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Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von cherry_mary 10.05.11 - 08:55 Uhr

Hallo,

nach einer schrecklichen Woche mit Feindiagnostik, mehreren Termininen bei Spezialisten, haben wir morgen unseren letzten Termin, in dem wir unseren kleinen Jungen gehen lassen müssen.

Ich bin in der 23 SSW und meine kleiner würde es normal nicht schaffen. Ich möchte hier keine Gdundsatzdiskussion, denn diese Situation ist die schlimmste, in der ich mich je befunden habe.

Ich habe so viele Fragen....Wir haben gestern noch einmal mit dem Frauarzt gesprochen und auch mit einer Psychologin. Aber dennoch sind da so viele Fragen....

Mein Termin ist morgen um 11.30 und ich habe keine Ahnung, wie lange es dauern wird?
Alle sagen, es ist wie eine "normale" Geburt. Was heißt das - die gleichen Schmerzen, 12 Stunden Wehen oder mehr?? Ich bin doch das erste Mal schwanger...
Sie meinten, ich kann mich von meinem Kleinen verabschieden, mir ihn ansehen? Ich weiß nicht, ob ich/wir das können...

Ich bin so verzweifelt. Ich weiß nicht, wie ich das überstehen soll. Es ist so schrecklich.

Der schlimmste Satz war aber, dass mir eventuel Mutterschutz zu steht?? Ohne Baby? Bin doch keine Mutter mehr :-(

Traurige Grüße,

Cherry_Mary

Beitrag von bens-mama 10.05.11 - 09:03 Uhr

hallo erstmal es tut mir so leid für dich und das du das durchmachen mußt.

Eine normale geburt. das bedeutet wehen du kannst dir auch ein mittel geben lassen da merkst du die wehen trotzdem aber nicht so schlimm. Mutter bist du doch dann trotzdem von einem kleinem jungen der dann bei den sternen sein wird.....

Und das ihr euch verabschieden könnt ist gut ob ihr schafft ihn zu halten müsst ihr dann schauen obs ihr es könnt. Ich habe von vielen die ich so kenne gehört das es für sie gut war ihr kind nochmal halten zu dürfen. Ich hatte nicht die chance mich so verabschieden mein kind halten zu dürfen es war noch viel zu klein....

Ich wünsche dir alles gute und viel kraft für morgen....

Fühl dich ganz herzlich #liebdrueck

Beitrag von verzweifelte04 10.05.11 - 09:07 Uhr

Hallo Cherry_Mary!

#liebdrueck tut mir sehr leid, was du durchmachen musst.

ich hab letztes jahr im August unseren Sohn Raphael in der 31. woche still geboren - er starb an einer doppelten Nabelschnurumschlingung.

bei mir wurde morgens die geburt eingeleitet und 8-9 stunden später war Raphael da.. es ist ganz unterschiedlich wie lange es dauert und du kannst dir auch schmerzmittel geben lassen bzw. eine pda setzen lassen.

ich kann dir nur raten, schaut euer baby an, nehmt euch zeit, streichelt es.. mein mann hat es damals nicht geschafft ihn auf den arm zunehmen, er bereut es sehr. es sind momente die kommen nicht wieder, ihr habt nur diese eine möglichkeit euer baby zu begrüßen und zu verabschieden.

ob du mutterschutz bekommst hängt vom Gewicht deines Baby ab - ab 500 g steht dir Mutterschutz zu. (bin aus Ö, deshalb bin ich mir nicht ganz sicher ob das in D auch so ist)

wenn du noch fragen hast, melde dich!

ich wünsch euch sehr viel kraft für die kommende zeit und drück euch ganz fest.

