Rollentausch- Eure Erfahrungen / Neuling sagt "Hallo"

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von gyros-komplett 11.05.11 - 07:58 Uhr

Hallo zusammen,
ich heisse Stefan, bin 35 Jahre jung und auch noch der Neue.

Viele reden darüber, aber kennengelernt habe ich sie nur vereinzelt:
Paare, die den Rollentausch gewagt haben. Sie beschafft das Geld, er
ist Hausmann und auch noch zufrieden dabei.
Wie reagieren Arbeitskollegen? Was sagen Familie und Freunde? Habt
ihr wirklich negatives erlebt?

Wir haben den Wechsel aus finanziellen Gründen im letzten Jahr vollzogen,
wie die meisten, die sich für diesen Schritt entscheiden, aus finanziellen
Gründen. Ab dem 2. Juni 2010 begann die Galgenfrist, noch 8 Wochen bis zum
Tag X.... und es war anfangs wirklich problematisch. Chaos in der ganzen
Wohnung, sinnlose Streitereien aufgrund ständigem Schlafmangel und
ständig die Angst im Kopf, etwas falsch machen zu können.
Nach recht kurzer Zeit schlich sich allerdings schon eine gewisse Routine
ein, besonders was den Umgang mit unserem Jungen betraf. Wickeln,
kuscheln, Spielen, das erste Gebrabbel und in der letzten Woche
die ersten freien Schritte; All das durfte ich als Vater direkt miterleben, da
schmeisst man doch gern den (manchmal immer noch chaotischen)
Haushalt :-)
Irgendwas jedoch hatte sich geändert, nur was? Wieso starren mich die
Leute an, Kuhstall noch offen? Die Frage nach Marius` Befinden wird
nicht nur eimal gestellt, ja red ich denn bayrisch? Tipps zur Kleidung
werden auch gern gegeben, man(n) weiss ja schliesslich nicht selbst,
wie warm oder kalt es draussen ist.
Das Handy dürfte kaputt sein, irgendwie kommen kaum noch Anrufe durch
und wenn doch, wird man begrüsst mit den Worten " Na, heute schwer
gearbeitet?"

Nein, ich will sicher nicht meckern und mittlerweile amüsieren mich
gewisse Situationen sogar sehr :-) Eine erlebe ich wöchentlich 1-2
mal aufs neue: Nach Stunden auf dem Spielplatz, nach langen
Spaziergängen oder ähnlichem, kehre ich oft in ein Café mit
angeschlossenem Biergarten ein. Hier gibts für den kleinen
Mann eine Waffel und für den grossen natürlich ein Weizen,
naturtrüb. Spätestens nach 5 Minuten fühlt man sich ein bisschen
wie eine Attraktion, die intensiv beäugt wird.

So, mein Junge ist nun Wach und will Action weshalb dieser kleine
Umriss erstmal reichen sollte. Vielleicht gibt es hier ja noch
ein paar Leute in solch einer Konstellation, die gern ihre Erfahrungen
schildern möchten.

Beitrag von locke1910 11.05.11 - 08:10 Uhr

**gg**
Immer gelebt haben wir den Rollentausch nicht (dafür verdient mein Mann zuviel), aber... Als der Große geboren wurde und ich wieder arbeiten ging, hat mein Mann in der Winterpause (Handwerker) alles übernommen.
Sprich: Ausser den Sohn in den Kiga morgens zu bringen (meine Routine damals), hat er alles andere gemacht, abgeholt, Haushalt etc - während ich auf Arbeit war.
Vor 11 Jahren war das sooo ungewöhnlich, daß mich sogar die Erzieherin im Kiga fragte, warum wir das machen - ob mein Mann das überhaupt könnte; so mit Kind und Haushalt usw...
Ich habe herzhaft lachen müssen - wieso sollte ein Mann das nicht können??
Ausser Stillen gibt es doch nix, was "Mann" nicht kann!
Ich finde es gut, daß Du Deine Vaterzeit genießt und nutzt - so wird Euer Kleiner schon genau lernen, worauf es ankommt: Auf Partnerschaftlichkeit und nicht Geschlechterrolle#pro
Und die, die gucken: Laß sie doch; so sparen sie sich die Herzmedis /Kreislauftropfen für den Tag, denn ihren "Aufreger" zum Wachwerden haben sie so schon **lach**

Beitrag von bleathel 11.05.11 - 08:37 Uhr

Guten Morgen!

