Kleinbetrieb...Kündigung einer Schwangeren

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Beitrag von habbypink 12.05.11 - 15:05 Uhr

Hallo,

bitte keine Anfeindungen und Beleidigungen...

Mein Mann hat ein kleines Unternehmen seit 2003...Bisher hat er hauptsächlich als Subunternehmer für andere Firmen gearbeitet...Das sollte sich jetzt ändern und wir haben nach langem überlegen eine Bürokraft auf 20 Stunden die Woche eingestellt die für den Vertrieb zuständig ist...Die junge Dame arbeitet seit 2 Monaten bei uns...War wärend dieser Zeit schon zwei mal krank und hat uns vor einer Woche Ihre Schwangerschaft verkündet...Entbindung Mitte November...was bedeutet Sie war schon schwanger bei Einstellung...zu guter letzt hat Sie uns nun verkündet, dass Sie ende Mai 1 Woche Urlaub gebucht hat und Urlaub für diese Zeit braucht...das Vertrauensverhältnis ist von unserer Seite total gestört...Wir sind derzeit ein 3 Mann Betrieb und können uns so leid uns das tut keine Schwangere leisten (Krankheit, Mutterschutz usw.) Die Sache mit der Einstellung dieser Dame sollte nur für eine gewisse Testzeit sein (das wusste die Dame und war einverstanden) wenn sich Aufträge aus Ihrer Einstellung ergeben hätten (was bisher nicht der Fall ist) hätte sie bleiben dürfen...Wir haben mit der Dame einen normalen Arbeitsvertrag mit 6 Monaten Probezeit vereinbart...aus Förderungsgründen...und nun das...

Ich bin selber Mutter und ganz sicher nicht dafür eine Schwangere zu kündigen (ist mir selber in der Elternzeit passiert)...aber wir sind ein Kleinbetrieb...Mein Mann arbeitet selber mit um für unsere Familie sorgen zu können und der Dame ihr Gehalt zu zahlen...Wir können uns niemanden auf Dauer leisten der keine Leistung und natürlich dementsprechend auch kein Geld einbringt...Die Arbeitsplätze unserer anderen 2 Mitarbeiter sind dadurch auch in Gefahr. Was haben wir für Rechte als Kleinbetrieb...Darf man unter diesen Umständen eine Schwangere kündigen?

Viele Grüße
habbypink

Beitrag von duchovny 12.05.11 - 15:19 Uhr

Ist ihr Vertrag an sich befristet oder eben nur eine 6monnatige Probezeit vereinbart?

Wenn er unbefristet ist, dann würde ich sagen, ihr werdet sie nicht los! Denn die Probezeit gilt nicht mehr!

Ich war in der Lage eurer SChwangeren und hab das mit meinem AG durch, der wollte mich gern loswercen und ist dann nach Androhung eines Verfahrens zurückgerudert!

Ich war zur Zeit der Einstellung auch schon schwanger (nur wusste es nicht, ich schwöre), und mein AG wollte den unbefristeten in eine befristetn Vertrag umwandeln! Hätet ihr sie aufgrund der ss nicht eingestellt, hätte sie euch sogar belangen können, wegen diskriminierung! So hart es klingen mag!

Zu den finanziellen Sachen. Krankheit und Mutterschutz, dafür zahlt ihr doch Umlagen bei so einem kleinen Betrieb und das könnt ihr euch zurückholen! Das gibt somit keine finanziellen Einbußen bei euch!

Ist ärgerlich, aber wohl leider so!

GLG

Beitrag von sarahg0709 12.05.11 - 15:24 Uhr

Hallo,

ich bin kein Arbeitsrechtler, aber wie ich das sehe, könntet Ihr mit einer Kündigung Schwierigkeiten bekommen.

Selbst, wenn sie zum Zeitpunkt der Bewerbung wusste, dass sie schwanger ist, war sie nicht verpflichtet, es zu sagen.

Ich würde also in jedem Falle einen Experten dazu befragen. Kündigt Dein Mann sie jetzt und es stellt sich heraus, das er das nicht durfte, dann könnte es sehr teuer werden.


LG

Beitrag von parzifal 12.05.11 - 17:41 Uhr

"dafür zahlt ihr doch Umlagen bei so einem kleinen Betrieb und das könnt ihr euch zurückholen"

Darf ich fragen von welchen "Umlagen" du redest?

Erfolgen diese zwangsweise und springen für den "Zuschuß" des AG zum Mutterschaftsgeld ein?

Oder meinst Du freiwillige Versicherungen etc. die dieses Risiko abdecken?

Beitrag von duchovny 12.05.11 - 17:49 Uhr

Na U1 und U2, die sind doch Pflicht bei Betrieben unter 50 AN.

Nicht nur für den Zuschuss sondern z.B. auch wenn sie ein BV bekommen sollte und im Krankheitsfall (Lohnfortzahlung bis zu 6 Wo. je Krankheit) auch! Meines Wissens hat JEDES kleine Unternehmen diese Abgaben zwangsweise mit den Sozialabgaben zu zahlen bzw. abzuführen! Von daher ist der finanzielle Verlust in solchen Fällen gedeckt!