es tut mir so unendlich leid

lg
Claudia
mit #stern Emilia, #stern Raphael und #sternchen

Beitrag von kimsophie74 10.05.11 - 09:09 Uhr

erstmal tut es mir unendlich leid, das auch du sowas schreckliches durchmachen musst.
Dann möchte ich dir sagen, du BIST UND BLEIBST eine Mutter! Wenn auch eine Sternenkindmami!
Ich hab auch eine stille Geburt in der 21. SSW hinter mir. Bei uns war es die gleiche Entscheidung wie bei euch! Unser Sohn hatte keine Chance auf Leben ausserhalb meines Körpers und auch wir haben uns für den Abbruch entschieden und aus heutiger Sicht, war es auch die richtige Entscheidung (zumindest für uns und vor allem für unseren Sohn)
Ich habe auch wahnsinnige Angst gehabt, hab bei meinem FA geheult und gebettelt das sie mir den Kleinen per Kaiserschnitt rausholen, aber mein FA meinte wenn ich je wieder ein Kind bekommen möchte, dann müsste ich ihn auf natürlichem Weg bekommen, da die Gebärmutter noch viel zu klein wäre für so einen Eingriff.
Ich hatte eine Höllenangst!
Heute (18 Monate später) weiss ich das es der richtige Weg war unseren Sohn natürlich zu gebären, denn es hat uns Zeit gegeben, Abschied zu nehmen, ich habe die Geburt ganz bewusst erlebt (hab deswegen auch auf Schmerzmittel verzichtet, die kannst du aber bekommen), es war sogar irgendwie ein schönes Erlebniss, also die Geburt an sich.
Mir wurde vorher gesagt, da es eine eingeleitete Geburt ist, kann es sich über ein paar Tage hinziehen, aber bei uns hat es nur 17 Stunden gedauert.
Eingeleitet wurde mit einem Zäpfchen und die Wehen kamen dann auch recht zügig.
Wir durften unseren Kleinen auch sehen, allerdings muss ich gestehen, direkt nach der Geburt konnte ich das nicht... mein totes Baby halten? NIE!!
Mein Mann hat ihn sich angesehen und mir erzählt wie Perfekt der Kleine ist und das er ganz zufrieden aussieht.
Am nächsten Tag hab ich meine Entscheidung zutiefst bereut und wollte meinen Sohn unbedingt nochmal sehen, das war auch kein Problem, er lag in einem kleinen Körbchen, in ein Handtuch gewickelt und mit Rosen und Lilien zugedeckt. Das war sehr, sehr würdevoll... ich hatte lange Zeit mit ihm allein zu sein und mich zu verabschieden, hab ihn gestreichelt und ihm gesagt wie sehr ich ihn liebe!
Es war sehr wichtig fü rmich diese Minuten mit ihm zu haben.
Er ist auch beigesetzt worden, es war eine kleine Feier, aber keine Beerdigung im üblichen Sinn, unser Sohn wog noch unter 500 Gramm, daher unterlag er noch nicht der Bestattungspflicht.

Jetzt hab ich dir ein wenig erzählt wie es bei uns abgelaufen ist. Es ist ein schwerer, schwerer Weg, aber du wirst es schaffen, für dein Baby!!!
Ich hoffe sehr, das du liebe Menschen um dich hast, die dir Kraft geben und dich in diesser schweren Zeit auffangen können.
Wenn du magst kannst du mich natürlich gern per PN kontaktieren.
Ich wünsche euch alles Gute für diesen schweren Gang!
LG
Petra

Beitrag von cherry_mary 10.05.11 - 09:20 Uhr

Ich danke euch für eure lieben Worte.

Gestern war ich so stark und konnte ganz normal darüber nachdenken und reden. Heute bin ich wieder am Bodern zerstört, der Termin rückt näher und ich habe solche Angst.

Beitrag von almararore 10.05.11 - 09:46 Uhr

Liebe Cherry-Mary!

Lass Dich #liebdrueck.
Es wird keine Diskussion geben, denn die Entscheidung die Ihr getroffen habt, ist die für Euch Richtige. als Eltern werdet Ihr diese nicht leichtfertig getroffen haben. Es tut mir sehr leid, dass Ihr da durch müsst. Ich habe schon viel erleben müssen, aber diese Erfahrung blieb mir bis jetzt erspart.

Ich kann Dir nicht sagen wie lange die Geburt dauert. Jede Frau spricht anders auf die Medikamente an und Geburten verlaufen unterschiedlich. Ich weiß nicht was ich Dir raten kann. Meine Geburten haben von 45 Minuten bis zu dreieinhalb Stunden gedauert. Wichtig ist, dass man sich gegen den Schmerz nicht wehrt, dann geht es sehr schnell. Das erscheint mir in Deinem Fall aber leider leichter gesagt als getan. Lass Dir von der Hebamme zeigen, wie Du Dich verhalten sollst. Sie unterstützt Dich bei Deiner Geburtsarbeit.