Mein Mann ist seit der Geburt des Großen (wird im August 5) Hausmann und für die Kindernetreuung zuständig. Die kleine ist jetzt 3.

Meistens klappt und klappte das ganz gut, die ersten Jahre waren stressig. Ich habe beide Kinder jeweils ein Jahr gestillt, voll gearbeitet, später nebenher noch meinen Master gemacht...
Dann hatten wir halt die üblichen Probleme. ich kam nach nem 10 std. Tag, oder nach einer langen Dienstreise nach Hause, er war den ganzen Tag ohne jmd. Zum Reden, und dann wollte er von mir noch Unterhaltung. So als Beispiel. Da hat es öfter gekracht. Wenn ich dann nicht über diie Arbeit reden wollte, hiess es ich würde nicht mit ihm reden wollen, wenn ich aber nur über die Arbeit geredet habe (und sonst war ja nichts tagsüber ) hiess es ich würde nur über die Arbeit reden, die Familie wäre mir egal. Also im Prinzip genauso, wie mans hier oft liest, wenn der Mann nach Hause kommt. Der dann bitteschön sofort 100% da zu sein hat.

Jetzt sind ja beide im Kindergarten, da ich aber momentan krank bin, ist es auch schwierig mit dem Arbeiten. Häufige Arzttermine etc., da lass ich mich dann ganz gern fahren, und schaffe es oft auch gar nicht selber hin.

Er möchte sich jetzt aber gerne nebenher selbstständig machen. Finanziell kommen wir mit meinem Gehalt gut aus, so dass er da flexibel ist.

Lg
Julia


Die Reaktionen der Umwelt waren eigentlich gut, es ist für ihn nur schwierig in diese Müttergruppen reinzukommen, die sich vormittags auch mal privat treffen o.ä. Da hat er scho. Sehr wenig Sozialkontakte. Inzwischen ist er stellvertretender Elternbeirat im Kindergarten, seither ist es besser.

Beitrag von louloudaki 11.05.11 - 10:23 Uhr

Hi Stefan,

darf ich mal aus der Persepektive einer Frau erzählen?
Ich habe nach sieben Monaten zu Hause mit dem Zweiten wieder voll gearbeitet, unser Sohn hatte keinen Krippenplatz, also hatten wir eine Kinderfrau für drei Tage und zwei Tage war mein Mann zu Hause. Wir alle wurden ständig bemitleidet: Das Kind, weil es von einer Fremden betreut wurde, der Vater, weil er neben seinem Job noch Einkäufe, Kinderbetreuung, Arztbesuche, etc. hinkriegen musste und ich, weil ich soviel arbeiten musste und meine Kinder so wenig sah. Aber es ging uns allen gut dabei! :-)

Die Leute sind immer noch dabei, umzudenken. Von mir schonmal Daumen hoch für deinen Einsatz!

LG,
Loulou

Beitrag von sarahg0709 11.05.11 - 10:32 Uhr

Hallo,

ich finde es aller Ehren wert, dass Du das auf Dich genommen hast. Mein Mann hätte das nie gemacht, einfach, weil er mit den Kindern nicht so gut kann. Ihm ist lieber, er arbeitet 10 Stunden im Büro und kann daheim dann die Füße hoch legen.

Und klar ist, dass dieses Modell, Frau arbeitet, Mann kümmert sich um die Kinder, (noch?) als exotisch empfunden wird. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich daran irgendetwas ändern wird.

Empfinde Dich mal positiv als Besonderes, die Zeit mit dem Kleinen geht viel zu schnell vorbei, als dass man sich über das Gerede der anderen Gedanken machen sollte.


LG

Beitrag von sillysilly 11.05.11 - 10:52 Uhr

Hallo

mein Mann ist mit unserer ersten Tochter auch zu Hause geblieben - bis unser zweites Kind geboren wurde.
Also 2.5 Jahre

Die ersten 5 Monate waren wir Beide zu Hause - dann bin ich Vollzeit wieder arbeiten gegangen.

