Wo finde ich Hilfe bei Trennung?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ichbinsotraurig 11.05.11 - 20:54 Uhr

Hallo!

Mein Mann möchte sich wahrscheinlich von mir trennen. Er ist sich noch nicht ganz klar. Ich wäre gern mit ihm zusammengeblieben, ich war glücklich mit ihm.

Ich weiß grade nicht, wo mir der Kopf steht. Es ist alles noch so frisch. Ich arbeite halbtags, mein Mann Vollzeit. Wir haben eine gemeinsam gemietete Wohnung. Wir haben einen gemeinsames 5-jähriges Kind.

Wo finde ich Hilfe bei Trennung? Rechtlich weiß ich gut Bescheid, da ich selber im Gericht arbeite.

Aber ich meine persönliche Hilfe. Ich weiß nicht, wie ich das allein durchstehen soll. Die meisten Möbel gehören ihm. Er wird wohl ausziehen und ich kann hier wohnen bleiben. Ich weiß aber nicht, wo ich Möbel herbekommen soll. So viel Geld habe ich nicht.

Am liebsten würde ich für ein paar Tage ausziehen, aber ich weiß nicht wohin. Meine Mutter hat selber nur eine kleine WOhnung, da kann ich nicht hin. Eine gute Freundin habe ich zwar, aber die hat auch keinen Platz.

Ich bin so traurig und nur am Weinen. Es kam alles so schnell. Mein Mann hat nie mit mir gesprochen und ich dachte, alles wäre gut. Er konnte sich wohl gut verstellen.

Wo kann ich denn hin? Ich bin so verzweifelt. Frag mich auch, wie das finanziell werden soll. Die ganzen Versicherungen, das Auto etc. Das Auto gehört ihm. Ich brauche es aber, um zur Arbeit zu kommen. Und hier wegziehen möchte ich nicht, da meine Mutter gleich um die Ecke wohnt, falls mal was ist und ich möchte bei der Trennungssituation meinen Sohn nicht in einen neuen KiGa anmelden, zumal er ja auch nächstes Jahr in die Schule kommt. Ist ja für ihn auch schon schwer genug. Mit dem Bus komme ich zur Arbeit, bin aber so lang unterwegs, dass ich die Stunden nicht schaffe, um pünktlich meinen Sohn abzuholen. Meine Mutter kann mir nicht helfen, sie muss selber arbeiten.

Ich habe so große Angst vor der Zukunft. Und weiß auch nicht, wie alles dazu gekommen ist. Er spricht nicht klar mit mir.

Beitrag von Oh je. 11.05.11 - 21:08 Uhr

Fühl dich erstmal feste gedrückt.. ist ja schon eine ätzende Situation.

Meinst du, er würde alles mitnehmen und dir nichts überlassen? Er würde ja nicht nur dir alles nehmen, sondern auch deinem Sohn. Der ja ebenfalls ohne Möbel dastehen würde. Davon ab gibt es einige 2nd-Hand-Möbelhäuser, wo du viele Möbel für wenig Geld kaufen kannst.

Finanziell gesehen ist er dir und deinem Kurzen ja auch zu Unterhalt verpflichtet. Über all diese Dinge kannst du dich ja mal von einem Anwalt beraten lassen. Ruf an und sag, du möchtest ersteinmal ein Beratungsgespräch. Und sonst gibt es bestimmt noch einige Beratungsstellen, die ich persönlich nicht kenne aber vielleicht andere Urbia-Mitglieder.. Ich weiß nicht, ob du bei der caritas z. B. mal anfragen könntest. Die sind ja auch für Frauen in schwierigen Situation da und nicht nur für Schwangere..

Dein Mann sollte sich mal klar äußern, so kann ich vollkommen nachvollziehen wie schrecklich es für dich sein muss.. :-(

Ich drück dir jedenfalls feste die Daumen und wünsch dir, dass alles in irgendeiner Weise wieder gut wird.

Liebe Grüße!

Beitrag von lichtchen67 12.05.11 - 09:03 Uhr

ich erinnere mich noch gut an diese zeit, schrecklich. Caritas hast Du ja schon gehört, Du kannst auch mal nach ProFamilia googlen, da war ich damals auch, das könnte auch eine Anlaufstelle für Dich sein. du brauchst unterstützung und Stärkung.

Allerdings kann dir die Traurigkeit niemand nehmen, da musst Du durch. ich bin monatelang wie mit Wattebausch um den Kopp gegangen, habe nur funktioniert, mehr nicht. Schweißausbrüche, schlimme Nächte....

Wenn Du sonst mit Deinem Mann noch reden kannst würde ich vorschlagen, setzt euch zusammen. Dein Mann kann nicht einfach so gehen, und Dich und euren sohn eurem Schicksal überlassen, versucht das zu planen, das gibt auch für Dich Sicherheit.

Er ist in der einjährigen Trennungszeit verpflichtet, Euch mit zu versorgen. Setzt euch hin, schreibt all eure Finanzen auf. Einnahmen, Ausgaben. Guckt was unnötig ist und kündigt das. Dann schaut was unter dem Strich übrig ist und teilt das gerecht auf.

Rede mit Deinem Mann ob es möglich ist, dass Du in der wohnung bleibst, das war für mich damals übrigens auch super wichtig. Ich habe sogar mit meinem Vermieter geredet und der hat mir die Miete leicht reduziert, kannst Du das auch versuchen?

Über die Möbel müsst ihr auch sprechen, Kinderzimmer, Küche und Waschmaschine bleibt eh bei Dir.... den Rest, regelt, teilt es auf. Wir hatten anfangs dann halt jeder ein Sofa, das geschirr geteilt, die Gläser. wenn man wieder auf die Füße gekommen ist, kann man sich später darum kümmern, den Haushalt wieder komplett zu machen.

Genauso mit dem Auto.... entweder verkaufen und Geld teilen und Du kaufst dir was altes klappriges. Oder Du nutzt es erstmal weiter wie bisher.

Ich bin damals übrigens auch erst einmal für eine Woche zu meiner Freundin gekrochen, das tat gut. Als mein Mann dann die wohnung verließ hab ich vieles umgestellt und neu gemacht, so dass ich nicht mehr das Gefühl habe, ich gucke auf Lücken sondern auf etwas, was ich mir schön gemacht habe.

Lichtchen