Abschied: Mein Mann und ich haben nach der Diagnose MA versucht bewusst Abschied zu nehmen. Das Baby war noch in meinem Bauch und wir wollten jeden Moment bewusst erleben, trotz aller Trauer. Leider konnten wir uns von dem Zwerg nicht persönlich verabschieden, uns bleibt aber das Ultraschallfoto. In Eurem Fall, nach der Geburt ist aber das "BEGREIFEN" sehr wichtig für die Trauerarbeit, dass Ihr wisst, wie Euer Sohn ausgesehen hat und Ihr ihn halten durftest. Auch wenn Ihr es Euch jetzt nicht vorstellen könnt.
Mama:
Du bist Mama, Du wirst es auch mit einem Sternenkind bleiben. Dein Sohn, den Du jetzt fast 22 Wochen in Dir getragen hast, wird immer ein Teil von Dir und Eurer Familie sein und Du wirst Dich auf lange Sicht besser fühlen, wenn Du Dich von ihm verabschiedet hast. Wenn Du in späteren Jahren mal Zweifel bekommst, dann ist es zu spät. In einigen Jahren wirst Du Kinder haben und dann ist es interessant zu erzählen, dass es da einen großen Bruder gibt.

Mutterschutz:
Du bist Mutter und Du brauchst den Mutterschutz ganz dringend. Je länger je besser. Der Körper macht nach der Geburt eine Flut von Rückbildungen durch, da musst Du sehr geduldigt mit Dir sein, dass ist nicht immer leicht. Aber wir werden hier in diesem Forum für Dich da sein.

Wie kann man das überstehen:
Eines das ich sicher weiß ist, dass das Leben irgendwann weitergehen wird. Ich kann Dir nicht sagen, wielange es dauert, ich weiß, dass es nach jedem Schicksalschlag einfach wieder weiter geht, obwohl man es sich in den traurigsten Momenten nicht vorstellen kann. Lass Dir Zeit und gönne Dir was Du brauchst. Schlucke Deine Gefühle nicht runter sondern lasse sie raus. Sprich viel mit Deinem Partner.
Wenn Du aus dem KH draußen bist und der Alltag kommt, dann sind wir hier auf jeden Fall für Dich/Euch da.

LG
Alex

Beitrag von francie_und_marc 10.05.11 - 10:26 Uhr

Hallo Cherry_Mary!

Auch wir mussten letztes Jahr die schwere Entscheidung treffen unseren Sohn gehen zu lassen. Er kam in der 21.SSW zur Welt.

Bei mir hat die Einleitung länger gedauert, aber das liegt an meinem Körper, das war bei meinem ersten Sohn schon so. Bei mir wurde mit Tabletten eingeleitet und die meisten bekommen davon Wehen und es ist eine normale Entbindung nur leider mit einem anderen Ausgang. Ich habe eine PDA bekommen und von den Wehenschmerzen nichts mitbekommen. Trotz allem war es eine entspannte Atmosphäre im Kreißsaal da wir in einer der Kliniken in Deutschland waren die auf Spätabbrüche und stille Geburten geschult sind. Die Ärzte, Hebammen und Schwestern waren superlieb zu uns und wir fühlten uns gut aufgehoben.

Nehmt einen Fotoaparat mit, lasst Fotos von eurem Süssen machen denn auch wenn du es dir jetzt noch nicht vorstellen kannst so wirst du sie später irgendwann gern sehen wollen. Wir haben uns von unserem Marten verabschiedet und es tat so gut. Diese Momente müssen bis ans Lebensende reichen. Hast du vielleicht jemanden an deiner Seite der dich eventuell zusätzlich begleiten kann. Wie deine Mutter? Sie könnte sich vielleicht vorher deinen Sohn anschauen und dir erzählen wie er aussieht damit du den Mut fasst ihn verabschieden zu können?

Er wird aussehen wie dein Sohn und du wirst ihn lieben. Die Kleinen sehen aus wie Babys, nur eben viel zu klein aber allerliebst. Ich bin stolz auf die Fotos die ich von meinem Süssen habe. Ist jetzt vielleicht blöd aber mir hat es damals geholfen als ich Bilder von zu frühgeborenen Kindern gesehen habe. Ich wusste auf was ich mich gefasst machen musste. Wenn du magst schick ich dir per Mail ein Foto von meinem Sonnenschein.

Falls du den Mutterschutz bekommst dann kann es nur gut für dich sein. Auch wenn der Überbegriff in unserer Situation makaber klingt. Aber so kannst du ohne finanzielle Sorgen in Ruhe um dein Kind trauern. Ich war nach der Geburt 6 Wochen krank geschrieben und bin dann wieder arbeiten gegangen. Im Endeffekt war es gut für mich. Aber damals wären mir ein paar Wochen länger lieber gewesen.

Ich drück dich ganz fest und wünsche dir ganz viel Kraft.

Liebe Grüße Franca mit Marc fest an der Hand, Marten still geboren 21.SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich und Marlen #baby 24.SSW inside.