Komm mir manchmal vor als wäre alles nur MEINE Sache...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von -juli-20 10.05.11 - 19:28 Uhr

Hallo Mädls,

heute war ein echt blöder Tag für mich. Manchmal hab ich echt das Gefühl, dass immer ich es bin, die alles organisieren und managen muss, dabei haben doch WIR ein Kind und arbeit sollte doch gleichermaßen geteilt werden, oder?
Es ist so: mein Freund arbeitet als Lehrer, ich bin Studentin. Unsere Kleine ist 17 Monate alt, wir machen gerade für 2 Tage die Woche eine Krippeneingewöhnung. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist schonmal nicht so leicht aber manchmal glaub ich echt, dass immer ich es bin, die im Studium und überhaupt alles zurückstecken muss, ich fühle mich auch verantwortlich für das alles. Eben musste ich Do und Fr meine Unikurse aufgeben, da die Eingewöhnug etwas länger dauert als gedacht und natürlich ICH es bin, die die Eingewöhnung macht und auch dafür die entsprechende Zeit frei machen muss. Mo/Di/Mi haben wir vormittags meist eine Oma/Opa zur Verfügung, leider auch nicht immer, aber wer ist es der daheim bleibt wenn mal was nicht klappt? --> ICH. Klar ist es für meinen Freund auch nicht einfach sich krank zu melden weil wir keinen Babysitter haben, aber wenn ich das 2 Mal mache dann kann ich mein ganzes Semester an den Nagel hängen. Jetzt haben wir die Situation, dass ich Donnerstags am Nachmittag/Abend noch 2 Kurse besuchen könnte, da mein Freund um 2 heim kommt. Normalerweise. Heute eröffnet er mir, dass er die nächsten 2 Mal nicht kann, weil er irgendeine Besprechung noch hat... toll echt. Wer geht also wieder mal nicht hin? Klar, ne.
Ich habe wochenlang meinen Stundenplan so getimet, die Dozenten belagert, dass sie mich in Kurse aufnehmen, die von der Zeit her günstig liegen, dass ich Oma/Opa bekommen kann oder dass er eben daheim ist. Und das jetzt alles für nichts?

Versteht ihr was ich meine? Ich sag ja nichts dass er viel arbeiten muss... aber die Uni ist nunmal meine Arbeit und genauso wichtig.
Alles plane ich, dass es mit den Betreuungszeiten hinhaut und er? Er muss gar nichts planen, nein, nach seinem Stundenplan müssen WIR uns alle richten.
Natürlich bin ich verantwortlich, hey, aber er doch genauso? Er sollte doch auch mal sehen wie er Kind UND Job unter einen Hut bekommt und nicht nur den Job und das Kind richtet sich dann nach seiner Freizeit...

Jetzt muss ich mir jetzt schon dauernd anhören, dass nächstes Jahr echt stressig für ihn wird (Examensjahr) und dass er dann am Nachmittag keine Zeit mehr hat um für die Betreuung eingeplant werden zu können.
Ja hallo? Auch ich hatte für nächstes Jahr mein Erziehungswissenschaftliches Examen geplant und fest mit seiner Unterstützung gerechnet. Ich bin doch nicht alleinerziehend. Es ist doch UNSERE Aufgabe uns diese stressige Zeit dann zu teilen.
Gut, wir werden ab Semptember einen Kitaplatz haben (für 5 Tage die Woche), das macht es einfacher, aber ich weiß dass sie sehr sehr oft krank sein wird. Und überlegt mal wer da dann wohl daheim bleibt und nciht an der Uni fürs Examen büffelt???

Es kommt mir halt so ungerecht vor, so als wäre mein Studium nicht so wichtig wie sein Job. Da bin cih dann aber mal gespannt wenn ich in ein paar Jahren gut nen 1000er mehr verdienen werde als er ... oder ist es einfach nur so, dass er daran liegt dass ich die Mutter bin und deswegen die Hauptverantwortung trage?

Danke fürs lesen. Habt ihr ähnliche Sorgen oder spinne ich? Übertreibe ich? Hab ich Recht? Unrecht?

