Die holprige Geburt unserer Asena Felicia am 21.04.2011

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Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von leelala 11.05.11 - 13:58 Uhr

Unser errechneter Termin war der 13.April...aber nichts tat sich.Der Termin kam und ging und das einzige was ich spürte war eine unglaubliche Ungeduld.
Keine einzige Übungs oder Senkwehe ...nix.Mein Bauch hatte sich nicht mal einen Millimeter gesenkt. :-( (Und das trotz homöopathischer Einleitung,Himbi-Tee, Akkupunktur etc)
Und das obwohl mir die ganze Welt prophezeit hatte, dass unsere maus sicher früher kommt, weil sie so eine Bombe ist.

Am 20. 04 hatte ich dann endgültig die Nase voll...alles tat mir weh und die täglichen Anrufe von sämtlichen Menschen die ich kenne machten die Sache auch nicht besser.
Nach mittags hatte ich einenFA Termin und gemeinsam mit meinem Gyn entschied ich, dass am nächsten Tag , also ET+8, eingeleitet werden sollte.(Er meinte von alleine geht das wohl nicht mehr los...Muttermund noch komplett zu und er Gebärmutterhals steht auch noch...na toll)

Erleichterung und Angst machten sich breit. Zuhause angekommen begann ich meine Tasche fertig zu packen und letzte Besorgungen zu machen.
Ich fühlte mich komisch, schob es aber auf die Aufregung.
Gegen Abend wurde mir dann langsam klar, dass dieses komische Gefühl (inzwischen recht stark und regelmäßig) Wehen sind.
Ich informierte meinen Freund darüber, dass ich Wehen im Absatand von 7 Minuten habe, setzte mich vor den TV und wollte warten bis sie in kürzeren Abständen kommen.
Irgendwann trudelte dann mein Freund zuhause ein und ich stelle voller Schrecken fest, dass er Bier(2) getrunken hatte und mich so wohl kaum ins KH fahren konnte. Er sah das ganz locker und meinte : " Die Abstände sind doch noch soooo groß, da kann ich ja locker noch ein bißchen pennen...später kann ich fahren"
Er legte sich also hin und ich schrieb weiter die Zeiten auf.An den Intervallen änderte sich gar nix, an der Intensität allerdings schon.Inzwischen tat es echt richtig weh.

Bei meinem nächsten Toilettengang sah ich dann, dass mein Höschen total voller Blut war und mir auch die beine hinuterlief...Schleimpfropf? Plazenta? PANIK!

Ich stürme also ins Schlafzimmer und wecke meinen Freund. Er, inzwischen ausgenüchtert ,bekommt langsam Panik und will ein Taxi rufen, da es ihm zu gefährlich erschien eine Schwangere durch die Gegend zu fahren.^^(nachdem ich ihm Prügel androhte, erklärte er sich doch dazu bereit mich ins KH zu fahren ;-) )
Ich rief dann noch kurz im Kreisaal an um mein kommen anzukündigen.
Während der Fahrt verfluchte ich die ganze Welt...Wehen im sitzen sind schrecklich(inzwischen kamen sie im 4 Minuten Takt)...
Im KH nahm mich dann eine relativ unsympatische Hebamme in Empfang, die mich nicht richtig ernst zu nehmen schien.
Auf dem CTG war nix zu sehen und das Blut kam wohl tatsächlich vom Schleimpfropf (zum Glück bin ich deshalb fast durchgedreht ; -) ) Der Muttermund war nun fingerdurchlässig und der GMH verkürzt

Die Hebamme stelle mir also ein Bett in den Kreissaal und schloß mich an ein anderes CTG an und sagte ich solle versuchen noch ein bißchen zu schlafen (nochmal nach Hause fahren würde sich inzwischen nicht mehr lohnen, da ich ja ein paar Stunden eh zu Einleitung hätte kommen sollen)
Meinen Freund schickte ich gegen 01.00Uhr nach Hause, damit er sich wenigstens noch ein bißchen ausruhen kann.
So blieb ich dann alleine im Kreissal zurück und tigerte von links nach rechts.Ich war soooo müde, dass ich mich hinlegen musste und tatsächlich in den Pausen zwischen den Wehen immer wieder wegdöste.

