es ist tot und wird nie wieder kommen, sitzt nun in den Sternen und schaut auf uns herab.
Und dann gibt es wieder Tage, da kommen die alten Fragen zurück: Warum? Warum wir?

Wie geht ihr damit um? Wie habt ihr gelernt den Tod eurer Kinder anzunehmen und so zu akzeptieren wie er ist?
In Büchern lese ich oft, dass wenn man so weit ist, sozusagen eine höhere Stufe des eigenen Seins oder Bewußtseins erreicht (Sorry, wenn das jetzt ein wenig esoterisch klingt, aber ich kanns schlecht ausdrücken). Viele Sternenkindeltern sehen einen Grund im Tod ihres Kindes. Dieser blieb mir bislang völlig verwehrt... :-(

Wie gehts euch???

LG honeyfoot

Beitrag von boujis 09.05.11 - 14:18 Uhr

Hallo,

#kerze,

Also einen Sinn kann und werde ich wahrscheinlich nie darin sehen, warum meine Sternchen ziehen mussten.
Meine süßen waren immer gesund und dadurch das die Plazenta die Versorgung einstellte, gestorben.
Der Schmerz kommt immer wieder mal hoch und ich weine.
Ich mache eine Internettherapie für trauernde Eltern und rede viel über den Verlust.
Ich habe 3 wundervolle Kinder, die mich immer daran erinnern, was für ein Glück ich trotz des Verlustes meiner 5 Sternchen habe.
#winke

Beitrag von verzweifelte04 09.05.11 - 15:18 Uhr

hallo honeyfoot!

ich hab vor 8,5 monaten unseren Sohn Raphael in der 31.ssw wegen einer doppelten Nabelschnurumschlingung still geboren..

vor wenigen wochen dachte ich "so, ich habs akzeptiert, ich kann wieder positiv in die zukunft sehen" ..tja, so kann man sich täuschen, ich sitz grad wieder ganz tief unten und könnt echt den ganzen tag heulen..

letzte woche freitag erfahre ich dass nun schon die 3. kollegin schwanger ist seit dem ich wieder in der firma bin.. dann kam der muttertag.. super tag für jemanden, der 3 sternchen hat.. :( und in den nächsten tagen wird die schwägerin meines mannes zum 2. mal mutter - sie haben das kind nur wenige Tage nach Raphaels tod gezeugt, das tut mir sowas von weh.. wir weinen und trauern um unseren sohn, hören nicht mal ein "tut mir leid" von den zweien. naja, sie hatten ja auch besseres zu tun...
ich muss mich so ärgern darüber, vor allem weil sie sich um das 1. kind schon nicht kümmert und das 2. nur bekommt, damit keiner sagen kann, sie soll doch mal arbeiten gehen..

sorry, jetzt bin ich vom Thema abgekommen :(

ich war früher auch der Meinung, alles hat einen grund.. aber wo soll der grund für 2 FG und eine stille geburt sein? selbst wenn ich irgendwann mal ein gesundes kind im arm halten darf, werd ich nie sagen, DAFÜR mussten meine 3 kinder sterben...

*drück dich ganz fest*
lg
Claudia

Beitrag von malou81 09.05.11 - 15:22 Uhr

Hallo honeyfoot,

ich glaube, dass es manche Dinge im Leben gibt, deren Sinn wir einfach niemals verstehen werden und es genau das ist, was wir akzeptieren müssen. Der Mensch ist immerzu auf der Suche nach dem Warum. Eine Sache wirklich zu akzeptieren heißt für mich auch, dass es nicht auf alles "hier auf Erden" eine Antwort gibt. Ich habe nicht über alles die Kontrolle, auch wenn uns das immer suggeriert wird, irgendwie.

Das, was ich aus meiner FG mitnehmen und mir immer im Gedächtnis behalten will, ist, dass ich in den Wochen meiner ersten SS einfach innerlich glücklich war. Bin noch immer zwischendurch sehr traurig und weine. Aber ich will niemals vergessen, was dieses kleine Wesen mir gegeben hat, obwohl es noch sooooo klein war und das Licht der Welt nicht erblicken durfte. Das hilft mir sehr. Und die Vorstellung, dass es in der Stunde meines Todes, wenn ich alt bin, auf mich wartet und wir dann vllt. das nachholen können, was hier auf der Welt nicht möglich war.

Ich wünsche uns ganz viel Kraft, den Schatten des Lebens zu trotzen und immer wieder ins Licht zurück zu finden. Das ist für mich noch eine große Aufgabe, an die ich mich jeden Tag heran wage.

Alles Gute!

Malou + Schmetterling (MA 11. SSW)

Beitrag von dia111 09.05.11 - 16:39 Uhr

Drück dich ganz fest.

Ich kann dir nicht wirklich helfen, meine Tochter ist jetzt seid fast 5Monaten nicht mehr bei uns. Still Geboren in der 22SSW.
Auch ich kann nicht akzeptieren, es tut überall einfach nur weh.

Hatte auch Bücher gelesen, bin in Therapie,aber nichts hilft.

Natürlich gibt es auch Tage in denen ich damit gut umgehen kann, aber die schlechten Tage überwiegen eben, und da fall ich in ein Tiefes Loch...
auch ich sehe kein Grund... ich kann es nicht annehmen und es akzeptieren das geht nicht.

Wünsch dir viel viel Kraft und hoffe das es irgendwann einen Zeitpunkt geben wird.

LG
Diana

Beitrag von honeyfoot 09.05.11 - 16:49 Uhr

Danke ihr Lieben für Eure ehrlichen Antworten!!!!

Und es tut gut zu wissen, ich bin nicht alleine. Auch mir fällt es so schwer Clemens Tod zu akzeptieren :-( Ich bin immer wieder so unendlich traurig und muss viel weinen...

In vielen Büchern heißt es außerdem, dass erste Jahr ist das schlimmste... hoffen wir zumindest hier mal das Beste!

Ja, ich gehe auch noch zusätzlich mit meinem Mann in eine Selbsthilfegruppe und wöchentlich zur Psychologin. Das tut mir unglaublich gut aber trotzdem hab ich den Tod meines Kindes dadurch nicht akzeptiert.

WAhrscheinlich kommt erschwerend hinzu, dass ich ja im Jan noch eine FG in der 10. SSW hatte....

Auch wenn euch das jetzt wiederum nicht tröstet, ich bin so froh, dass es euch gibt und ich nicht allein bin!!!

#liebdrueck an euch alle!!!