Helft mir, Juli















Beitrag von schnuppelag 10.05.11 - 20:07 Uhr

Dein Freund hat nächstes Jahr Examensjahr - also wird er sich wohl gerade im Referendariat befinden, verstehe ich das richtig?
Ich bin selber Lehrerin und weiß, wie bescheiden es in diesem Job ist, sein Leben nach dem vorgegebenem Stundenplan richten zu müssen. Leider kann man da nur selten sagen "So, ich muss jetzt mal Zuhause bleiben". Hab selber miterlebt, wie es ist, länger Zuhause sein zu müssen und dann letztendlich auf Arbeit degradiert zu werden (ging mir in der Schwangerschaft so, da war ich leider öfter und länger krank als mir lieb war). Erst musste ich meine Klasse vorzeitig abgeben, dann war ich nur noch die Springerin auf Arbeit. Das war nicht schön... es hat sich keiner nach mir gerichtet - mein Umfeld und ich mussten uns nach meinem Job bzw. dem Stundenplan richten.
Und wenn dein Gutster sich auf's Examen vorbereitet - ja, glaube mir, dann wird er wirklich kaum Zeit haben. Ich hab das selber durchgemacht - allerdings damals noch ohne Kind. Und es war eine harte Zeit mit wenig Freizeit.

Auch wenn du deine Dozenten bekniet hast und vorhattest, deinen Abschluss zu machen - du siehst, momentan ist das nicht machbar, weil dein Kind daran verzweifelt (ist nunmal öfter krank) und weil dein Partner es beruflich nicht auf die Reihe bekommt, dich zu unterstützen. Wie sieht es denn mit einem Urlaubssemester aus?

Warum setzt ihr euch nicht mal zusammen und besprecht die Möglichkeiten? Ich bin in der Partnerschaft auch sehr für Gleichberechtigung - vor allen Dingen in der Kindererziehung. Allerdings hat hier die Mutter wirklich die meiste "Arbeit" am Hals, so ist das heutzutage leider nunmal.
Es heißt ja nicht, dass dein Studium weniger wichtig ist... aber du hast sicherlich noch mehr Möglichkeiten, alles aufzuholen/nachzuarbeiten als dein Freund, oder?

Beitrag von -juli-20 10.05.11 - 21:21 Uhr

Hallo,

ja, er ist im Ref, und ja, ich weiß auch dass das sehr stressig ist, und trotzdem ist es für mich extrem ärgerlich wenn ich mal wieder ein Referat geplant hab, einen Kurs vorbereitet hab und dann heißt es von heute auf morgen: hey, morgen muss ich länger bleiben... dann sitz ich nämlich auf meinem Referat und kann schaun was ich mach.
Wir hatten den Do Nachmittag fest vereinbart, dass ich da an die Uni kann und er daheim ist. Jetzt ist das Semester 2 Wochen alt und schon klappt es nicht mehr.
Ich muss mich nicht nur nach meinem Kind richten sondern auch ncoh nach meinem Mann. Freund. Nie weiß ich ob ich tatsächlich zu Ende bringen kann was ich anfange. Ich weiß nicht ob es was nützt mich in nem Seminar anzustrengen um ne tolle Klausur zu schreiben oder ob ich in drei Wochen eh nicht mehr kommen kann.

Das Referendariat IST stressig, keine Frage aber das Studium auch und mit Kind noch mehr. Und auch ich studiere auf Lehramt, werde also auch mal mein Ref machen und das auch MIT Kind. Und ich glaube nicht dass er dann die Hauptverantwortung übernimmt.

Ich hatte schon Urlaubssemester. Ende der Schwangerschaft und die ersten Monate. Außerdem brauchen wir das BaFög.

Es ist iwie auswegslos.

Beitrag von dragonmam 10.05.11 - 20:09 Uhr

mein rat!
hau mal auf denn tisch und sage ihn
entweder du machst nur noch ahusfrau und mutter oder aber er setzt seinen po in wallung und kümmert sich auch um sein kind!

ich mache auch viel zuhause mit kind und mein mann geht arbeiten aber ich bin in elternzeit zuhause!

Beitrag von -juli-20 10.05.11 - 21:25 Uhr

Hehe das hab ich heute schon.

Er hat nix dagegen wenn ich Hausfrau wäre. Wäre ja auch ziemlich angenehm für ihn, dann wäre es ja gänzlich mein Job zu putzen, saugen und zu kochen. nene- nicht mit mir.

Du hast das bissl falsch verstanden. Er kümmert sich gut um unsere Tochter. Sehr gut sogar. Er unterstützt mich auch wos geht, trotzdem geraten wir mit den Zeitplanungen ständig aneinander weil er einfach nicht anders kann, ich aber auch nicht ständig zurückstecken will- letztendlich aber muss, und das macht mich wütend.

Lg Juli

Beitrag von hopelove 10.05.11 - 20:30 Uhr

Hallo!