Mein Mann hat in der Zeit eine externe Ausbildung gemacht - und nur so war zu diesem Zeitpunkt ein Kind sinnvoll möglich
allerdings habe ich kein Problem gehabt das Kind von meinem Mann betreuen zu lassen

Wir sind auf folgende Fraktionen getroffen:

- Toll, Bewundernswert, Unglaublich - aber nicht für uns
- käme für uns nie in Frage - ICH bin die Mutter, nicht das mein Kind den Papa womöglich lieber hat
- mein Mann könnte das gar nicht - aber die Männer haben auch gar keine Chance ihren Weg selbst zu finden

Habe kaum eine Mutter getroffen die ihr Baby beim Mann zu Hause lassen würde
Warum sei mal dahin gestellt


Grüße Silly

Beitrag von gyros-komplett 11.05.11 - 10:58 Uhr

Marius ist wieder eingeschlafen, so hab ich doch kurz Zeit und will mich
schonmal für die ersten Reaktionen bedanken #pro

"Die Leute sind immer noch dabei, umzudenken"
Das Gefühl habe ich eher nicht, was womöglich auch daran liegt, daß es
meiner Meinung nach hier am Rand von OWL doch eher konservativ zugeht.
Man merkt es in Gesprächen wenn ich erst über den Klee gelobt werde,
weil die Situation ja ach so hart ist (Ist es für Frauen einfacher? ;-) ), im
Gegenzug aber die verwirrten Gesichtsausdrücke kommen, wenn mir
zur Frage nach der beruflichen Zukunft erstmal nur "Maximal Teilzeit die
nächsten Jahre der Kleine soll schliesslich zumindest von einem Elternteil was
haben." einfällt. Ich denke, es wird noch viele Jahre brauchen, bis solche
Konstellationen als normal angesehen werden.

"so wird Euer Kleiner schon genau lernen, worauf es ankommt: Auf Partnerschaftlichkeit und nicht Geschlechterrolle"

Ein toller Absatz, den ich einfach nochmal so stehen lassen möchte :-)

"Und die, die gucken: Laß sie doch; so sparen sie sich die Herzmedis /Kreislauftropfen für den Tag, denn ihren "Aufreger" zum Wachwerden haben sie so schon "

Als (Fast-Alt) Metaller ist man das eh gewohnt, daher finde ich diese
Situationen meist einfach amüsant und als gebürtiger Ruhrpottler
scheint mir meist sowiso die Sonne aus dem Allerwertesten.

Was mich manchmal wirklich nervt, sind die Wickelmöglichkeiten unterwegs.
Als Mann auf dem Damen-WC ist man nun nicht unbedingt gern gesehen
;-)

So, nun wird die Zeit für einen Kaffee genutzt.

Beitrag von ayshe 11.05.11 - 11:12 Uhr

##
Was mich manchmal wirklich nervt, sind die Wickelmöglichkeiten unterwegs.
Als Mann auf dem Damen-WC ist man nun nicht unbedingt gern gesehen
##
Hat mein Mann auch immer gesagt.
Immerhin hast du einen Jungen.

Aber was machen Väter von Töchtern, wenn diese sauberwerden und auf die Toilette müssen?
Wo ziehen sie sich im Schwimmbad um?
Du wirst einfach auf Männerklo und Männerkabine gehen, mein Mann hat sich dauernd gefragt, was er tun soll.

Er wollte sie nicht an den Pinkelbecken mit Männern davor bringen, er ging auf Damenklos, sind ja sowieso Einzelkabinen, bekam aber auch diverse Sprüche.

Und ein kleine Mädchen kann man auch nicht im Schwimmbad allein in die Frauendusche schicken.
Das ist alles ein Problem.

Beitrag von ayshe 11.05.11 - 11:05 Uhr

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Wie reagieren Arbeitskollegen?
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Eigentlich gar nicht oder ganz normal, es wurde nichts dazu gesagt.


##
Was sagen Familie und Freunde?
##
Bei Freunden gab es auch keine Sprüche, denn sie haben dieselbe Einstellung und sehen Väter auch nicht nur als Geldranschlepper, sondern als Väter, die auch ihre Kinder lieben und versorgen und betüdeln.