Plötzlich fielen die Herztöne meiner Maus auf unter 60...die Hebamme kam in den Kreissaal , verschob den Schallkopf auf meinem Bauch und als dass auch keine Veränderung brachte, spritze sie mir kommentarlos ein medikament durch meinen Zugang .
Von dem Zeug bekamm ich totales Herzrasen, die Herztöne meiner Kleinen normalisierten sich .Nach einem kurzen Telefonat mit meinem Gyn (Belegarzt im KH) bekamm ich Wehenhemmer angehängt, damit wir uns etwas erholen können( Ich war inzischen seit 24 Stunden wach...das war 5 Uhr morgens)
Die Wehenhemmer wirkten Wunder...meine Wehen waren nämlich weg!
Schichtwechsel.Eine gut gelaunte und wesentlich nettere Hebamme nahm sich meiner an.
Auch sie sprach mit meinem Gyn ...und hängte mir nun einen Wehenförderndes Medikament an. Auch das wirkte prima...ich hatte innerhalb kürzester Zeit wieder ordentliche Wehen.
Nach ner Stunde am Tropf wurde ich nochmal untersucht...der Muttermund war nun bei 2 cm...juhu es tut sich was!
Oder doch nicht?
Irgendwie stagnierte es nämlich ab diesem Zeitpunkt (ca 8 Uhr morgens)Die Wehen taten fürchterlich weh ( 3 Minuten Abstand) und brachten nichts am Muttermund...so rieten mir die Hebamme sowie die Oberärztin zu einer PDA, da ich das sonst nicht durchhalten würde.

Gut,dann halt ne PDA...soll ja nicht schlimm sein, also immer her damit! Ohne ins Detail gehen zu wollen: Scheiße, tat das weh!
Nun gut PDA sitzt und begann auch zu wirken...allerdings nur rechts.Super!
Noch konnte ich laufen und tat es auch...Kurze Zeit später war das allerdings schon nicht mehr möglich (ich hätte mir noch fast alle Knochen gebrochen, weil ich nicht wahr haben wollte,dass die PDA stärker war als mein Wunsch einem Katheter zu entgehen).
Tja also musste ich wohl liegen bleiben...und das mit dem Katheter war tatsächlich nicht so schlimm.

Und dann passierte es zum zweiten mal...die Herztöne fielen ins bodenlose...also Wehenförder-Zeugs wieder ab...dann die Herzrase-Spritze und Wehenhemmer wieder dran.
Die Ärztin entschied dann kurze Zeit später, alle Medis abzuhängenum das Baby nicht weiter z u stressen.
Gut...nach dem zweiten großen Schreck, war ich dankbar , dass die Manipulationen gestoppt wurden.Ich hatte tierische Angst um mein Baby, fühlte mich aber gut betreut.
Schichtwechsel:Hebamme Maria hatte nun Dienst.Auch sie untersuchte mich...Muttermund bei 3 cm...der GMH war noch wulstig vorhanden und Babys Kopf saß immer noch nicht fest im Becken.

Inziwischen trudelte mein ausgeschlafener Freund ein, der sich relativ schnell wieder verabschiedete, nachdem Maria uns mitteilte , dass (da ja nun die Manipulation eingestellt wurde)das alles noch sehr lange dauern könnte.
Er wollte sich mit ein paar Freunden treffen, ich wünscht ihm viel Spaß und versuchte abermals etwas zur Ruhe zu kommen (was mir nicht so gut gelang, da ich ich die Wehen ja links noch sehr deutlich spürte...wenn auch nur alle 7 Minuten).

Um ca 16 Uhr wurden die Wehen von alleine wieder stärker und die Herztöne meiner Maus schlechter...zum dritten Mal!

Hebamme und 2 Ärztinnen versuchten durch hin und herschieben des Schallkopfes meine Kleine besser zu "hören".DIe Oberärztin murmelte die ganze Zeit etwas von " das muss die Mutter sein...viel zu langsam"
Ich allerdings war mir sicher, dass meine Hertöne nicht unter 70 liegen, weil ich inzwischen dermaßen unter Strom stand, dass mein Puls sicher über hundert lag!

