Sie folgt überhaupt nicht und ich weiß nicht weiter

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von zauber09 10.05.11 - 20:33 Uhr

Meine Tochter ist 2 Jahre und 3 Monate alt und wir kommen gerade überhaupt nicht mehr miteinander klar. Sie tut immer genau das Gegenteil, was sie soll (Worte wie "doch" oder "nein" sind ihre Lieblingsworte). Heute hat sie ihre Musikrassel ins Planschbecken-Wasser geschmissen, obwohl ich "nein" gesagt habe und ihr erklärt habe, dass sie dann kaputt ist und nicht mehr funktioniert. Sie testet ihre Grenzen aus, aber WANN ENDLICH erkennt sie diese auch wirklich? Oft leert sie ihr Trinken vor meinen Augen aus. Immer wieder erkläre ich ihr, mit einem harten Tonfall, warum sie das nicht tun soll. Aber es bringt nichts. Ich bin dann konsequent, z.B. habe ich heute das Planschbecken ausgeleert und das Baden war rum. Aber danach geht es immer MIR schlecht, ich fühle mich so traurig. Sie rennt dann immer zu Papa oder sogar zu "fast fremden" Personen hin und will von denen getragen werden. Sozusagen "Weg von Mama". Das verletzt mich so und ich habe Angst, dass sie mir entgleitet. Wie erzieht Ihr, bitte helft mir.

Beitrag von fragaria 10.05.11 - 20:51 Uhr

Reagierst du vielleicht zu viel und sie findet das spannend?
Mein Sohn (auch 2) hat mich und meinen Mann vor ein paar Wochen noch ständig gehauen, wenn ihm was nicht gepasst hat. Irgendwann habe ich zu meinem Mann gesagt, daß wir einfach nicht mehr drauf reagieren sollten. Wir haben ihn natürlich nicht hauen lassen, sondern wortlos seine Schläge einfach abgewehrt, dann gesagt, daß hauen nicht lieb ist und mehr nicht. Er haut uns kaum noch. Es ist einfach nicht mehr spannend für ihn.
Das mit dem Becher umkippen haben wir auch schon durch. Der Becher kam sofort weg, was er blöd fand. Daraufhin wurde ihm erklärt, warum der Becher wegkommt und daß er ihn nur wiederbekommt, wenn er das sein lässt.

Das meiste bei den Kleinen sind doch nur Phasen und daß sie zu anderen will, würde ich total gelassen nehmen. Das ändert sich ach wieder. Ich bin sogar fast froh, wenn mein Sohn auch zu anderen geht. Das heißt doch, daß er selbstständig wird. Und für die wichtigen Dinge wie trösten oder im Bett kuscheln gibt es niemand besseren als Mama.


Lass sie machen! Daß die Rassel kaputt ist wird sie merken. Erklär ihr, daß das daher kommt, daß sie nass geworden ist. Ich finde das ist Strafe genug.
Lass sie den Becher auskippen und gib ihr dann einen Lappen in die Hand, damit sie es selbst aufwischt. Bleib ruhig dabei.... möglichst langweilig eben.

Jedes Kind ist anders.... bei meinem klappt es so ganz gut.


Alles Liebe
Fragaria

Beitrag von sonnenstrahlen2010 10.05.11 - 20:56 Uhr

als erstes mal, ich mag das wort FOLGT überhaupt nicht. Mein Kind muss mir nicht folgen.

Wenn er das trinken ausschüttet, extra, dann holen wir gemeinsam einen Lappen und wischen auf. Dabei erkläre ich ihm, dass das Geld kostet und wenn er es nochmal macht, das er dann erstmal nichts bekommt. Macht er es dann nochmal bekommt er den Becher erstmal weggenommen und muss es wieder, gemeinsam mit mir, aufwischen.

Sie tanzt dir auf der Nase rum und mit deiner Trauer, die sie spürt, jagst Du sie regelrecht zu anderen. Du nimmst es persönlich, wenn aber gerade etwas nicht klappt macht sie es nicht, weil sie dich nicht lieb hat, sondern weil es genau in dieses Alter gehört.

