Normal das die letzten Tage vor dem Totestag die schwersten sind ?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von 960207 11.05.11 - 09:35 Uhr

Hallo
ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen...mein geliebter Opi der mich aufgezogen hat ist am 11 Juni 2010 gestorben in ein paar Wochen ist also sein erster Totestag..am 1 Juni hab ich ihn das letzte mal " richtig" gesehn...da stieg er gerade ins Taxi und fuhr ins Kh eigendlich nur zum Tabletten einstellen....

Ich bin im mom wieder sehr traurig und denke die ganze Zeit voriges Jahr um die Zeit hat er noch dies und das ...usw...

ich habe auch Angst das die Bilder von vorigen jahr..von der Intensiv usw wieder hochkommen und ich meinen Opi nochmal so " leiden" sehe...

#schmoll

dazukommt das ich am Samstag noch Geburstag hat und er diesmal das erstmal nicht mehr mir gratulieren kann#heul und er mir dieses Jahr besonders fehlt#schmoll

Wie ist das mit dem ersten Totestag was macht man da ?
" kann " ich an meinen Geburstag auch zu ihn auf dem Freidhof vorbeischaun das er mir " gratulieren " kann....

?

Ich habs irgendwie immer noch nicht begriffen das er nicht mehr wiederkommt#schmoll


Beitrag von meandco 11.05.11 - 09:59 Uhr

#liebdrueck

klar kommt jetzt alles noch mal ... das ist mit allen festen die dann das "erste mal so" stattfinden so ...

wenn es dir gut tut, dann geh an deinem geburtstag zu ihm auf den friedhof.

und an seinem todestag ... mach das was für dich wichtig ist. wenn du über ihn reden willst, dann such dir wen der das mit dir macht. wenn es dir wichtig ist in die kirche zu gehen um zu gedenken - dann mach das. wenn du etwas machen willst, was ihr gerne gemeinsam gemacht habt, dann mach das ...
deiner phantasie sind da keine grenzen gesetzt #pro

lg
me

Beitrag von sparrow1967 11.05.11 - 10:26 Uhr

Hallo!

>>Wie ist das mit dem ersten Totestag was macht man da ?
" kann " ich an meinen Geburstag auch zu ihn auf dem Freidhof vorbeischaun das er mir " gratulieren " kann.... <<


Man macht das, was einem Gut tut. Nicht das, was die Leute von einem erwarten.
Wenn DU an deinem Geburtstag zum Friedhof gehen möchtest, dann geh.
Wenn Du an seinem 1. Todestag Blumen am Grab aufstellen möchtest, dann tu es.
Wenn du lieber zuhause sein möchtest, dir Bilder ansehen willst oder einfach nur an ihn denken möchtest- dann tu es.

Jeder geht mit der Trauer anders um- und ich war noch nie der Typ, der etwas getan hat, nur weil es alle tun oder die Leute es von mir erwarten.

Ich bin z.b. kein Friedhofsgänger. Mein Papa ist IMMER bei mir- dafür muß ich nicht an seinem Grab stehen. Hier stehen Bilder von ihm, wir reden oft von ihm, ich denke täglich an ihn- und er ist jetzt 8 einhalb Jahre tot.

Wie gesagt: mache das, was DIR gut tut! #liebdrueck


sparrow

Beitrag von jrc 11.05.11 - 10:33 Uhr

- Ohne Worte - *stummnick*

#pro#pro#pro

Beitrag von ss120875 11.05.11 - 11:19 Uhr

Hallo,

ich weiß genau wie es dir geht. Meine Mama ist gestern vor einem Jahr gestorben.

Ende April hätte sie noch Geburtstag gehabt. Da ging es schon los. Dann kam der Muttertag und gestern nun der Todestag. Ich hatte auch schon vor Wochen angst vor diesem Tag. Zumal meine Kinder gestern im Kindergarten eine Muttertagsüberraschung für alle Mamis aus der Gruppe vorbereitet haben. Ich hätte am liebsten auf der Stelle losgeweint, denn genau als es losging wurde meine Mutter (vor einem Jahr) für Tod erklärt. Muttertagsfest am Todestag der Mutter. Ich hätte am liebsten abgesagt.