In der Familie (alte Generation) gab es teils leichtes Erstaunen, aber Akzeptanz.
Traurig fand ich es, daß manche einem Vater leider nicht viel zutrauen und daran zweifeln, daß ein Vater ein Baby gut versorgen und unterhalten kann.


##
Habt ihr wirklich negatives erlebt?
##
Nein, nicht von außen.
Meine Tochter schrie 6 Monate lang wegen ihrer Koliken und schlief nachts erst sehr spät ein.
Wirklich negativ war es für mich, daß ich kaum noch schlief und trotzdem irgendwie zur Arbeit mußte.

Mein Mann war auch etwas genervt, von den ganzen Vollmüttern, die er überall traf und hätte gern mehr Väter getroffen.



##
Chaos in der ganzen
Wohnung, sinnlose Streitereien aufgrund ständigem Schlafmangel und
ständig die Angst im Kopf, etwas falsch machen zu können.
Nach recht kurzer Zeit schlich sich allerdings schon eine gewisse Routine
ein, besonders was den Umgang mit unserem Jungen betraf. Wickeln,
kuscheln, Spielen, das erste Gebrabbel und in der letzten Woche
die ersten freien Schritte; All das durfte ich als Vater direkt miterleben, da
schmeisst man doch gern den (manchmal immer noch chaotischen)
Haushalt
##
Bei dem Kolikengeschrei unserer Tochter blieb der Haushalt sowieso ziemlich liegen. Ich war ja die ersten Monate da und wußte, daß es dann meinem Mann auch nicht anders ging, also lebten wir damit.


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Irgendwas jedoch hatte sich geändert, nur was? Wieso starren mich die
Leute an, Kuhstall noch offen? Die Frage nach Marius` Befinden wird
nicht nur eimal gestellt, ja red ich denn bayrisch? Tipps zur Kleidung
werden auch gern gegeben, man(n) weiss ja schliesslich nicht selbst,
wie warm oder kalt es draussen ist.
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Ja, komisch nicht?
Das meine ich auch, manche trauen es einem Vater nicht zu, obwohl es Quatsch ist.

Und ja, ich glaube auch, sie werden etwas beäugt, die Väter.
Dafür hat dann mein Mann den Müttern Stilltipps gegeben #rofl

Beitrag von alkesh 11.05.11 - 11:45 Uhr

So was ähnliches kennen wir bzw. mein Mann auch. Durch seinen Schichtdienst kann er auch tagsüber viel Zeit mit dem Zwerg verbringen und das macht er auch, schließlich bringt sich der Mann von heute in die Erziehung mit ein ;-)

Er wird auch oft beobachtet, ungläubig gemustert, teilweise bekommt er aber auch Komplimente wie toll er das als Mann doch macht.

Wenn es sich finanziell lohnen würde, würde er auch zuhause bleiben und ich hätte auch nichts dagegen bei einem zweiten Kind direkt wieder arbeiten zu gehen...

Ich finde das alles sehr amüsant, für mich ist es aber völlig normal das Mann sich kümmert - und wenn ich andere Familien so sehe, dann bin ich echt froh einen Mann zu haben der sich auch kümmern will, ansonsten müßt ich immer darum kämpfen dass das Kind väterliche Aufmerksamkeit bekäme...das wäre auf dauer ein Trennungsgrund!

LG

Beitrag von sarahg0709 11.05.11 - 13:36 Uhr

Hallo,

"Ich finde das alles sehr amüsant, für mich ist es aber völlig normal das Mann sich kümmert - und wenn ich andere Familien so sehe, dann bin ich echt froh einen Mann zu haben der sich auch kümmern will, ansonsten müßt ich immer darum kämpfen dass das Kind väterliche Aufmerksamkeit bekäme...das wäre auf dauer ein Trennungsgrund!"

Dann wäre ich von meinem Mann schon seit 6 Jahren getrennt. Aber eine Beziehung ist doch auf mehr aufgebaut, als darauf, dass sich der Mann um die Kinder kümmert, oder nicht (hoffe ich mal)?


LG

Beitrag von ayshe 11.05.11 - 14:12 Uhr

##
Dann wäre ich von meinem Mann schon seit 6 Jahren getrennt. Aber eine Beziehung ist doch auf mehr aufgebaut, als darauf, dass sich der Mann um die Kinder kümmert, oder nicht (hoffe ich mal)?
##
Eine Beziehung besteht ja nie aus nur einem Kriterium.
Aber jeder setzt sich seine Schwerpunkte.

