wann habt ihr gesagt "jetzt reichts!!"?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von wie wars bei euch 13.05.11 - 08:38 Uhr

Hi Zusammen,

unabhängig von meiner Geschichte, weil das den Rahmen sprengen würde, wüsste ich gerne von euch, WANN ihr gesagt habt "jetzt reicht´s, jetzt trenn ich mich, mit allen Konsequenzen!"

Ich bin zur Zeit noch bei meinem Mann, wegen der Kinder, das weiß er auch. Das hab ich ihm ganz klar gesagt. Aber das ist natürlich keine Dauerlösung. Für keinen.

Ich würde gerne daher von euch wissen, wann ihr gesagt habt, dass es einfach nicht mehr geht. Ich kann mich noch nicht zu diesem Schritt durchringen, alles hinter mir zu lassen. Da hängt ein unvorstellbarer Rattenschwanz hinter.

Ich erzähle bewusst nicht meine Geschichte, weil ich einfach nur bitte eine Antwort auf meine Frage möchte und kein Urteil darüber was ich falsch und richtig mache.

Danke euch schonmal sehr.

Schönen Tag.

Beitrag von witch71 13.05.11 - 08:44 Uhr

Ich hatte mir eine Frist gesetzt, habe ihm dann eine bestimmte Frage gestellt, die er wie erwartet beantwortet hat und habe mich dann konsequent getrennt.

Die Frist habe ich genutzt, um mich mental auf die Trennung vorzubereiten, die sowieso unausweichlich war. Es fiel mir dann nur leichter, weil ich mich im Prinzip dann schon sehr auf mein Leben ohne ihn gefreut habe. Und ich habe es auch nie bereut, im Gegenteil.

Beitrag von 13052011 13.05.11 - 08:49 Uhr

Guten Morgen,

ich war mit dem Kindsvater von meinem Sohn damals fast 5 Jahre zusammen, wir trennten uns im Feburar 2007. Das es nur noch ein nebeneinander herleben war, war mir schon laaaaaange vorher bekannt.

Wir waren Jung beide Anfang 20. Wurden mit 18 Eltern. Er wollte das Kind erst nicht aber dann doch. Wir kamen kurz nach der Geburt wieder zusammen. Doch für Ihn war Party mit Freunden wichtiger, zu diesem Zeitpunkt kam ich damit klar wollte Ihn nic ht verlieren. Er war Freitag bis Sonntag immer weg... nach fast 5 Jahren reichte es mir und ich ging meinen Weg. Angst hatte ich mich zu trennen nicht wegen Ihm sondern eher davor das ich seine Eltern verlieren würde. Seine Mama war immer für mich da wie eine beste Freundin für mich. Eines Tages sagte sein Papa zu mir, das ich mich endlich Trennen soll das es doch so nicht weiter geht. Ich hatte aber riesen Angst seine Eltern dadurch zu verlieren weil Sie uns Finanziell sehr geholfen hatten...
Aber wir sind heute noch ganz Dick, unternehmen oft was zusammen wir als Familie mit seinen Eltern.... Sie sind auch heute noch für mich da. Klar weil mein Sohn Ihr Enkel ist und die Ihn niemals hergeben würden....

Mein Ex wollte ins Ausland arbeiten und was er da verdient wäre alles SEINS... und das war der Punkt wo ich sagte jetzt reichst, ich habe Kündigung geschrieben für unsere Mietwohnung und ich war so Baff als er ohne zu zucken Unterschrieb..... Bei uns war es dieses aneinandert vorbei Leben jeder Lebte sein Leben....

Ich zog mit meinem Sohn in meine neuen Wohnung, und klar ich hing noch an Ihm war immer froh wenn ich für uns kochen konnte, habe gehofft das wir wieder zusammen kommen, weil ich Blind war.

Heute weiss ich es ist gut das es zu der Trennung kam... ich bin neu Glücklich und alles ist schön.


Beitrag von white-blank-page 13.05.11 - 08:58 Uhr

Das habe ich gesagt, als mir klar wurde, dass das Leben mit ihm absolut keinen Sinn macht, wenn ich mich nur noch von Sommerurlaub zu Sommerurlaub hangele, weil da alles halbwegs gut war.

Als der Sommerurlaub es dann auch nicht mehr herausgerissen hat, war klar, dass es eindeutig zu Ende ist und ich den nächsten Schritt gehen muss.
Und dann hat es trotzdem noch etwas Zeit gebraucht.
Der Leidensdruck musste wohl hoch genug sein.

Heute bin ich mehr als froh darüber, diese Entscheidung getroffen zu haben.
Und vielleicht ist es okay, dass manche Entscheidungen eben länger brauchen als andere.
Letztlich hängt ja auch viel an so einem Schnitt. Wie bei mir: Alle Bereiche wurden durcheinander gebracht: Familie (2 Kinder), Arbeit (ich muss mehr arbeiten, dringend), Wohnen (diese Wohnung ist für mich nciht tragbar), Finanzen (wir waren wohlhabend, jetzt sind wir beide allerhöchstens noch Normalverdiener).

