Wie gut, dass Du nicht meine richtige Mutter bist

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 09:19 Uhr

Hallo,

meine große Tochter (fast 8) ist momentan auf dem Trip, dass sie ein Findelkind ist und sagt alle paar Tage, dass sie denkt, wir hätten sie nur gefunden.
Heute morgen vor dem Frühstück hat sie sich wirklich nicht gut benommen und nach der 2. Ankündigung habe ich sie ins Wohnzimmer geschickt, wo sie allein zu Ende frühstücken sollte.
Während sie sich setzte, sagte sie, dass sie froh ist, dass ich nicht ihre richtige Mutter sei.
Ich war so perplex, dass ich sie nur anschaute und den Raum verließ.
Mein Mann schaltete sich dann noch ein, weil sie später dann in die Küche kam, wo wir drei saßen und mich weiter provozierte, indem sie Grimassen schnitt und ihre Schüssel auf den Tresen donnerte.
Momentan testet sie ohne Ende ihre Grenzen. Gibt patzige Antworten, verzieht das Gesicht, wenn ich sie um Hilfe bittet etc.
Ich denke schon, dass ich konsequent bin, sprich schlechtes Benehmen bei Tisch: das Essen ist beendet und sie muss aufstehen.
Also die Konsequenzen stehen (meist) schon im Zusammenhang mit dem schlechten Benehmen.
Aber wie soll man hier reagieren? Natürlich werde ich mit ihr heute Abend noch ein Gespräch dazu führen, aber ich bin schon sehr verletzt wegen ihrer Aussage heute morgen.
Wir hatten schon so manches Mal einen ähnlichen Klopfer. Ich habe sie dann gefragt, wie sie sich fühlen würde, wenn ich sie so behandeln würde, also patzige Antworten geben, Hilfe verweigern. Ihre Antwort ist immer, dass sie sich auch nicht gut fühlen würde.
Dann klappt es wieder ganz gut, und dann verfällt sie wieder in alte Muster.
Bei meinem Mann verhält sie sich nicht so ausgeprägt in dieser Richtung, obwohl er gar nicht viel strenger ist als ich.
Gerade wenn wir alle Vier zusammen sind, scheint sie nicht zu wissen, wo ihr Platz ist. Sie versucht auch ganz oft ihre Schwester (knapp 6) aus der Reserve zu locken und sie zu beschimpfen.
Dabei machen wir durchaus auch etwas allein mit den Kindern.
Ich nehme mir jeden Tag nur Zeit für sie allein, meist beim Zubettgehen, dann sprechen wir über den Tag, kuscheln und singen.
Das ist die beste Zeit des Tages mit ihr, weil sie dann sie selbst ist, ohne Distanz und ohne Maske.
Oft scheint sie eine Rolle zu spielen, was auf mich sehr fremd wirkt.
Ist das schon die Vorpubertät?
Ich würde mich über Tipps - gerade zu heute morgen - sehr freuen!

Fleur #blume

Beitrag von lisasimpson 10.05.11 - 09:42 Uhr

Hallo!

Um ehrlich zu sein, hört es sich ein bißchen an als würdest du über einen Hund sprechen
"Ich denke schon, dass ich konsequent bin"
"obwohl er gar nicht viel strenger ist als ich. "
"scheint sie nicht zu wissen, wo ihr Platz ist"

so als ob die einzige Möglichkeit ein Kind zu erziehen wäre absolut konsequent mit der Zeitung zu wedeln, um ihn entsprechend zu konditionieren.
(ich will jetzt aber keine diskussion um Hundeerziehung anstoßen- mir ist durchaus bewußt, daß man auch einen Hund nicht mit der zeitung konditioniert sonder auch dort nur erwünschtes verhalten verstärkt- es ging mir einfach nur ums bild:)

Das bild, daß deine Tochter sich macht ist eine flucht in die Phantasie.
Das ist völlig in Ordnung.
Du kannst ihr bild nutzen und sie fragen, was denn ihre "richtige" mutter so alles macht, wie sie mit ihr als tochter umgehen würde, wie es wäre, wenn sie bei ihrer "richtigen" mutter leben würde.
Das sind ihr wünsche, die sie da verpackt.

und zum thema Respekt und autorität.
Ich denke, deine tochter zeigt dir gerade, daß man sich beides verdienen muß. Wegschicken, ausschließen, schlechtes gewissen machen, den "platz zuweisen"- das ist alles geeigent um Angst und Distanz zu schaffen.
Respekt und Autorität bekommst du so nicht.