Allerdings ist natürlich nicht der Fall abgedeckt, wenn keine Arbeit für sie da ist.

Beitrag von parzifal 12.05.11 - 19:32 Uhr

Danke, dann habe ich etwas dazugelernt.

Beitrag von duchovny 12.05.11 - 18:02 Uhr

Korrektur, die U2 zahlt JEDER Betrieb für jeden AN, egal ob der AN männlich oder weiblich ist!

Schau mal hier!

http://de.wikipedia.org/wiki/Umlage_U2

Beitrag von kruemlschen 12.05.11 - 15:29 Uhr

Hi,

um sie kündigen zu können bräuchtet Ihr die Genehmigung der Arbeitsschutzbehörde, ob Ihr die unter diesen Umständen bekommt weiß ich nicht.

Gruß K.

Beitrag von windsbraut69 12.05.11 - 15:41 Uhr

Ja, mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde könnt Ihr kündigen.

Gruß,

W

Beitrag von susannea 12.05.11 - 16:00 Uhr

Ihr könnt ihr so einfch gar nicht kündigen, wendet euch an das Amt für Arbeitsschutz oder das Gewerbeaufsichtsamt, bei einm der beiden müsst ihr die Kündigung beantragen und begründen und die hören dann die Angestellte an und entscheiden dann, was passiert.

Ich denke aber, so ienfahc kommt ihr da nicht raus, denn Mutterschutz kostet euch kein Geld, ist also kein Argument, ist sie in Elternzeit kostet sie euch auch nichts usw.

Ich sehe nicht, wo mehr Kosten als bei jedem anderen entstehen.

Beitrag von parzifal 12.05.11 - 17:25 Uhr

Mutterschutz kostet den AG kein Geld?

Warum behauptest Du das? Diese Aussage ist so allgemein schlichtweg falsch!

Bei einer EUR 400,--Kraft mag das vielleicht noch stimmen.

Das Mutterschutzgeld der Krankenkasse ist aber ein Witz. Rate mal wer den Lohn bis zum Nettogehalt aufstockt?

Beitrag von susannea 12.05.11 - 17:36 Uhr

Nein, deine Antwort ist falsch!

denn der AG bekommt den Zuschuss zu 110% durch die U2-Umlage wieder. Genauso wie beim BV.
Also keinerlei Kosten!

Noch nie was von der Umlage gehört?

Beitrag von duchovny 12.05.11 - 17:52 Uhr

Genauso ist es!

Beitrag von parzifal 12.05.11 - 19:35 Uhr

Habe gerade von duchovny von dieser Umlage gehört.

Wieder etwas dazugelernt.

Beitrag von susannea 12.05.11 - 19:41 Uhr

Und damit dürften eben dem AG eigentlich keine Kosten entstehen womit die Begründung, dass sie daran kaputt gehen würden und deswegen kündigen müssen entfällt.

Beitrag von vwpassat 12.05.11 - 16:12 Uhr

Oh, oh..........

Den Urlaub würde ich ihr keinesfalls genehmigen.

Wo kommen wir denn dahin, wenn jeder AN einfach Urlaub bucht und den AG hinterher fragt.

Evtl. wird sie dann wieder krank sein............

Mit dem richtigen Anwalt packt ihr sie damit.

Ansonsten gibt es immer wieder Ausnahmen beim Kündigungsschutz, gerade bei Miniunternehmen. Einfach mal beim Gewerbeaufsichtsamt erkundigen, da geht bestimmt auch was.

Beitrag von derhimmelmusswarten 12.05.11 - 21:00 Uhr

Da geht nix, echt nicht. Ich stand (unfreiwillig) auf der anderen Seite. So lange sie immer korrekt eine Krankmeldung vorlegt, bekommt man sie nicht raus. Da macht auch kein Anwalt was dran.

Beitrag von kathi.net 12.05.11 - 16:23 Uhr

#kratz

Mal so grob übern Daumen gepeilt.... vielleicht hat sie zu der Zeit, als ihr sie eingestellt habt, noch gar nicht gewußt, dass sie schwanger ist?!

Den Urlaub müßtet ihr ihr ja theoretisch nicht genehmigen - aber dann kommt garantiert ein gelber Schein oder sogar BV.

Beitrag von parzifal 12.05.11 - 17:36 Uhr

Eine Kündigung wird kaum möglich sein. Macht Euch da keine Hoffnung.

Den Urlaub braucht ihr nicht zu genehmigen. Erkundigt Euch aber vorher wohin es denn gehen soll und versucht soviel wie möglich über den Urlaub zu erfahren.

Und wenn Sie dann "krank" wird und trotzdem in Urlaub fährt oder einfach eigenmächtig den Urlaub antritt könnt ihr eventuell kündigen. Aber auch dann ist vorher die Zustimmung der zuständigen Behörde einzuholen.

