Unterhalt ab 18

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von conny3006 10.05.11 - 13:10 Uhr

Hallo zusammen,

die Tochter meines Partners ist im März 18 geworden.

17 Jahre gab es nie Ärger und er hat immer regelmäßig seinen Unterhalt bezahlt.
Nun hat er im März den Unterhalt noch bezahlt + 150 Euro Geburtstagsgeld, welches die Tochter bis heute nicht gesehen hat und sich auch dafür nicht bedankt...mit dem Argument, sie hat es ja nicht bekommen.....(Oma hat sie es gesagt-da kein Kontakt da ist)
Die Mutter gibt es auch der Tochter nicht weiter.....
Nun haben wir von der Oma erfahren, das die Mutter zum Anwalt gehen will und mehr Unterhalt einklagen will, da mein Mann seine Zahlung heruntergeschraubt hat.
Er zahlt also nicht 0 Euro....da wir gelesen haben (ab sep. hat die Tochter auch eine Lehrstelle, nachdem Sie den Realschulabschluss nachgemacht hat und ein freiw. soziales Jahr)
Ab 18 sind doch die Eltern "BEIDE" anteilig für den Unterhalt zuständig, oder nicht?
D.H. doch, das mein Mann rein rechnerisch nicht mehr alleine den Unterhalt bezahlen muss, sondern auch seine Ex, oder sehen wir da etwas falsch.

Muss dann nicht auch die Tochter mit 18 das "alleine" regeln, oder kann sich die Mutter da so einbringen?

Neben der Tochter gibt es noch einen Sohn und unsere 2 gemeinsamen Kinder, sowie mich als Unterhalstberechtigte Person.
Das wird auch berücksichtigt, oder?

Hat jemand Ahnung?

Danke und Grüße#winke

Beitrag von hauke-haien 10.05.11 - 13:21 Uhr

Da die Tochter die allgemeine Schulausbildung beendet hat, gehört sie nicht mehr zu den "privilegierten" unterhaltberechtigten Kindern.

D.h. der Unterhalt wird zunächst für die minderjährigen Kinder nach dem Einkommen berechnet. Sollte danach noch etwas übrig sein, darfst du dich mit seiner Tochter darum streiten.

Für den Unterhalt der volljährigen Tochter gilt: Sie muss ihr Einkommen und Vermögen zu eigenen Unterhalt einsetzen. Darüber hinaus kann sie von beiden Elternteilen Unterhalt einfordern. Dabei sind beide nach ihrem Einkommen anteilig unterhaltsverpflichtet, wenn denn noch was da ist.

Einfordern muss das die Tochter, die Mutter ist nicht mehr gesetzliche Vertreterin und außerdem fordert die Tochter ja auch von ihr.

Am einfachsten geht das, wenn ihr von der Tochter und Mutter eine Gehaltsbescheinigung bekommt und dann nach Düsseldorfer Tabelle, den Unterhalt ausrechnet. Meistens reichen Lehrgeld und Kindergeld schon aus, um die Ansprüche zu decken.

LG, H.H.

Beitrag von conny3006 10.05.11 - 13:51 Uhr

Hallo,
ich danke Dir für die schnelle Antwort#danke

Beitrag von kimmi 10.05.11 - 14:11 Uhr

Wenn die Tochter bei der Mutter wohnt, leistet diese (wie vorher auch schon) den Naturalunterhalt. Es ändert sich also nichts daran, dass sie nun volljährig ist. Der Vater muss weiterhin Geldunterhlat leisten - abhängig von seinem eigenen Einkommen, seinen weiteren Sorgepflichetn sowie auch von dem Einkommen der Tochter - die nun vermutlich einen Lehrlingslohn bekommt. Dieser mindert den Geldunterhalt des Vaters.
Der Unterschied ist, dass der Vater den Unterhalt nicht an die Mutter sondern ab dem 18. Lebensjahr direkt an die Tochter zu zahlen hat. Und nur diese kann auch die Höhe einklagen.

>>Ab 18 sind doch die Eltern "BEIDE" anteilig für den Unterhalt zuständig, oder nicht?
D.H. doch, das mein Mann rein rechnerisch nicht mehr alleine den Unterhalt bezahlen muss, sondern auch seine Ex, oder sehen wir da etwas falsch.

Diese Denkweise ist insofern falsch, da die Mutter auch schon die ganze Zeit Unterhalt für die Tochter leistet. Sie wohnt ja bei ihr - und das kostet Geld. Dein Mann war bisher auch nicht alleine für den Unterhalt der Tochter verantwortlich!!

Die Situation ändert sich nur wenn die Tochter aus dem Haushalt der Mutter auszieht. In dem Fall sind beide Elternteile Geldunterhaltspflichtig.

Beitrag von parzifal 11.05.11 - 08:35 Uhr

Das stimmt so meines Wissens aber nicht.

Beide Eltern sind anteilig nach ihrer Leistungsfähigkeit barunterhaltspflichtig.

Es ist nicht so, dass der Elternteil bei dem das Kind wohnt dadurch nichts mehr zahlen muss.

§ 1606

(3) Mehrere gleich nahe Verwandte haften anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen. Der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes.

Mit Volljährigkeit fällt also die Betreuung als Gegenleistung zum Barunterhalt weg.

Mit 18 kann sich je nach Einkommen und Leistungsfähigkeit sehr viel ändern. Insbesondere, wenn die betreuende Mutter z.B. viel mehr verdient. Vorher war das ja vollkommen egal.

Beitrag von manavgat 11.05.11 - 11:08 Uhr

Dein Mann verhält sich nicht zielführend.

Ich würde die Tochter anschreiben und ihr sachlich mitteilen, dass ab 18 beide Eltern barunterhaltspflichtig sind, Lehrlingsgehalt jedoch angerechnet wird. Sie möge mitteilen, wo sie sich in Ausbildung befindet, ihren Gehaltsnachweis in Kopie schicken. Dann könnt ihr leicht ausrechnen, was ihr noch zusteht. Wenn die Mutter kein/nicht genug Einkommen hat und das Lehrlingsgehalt nicht hoch ist, dann wird Dein Mann noch was zahlen müssen.

Sich einfach totzustellen, halte ich für keine gute Lösung. Ein gutes Vorbild für eine Jugendliche ist das auch nicht.

Ihr dürft im übrigen an die Mutter gar nicht mehr zahlen. Sie ist nicht empfangsberechtigt und es kann passieren, dass doppelt zu zahlen ist, sollte das Geld "verschwunden" sein.

Gruß

Manavgat

Beitrag von conny3006 11.05.11 - 18:56 Uhr

Hallo,

vielen Dank.

Ja macht Sinn.
Leider ist kein Kontakt seit 3 Jahren mehr da...
Die Ex drohte mit anwalt...wir bauen gerade und in 4 Wochen kommt unser 2.Kind...da brauchen wir nicht gerade noch solchen Stress, aber so ist es im Leben.

Das Geburtstagsgeld von 150 Euro zusätzlich zum noch vollen Unterhalt im März hat die Mutter auch einbehalten und nicht an die Tochter weitergeleitet...da diese wehemend bei allen Verwandten behauptet-sie hätte ja nie etwas zum Geb. bekommen, also für was bedanken....

Sowas finde ich dann richtig#putz

Danke für Eure Beiträge.