Grenzen setzen kann immer nur dann gut funktionieren, wenn ausreichend nähe da ist. wenn die Beziehung stimmig ist und ihr euch gegenseitig respektiert.
Andernfalls ist grenzsetzung eher dressur und demütigung und zeugt genau vom respektlosigkeit, denn sie basiert nicht auf Beziehung, was aber die grundlage für erziehung ist.

Deine tochter wird älter, autonomer und entwickelt eine eigenständige Persönlichkeit.
Ja, es kann sein, daß sie dann auch gegen "den platz der ihr zugewiesen wird" rebelliert- das ist gut in einer individualisierten Gesellschaft.
Jetzt muß du dich ebenfalls entwickeln und neue formen der Konfliktlösung erproben, mit ihr im Gespräch bleiben, regeln verhandeln, gemeinsam eine basis schaffen, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist und in der es nicht darum geht, den anderen zu erniedrigen (seinen platz zuzuweisen) oder zu demütigen (wegschicken, wo anders essen lassen, genauso wie Grimassen schneiden)

lisasimpson





Beitrag von fleur75 10.05.11 - 09:49 Uhr

Ich denke, dass Du einiges falsch interpretiert hast.
Ich schicke sie nicht grundlos weg.
Wir haben GEMEINSAM, also in Abstimmung mit den Kindern, besprochen, dass es maximal 2 Ermahnungen gibt beim Essen und dan die Mahlzeit für das störende Kind beendet wird.
Das hat doch mit Ausschließen nichts zu tun, sondern besagt nur, dass die Grenze erreicht ist und der Rest der Familie in Ruhe zu Ende essen möchte.
Meine Tochter und ich sind ständig im Gespräch. Deshalb ja auch das Rollenspiel, wie sie sich in solchen Situationen fühlen würde.
Das hat weder etwas mit Demütigung, Dressur etc. zu tun.
Du hast Dich arg weit aus dem Fenster gelehnt, ohne genaue Hintergründe zu erfragen bzw. zu kenne. Schade!
Aber Danke für Dein "interessantes" Posting.

Fleur

Beitrag von heiho 10.05.11 - 09:58 Uhr

Ich denke, sie hat es etwas hart formuliert, aber ich muss schon zustimmen... allerdings nicht so "böse" ;-)
Starre Regeln dienen in erster Linie der "bequemlichkeit" sich mit Situationen auseinanderzusetzen. Theater beim Essen hat nicht immer den gleichen Hintergrund, es stehen nicht immer die gleichen Bedürfnisse dahinter. Und ein Kind wegschicken, weil es nicht das macht, was ich erwarte kann nie die Lösung sein (auch wenn es einfach ist). Denn Kinder brauchen uns, um mit ihren Gefühlen umzugehen, also müssen wir da sein!
Wenn man den harten Vergleich mit Hundeerziehung rausnimmt, lohnt es sich doch drüber nachzudenken, oder? ;-)

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 10:03 Uhr

Hallo!

Klar lohnt sich das. Und ich möchte ja konstruktive Tipps haben :-).
Ich schicke sie ja nicht grundlos weg, Du hast ja gelesen, dass wir das gemeinsam besprochen haben, weil es einfach für den Rest der Familie nervig und nicht fair ist, wenn man nicht in Ruhe essen kann.
Und bevor das Essen beendet ist, gibt es ja zwei Ermahnungen, also sind sie ja vorgewarnt.

Fleur

Beitrag von lisasimpson 10.05.11 - 10:03 Uhr

das mag sein.
interpretieren kann ich ja nur das, was da ist.

du kennst ihr flucht-phantsie und bist dennoch "perlex", "sehr verletzt", wenn sie davon erzählt?
das war ihre art sich zu wehren.
Du verletzt sie, indem du sie wegschickst, sie dich indem sie dir etwas sagt, was dich verletzt.

Sie entzieht dir dabei auf einer ebene auf die du keinen einfluß hast ("die gedanken sind frei") deine autorität.
Und deine idee ist, "noch strenger" zu sein oder zu sehen wo du überall "konsequent" bis.
ihr schaukelt euch damit hoch.

