Selbständigkeit - bei der Einstellung zum Geld ??

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von betty38 11.05.11 - 15:12 Uhr

Hallo zusammen,

mein Mann hat vor zwei Monaten einen neuen Job angefangen. Sicherer Job in einem großen Unternehmen. Gehalt ist ok. Aber die Arbeit gefällt ihm gar nicht - ist ihm zu langweilig. negativ ist auch, dass er tagsüber recht lange unterwegs ist (ist im Außendienst und muss mindestens 10 std draussen sein...)

Nun hat ihm sein alter Arbeitgeber - er will ihn unbedingt zurück - angeboten, dass er sich an der Firma beteiligen kann und als Teilhaber fungiert oder aber sich selbständig macht usw. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Als Angestellter will mein Mann nicht, er "träumt" schon seit langem von der Selbständigkeit...

Es ist aber leider so, dass er überhaupt nicht mit Geld umgehen kann. Er kam mit Schulden zu mir (25 Tsd (für nix und wieder nix). Ich habe die Schulden auf mein Haus genommen) und meckert, wenn ich sparsam bin (Energie usw), ihm Peanuts vorhalte (weil er jeden Tag Essen geht; sein Auto ständig waschen lässt).
Das klingt vielleicht alles doof, aber er ist momentan der Hauptverdiener (ich habe nur einen 400 Eurojob und Kindergeld, weil die Betreuung unserer Zwillinge (2 Jahre) noch nicht gut geregelt ist) aber ich zahle trotztdem alles von diesem Geld (Hausabtrag, Strom, Telefon, Essen) und er gibt mir hin und wieder mal was dazu. Erhat ja wesentlich mehr und ist trotzdem immer blank..

Glücklicherweise kann ich ab Sommer - wenn die kinder in den Kiga gehen, wieder mehr arbeiten, aber das ist doch nicht die Lösung...Das wird keinesfalls gut gehen...

Wie rede ich es ihm aus? Er lässt ja so kaum mit sich reden...

betty

Beitrag von vwpassat 11.05.11 - 15:21 Uhr

Ich würde bei solch krassen Gegensätzen die ganze Beziehung in Frage stellen.

Wenn hier über Jahre hinweg keine Einsicht kommt, so wird er Euch früher oder später komplett ruinieren.

Beitrag von fuxx 11.05.11 - 15:28 Uhr

sehe ich genauso.
Wenn man sich in Geldangelegenheiten nicht einig ist, weil der eine ein Verschwender und der andere ein Sparsamer ist, kann das auf Dauer nicht gut gehen.
Krass finde ich auch, dass Du so nett warst und die Schulden auf Dein Haus aufgenommen hast und er Dir nun "ab und an mal Geld dazu gibt".
Ich vertrete noch immer den Standpunkt, dass gerade in einer Ehe das Geld BEIDEN gehört.

Beitrag von phantastica123 11.05.11 - 15:26 Uhr

Hallo Betty.

Selbstständigkeit ist nichts für Fantasten, und das scheint mir Dein Mann zu sein.

Wer selbstständig ist, arbeitet selbst und ständig, ich spreche aus Erfahrung. Ich bin seit 7 Jahren selbstständig und ich weiß, dass es sehr viel Disziplin erfordert. Und geregelte Arbeitszeiten? Davon träume ich! Denn an jedem Tag, an dem ich nicht arbeite (sei es wegen Krankheit oder weil ich einfach mal ausspannen muss), kommt de facto keine Kohle in die Kasse.

Wer selbstständig sein will, sollte dringend buchhalterischen Hintergrund haben - auch das musste ich bitter lernen. Dein Mann macht aus Deinen Schilderungen nicht den Eindruck, dass er wirtschaftlich denken kann, und das ist aber bei der Selbstständigkeit unabdingbar.

Und mir scheint so, dass Dein Mann zuerst einen dicken Geschäftswagen kauft/least, weil er das standesgemäß findet. Und das ist meist der Anfang vom Ende...

Viele Selbstständige haben erst Allüren im Kopf - und dann erst die Arbeit, wenn überhaupt.

Ich rate in Eurem Fall dringend von einer Selbstständigkeit ab. Und vor allem sollte geklärt werden, mit welchem Finanzaufwand diese Selbstständigkeit zu realisieren sei. Obwohl ich sehr fleißig und sparsam bin, mit buchhalterische Kenntnisse angeeignet habe und immer wieder neue Kunden aquirieren konnte, brauchte ich vier Jahre, um schwarze Zahlen zu schreiben, weil es einfach so lange dauerte, bis der Betrieb stabil und sicher lief.

Und trotzdem lehne ich mich nicht zurück und ruhe mich aus, sondern wickle den Geschäftsalltag mit dem gleichen Fleiß ab wie vor vier Jahren.

Zudem gebe ich zu bedenken - auch das weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung - dass man als Selbständiger/Freiberufler nur bedingt kreditwürdig ist. Wer einen Kredit will - auch für geschäftliche Zwecke - muss doppelt und dreifache Absicherungen abliefern. Deshalb hüte Dich und lasse Dich und Dein Haus nicht vor irgendeinen Karren spannen, der dann mal aus dem finanziellen Dreck gezogen werden will.

Wenn Dein Mann jetzt schon nicht in der Lage ist, Euer Leben finanziell mitzubestreiten, wird das auch nicht besser.

Wie Du ihn von seinem Vorhaben abhalten willst, kann ich Dir nicht sagen. Ich kann Dir nur Argumente liefern, die GEGEN eine Selbstständigkeit sprechen, von der sich jemand schnelles Geld und ein bequemes Leben erhoffen.

Alles Gute.



Beitrag von kruemlschen 11.05.11 - 15:44 Uhr

Ich hoffe Ihr habt einen Ehevertrag! Wenn nicht solltest Du darüber nachdenken ob bzw. wie Du einen finaziellen Ruin, der durch Deinen augenscheinlich egoistischen und unselbständigen Träumer von Mann verursacht werden wird, verkraftest. Oder ob Du nicht lieber vorher Eure Beziehung überdenkst.

Magst Du Gleichberechtigung nicht, oder warum seit ihr verheiratet?

K.

Beitrag von derhimmelmusswarten 11.05.11 - 17:30 Uhr

Ich würde mir an deiner Stelle keine Gedanken darüber machen, ob dein Mann sich selbständig machen sollte oder nicht. Diese Frage würde dir jeder halbwegs normale Mensch selbstverständlich mit NEIN beantworten! Wie kann Frau nur so (ich schreibe das Wort jetzt lieber nicht aus) sein und voreheliche Schulden auf ihr Haus aufnehmen??????????????? Das ist ja ein Unding. Und dann kriegst du noch nicht mal genug Geld von dem? Gütertrennung fällt mir da nur noch ein. Sieh zu, dass ihr schnell nen Ehevertrag macht. Geh zu nem Anwalt, lass dich beraten. Der Typ reißt euch doch in die Schulden, dass es nicht mehr feierlich ist.

Beitrag von manavgat 11.05.11 - 18:53 Uhr

Ich würde ihm klar sagen: Du kannst machen was Du willst, aber dann bin ich weg.

Gruß

Manavgat

Beitrag von schnitte19840 11.05.11 - 23:15 Uhr

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