Aber, und das sage ich aus voller Überzeugung: Meine Freiheit, selbst zu entscheiden, die ist mir viel Wert. Und wirklich glücklich konnte ich nur noch OHNE ihn sein. So leid mir das tut, bzw. so schlimm sich das anhört.

Beitrag von lichtchen67 13.05.11 - 09:13 Uhr

Ich habe gesagt es reicht, als der Zeitpunkt erreicht war, dass eben nicht das Kind wichtiger war, was sagen die Leute, was sagen wohl meine eltern, wie komme ich alleine klar - eben der ganze Rattenschwanz.

Es gab eine lange Zeit, da wusste ich, ich werde mit diesem Mann nicht alt werden... jeder weitere Gedanke machte mir "angst". Und dann war da der Tag, an dem ich wusste, alles andere ist scheißegal, das kriegst Du hin, das regelt sich, da muss man durch - es geht um MICH. Ich muss mich retten sonst geh ich kaputt. Das war dann der Tag X.

Lichtchen

Beitrag von anke78 13.05.11 - 09:16 Uhr

Hallo,

ich bin gegangen, als er die Spielsucht - Therapie abgelehnt hat und als er nach 14 Tagen des "Sich - Mühe - Gebens" wieder in sein altes Muster verfiel.

Er hatte mich - als die Sucht immer schlimmer wurde - behandelt, als sei ich der letzte Dreck und nichts wert, und irgendwann hab ich sogar geglaubt, das stimme. Ich hab mich dadurch verändert, hab mich abgeschottet, war kurz davor, den Kontakt zu Freunden und Familie ab zu brechen.

Irgendwann bin ich "aufgewacht", hab das Gespräch gesucht, ihn um Therapie und Paartherapie gebeten und wollte, dass wir daran arbeiten. 12 Jahre Beziehung und fast 2 Jahre Ehe wirft man ja nicht einfach so weg...:-(

Er hat sich - wie erwähnt - nicht lange Mühe gegeben und gemeint, ich würde ja gar keine Veränderung wollen, da könne er auch wieder spielen gehen.#schock
Ich hab dann sogar noch einen hinter meinem Rücken abgeschlossenen Kreditvertrag gefunden und dann fiel der Satz "Ich liebe dich, aber ich liebe mich mehr und deshalb gehe ich jetzt."

Es tat verdammt weh und erforderte viel Kraft. Ich hab viel mit meiner Familie drüber gesprochen, mit meiner besten Freundin und hier - sowie in Spielsuchtforen - geschrieben und irgendwann wurde es besser.

Ich wünsche dir viel Kraft!!!

LG Anke

Beitrag von lupo79 13.05.11 - 14:33 Uhr

Hallo anke78,

ich konnte Dich anders nicht anschreiben.
Wenn Du möchtest kontaktiere mich doch bitte über mein Postfach.

Viele Grüße

Claudia

Beitrag von anke78 17.05.11 - 11:53 Uhr

Hallo Claudia,

ich hab dich angeschrieben. Hast leider noch nicht geantwortet.

Freue mich, von dir zu hören!

Gruß Anke

Beitrag von rechtzeitig 13.05.11 - 09:35 Uhr

als ich feststellte, dass ich ihn nicht mehr liebe und gerade noch rechtzeitig bevor ich anfing, ihn zu hassen.
Somit lief alles relativ freundschaftlich ab

Beitrag von starshine 13.05.11 - 10:02 Uhr

Genau dann als ich diese Frage niemandem mehr stellen musste ;-) Wie bei allen wichtigen Entscheidungen im Leben weiss man es einfach und schreitet dann einfach zur Tat.
Also dann als ich sicher war, dass ich das Richtige tue für uns alle.

Hilft Dir jetzt auch nicht weiter, gell...

Beitrag von lange-her 13.05.11 - 12:30 Uhr

Als das Geschoss der 9mm Para 10cm neben mir in die Kellerwand verschwand, begann ich mir ernsthafte Sorgen zu machen.

Beitrag von purpur100 13.05.11 - 12:36 Uhr

da wars auch wirklich an der Zeit ;-)

Beitrag von phantastica123 13.05.11 - 18:22 Uhr

Der erste Moment, an dem ich merkte, dass ich mir eine Zukunft mit meinem Exmann eigentlich nicht mehr vorstellen konnte, war der, als wir am Friedhof vorbeiliefen und er sagte: "Um ein Doppelgrab müssen wir uns auch dann irgendwann kümmern."

Ich dachte in dem Moment: "Also, mit Dir mal auch noch in einem Grab zu liegen - das will ich eigentlich gar nicht nicht." Ich stellte mir vor, dass er mich noch im Grab schikaniert: "Mach Dich nicht so breit", "Deine Würmer sind auf meiner Seite" usw.

Es zog sich dann noch eine ganze Weile hin mit vielen Aufs und Abs. Wir hatten gebaut, das erste Kind - was denken da wohl die Leute? All das waren Hemmschuhe für mich.

