Keinen Kontakt zur Oma - wie Kind erklären?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von hasi.1981 12.05.11 - 14:26 Uhr

Hallo,

ich bräuchte mal eure Meinungen. Meine Große (bald 4) ist im Moment sehr interessiert was die Familie angeht. Also "die Oma ist deine Mama" "die Tante ist deine Schwester" usw..... Wir haben zu den Eltern meines Mannes seit 2 Jahren keinerlei Kontakt mehr (meinen Mittleren das letzte Mal mit 6 Wochen gesehen, die Kleine gar nicht). Es sind sehr viele Dinge vorgefallen das ich von meiner Seite den Kontakt vor 2 Jahren abgebrochen habe. Natürlich galt das nie für meinen Mann und die Kinder. Allerdings sind sehr viele Sachen passiert (auch mit juristischem Ärger - wir mussten Anwalt einschalten...) und mein Mann wollte auch keinen Kontakt mehr. Ich wurde auch noch sehr beleidigt und das wollte ich mir nicht mehr bieten lassen.
Ich habe allerdings nie den Kontakt zu den Enkeln verboten. Ich war immer der Meinung - wenn sie sie sehen wollen können sie das. Auch wenn ich gewollt hätte, dass mein Mann dabei ist (die Große war ja erst 2 Jahre und mein Schwiegervater kann sich oft nicht zusammenreisen und ich wollte nicht, dass er vor den Kindern übe runs herzieht).

Von den Schwiegereltern kam keinerlei Lebenszeichen mehr. Von meiner Schwägerin weiß ich allerdings, dass meine SchwiMu schon gern die Enkel sehen würde (tut es aber wegen ihrem Mann nicht).

Also, alles ist sehr kompliziert. Wir haben auch des öfteren vorher versucht Kontakt zu halten - es gab aber immer wieder Ärger. Auch wenn wir wieder auf die zukommen würden, weiß ich, dass es nach ein paar Monaten wieder zur Kontaktsperre kommen würde. Deshalb sind wir der Meinung, dass es im Moment besser ist, keinen Kontakt aufzunehmen.

Die Große kann sich nicht mehr an die andere Oma und Opa erinnern. Fotos existieren zwar, aber wurden schon länger nicht mehr angeschaut.

Jetzt kam die letzte Zeit ein paar Mal die Frage, wer die Mama von meinem Mann ist..... in der Situation war es allerdings immer so, dass mein Mittlerer just in dem Moment die Große abgelenkt hat und sie die Frage vergessen hat #schwitz...aber ich weiß - sie wird wieder kommen....und ich möchte auch eigentlich nicht lügen....

Soll ich sagen, dass wir Streit hatten und daher keinen Kontakt? Wäre die Wahrheit....ich habe nur Angst, dass sie dann denkt, wenn wie mal Streit haben könnte sowas auch passieren - oder "denken" die Kinder nicht so kompliziert? Sie denkt allerdings oft ziemlich "über Eck".....

Und was mache ich, wenn sie fragt, ob sie sie besuchen darf? Eigentlich sollte ich dann bei ihr anrufen? Ich möchte aber nicht, dass sie Kontakt aufbauen, der dann in ein paar Monaten wieder zerstört wird.
Meiner Tochter zu sagen, dass sie keinen Kontakt wollen finde ich auch sehr hart (nicht das sie denkt, dass es an ihr liegt).

Es gibt bestimmt viele in einer ähnlichen Situation...

Kann mir jemand einen Tipp geben?

Vielen Dank!

Beitrag von espirino 12.05.11 - 14:35 Uhr

Hallo,

bleib auf jeden Fall bei der Wahrheit. Ihr habt euch schlimm gestritten und deswegen keinen Kontakt mehr. Sowas passiert nunmal auch bei Erwachsenen. Wenn sie sie besuchen möchte würde ich aber meinen Mann bitten Kontakt zu seinen Eltern herzustellen und nachzufragen, ob denn Kontakt gewünscht wird.
Darüber, was daraus resuliert solltest du dir jetzt noch keine Gedanken machen. Entweder mag sie es bei ihrer Oma und möchte dann öfter hin oder aber nicht und es bleibt alles wie gehabt.

Kinder denken mit Sicherheit nicht so weit in die Zukunft. Das Freundschaften auch mal auf Dauer zerbrechen könnten berechnen sie nicht, da sie noch völlig unvoreingenommen im Heute sitzen. Heute ist der eine da toll und morgen ist er dann blöd. Kinder sind noch nicht so kompliziert und berechnend wie Erwachsene.

LG Jana

Beitrag von hasi.1981 12.05.11 - 15:04 Uhr

Ich danke dir für die Antwort. Vielleicht mach ich es komplizierter als es ist...vielleicht sag ich den Namen und für sie ist das dann (erstmal) o.k.....
Hab einfach nur Angst, dass sie enttäuscht ist/wird.