Ich weiß nicht, ob ich damit leben möchte, wenn mein Mann sich aus allem komplett rausziehen würde und unsere Tochter nur eine Mutter erlebt, aber keinen Vater.
Das ist nicht meine Vorstellung von Eltern.
Was ist denn dann noch "Vater"?

Ich bin sehr froh, daß mein Mann unsere Tochter seit Beginn schon genauso kennt wie ich, daß er immer genauso weiß, was los ist, ihr anmerkt, wenn sie krank ist, wenn etwas nicht stimmt, einfach alles eben.
Er ist aufmerksam, sorgt für Getränke und Essen, wenn wir auch unterwegs sind und eingeladen usw.

Ich muß da nicht auf alles achten und nur um das Kind herum sein, sondern kann mich einfach hinsetzen und plaudern.
Jetzt ist sie 7 und meldet sich ja, aber als sie noch klein war eben, als man noch mit ihr zur Toilette gehen mußte und all diese Dinge.

Bei uns hat sich dann eben immer der gekümmert, der in der Nähe war.
Und jeder hatte den Blick dafür.

Ich finde es befremdlich, wenn ein Vater nichts mitbekommt.
Ich habe das schon erlebt. Der Vater wußte eben nicht, daß das Kind muß, daß es Durst hat usw.
Das ist nicht meine Vorstellung.

Beitrag von alkesh 11.05.11 - 14:51 Uhr

Natürlich stützt sich unsere Beziehung nicht auf unseren Sohn, aber wir sind nun mal nicht mehr zu zweit. Wir haben uns Beide für ein Kind entschieden, sind einen harten Weg dafür gegangen und nun haben wir uns auch Beide darum zu kümmern!

Ich bekomm gestaute Halsvenen wenn ich Väter sehe die ihr Kind an die Mutter abgeben nur weil es gerade weint, quengelt, dreckig ist, etc. Mein Mann ist stolz auf seinen Sohn, nimmt ihn gerne mit, ist immer für ihn da, bringt ihn ins Bett, hat die erste Windel gewechselt, steht nachts auf, tröstet und wenn er könnte, würde er ihm sogar die Brust geben.

Er ist eben auch dann Vater wenn es mal unangenehm ist, halt in allen Lebenslagen und nicht nur so ein Schönwetterpapi.

Wenn der Mann nun viel arbeitet (meiner immerhin 48 Std./Wo.) dann kann ich verstehen das man sich weniger kümmert, nachts lieber mal liegen bleibt, etc., dennoch gehören zum Kinder bekommen immer zwei.

LG

Beitrag von ayshe 11.05.11 - 15:51 Uhr

##
Ich bekomm gestaute Halsvenen wenn ich Väter sehe die ihr Kind an die Mutter abgeben nur weil es gerade weint, quengelt, dreckig ist, etc.
##
Sehe ich auch so.
Sie tun das wahrscheinlich, weil sie gar keine Ahnung haben, was zu tun ist. Und das finde ich traurig.

Beitrag von alkesh 11.05.11 - 17:14 Uhr

#pro

Beitrag von ayshe 11.05.11 - 14:05 Uhr

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Ich finde das alles sehr amüsant, für mich ist es aber völlig normal das Mann sich kümmert - und wenn ich andere Familien so sehe, dann bin ich echt froh einen Mann zu haben der sich auch kümmern will,
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Geht mir auch so.

Ich möchte gern, daß mein Kind nicht nur mich als Mutter sieht, sondern auch spürt, daß sie zwei Elternteile hat und beide gleichermaßen anspricht, nicht auf einen fixiert ist.

Beitrag von alkesh 11.05.11 - 14:54 Uhr

Eben, ist doch auch für's Kind besser!

Ich kann nur noch #augen wenn ich höre: "Ich kann nicht, ich muß xyz ins Bett bringen, mein Mann kann das nicht!" oder "Ich muß das Kind baden, anziehen, etc., macht mein Mann nicht!" schrecklicher Gedanke #schein

LG

Beitrag von ayshe 11.05.11 - 15:57 Uhr

Okay, das ins Bett bringen hing auch ewig an mir.
Ich denke, es lag gerade daran, weil ich tagsüber nicht da war und sie so manches nachholen wollte.