Als ich aber gesehen habe, wie stolz meine Kinder sind und wie sie sich gefreut haben auf dieses "Event", musste ich mich einfach zusammenreißen. Es viel mir sehr schwer und 2 Mal war ich nahe dran die Fassung zu verlieren.
Sobald ich im Auto saß, kamen jedoch die Tränen raus...

Auch wenn jeder mit Trauer anders umgeht, denke ich, dass der Schmerz den jeder empfindet der gleiche ist.

Ich wünsch dir alles Gute.

LG
Silke

Beitrag von oma.2009 11.05.11 - 12:29 Uhr

Hallo,

es heißt nicht umsonst "das Trauerjahr", eben, weil jeder Tag bis zum 1. Todestag immer der 1. Tag OHNE den geliebten Menschen ist.

Ob allerdings die letzten Tage vor dem 1.Todestag die Schwersten sind, kann ich noch nicht beantworten, die stehen mir erst noch bevor: am 2.12.2011 und am 19.4. 2012. Für mich ist bisher JEDER Tag schwer, den ich ohne meinen Vater und ohne meinen Mann überstehen muß.


LG

Beitrag von schullek 11.05.11 - 20:40 Uhr

hallo,

man macht genau das, wonach einem ist.
es gibt da keinen regelkatalog oder anstandsregelungen.
wenn es dir etwas bedeutet, dann geh zu seinem grab.
das erste jahr nach dem tod eines geliebten menschen ist immer das schwerste. aber danach wirst du alles schon einmal durchhaben. weihnachten, geburtstage etc.
mach dir nicht solchen stress. wenn du traurig bist, dann lass es zu udn mach dir keine gedanken darum.
mein vater ist schon viele jahre tot, und keiner seiner todestage war mir besonders wichtig. hauptsächlich, weil ich ihn immer vermisst habe bzw. vermisse. gerade in den ersten jahren. da hat dieser tag keine ausnahme gebildet, verstehst du? ein jahr hab ich ihn komplett vergessen. also erst am nächsten tag daran gedacht und fand das gar nicht schlimm. mein vater würde sauer sien, wenn ich jedes jahr an diesem tag trübsal blasen würde.

lg

Beitrag von derhimmelmusswarten 12.05.11 - 08:50 Uhr

Der Todestag meines Opas jährt sich nächste Woche zum ersten Mal. Ich empfinde es als gleich schlimm, dass er unter solch schlimmen Umständen sterben musste. Besonders schlimm finde ich, dass nächste Woche unsere 2. Tochter geboren werden soll und er sie nicht mehr sehen kann. Ich bin auch bei meinen Großeltern aufgewachsen. Neben der Trauer darüber, dass mein Opa gestorben ist, bin ich gleichzeitig auch sehr wütend. Dass er so schrecklich sterben musste, dass er meine Tochter nicht mehr aufwachsen sehen kann und dass nun meine Oma, die sich täglich um meine Tochter gekümmert hat auch noch ein Schwerstpflegefall ist. Die beiden waren nur für andere da. Haben niemandem was getan. Und irgendwelche schlechten Menschen liegen einfach tot im Bett. Das empfinde ich als so ungerecht.

Beitrag von sasa1406 13.05.11 - 19:33 Uhr

Die erste Zeit ist schwer, aber glaub mir, mit der Zeit wird der Schmerz zwar nicht besser, aber erträglicher.

Ich sage mir halt immer wieder, so muss er halt nicht weiter leiden.

Ich selbst habe recht früh meine Omi verloren, was schon schwer war, als vor 10 Jahren mein Opi starb war es noch schlimmer, denn ich konnte noch nicht einmal auf die Beerdigung, da wir keinen Rückflug bekommen haben.

Vor 4 Jahren ist meine Mama gestorben, und vor 1 1/2 Jahren meine andere Omi.

Jedes Jahr, kurz vor dem Todestag oder dem Geburtstag denke ich immer wieder sehr intensiv an alle, und es tut dann unendlich weh, aber ich weiss, dass sie alle vom Himmel aus auf mich aufpassen.

Glaube mir, es wird die Zeit kommen, wo du damit besser umgehen kannst, aber Erinnerungen will man auch nicht wegwerfen,und deshalb kommen sie halt mal immer wieder hoch.

Mit der Zeit wirst du aber vermehrt die schönen Erinnerungen an deine Lieben haben, und das hilft über den Schmerz hinweg.