Wie läuft es mit einer Doktorarbeit?

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Beitrag von eishaendchen80 09.05.11 - 23:10 Uhr

Nach diesem ganzen Guttenberg-Geschwafel ob er nun geschummelt hat oder nicht oder doch Willens seiner Kräfte alles nur geklaut wurde.

Nun möchte ich gern wissen wie lange dauern diese Doktorarbeiten?
Sicherlich länger als ein paar Wochen! Aber wie lange genau?
Und wer bzw. wie viele Prüfer gibt es dann?
Wird die dann von nur einem Professor gelesen oder kommen die bei mehreren auf den Tisch?

Ich kann mir nur schwer vorstellen das es niemanden gibt der eine Doktorarbeit richtig liest und evtl. auch mal irgendwas nachschlägt nur um zu schauen ob irgendein Zitat nicht doch schon mal benutzt wurde.

Nein, ich möchte keine Doktorarbeit schreiben. Nur weiß ich von meinen Prüfungsarbeiten ob nun für die mittlere Reife oder auch in der Lehrzeit es wurde immer im 3er Kollegium geprüft. Auch ob meine Rechenweisen oder was auch immer konventionell waren bzw. "Wie kam die da drauf? Und wo hat sie die Rechenwege? Das waren die ersten Fragen die man mir nach einer Prüfung als erstes stellte und genauso stelle ich mir das bei einer Doktorarbeit vor.

Belehrt mich eines Besseren aber bitte nicht mit der Keule.

Beitrag von biene81 09.05.11 - 23:32 Uhr

Die meissten Deiner Fragen werden hier beantwortet:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dissertation

LG

Biene

Beitrag von .neo 10.05.11 - 06:37 Uhr

"Ich kann mir nur schwer vorstellen das es niemanden gibt der eine Doktorarbeit richtig liest und evtl. auch mal irgendwas nachschlägt nur um zu schauen ob irgendein Zitat nicht doch schon mal benutzt wurde."

Wenn Du jemals eine Bibliothek von innen gesehen hast, kannst Du Dir diese Frage von selbst beantworten.

Der Vergleich mittlere Reife <-> Dissertation hinkt ein wenig. Nicht nur wegen der Komplexität. Eine Dissertation beinhaltet meist Forschungsarbeit. Du schreibst nicht nur über vorhandenes, Du entwickelst neues.

Beitrag von syldine 10.05.11 - 07:48 Uhr

Hallo Eishändchen ... "Wie lange dauert eine Doktorarbeit" - na damit hast du eine unbeantwortbare Frage gestellt #rofl
Von einem Freund weiß ich, dass eine Jura-Diss. ca. 2 Jahre in Anspruch nimmt. Ich selbst schreibe in Soziologie (bin aber "nebenbei" berufstätig) und sitze seit nunmehr 6 Jahren dran #hicks. Aber: hier kenne ich wirklich jede Zeitspanne: 4 Jahre von einem, der aber wirklich jeden Tag ZEit hatte, sich ganz seiner Arbeit zu widmen, 10 Jahre und kein Ende von einem anderen..... Es steckt halt grundsätzlich kein "Druck" dahinter und Menschen wie mir fällt es deswegen auch manchmal schwer, den Dreh zu bekommen.
Die Diss wird von 2 Profs gelesen - und dann ausgelegt, damit jeder der Interesse hat sie lesen kann. Bei der mündlichen Prüfung (zwei Wahlmöglichkeiten: Rigorosum und Disputation) erklärt der Prüfling nochmal, warum er was wie gemacht hat und drei Profs (einer davon aus einer anderen Disziplin) dürfen ihn dann nach Herzenslust ausfragen und seine Thesen angreifen.
Ich muss dir zustimmen: wenn es ein vernünftiger Prof gewesen wäre, hätte er gemerkt, dass da was falsch läuft!
LG

Beitrag von docmartin 10.05.11 - 08:29 Uhr

Ja, solche Doktoranden kenn' ich auch ... meine Freundin sitzt jetzt seit ca. 12 Jahren an ihrer Diss, will sich aber mit dem Gedanken "aufzugeben" nicht anfreunden. Ich habe meine direkt an das Studium angeschlossen und war "nebenbei" berufstätig aber ohne Kinder, das ging dann in zwei Jahren.
Schräg finde ich die Variante der Mediziner...die schreiben ja z.T. ihre Dissertation noch bevor sie das erste Staatsexamen ahben...das versteh' wer will!
Aber eine anständig betreute Doktorarbeit kommt mit oslche massiver Schummelei nicht durch das stimmt. Insofern muss sich der Doktorvater von der Kritik an Guttenberg eine große Portion abschneiden.
Gruß dm

Beitrag von parzifal 10.05.11 - 08:36 Uhr

Das ist unterschiedlich.