Und heute sagt sie, Männer sind nicht gut zum Kuscheln, weil sie so pieken, Frauen seien viel kuschliger ;-)

Aber eben sonst, besonders unterwegs.
Manche Mutter lief den ganzen Grillabend hinter ihren Kindern hinterher, fordert eines auf, auf Toilette zu gehen, wechselt die Windeln, versorgt sie mit Getränken und Spießlsachen usw.
Ich mußte das so nicht alles tun, weil mein Mann eben auch selbst daran denkt, daß die Kleine etwas zu essen und trinken braucht, geht los, besorgt ihr etwas, weiß natürlich, was das Richtige ist, sagt ihr, sie soll eine Jacke anziehen oder sonstwas.

Das sind so gesehen Kleinigkeiten, aber ich sehe auch nicht ein, warum nu ich dann den ganzen Abend rumrennen soll, während mein Mann womöglich die ganze Zeit entspannt mit anderen klönt.
So habe ich das bei anderen schon erlebt.

Und die Kleine kennt es eben verteilt. Sie sagt ihm genauso bescheid, wenn sie etwas braucht oder auf Klo mußte, wie mir, eben dem, der gerade als nächstes da steht.

Beitrag von alkesh 11.05.11 - 17:17 Uhr

Ja, so was beobachten wir auch häufig, ich finde das auch schrecklich, vor allem wenn ich mich mal ne halbe Std. mit genau so einer Mutter unterhalten möchte und einfach nicht dazu komme weil sie ständig hinter ihren Kids her rennt während der Vater schön mit nem Bierchen da sitzt und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lässt!

Ich versteh nicht das man so was mit sich machen lässt!

Lg

Beitrag von ayshe 12.05.11 - 08:53 Uhr

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or allem wenn ich mich mal ne halbe Std. mit genau so einer Mutter unterhalten möchte und einfach nicht dazu komme weil sie ständig hinter ihren Kids her rennt während der Vater schön mit nem Bierchen da sitzt und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lässt!
##
Ja, ganz genau. Macht auch echt keinen Spaß bzw. eine Unterhaltung ist jahrelang völlig unnmöglich.

Beitrag von isabimi 11.05.11 - 12:00 Uhr

Also bei uns kümmert sich auch mein Freund um unsere Tochter - ich bin nach zwei Monaten wieder arbeiten/studieren gegangen.

Mein Freund hat ziemlich lange gebraucht, um sich in seine neue "Rolle" einzuleben: Wir hatten am Anfang sehr viel Streit, weil er mit Haushalt und Kind einfach überfordert war - so durfte ich die ersten Monate, in denen er zu Hause war, zusätzlich zu meiner Vollzeitarbeit und meinem Vollzeitstudium mich auch noch um den Haushalt, Einkauf, etc. kümmern (ums Kind natürlich auch, aber das ist ja "Vergnügen"). Darüber hinaus war er permanent schlecht gelaunt, weil ihm oft sehr langweilig und der Tag mit Baby für ihn sehr eintönig war: Zu Krabbelgruppen, Müttertreffs, etc. wollte er nicht, da er keine Lust hatte, dort dann nur mit Müttern rumzusitzen; Freunde mit Kindern haben wir auch nicht wirklich und auf den Spielplätzen waren eigentlich auch nur Mütter zu finden. Nach einem halben Jahr etwa hatte sich dann alles soweit eingependelt, mein Männle hatte seine Tage mit unserer Maus gut organisiert, inzwischen schafft er es auch, MIT Kind alleine einkaufen zu gehen :-) Mit einigen Müttern vom Spielplatz hat er sich inzwischen auch angefreundet ;-)

Von unseren Freunden, Kollegen, Verwandten gab es grds. keine Kritik; meine Oma findet das sogar richtig klasse #pro Lediglich meine Mutter hat ständig an meinem Freund "rumgekrittelt", weil er am Anfang halt nicht so gut klar kam, so dass ich dann nicht nur Stress zu Hause hatte, sondern mir auch ständig auf Arbeit noch blöde Sprüche anhören musste.