Beitrag von sarahg0709 12.05.11 - 15:13 Uhr

Hallo,

meine Tochter kennt auch nur einen Großvater, den Vater meines Mannes.

Meinen Vater kennt sie nicht, weil wir kaum Kontakt zueinander haben und er seine Enkelin auch nicht kennenlernen will. Warum, keine Ahnung.

Sie weiß also, dass da noch ein 2. Großvater ist, da habe ich aber gesagt, dass er nicht in der Nähe wohnt, das hat ihr gereicht.


LG

Beitrag von hasi.1981 12.05.11 - 15:22 Uhr

Danke dir, da bin ich ja froh, dass nicht alle Kinder es sooo genau wissen wollen (und hoffe, dass meine da genauso ist ;-))

bei uns wohnen sie übrigens leider in der Nähe #schein und ich habe immer ein komisches Gefühl wenn wir in der (kleinen) Stadt sind, wo sie wohnen....

ach, das ist einfach blöd....und ich bin ein so harmoniesüchtiger Mensch - weiß aber, dass es keine Sinn machen würde...



Beitrag von abenteuer 12.05.11 - 20:24 Uhr

Hey
Ich kenne diese Fragen. Nur gehts bei meinem Sohn um den leiblichen Vater, der leider keinerlei Interesse an unserem Sohn zeigt.

Ab und an zeige ich unserem Sohn Fotos von ihm und erzähle ihm von seinem leiblichen Vater. Mein Sohn liebt es, gemeinsamkeiten zu seinem Vater zu finden. Dann gab es mal ne Zeit, da fragte er immer wieder, ob wir ihn nicht mal wieder besuchen könnten. Ich sagte ihm, dass wir das mal wieder machen könnten. Er fragte dann fast täglich und wir statteten meinem Ex dann einen Besuch ab. Er war nett zu unserem Kind und der Kleine war zufrieden. Es hat ihm zwar Spaß gemacht, doch seitdem hat er nicht wieder gefragt. Er weiß, dass er hin könnte, wenn er möchte. Das reicht ihm.
Auf die Frage, warum wir ihn so selten sehen hab ich nur geantwortet, dass sein Vater halt viel zu tun hat.

Ich lüge also auch nicht- aber mein Sohn muss dennoch nicht alles wissen. Das würde ihn verletzen.

Ablenken bringt auf lange Zeit gesehen nichts. Stelle dich ihren Fragen und beantworte sie kindgerecht. Die Fragen über die Verwandtschaftsverhältnisse finde ich normal. Je selbstverständlicher man mit dem Thema umgeht, umso zufriedener sind die Kids.
Das die Großeltern keinen Kontakt wollen, muß sie dagegen nicht wissen.

Beitrag von kleine1102 12.05.11 - 21:38 Uhr

Hallo,

wir waren 6 Jahre lang in einer ähnlichen Situation. Unsere Mädels (4,5 und 2,5 Jahre alt) haben ihre Großeltern erst Anfang diesen Jahres kennen gelernt. Es ist in den Jahren bis zum Kontakt-Abbruch unsererseits auch sehr viel passiert, dass es uns auch jetzt schwer macht, den Kontakt wieder zuzulassen. Dieser hält sich allerdings auch sehr in Grenzen. Das mit den ständigen Gesprächs-Versuchen und dem darauf permanent folgenden Ärger sowie den entsprechenden Kontakt-Abbrüchen seitens meiner Schwiegereltern kennen wir ebenso wie Ihr zur Genüge und genau davor wollen und werden wir unsere Kinder auch schützen!