Recht einfach ist z.B. eine Doktorarbeit im Bereich der Medizin. Da kann man die sogar neben dem Studium in sehr kurzer Zeit machen und hat oft nur Diplomarbeitsniveau.

In anderen Fächern muss man bestimmte Examensnoten haben und sitzt Jahre daran.

Beitrag von carana 10.05.11 - 09:28 Uhr

Hi,
für den Dr.-Ing hab ich nicht ganz zwei Jahre geschrieben, hatte aber das Glück der Fernbeziehung und abends nach meiner Arbeit (fachfremd) eh nichts zu tun.
Bei uns wurde die Arbeit von 3 Professoren/Uni-Menschen gelesen. Und ich denke, je nachdem, wie beliebt das Fach ist, wie ernst der Prof seinen Job nimmt und wie viele Arbeiten er auf dem Tisch hat, rutscht da durchaus etwas durch. Vor allem, wenn es Sachen sind, die man eben nicht im Netz findet - wenn jemand z.B. aus Büchern abgeschrieben hat. Und wenn der Prof keinen Bock hat, kann da noch mehr durchrutschen.
Wenn ein Doktorvater aber die Arbeit ernst nimmt, dann passiert das eher seltener.
Lg, carana

Beitrag von sarahg0709 10.05.11 - 10:13 Uhr

Hallo,

im Schnitt dauert das etwa 2 Jahre. Manche brauchen auch länger.

Die Professoren können gar nicht alles so genau lesen. Ich bin mir auch nicht sicher, dass sie das wollen.

Ich weiß, von einem meiner Professoren, dass es stillschweigend geduldet wird, dass man abschreibt, wenn es so unauffällig wie möglich geschieht. Und im Nornalfall wird da auch keiner drauf kommen (außer jemand mag Deine Nase nicht und zerpflückt Deine Arbeit, wie es bei Herrn zu Guttenberg geschehen ist).


LG

Beitrag von fred_kotelett 10.05.11 - 10:57 Uhr

In meinem Bereich (Informatik), kann man so mit 2-3 Jahren für den Dr. Ing. rechnen.

Beitrag von liki 10.05.11 - 12:15 Uhr

Hallo,

ich kann Dir das für die Bereiche Mathe/Informatik beantworten.

Während des Studiums hast Du ein Thema, das Dich immer stärker interessiert und das Dir liegt. Du gehst zum entsprechenden Prof und fragst, ob er/sie Dein Doktorvater werden will, machst Vorschläge zu einem Thema, das es so noch nicht gibt. Nach vielen Gesprächen, wenn alles gut läuft, stimmt er/sie zu, und Du kannst unter ihm/ihr promovieren.

Nun arbeitest Du ca. 2-3 Jahre daran, besprichst Dich dabei immer wieder mit Deinem Doktorvater, der/die auch Deine Ergebnisse ansieht und liest und schaut, ob das alles überhaupt sinnvoll ist.

Wenn Du die Arbeit abgegeben hast, kennt Dein Doktorvater diese natürlich, er/sie hat sie ja die ganze Zeit über betreut, Du warst mit Fragen und Probleme bei ihm/ihr, er/sie hat immer wieder Stücke daraus zu lesen bekommen. Nun liest er/sie das Ding nochmal ganz und macht sein Gutachten, auch der Zweitgutachter sollte die Arbeit noch lesen und muss sein Gutachten schreiben.

Zum Abschluss gibt es noch eine Promotions-Disputation (Prüfung) dazu.

Wenn das alles gut geklappt hat, hast Du den Doktortitel.

Viele Grüße, liki

Beitrag von eishaendchen80 10.05.11 - 13:10 Uhr

Ich danke euch für eure Antworten.

Ich kann mir trotzdem nicht vorstellen das ein Guttenberg soviele Fehler reinbauen kann und NIEMAND es bemerkt haben will.

Ja wahrscheinlich ist es wohl so das wenn man jemanden findet der einen nicht leiden kann dieser dann meine Arbeit zerpflückt.

1 oder 2 Seiten mit Zitaten die man vergaß aufzuführen aber so viele wie es bei ihm waren, NEIN das muß jemandem aufgefallen sein.