Da ich aber sehr viel psychische Gewalt erlebte ("Du bist nichts, Du kannst nichts usw") sank ich emotional sehr tief. So tief, dass ich ernsthaft darüber nachdachte, mir das Leben zu nehmen, weil ich mir durch und durch hässlich, blöd und wertlos vorkam. Obwohl ich Abitur habe - er nicht. Obwohl ich mehrere Sprachen spreche - er nicht, usw.

Eines morgens sah ich in den Spiegel und dachte: "Wenn ich so weitermache, dann ist in fünf Jahren nichts mehr von mir übrig."

Gleichzeitig meldete sich dann ein alter Freund von mir, zu dem ich den Kontakt abgebrochen hatte (ich hatte ja auch nur blöde Freunde, laut Exmann). Er stand einfach vor der Tür und sagte nur: "Wie siehst Du denn aus?" Zwei Wochen später war ich ausgezogen. Nein - nicht wegen des anderen. Wir sind bis heute wie seit jeher Freunde. Mein Exmann hielt mir und der Kleinen die Tür auf und sagte: "Endlich habe ich das schöne Haus für mich. Jetzt wird erst mal richtig geputzt."

Ganz schön krank. Und das brauche ich nicht mehr im Leben.

Alles, alles Gute.

Beitrag von nyiri 13.05.11 - 18:54 Uhr

Als er betrunken im Morgengrauen mit brennender Kippe auf dem Sofa einschlief, während unser wenige Monate alter Sohn und ich schliefen.

Beitrag von clautsches 13.05.11 - 21:10 Uhr

Als ich nach monatelangem Bruder-Schwester-Verhältnis eines Abends fremdgeküsst habe.

LG

Beitrag von manavgat 13.05.11 - 21:12 Uhr

Wenn ich einen Kerl nicht mehr "riechen" kann, dann ist es Zeit zu gehen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von karo_austria 13.05.11 - 21:24 Uhr

Hallo!

Ich kam wegen BurnOut in die Klinik - für 6 Wochen.
Ich hatte große Angst vor diesem Aufenthalt und trotzdem wollte ich diesen als Chance nutzen. Sollte ich meinen Mann in dieser Zeit vermissen, so hätte ich unserer Beziehung noch eine Chance gegeben.

Leider ging es mir nach jedem seiner Besuche (1x/Woche) schlechter und noch am selben Tag, als ich nach diesen 6 Wochen wieder nach Hause kam, sprach ich die Trennung aus.

Ich habe diesen Schritt nie bereut - auch wenn es mit 3 Kindern nicht immer einfach ist. Vor allem aber hatte ich auch beruflich keine Perspektive, da ich bis zuletzt im Betrieb meines Mannes beschäftigt war und er mir natürlich jahrelang das Gefühl gegeben hat, zu wenig zu leisten (trotz 40-60 Stunden/Woche).

Mittlerweile (3 Jahre später) bin ich 180 km weit weggezogen, habe einen neuen Partner und auch eine tolle Arbeitsstelle im gehobenen Assistenzbereich, bei der auch meine Leistungen geschätzt werden.

Frau kann alles schaffen!!!!

Alles Liebe und vor allem viel Glück und Mut.

Petra

Beitrag von rmwib 14.05.11 - 13:40 Uhr

Wir sind zusammen in einen Kurzurlaub gefahren, sollte eigentlich ein verlängertes Wochenende werden ^^ Donnerstag sind wir hin, Freitag früh bei Nacht und Nebel wieder zurück, weil es absolut nimmer ging mit uns ^^

Das war der Punkt wo mir klar war, dass da was zerbrochen ist, was nicht wieder heil werden kann.

Zum 1.7. ziehen Zwerg und ich aus.

Beitrag von ankamati 14.05.11 - 22:05 Uhr

Als ich endlich begriffen hatte,dass ich nur der Kinder zuliebe bei ihm war.Als meine Angst sich immer mehr verflüchtigte.Als ich bei einer Anwältin war,die mein Selbstwertgefühl anfing,wieder zusammenzusetzen,wie ein zerschossenes Lego-Männchen.Als ich die Streits nicht mehr ertragen konnte.Als ich in mein Zimmer gezogen bin.Als ich die ganze Unruhe hier zu haus satt hatte.Als ich nicht mehr finanziell abhähgig sein und damit nicht mehr erpressbar,manipulierbar,verletzbar,nicht mehr kleinzumachen war.Als ich merkte,dass meine Liebe zu ihm in unseren ganzen Kleinkriegen irgendwohin zerronnen war.Als ich wusste,ich fange an,mich auf ein Leben nach ihm und ohne ihn zu freuen.
Solange noch zu viel Angst da ist,sollte man diesen Schritt nicht tun.Solange der Wunsch nach Sicherheit grösser ist,als die Selbstachtung,auch nicht.
Du spürst den richtigen Zeitpunkt,dann fragst Du Dich nicht mehr,ob es der richtige ist.Das ist,als wenn eine Uhr überdreht wurde,plötzlich macht es knax.

Ich wünsch Dir viel Kraft und hol Dir Unterstützung,bau Dir ein soziales Netz