Mein "interessantes" (was meinst du damit?) posting sollte dir dies veranschaulichen
lisasimpson

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 10:09 Uhr

Hast Du gelesen, dass wir gemeinsam diese Konsequenz entwickelt haben, dass nach der 2. Ermahnung das Essen beendet wird??
Ich schicke sie doch nicht grundlos weg, sie hat doch genug Vorwarnungen bekommen.
Keiner wird grundlos weggeschickt. Aber jeder sollte das Recht haben in Ruhe zu Ende zu essen, oder?
Wir sprechen sehr viel zusammen, und ganz viele Sachen sind verhandelbar.
Mit interessant meinte ich Deinen Vergleich mit der Hundeerziehung.
Aber das hast Du wahrscheinlich einfach (wie so manches Mal in den anderen Postings) unglücklich ausgedrückt.

Beitrag von lisasimpson 10.05.11 - 10:18 Uhr

na, dann gehen wir doch konform.

Aber wenn du deinen text selbst mal liest, schaust wie oft du betonst, daß Konsequenz wichtig ist, daß sie das verhalten bei deinem mann nicht so stark ausgeprägt zeit (obwohl dieser nicht viel strenger ist), dann ist doch meien schlußfolgerung, daß du selbst den regelkreis:
"ich bin konsequent- also müßte sie doch gehorchen" aufstellst, oder?!
Und die formulierung "zu wissen wo ihr platz ist" gehört für mich eindeutig in die Hundeerziehung.

ich wollte mit meinen Worten, die idee dieses Regelkreises ins wanken bringen.


lisasimpson

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 10:23 Uhr

Wo ihr Platz ist, ist nicht hierarchisch gemeint.
Sondern vielmehr so, dass sie manchmal ihren Platz in unserer Mitte nicht gefunden hat im Familienverbund.
Das soll nicht dogmatisch klingen, sondern eher besorgt, dass sie manchmal nicht ganz angekommen zu sein scheint.

Fleur

Beitrag von heiho 10.05.11 - 11:01 Uhr

Dann mach ihr Platz, das ist deine Aufgabe, nicht ihre, dazu ist sie zu jung :-)
Oder du meinst doch, dass sie sich in eure Familie einreihen sollte... aber wenn man sich nur einreiht, muss man sich selbst, oder zumindest einen Teil von sich aufgeben. Mir gefällt der Gedanke meinen Kindern Platz zu machen besser (allein vom bildlichen schon).
LG

Beitrag von lisasimpson 10.05.11 - 11:25 Uhr

o.k., dann war das ein mißverständis:)

Nun ja- ich denke die phantasie die sie hat ist normal und alterstypisch.
Offenbar bewegt sie diese thema gerade stark und du merkst dads auch an ihrem verhalten.
Nimm sie (sprichwörtlich) an die hand und helfe ihr den platz zu finden- vielleicht einen anderen als sie als Kindergartenkind hatte- sie ist eben jetzt auch auf dme weg hin zur selbständigkeit und autonomie.
Sich mit dir und an dir zu reiben gehört dazu.
und nicht vergessen: reibung erzeugt wärme

lisasimpson

Beitrag von zahnweh 10.05.11 - 20:34 Uhr

Was schlägt sie denn vor, damit ihr alle in Ruhe weiter essen könnt?

Warum stört sie denn zur Essenszeit?

Klar, das Ziel, alle können in Ruhe essen ist ok. Nur wie wird das Ziel erreicht?
Was läuft unter stören?
Was kann verändert werden, dass sie nicht mehr das Bedürfnis hat zu stören?

Bei uns war es ziemlich krass. Kinder dürfen bei Tisch nicht reden. Punkt.
War der Herr des Hauses dabei, haben wir uns stillschweigend dran gehalten - oder Faxen gemacht, besonders laut geredet, aufstehen hinsetzen aufstehen etc.
wegschicken oder Mahlzeit beenden hat nichts gebracht.

War er nicht dabei, nur meine Mutter, die das lockerer sah, waren die Mahlzeiten entspannt. Keiner hatte das Bedürfnis zu stören oder ähnliches.


Bei meiner (3,5 Jahre) prüfe ich die Konsequenzen. Aber auch immer wieder die Regeln.