Ich hätte das Planschbecken stehen lassen, hätte aber die Musikrassel weggelegt.

Das ist meine Meinung!

Beitrag von zauber09 10.05.11 - 21:50 Uhr

Für mich ist das Wort "Folgen" schon okay, kommt ja immer darauf an, wie man es definiert. Da hast Du ganz recht, dieses Verhalten gehört in ihr Alter, aber irgendwie muss man ja trotz "Phase" reagieren.

Ich habe die Musikrassel weggelegt, weil sie ja eh kaputt war (sie lag ja IM Wasser), deshalb habe ich das Planschbecken abgebaut, damit sie irgendeine Folge ihres Verhaltens erkennt. Hätte ich nur die (kaputte) Rassel weggelegt, hätte dies nicht stattgefunden.

Aber noch was zu Dir: der Hinweis an Dein Kind, dass das Wasser Geld kostet, finde ich nicht ganz so passend für ein kleines Kind von 2 Jahren. Mag sein, dass Dein Kind schon größer ist. Es klappt eigentlich ganz gut, wenn wir ihr erklären, dass das Wasser zum Trinken da ist und sie ja sonst nichts mehr im Glas hat. Es klappt halt nur für den Moment und hält bis zum nächsten Tag nur an. Aber wie in den anderen Antworten ja auch zu sehen ist, wird es vorübergehen -:).

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Liebe und danke Dir, dass Du geantwortet hast.

Beitrag von sunflower.1976 10.05.11 - 21:02 Uhr

Hallo!

Das ist normal in dem Alter....auch wenn es anstrengend ist.
Deine Tochter entgleitet Dir nicht! Kinder bocken bei ihren Eltern (v.a bei der Mutter, wenn sie überwiegend zuhause ist), weil sie sich bei ihnen sicher fühlen.

Wir machen es so, dass wir unsere Kinder ein Mal ermahnen, beim zweiten Mal eine logische Konsequenz ankündigen, die beim dritten Mal ausgeführt wird. Wenn sie sich/andere gefährden würden bzw. etwas kaputt gehen kann, greifen wir natürlich sofort ein. Es braucht einige Zeit, bis die Kleinen verstehen, dass diese Konsequenz auch wirklich ausgeführt wird. Aber irgendwann wird es sowieso besser...

Außerdem versuche ich, verbote positiv zu formulieren. Also z.B. "Gib mir die Rassel!" anstatt "Wirf die Rassel nicht ins Wasser!". so bekommen Kinder eine klare Anweisung WAS sie tun sollen und nicht, was sie nicht tun sollen. Wörter wie "nein" und "nicht" klammert das Gehirn auch bei Erwachsenen leicht aus.

Wegen des auskippens von Getränken. Da wäre ich konsequent und mein Kind hätte seinen Becher nicht frei zugänglich. Ich würde ihn so hinstellen, das es den Becher sieht und drauf zeigen kann (falls es noch nicht spricht) oder es immer wieder mal ans trinken erinnern und das Trinken "beaufsichtigen", damit ich direkt eingreifen kann.

Jedes Kind ist auch anders. Mein großer Sohn hat gut auf Erklärungen reagiert, ich konnte ihm auch als Kleinkind recht viele Freiräume lassen und musste ihn nicht so stark kontrollieren. Mein kleiner Sohn weiß ganz genau, was er will und möchte es auch unbedingt durchsetzen. Da kann ich weniger Freiräume lassen, weniger Ausnahmen machen und komme mit Erklärungen auch nicht wirklich weit. Er muss ganz klar wissen, wo die grenze ist. Das ist ziemlich anstrengend.

Wenn ich schimpfe, läuft er auch sofort zum Papa oder sagt, dass er zu ihm will, wenn er arbeitet. Darüber mache ich mir aber keine Gedanken.

Glaub mir, es wird wieder besser!

LG Silvia