Zum dritten Mal bekam ich nun eine" Herzrasen-Spritze", die diesmal aber keine Besserung brachte.
Die Ärztin hatte dann plötzlich ein Telefon am Ohr und sagte: " Notsectio...ich rufe eine Notsectio aus!"
Ich dachte mein Herz bleibt stehen und ich begann sofort zu weinen.Die Hebamme wollte gerade beginnen mir Thrombose Strümpfe und Hemdchen anzuziehen, als die Ärztin begann mich im Laufschritt in den Aufzug zu fahren und rief: "Für sowas haben wir keine Zeit mehr"

Ich war kurz vorm durchdrehen!
Als ich dann noch etwas von einem Reanimationsbettchen hörte, wars völlig vorbei.Ich wurde fast hysterisch...die Ärztin beschwor mich langsam und tief zu atmen.Ich gab mir die größte Mühe,machte aber meine Job nicht so gut.

Die Aufzugfahrt kam mir ewig vor.

Im OP wurde ich von der Anästhesieschwester begrüßt, die schon beim legen der PDA dabei war.Sie versuchte mich zu beruhigen.Alle waren furchtbar leib und versuchten ruhig zu wirken, aber ich spürte die Hektik.
Da meine PDA nur rechts wirkte ,bekam ich eine Vollnarkose.
Unglaublich wie schnell die Narkose wirkte.

Um 17.09 Uhr (21.04.2011) wurde unsere Asena Felicia geboren
56cm lang
3900 Gramm
35cm KU
Apgar 8/10/10

Als ich wach wurde , war das erste was ich hörte:" Dem Baby gehts gut...dem Baby gehts gut..."Die Hebamme sagte es bestimmt 10 Mal weil ich noch so verplant war.

Sofort wurde ich in den Kreissaal zurückgebracht.
Dort lag mein Freund mit meiner nackten und quängelnden Maus auf dem Bauch und wartete auf mich.
Ich war so unendlich glücklich Asena endlich sehen hören und spüren zu dürfen.ASUch mein Freund konnte gar nicht mehr aufhören zu lächeln und unsere Tochter zu küssen und zu berühren.


Laut Ärztin war es allerhöchte Eisenbahn, dass die Kleine geholt wurde, da sie schon in einem dicken grüne Brei schwamm...der Stress war also riesig für mein Mädchen!

Nun sind wir seit 13 Tagen zu Hause und lernen uns richtig kennen

Beitrag von dianapierre 11.05.11 - 14:29 Uhr

schöner bericht, am ende kamen mir die tränen :-D

#verliebt euch eine schöne kennenlernzeit!

#winke

Beitrag von pebbels12 11.05.11 - 17:08 Uhr

Tränen fließ, fließ..es war soo schön geschrieben, hoffte das der text nie zuende ging...!!!!

Beitrag von derhimmelmusswarten 11.05.11 - 21:54 Uhr

Oh Mann. Was für ne Geburt. Aber dass dein Freund einfach weg geht, um sich mit Freunden zu treffen, obwohl abzusehen war, dass es Komplikationen gab, finde ich ja ein Ding. Generell finde ich das ein Unding. Das wär ein Trennungsgrund für mich. Und das Krankenhaus scheint ja auch Methoden zu haben. Erstens einen so lange liegen zu lassen und dann diese Experimente mit Wegenhemmer und Spritze zur Wehenanregung #kratz Hört sich ja nicht sehr vertrauenserweckend an. Da habt ihr ja wirklich nochmal Glück gehabt.

Beitrag von wiebkehanssen 11.05.11 - 22:54 Uhr

Asena Felicia finde ich eine schöne Kombination. Alles Gute zu Hause!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Beitrag von ah2011 12.05.11 - 17:34 Uhr

Herzlichen Glückwunsch!

Kann mich nur anschließen!
Finde das unmöglich von deinem Freund einfach wieder zu gehen um sich mit Freunden zu treffen! Dem hätt ich aber den Marsch geblasen solange ich noch genug Luft hätte! :-[ Mein Mann hat bei mir zu bleiben und mich zu unterstützen, ich kann ja schließlich auch nicht weg wenn mir die Schmerzen zu viel werden! #nanana