Z.B. sie wird unruhig beim Essen, brüllt, will nur noch mit den Händen essen. Essen wegstellen war zuerst. 1 mal, 2 mal. Dauerhaft keine Lösung. Da es weiterging hab ich unsere gesamte Essensituation hinterfragt. Ergebnis sie will alleine essen und ich darf nur noch beim Schneiden helfen, wenn sie mich darum bittet. Sonst erst mal selbst versuchen lassen.

Als sie ständig aufgestanden ist, war erst mal klar, Mahlzeit beendet. Wie abgesprochen. 1 mal.
Beim zweiten Mal habe ich die Ursache hinterfragt!
Ergebnis: wenn sie jemanden draußen vorbei laufen sieht, den sie kennt, darf sie mir das sagen. Dann darf sie KURZ aufstehen, schauen und dann weiteressen. Seither macht sie es nicht mehr. Sagt nur noch wen sie sieht und gut ist.

Daher auch meine Frage.
Konsequenzen ja! Aber was führt zu dem Verhalten?
Und - in dem Alter schon möglich - was schlägt sie vor, wie sie zu einem Familienessen beitragen kann?

Was ist ihr wichtig, für eine schöne Atmosphäre?
Was ist dir wichtig, für eine schöne Atmosphäre?
Wie bringt ihr beide eure Wünsche unter einen Hut - bzw. an den Tisch.

Beitrag von monab1978 10.05.11 - 23:02 Uhr

Hi Fleur,

wenn du grundsätzlich keinen Rat möchtest, von Menschend die euch nicht in und auswendig kennen, dann musst du wohl ein bisschen Geld in die Hand nehmen und zum therapeuten gehen mit der ganzen Familie. Der macht dann die ersten 3 Stunden schön Bestandsaufnahme und geht dann erst dazu über euch auf den richtigen Weg zu helfen.


So, hier ist ein Forum, wir haben nur deinen Text. Mehr eben nicht. Aus diesem hab ich übrigens ähnliches gelesen, wie Lisa.

Mona

Beitrag von docmartin 10.05.11 - 09:46 Uhr

Hallo,
klar so eine Aussage verletzt das verstehe ich gut. Aber ich glaube, du solltest den Inhalt nicht überbewerten. Deine Tochter ist acht, ich glaube sie weiß ganz genau dass sie dich damit treffen und verletzen kann und nutzt dieses Wissen, diese Macht. Meinen wird sie es nicht.
Nichtsdestotrotz solltest du ihr klar machen, dass Unmutsäußerungen durchaus erlaubt, bewusstes verletzten der Gegühle anderer aber nicht zu tolerieren sind. Das klappt schon bei unserem Großen mit nicht ganz sechs Jahren (natürlich noch auf einer kndlicheren Ebene...die aussage "Mama du bist doof" wurde soimit zu "Mama das finde ich doof").

Ich könnte mir schon vorstellen dass es Anzeichen einer beginnenden Pubertät sind udn gleichzeitig setzt in dem Alter ja auch ganz klar ein deutlicher Abnabelungsprozess ein. Oft macht das Kindern Angst dun sie nutzen solche Verhaltensweisen um "sich selbst Mut zu machen" in diesem ersten bewussten Trennungsversuch. Sie fühlen sich einerseits noch wie Kinder udn brauchen elterliche Zuneigung und Nähe und wollen gleichzeitig erste freiheit und Unabhängigkeit genießen.
Diesen Wiederspruch der Gefühle auszuhalten machen sie sich gelegentlich einfacher indem sie sich "einreden" die Eltern seien sowieso blöd...
Also nicht zu ernst nehemn aber dennoch klare Regeln abstecken!
LG dm

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 09:51 Uhr

Danke für Deine Antwort. So sehe ich das auch.
Ich finde es völlig ok, wenn sie ihren Unmut bezeugt, aber nicht in dieser Art und Weise. Das werde ich ihr später auch noch sagen.