Also ich hoffe du verstehst mich jetzt nicht falsch.
Ihr habt nunmal ein Kind und es muss sich jemand darum kümmern, dann muss halt zumindest einer zurückstecken. Da kann können sich halt nicht beide Vollzeit selbstverwirklichen.
Setzt euch zusammen und klärt das.

Ach übrigens in der normalen Wirtschaft ist eine vorgetäuschte Krankheit ein Kündigungsgrund.

lg hopelove

Beitrag von -juli-20 10.05.11 - 21:32 Uhr

Ich weiß das das ein Kündigungsgrund ist und er hats auch noch nie gemacht und wirds auch nicht machen. Die Alternative ist halt: ich bleib zu Hause, denn in der Uni frägt niemand ob ich da bin oder nicht. Es ist halt meine Sache ob ich komme oder nicht. Aber ein Examen krieg ich damit nicht hin.

Aber weißt du, wenn ich mein Studium jetzt nicht weiter voranbringe weiß ich nicht wann ich es tun soll. Noch ein Jahr warten? Noch 2? Was ist dann besser? Auch dann wird er Vollzeit arbeiten und als Lehrer kann er net sagen er geht nach 8 Stunden heim und hat dann keine Termine mehr. Es wird sich auch in 2 Jahren noch mit meinen Uniseminaren kreuzen, da mach ich mir keine Illusionen. Das wars dann wohl mit meiner Selbstverwirklichung. Er kann auch nicht sagen er arbeitet halbtags, denn dann reicht das Geld hinten und vorne nicht mehr.

Es kann doch nicht sein dass ich deswegen alles aufgeben muss.

Beitrag von mille78 10.05.11 - 21:17 Uhr

Hallo,

wir arbeiten beide im 3 - Schicht - System (unterschiedliche Berufe). Mein Mann momentan 100% und ich 75%. Da ich aber eine absolute Traumstelle angeboten bekommen habe, werde ich ab Juli auch 100% arbeiten.Ich organisiere zwar die Betreuung ausserhalb Krippe - und Kita - Zeiten, aber mein Man ist da genauso mit eingespannt. Ich finde, dass gehört zum Elternsein dazu! Ach ja meine Jungs sind (5J und 15 Monate). Mein Mann übernimmt auch Arzttermine von den Kids. Und bei Krankheit (unser Kleiner ist ein Herzkind) wird bedingt durch meinen Jobwechsel wird mein Mann im nächsten halben Jahr bei Erkrankung einer un seren Jungs daheim bleiben.Bisher konnte ich Krankheit glücklicher Weise immer über Eltern oder Freunde abdecken. Ich finde, dass Dein Mann Dich genauso unterstützen muß, damit Du nächstes Jahr Dein Examen machen kannst!Es geht ja auch um Deine Zukunft! Und ja, er ist genaus verantwortlich für das Kind. Du bist ja nicht Vollzeit daheim!

LG
mille7

Beitrag von xy10 10.05.11 - 23:33 Uhr

Hi Juli,

leider muss ich da deinem Freund beistehen. Du studierst "nur". Er verdient euer Geld. Er macht Ref. Im Ref kann man sich gar nichts erlauben und vor allem nicht als Vater. Ich habe selbst im Ref geplant mein 1. Kind bekommen, aber nur, weil ich die Kinderbetreuung zu 100% geklärt hatte (Tagesmutter und bei Kind- Krankheit eine Oma in Rente und mein Kind hat davon absolut keinen Schaden genommen, eher im Gegenteil... ) Keine Ahnung, ob euer Kind ein Unfall war oder geplant, aber wenn geplant, dann hättet ihr euch schon vorher klar werden müssen, dass er während dem Ref keine Zeit für regelmäßige Kinderbetreuung hat. Es ist nunmal so, dass alle Lehrer sich nach ihrem Stundenplan richten müssen und nicht einfach mal nicht kommen können. Und irgendwelche Besprechungen kommen immer ungeplant dazu. Refs, die Extrawürste machen sind sehr ungern gesehen und das drückt sich dann in der Schulnote und auch in Lehrproben aus. Es ist aber leider so, dass ein guter Schnitt wichtig ist, um später eine Planstelle mit Verbeamtung zu bekommen.

Mein Tipp: Lass ihn sein Ref so gut wie möglich abschließen. Dann hat er Chancen auf eine Planstelle. Er kann ja dann Stunden reduzieren und kommt so evtl. zu 1-2 freien Tagen...

LG
xy10