Unsere "Große" fing auch irgendwann zwischen ihrem dritten und vierten Geburtstag an, sich intensiv mit unseren Familien zu beschäftigen. Wer zu wem gehört, Tante/Onkel/Cousin/Cousine/Pate/... ist. Dass eine Oma und ein Opa (meine Eltern) leider bereits verstorben sind, kann sie so recht gut "stehen lassen". Klar fragt sie auch da hin und wieder nach, aber das ist eben etwas sehr Endgültiges, das verstehen sogar schon kleine Kinder. Nach der anderen Oma und dem anderen Opa hat sie im letzten Jahr sehr oft gefragt, wir haben ihr Fotos gezeigt, das fand sie gut. Hat natürlich auch gefragt, ob sie die beiden mal kennen lernen kann, wir konnten es ihr zu dem Zeitpunkt nicht sagen. Haben erklärt, dass Oma und Opa weiter weg wohnen (ist ja sehr relativ, aber 60 Kilometer sind zumindest nicht "um die Ecke") und viel unterwegs sind (das stimmt tatsächlich, da sie ständig "um die halbe Welt reisen"). Vom Streit haben wir nichts erzählt (es gab in dem Sinne auch nicht DEN EINEN Streit), das hätte unsere Tochter emotional überfordert (sie macht sich sehr viele Gedanken/Sorgen bei solchen Dingen). Unsere Tochter konnte das gut so akzeptieren und gerade, als etwas Ruhe bzgl. des Themas eingekehrt war, haben die Kinder ihre Großeltern mehr zufällig kennen gelernt. Das erste Treffen war absolut rührend und meine Schwiegereltern auf eine erstaunliche Weise sehr bemüht um ihre Enkelkinder. Auch, wenn ich Vieles verzeihen kann- vergessen werde ich (leider) nichts. Trotzdem finde ich, dass Kinder ein Recht darauf haben, ihre Großeltern kennen zu lernen (sofern von diesen keine Gefährdung ausgeht). Vor allem, da unsere Kinder nur noch dieses eine Großeltern-Paar haben. Es fällt zwar (noch) schwer, aber sehr in Maßen geht es. Interessanter Weise scheint den Kindern (vor allem unserer älteren Tochter) dieser recht seltene, wenige Kontakt völlig zu genügen. Sie ist zufrieden (und stolz, im Kiga jetzt auch endlich von Oma und Opa erzählen zu können), allerdings haben unsere Mädels auch einige andere feste Bezugs-Personen in meiner Familie, welche sie bereits seit ihrer Geburt kennen. Daher sind sie eben auch nicht wirklich auf weitere "angewiesen".

Fazit: ich würde einer (knapp) Vierjährigen nichts von Differenzen unter Erwachsenen erzählen, das würde sie überfordern. Vielleicht reicht im Moment auch noch die "Entfernung" und dass Oma und Opa zurzeit viel zu tun haben #gruebel? Ich finde jedenfalls nicht, dass ein kleines Mädchen sich mit den Problemen der Erwachsenen auseinander setzen sollte. Vielleicht ist auch bei Euch irgendwann wieder Kontakt möglich, erzwingen oder überstürzen sollte man aber nichts!

Lieben Gruß & alles Gute #blume!

Kathrin & zwei Mädels

Beitrag von nudelmaus27 13.05.11 - 12:31 Uhr

Hallo!

Wir sind in einer ähnlichen Situation. Seit die Schwiegermu damals vor 8 Jahren grundlos nicht zu unserer Hochzeit erschienen ist und es auch nie versucht hat zu erklären, ist der Kontakt abgebrochen.

Durch die anderen Kinder von ihr weiß sie natürlich von ihren Enkelkindern und meine Große weiß auch genau, dass sie zweimal Oma und Opa hat. Auch haben wir ihr gesagt, dass die "andere" Oma weit weg wohnt (über 600 km) und wenn sie sie später gern kennenlernen möchte, dass sie das ruhig darf, nur dass wir keinen Kontakt mehr möchten, weil wir uns sehr über sie geärgert haben.

Damit hat sie sich bisher zufrieden gegeben.

Und ehrlich ich würde nie den Kindern den Kontakt verbieten, denn die können ja nichts für die verfahrene Situation.

LG, Nudelmaus

Beitrag von kleiner.stern 13.05.11 - 18:24 Uhr

Hallo!

Wir haben zwei Kinder. Die Große ist 6,5 und die Kleine ist 4,5 Jahre alt. Als unsere Große geboren wurde kam meine Schwiegermutter ins Krankenhaus, hat sich das Kind angesehen, sich beklagt, dass es "NUR" ein Mädchen ist und ist nach einer halben Stunde wieder verschwunden. Danach haben wir sie nie wieder gesehen!

... inzwischen ist sie über 500 km weit weg gezogen ... in unseren Köpfen existiert sie noch, aber präsent ist sie nicht mehr. Unsere Kinder fragen schon mal nach der Mama vom Papa und dann sagen wir ihnen, dass sie ganz weit weg wohnt und sie mit uns keinen Kontakt haben will ...

Der andere Opa ... also der Papa vom Papa ... wohnt auch gute 450 km von uns entfernt, aber er meldet sich immer mal telefonisch und die Kinder malen ihm auch Bilder. Wir schicken zu Ostern und Weihnachten Päckchen und einmal im Jahr sehen wir uns auch. Seine Frau ist für die Kinder die "Ersatz-Oma" und sie beneiden ihren Papa manchmal dafür, dass er zwei Mama´s hat ....

Einfach bei der Wahrheit bleiben. Wir haben die Adresse unserer Schwiegermutter über´s Einwohnermeldeamt bekommen. Sie hat sich einfach über Nacht aus dem Staub gemacht. Wenn Sie Kontakt haben wöllte, dann würde sie sich sicherlich bei uns melden. Und so lange die Kinder mit der Erklärung, die wir ihnen gegeben haben, zufrieden sind, werden wir auch den Kontakt nicht suchen.

Dabei könnte alles so schön sein ...

Lieben Gruß,

Diana