Fleur

Beitrag von deoris 10.05.11 - 10:01 Uhr

Hallo
weiß du ,als ich deinen Posting gelesen habe ,hat es mich an jemanden erinnert und zwar an mich ,als ich ca. 8 oder 9 war.Ich habe allerernstes geglaubt ,dass ich adoptiert worden bin .Ich habe mir die unmöglichsten Geschichten ausgedacht ,wie es zur Adoption gekommen sei #klatsch.Ich glaube aber es entstand durch Eifersucht auf meine Schwester.Ich kann jetzt nicht genau sagen ,warum das so war,denn keiner von uns wurde bevorzugt.Wir haben auch gute Eltern gehabt,wir sind im Guten Haus aufgewachsen,ohne Schläge oder Schimpfen ect. Meine Mutter hat es sehr verletzt und als ich es gemerkt habe oder gar richtig verstanden,war das Thema vom Tisch.Meine Mutter hat mir nur einmal gesagt ,dass es nicht stimmt und danach wurde darüber nicht mehr gesprochen.Irgendwann war die "Phase" vorbei.

LG Ewa

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 10:05 Uhr

Hi Ewa,

ich siedele das auch in der Rubrik Eifersucht an. Wir werden heute Abend noch mal in Ruhe sprechen.

Fleur

Beitrag von urmel.1978 10.05.11 - 10:06 Uhr

Hihi,

ich hatte auch solche Ideen in dem Alter (ich dachte ich wäre vielleicht als Baby im KH vertauscht worden) - aber so extrem wie bei der Tochter der TE war es nicht.

Allerdings habe ich gerade neulich noch mit meiner besten Grundschulfreundin darüber gesprochen, dass wir in dem Alter immer gespielt haben, wir wären Schwestern und von zuhause ausgerissen (wegen bösen Stiefeltern oder prügeln oder was auch immer, dabei gab es das bei keiner von uns zuhaPse!). Wir wohnten dann immer in Höhlen irgendwo im Wald oder auf unbebauten Grundstücken, und haben Brennesselsuppe gekocht und Beeren gegessen....

Beitrag von sternchen730 10.05.11 - 10:05 Uhr

Hallo Fleur!
Das Verhalten Deiner Tochter kommt mir sehr bekannt vor...ich habe auch so ein Exemplar.
Gerne bemühter Satz: Du hast mich doch sowieso nicht lieb, nur meine Geschwister!!!!"
Ich denke auch oft, dass sie sich benimmt wie ferngesteuert.
Wenn ich blöde Situationen mit ihr bespreche, sieht sie auch alles ein und gelobt Besserung- hält aber nie lange.
Also ich denke, es ist schon vorpubertär, sie hat auch schon kleine Pickelchen, die Haare fetten schneller- die Hormone sind also in Wallung.
Manchmal benimmt sie sich wie 2 (und dann behandle ich sie auch so) und manchmal ist sie groß und vernünftig.
Mein credo und das, was am besten hilft, vor allem in Krisensituationen : Cool bleiben! Nicht provozieren lassen...durchatmen.:-p Steh drüber.
Manchmal hilft auch, das Unerwartete zu tun: "Mensch, Du hast aber miese Laune heute morgen, komm, wir essen einen Schokokuss zusammen!"
Ich schaffe das auch manchmal nicht ruhig zu bleiben, merke aber, das schreien, strafen, wegschicken oder diskutieren meist überhaupt nicht wirken.

Dir würde ich auch den Tipp geben: Cool bleiben, das ganze nicht zu persönlich nehmen sondern als ihre Versuche, ihre miese Laune, Ängste, Unsicherheiten zu verbalisieren und rauszulassen.
Was sie dann braucht, ist quasi ein Fels in der Brandung und keine Mutter, die sich unsicher fragt, ob das Kind sie lieb hat.
Hätte sie Dich nicht lieb und wäre sie nicht Deiner sicher, würde sie diese Spektakel nicht inszenieren.
Klären kannst Du diese Situationen eben nur in Ruhe.
Und: Es wird noch viel schlimmer- ganz bestimmt- da können wir schon mal üben!!!
Grüße,
sternchen#stern

Beitrag von fleur75 10.05.11 - 10:13 Uhr

Hallo,

Danke für Deine Antwort.
Cool bleiben ist sicher der beste Weg, und ich habe heute morgen auch nichts mehr dazu gesagt, also keine Szene gemacht oder so.
Der Abschied, als mein Mann sie zum Schulbus brachte, war natürlich kürzer als sonst.
Ich werde die Zeit nachher nutzen und mit ihr sprechen.

Fleur

Beitrag von chicle 10.05.11 - 11:24 Uhr

<<<<Der Abschied, als mein Mann sie zum Schulbus brachte, war natürlich kürzer als sonst. <<<<

....natürlich????...naja, für mich ein absolutes NO GO

ich habe mir deine antworten durchgelesen und denke, dass dir ein wenig die emotionale intelligenz fehlt...