Insgesamt bekommt mein Mann sehr viel positive Resonanz, ICH hingegen muss mir ständig vorwerfen lassen, dass man als Mutter gefälligst zu Hause zu bleiben hat, wie ich überhaupt damit leben könnte, mein Kind nicht ständig um mich zu haben, ob ich mein Kinder überhaupt lieben würde :-[

Ich meine, natürlich fehlt mir meine Kleine, wenn ich nicht zu Hause bin und ich bin auch manchmal sehr wehmütig, weil ich doch schon manches Mal einen Entwicklungsschritt verpasst habe, aber ich nutze eben die Zeit, die ich mit meiner Tochter habe, sehr intensiv: Ich hetze an meinen langen Tagen nach Hause, damit ich sie noch ins Bett bringen kann, lerne für die Uni, wenn sie schläft (also mittags/abends/nachts), damit ich möglichst viel Zeit für sie habe. Dafür strahlt mich meine Tochter aber auch jedes Mal an, wenn ich nach Hause komme, der Papa ist dann abgemeldet (armer Papa, hat er eigentlich nicht verdient). :-D

Inzwischen ist mein Männle seit 11 Monaten zu Hause, die Decke fällt ihm auf den Kopf - und er ist sehr dankbar, dass unsere Maus dann ab August in die Kita geht ;-)

Beitrag von bianka33 11.05.11 - 12:38 Uhr

Hallo,

ich sag mal auch was dazu - obwohl wir das klassische Modell leben!

Also bei uns (zumindest für mich) sind Papas mit Kind eigentlich ein ganz normales Bild in der Stadt oder aufm Spielplatz - naja in der Minderheit, aber doch "normal". Auch in den Krabbelgruppen war bei uns jeweils immer ein Papa aktiv bzw. zuerst die jeweilige Mama, dann Wechsel zum Papa - aus meiner Sicht kein Problem, eher interessant wenn sie so erzählen wie es ihnen mit dem Tausch geht.


Mein Mann hat die ersten beiden Monate bei der Kleinen die Elternzeit mit mir genommen und ist wegen seinem Schichtdienst sehr häufig mit Kind(ern) unterwegs. Als ich noch im KH war wegen Nr. 2 und auch die ersten Wochen danach ist er mit der Grossen zur Spielgruppe und auch sonst überall hin, weil für die Grosse möglichst wenig zu kurz kommen sollte...

Auch die Arztbesuche mit Kind übernimmt meist mein Mann und grade die Grosse nimmt er häufig mal irgendwo mit, zb. zum Wertstoffhof...

Was das Anziehen der Kinder betrifft, sind mir schon Unterschiede zwischen Mamas und Papas aufgefallen - auch mein Mann kommt da auf recht unerwartete Kombinationen :-), aber ich würde da nie was zu nem Papa dazu sagen (naja, bei meinem Mann schon). Ich fands nur lustig zu beobachten, daß Mamas da anscheinend einen anderen Blick dafür haben (ich betone: keinen besseren - nur anders!) und sich vielleicht mehr Gedanken drüber machen.

Also mein Mann hätte gerne noch mehr Zeit mit den kids zu Hause gehabt, aber da ich nur ne 3/4 - Stelle hatte, wäre das finanziell nicht gegangen. Außerdem hätte ich mir's persönlich nicht vorstellen können Vollzeit arbeiten zu gehen mit kleinem Kind - dann hätte ich ja nix mehr von den Kindern gehabt. Leider kann man sich die Arbeitszeiten nicht immer so legen wie man gerne möchte. Andererseits, so nervig der Schichtdienst meines Mannes manchmal auch ist, es hat für ihn den Vorteil, daß er wesentlich mehr von den kids mitbekommt als ich das würde bei Vollzeitarbeit.
Super wäre es (auch nach der Elternzeit), wenn beide Elternteile Teilzeit arbeiten könnten - leider sind unsere Arbeitgeber da noch nicht so sehr flexibel. Ich hoffe, daß sich da noch mehr tut in den nächsten Jahren, denn schließlich gibt es etliche europäische Länder, wo Teilzeit-arbeit für Mann und Frau ganz normal ist.