Beim nächstenmal vereinbart besser einen Arbeitsvertrag mit einer Probezeit nach der der Vertrag automatisch endet.

Beitrag von musterli70 13.05.11 - 17:37 Uhr

"Und wenn Sie dann "krank" wird und trotzdem in Urlaub fährt"

Was nicht mal verboten wäre, man braucht nur den richtigen Arzt der zum Beispiel eine Luftveränderung empfiehlt und befürwortet und schon kann der Chef soviel schnüffeln und über den Urlaub wissen wie er will.

Denn arbeitsunfähig heißt nicht bettlägerig und auch nicht reiseunfähig, im Prinzip kann ich mich im Sommer mit ner Erkältung auch bei meinem Chef mit nem Sonnenstuhl direkt ins Blickfeld legen und mir kalte Getränke gegen mein Halsweh einfahren während sich im Büro einen abschwitzt.



Beitrag von seikon 12.05.11 - 18:28 Uhr

Na da habt ihr euch aber ein Früchtchen ins Körbchen gesetzt. Kein Wunder, dass bei so einer engagierten Dame andere Schwangere so einen schlechten Ruf haben.

Also das mit dem Urlaub ist ja putzig. Fakt ist, sofern ihr das nicht vorher irgendwie zugesichtert habt, dann müsst ihr den Urlaub nicht genehmigen. Völlig egal, ob die Dame da schon Urlaub gebucht hat oder nicht. Ihr seid auch nicht zu Schadensersatz verpflichtet, wenn sie deswegen stornieren muss. Das muss man nur, wenn ihr den Urlaub schon genehmigt hättet und ihn dann aus wichtigen betrieblichen Gründen widerruft. Das ist hier aber ja nicht der Fall. Die Dame hat ja voreilig gebucht. Ihr Pech. Genehmigt ihr den Urlaub nicht. Wenn die Dame dann einfach weg bleibt, oder gar auf gelben Schein Urlaub macht, dann könnt ihr diese AU anzweifeln. Das ist ja dann quasi Krankschreibung mit Ankündigung und das wäre tatsächlich ein Kündigungsgrund.

Eigentlich solltet ihr finanziell keine Nachteile durch die Schwangerschaft haben. Ihr bekommt eure Auslagen durch die Umlagekasse wieder. Generell dürft ihr eine schwangere Mitarbeiterin nur kündigen, wenn die Arbeitsschutzbehörde dem zustimmt. Wenn aber tatsächlich euer Betrieb auf der Kippe steht, bzw. die Arbeitsplätze der anderen Kollegen auf dem Spiel stehen, dann könntet ihr vielleicht Glück haben.
Setzt euch mit der Aufsichtsbehörde in Verbindung und schildert euren Fall. In jedem Fall empfehle ich euch aber auch, einen Anwalt da zu Rate zu ziehen.

Beitrag von derhimmelmusswarten 12.05.11 - 20:58 Uhr

Ihr werdet sie, das kann ich dir versichern, nicht raus bekommen. Da erteilt auch das Amt keine Genehmigung. Wenn der Arbeitsvertrag nicht befristet ist, werdet ihr für sie zahlen. Gehalt bis zum Mutterschutz und Zuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Ich habe für einen Rechtsanwalt gearbeitet und hatte immense Schwierigkeiten mit ihm. Er hat es nicht geschafft, mich los zu werden. Dafür müsste eine Schwangere schon sonstwas anstellen. Diebstahl etc.

Beitrag von vwpassat 12.05.11 - 21:58 Uhr

Ich seh die Chance in dem nicht genehmigtem Urlaub.

Da sie da wahrscheinlich krank feiern wird..................

Beitrag von goldie99999 13.05.11 - 08:32 Uhr

Man darf trotz Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung trotzdem Urlaub machen, ihr Schlaunasen... wenn dies die KK vorher genehmigt, und das tut sie in den allermeisten Fällen. Der Arbeitgeber kann dies auch nur verhindern, wenn er konkret (nachweisbar) befürchtet, dass der Urlaub in Art oder Dauer, Ziel oder sonstigem die Genesung hinauszögert.

Der Urlaub darf lediglich der Genesung nicht im Wege stehen, sprich mit einem verstauchten Fuß sollten es keine Wanderungen sein, mit Kreislaufproblemen keine Fernreisen etc. pp. oder weiß der Geier. Wird sie beispielsweise wegen Rückenschmerzen oder schwangerschaftsbedingter Übelkeit krankgeschrieben könnte sie prima fast überall hin fahren. Sie darf es nur nicht ohne Info an die KK tun.

Grüße, Goldie
(die den Scheiß mal studiert hat und selbst mit chronischer Sinusitis und AU 2 Wochen Urlaub mit AU machen durfte... )

Beitrag von vwpassat 13.05.11 - 12:53 Uhr

Die Schlaunase gebe ich Dir zurück.

Die Konstellation des Ganzen ist wichtig!

Urlaub gebucht ohne AG zu informieren - Urlaub nicht genehmigt - Krank - xxx

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