Beitrag von deoris 11.05.11 - 09:20 Uhr

Warum legst die Aussage so auf die Waage?

Ich kann das sehr gut verstehen und eine 8 Jährige versteht durchaus dass manche Aussagen verletzend sind,da gebe ich doch nicht extra küßchen dafür,wenn mich mein Kind verletzt.
Ich zeige meinem Sohn auch durchaus ,dass ich sauer bin und ich ihn nicht für alles noch belohne.
Was das allerdings mit Emotionale Intelligenz zu tun, ist fraglich.Wenn du aber dazu eine andere Meinung hast ,dann schreibe doch mal einen Beitrag ,anstatt nur einen Satz zu beurteilen.

Kinder die nicht lernen ,dass Worte auch verletzen können ,haben es in der Gesellschaft auch schwer.
Ich habe schon mal gesehen,wie ein Erwachsener Mann seine alte Mutter zu beleidigt und die Mutter sagt " Er meint das nicht so! "
Neee ,so was will ich nicht haben.Ich liebe meine Kinder aber ich zeige auch ,dass ich nicht alles mit Küsschen und estra Portion Liebe belohne,Sowas gibt es in der Welt da draußen auch nicht!

LG Ewa

Beitrag von sternchen730 10.05.11 - 11:55 Uhr

Naja, mit Cool meine ich eher ruhig und gelassen.
Klar gibt´s keine extra-Küsschen nach so einer Szene, aber Dein Signal sollte sein: "Ich hab Dich lieb, egal was Du machst!"
Und ich denke oft an den Spruch: "Wenn Kinder sich am stacheligsten verhalten, brauchen sie unsere Nähe am meisten!"
Grüße, sternchen#stern

Beitrag von golm1512 10.05.11 - 13:48 Uhr

Ich glaube, mit "cool bleiben" ist was anderes gemeint....

Mein kliner sohn ist fünf Jahre alt und hat ordentliche Wutanfälle zwischendurch. Dann hat er uns nciht mehr lieb und wird sich iene andere Familie suchen oder mich in die Mülltonne werfen oder oder oder
Lustig finde ich das nicht immer, weil es meist mit einer ordetnlichen Schreierei seinerseits einher geht.
Ich bleibe "cool" (oder versuche das so weit es geht), in dem ich ruhige Antorten gebe oder MICH aus der Situation nehme. (Mittlerweile hat er sich angewöhnt, die Wohnung zu verlassen und sich schmollend ins Treppenhaus zu setzen.)

ABER: Wenn er nach einer Treppenhausaktion klingelt und rein will, freue ich mich jedesmal halb tot über ihn und zeige ihm das auch. Er weiß, dass nichts, aber auch gar nichts miene Liebe zu ihm erschüttern kann. Öhem...jedenfalls nicht auf Dauer!
Wenn solche Anfälle auf dem Weg zum Kiga passieren, dann verabschiede ich mich genauso lieb und ausführlich wie immer. Egal, ob er das will oder nicht. Ich gebe nicht klein bei, aber ich gebe auch nicht die Unnahbare. Er ist fünf. Auch diene Tochter ist ein kleines Kind, wenn sie auch schongrößer sein will. Ich finde es schon sehr hart, so unnachgiebig und auch nachtragend zu sein.

Denn abends oder in Notsituationen bin ich eben doch seine "Mama" und wir kuscheln und knuddeln. Ich habe seine Anfälle vergessen und er auch.

Diese Adoptionsgeschichte finde ich jetzt auch nicht sooooo weltbewegend. Ich habe das Gefühl (oder die Hoffnung?) manchmal heute noch#zitter
Ich würde wohl das Gespräch suchen, wenn mir scheint, dass sie zu sehr in der Phantasie lebt, aber persönlich nehmen würde ich das auf gar keinen Fall.

Beitrag von king.with.deckchair 10.05.11 - 20:18 Uhr

"Der Abschied, als mein Mann sie zum Schulbus brachte, war natürlich kürzer als sonst."

Auf mich wirkst du kalt wie eine Hundeschnauze.
Kein Wunder, dass das Kind sich eine andere Welt flüchtet.

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