Grüße
Bianka

Beitrag von lillebi64 11.05.11 - 14:45 Uhr

Hallo,

zu dem Thema kann ich dann auch nicht schweigen #bla. Meine Tochter wird im September schon 12 und so haben wir 1999/2000 den Rollentausch praktiziert mit unterschiedlichen Reaktionen.

Ich war 6 Monate mit ihr zu Hause, bin dann wieder voll arbeiten gegangen und Kind blieb mit Papa zu Hause.

Unsere Freunde fanden das toll, die Mütter auf dem Spielplatz ließen Bemerkungen fallen wie "der ist faul, der lässt seine Frau arbeiten". Ich war froh, dass ich abends mit Kind raus gehen konnte und nur Väter mit Kindern traf, die mir kein "Müttergespräche" aufzwangen #augen. Die Oma und auch andere konnten nicht verstehen, wie ich voller Vertrauen das Kind seinem Papa überließ, der ohnehin der Geduldigere von uns beiden ist - ich galt als Rabenmutter.

Im Kollegenkreis - alles Männer mit Kindern, deren Mütter bestenfalls nach Jahren Teilzeit arbeiten - habe ich keine Kritik erfahren. Schließlich haben alle selbst Kinder und den Luxus der Hausfrau daheim - was sollten sie sagen, wenn ich ging, um mein fieberndes Kind zu hüten oder im KiGa zu basteln? Manchmal habe ich sie bei Betreuungsengpässen auch einfach mit zur Arbeit genommen und bis heute findet sie es klasse, dass die Mama nette Kollegen hat und einen (hoffentlich) guten Job macht.

Papa hat den Haushalt prima gewuppt, die beiden hatten immer viel Spaß und bis heute ihre kleinen Geheimnisse bei Dingen, die sie nicht ganz so genau nehmen wie ich.

Ich war immer die glücklichste Mama der Welt, wenn ich heim kam und hörte, wie die kleinen Füße im Sprint auf mich zukamen :-).

Papa war lange Jahre im Schichtdienst und hatte so immer viel Tagesfreizeit mit Kind. Ich habe meinen Feierabend immer auf dem Spielplatz verbracht und es genossen.

Für uns Erwachsene blieb kaum Zeit, Freunde kamen zu kurz, Hobbies haben pausiert, der Haushalt war nicht immer perfekt - aber wir alle drei waren glücklich. Papas können tatsächlich Kinder glücklich machen, genau wie Mamas und der Rest macht sich schon.

Ergebnis heute: Die Freundinnen meiner Tochter beneiden sie um den Papa, der immer noch viel für sie da ist und immer noch viel Haushalt macht. Kind liebt uns beide innig und verbringt mit beiden einzeln oder auch zusammen gerne Zeit. Mit jedem Elternteil hat sie ihre besonderen Momente.

Mir persönlich wichtig dabei ist, dass ich sehe, dass in ihrem Weltbild tatsächlich Frauen und Männer, Mütter und Väter gleichberechtigt sind. Sie weiß, dass es wichtig ist, dass man sich Aufgaben teilt: Kindererziehung, Geld verdienen und Haushalt werden von jeweils dem erledigt, der sie besser kann oder von beiden, wenn sie das wollen oder es besser ist (z. B. Geld verdienen). Ich unterstütze gerne bei Schulangelegenheiten, Papa kann schneller putzen, ich mache die Wäsche, er geht einkaufen und beide beziehen wir das Kind in die Aufgaben ein, so wie es sich ergibt und beide arbeiten wir gerne und mit Hingabe und verdienen ganz gut.

Ich bin gespannt, wie sie ihr weiteres Leben organisieren wird.

lg
lillebi

Beitrag von lillebi64 11.05.11 - 15:32 Uhr

Ach und fast hätte ich's vergessen: Mein Mann ist Baujahr '53, hat schon zwei Familien mit der klassischen Rollenverteilung "in den Sand gesetzt", weil die Last mit dem Geld auf einer Person lag und die Last mit der Familie auf der anderen Person und die Kommunikation nicht mehr funktionierte ... Selbst Männer, die definitiv noch eine Erziehung für die klassische Rollenverteilung genossen und sie auch praktiziert haben, können also tatsächlich aus freien Stücken umlernen und stellen fest, dass es so viel besser für alle Beteiligten ist :-p

lg
lillebi