ist das typisch borderline?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von nordseebrise 13.05.11 - 15:15 Uhr

was meint ihr dazu: bin dankbar für antworten!
seit jahren hab ich depressionen, hatte auch schon eine ess-störung und ich kann heute sagen der auslöser dafür waren IMMER beziehungsprobleme (eifersüchteleien) / trennungen mit männern. eine beziehung ging bei mir nie länger als 2-3 jahre.
ich bin heut verheiratet, aber konnt das nie richtig empfinden ja kann sagen dass ich ihn nicht liebe. wir haben ein kind zusammen,fast 1jahr alt welches ich sehr liebe! ich hasse sex mit ihm und wöllte es nie wieder. bin ich frigide geworden? es war vorher nicht so aber seit die liebe weg ist, will ich auch keine nähe/sex haben. wie soll diese ehe weiterlaufen? ich bin (noch) nicht selbstzerstörerisch obwohl ich kurz nach geburt sehr oft suizidgedanken hatte.
hab ihm paar-therapie vorgeschlagen aber er blockt ab und sagt dass es ja mein problem sei. nun mache ich derzeit eine gruppentherapie seit nem halben jahr, bringt mir jedoch bis jetzt noch nix

Beitrag von wartemama 13.05.11 - 15:25 Uhr

Du brauchst auf jeden Fall Einzeltherapie - ggf. würde ich sogar eine stationäre Therapie vorschlagen, der sich eine ambulante Therapie anschliesst. Sprich' mit Deinem Hausarzt; er wird Dir helfen und Dich überweisen.

Deine Ehe macht in meinen Augen überhaupt keinen Sinn mehr - nicht, weil Du krank bist, sondern weil Du Deinem Mann scheinbar total egal bist; er scheint Dir in keinster Form Hilfe zu geben.

Alles Gute! #blume

LG wartemama

Beitrag von lavendula80 13.05.11 - 17:52 Uhr

die meisten Frauen jungen alters leiden an einer Essstörung,auslöser >Liebeskummer.
Das deine Beziehung nur 2-3 Jahre hielt,wird wohl daran gelegen haben das es die Falschen waren.
Das du kein spass mehr am sex hast mit deinem Mann,hast du dir selber beantwortet,weil du ihn nicht mehr liebst...
Es erfordert Jahrelange Therapie bevor man eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert,und deswegen wirst du von mir nicht hören ob das typisch Borderline ist nur weil einige "Anzeichen" auf dich zu treffen könnte,was man durch deine geschilderte Situation eh nicht mal eben so herauslesen kann,dann bräuchte wir auch keine Psychologen. Wenn es danach geht hat jeder Mensch irgendwelche Anzeichen,haben wir alle deswegen gleich ne Persönlichkeitsstörung?

Beitrag von mama20042011 13.05.11 - 17:54 Uhr

na ja, zu borderline gehören noch andere faktoren, wurde bei mir vermutet und eine sehr gute freundin ist auch leider betroffen....

auf jedenfall scheinst du dir ja selber schonmal sorgen zu machen, also würde ich dir vorschlagen eine therapie zu machen, dafür brauchst du ja dann dein mann nicht....

ja und mit deiner ehe weiß ich auch nicht, aber es hört sich wirklich so an, als hätte sie keinen sinn mehr...

lg und alles gute

Beitrag von ppg 13.05.11 - 17:54 Uhr

Anders als meine Vorschreiberin sehe ich das auch so, das das allein Dein Problem ist.

Mein Ex - Mann ist Borderliner und bei ihm ist es auf der emotionalen Ebene total krass: Entweder er will mich, liebt mich mit jeder Faser seines Seins oder er hast mich abgrundtief.

Ich habe mich von ihm zurückgezogen weil ich das alles nicht mehr ertragen hab und die Kinder wenden sich nun auch von ihm ab, weil sie seine Emotionsachterbahn und seine mangelhafte soziale Kompetenz einfach auch nicht mehr ertragen können. Er verletzt jeden, der den Fehler macht ihn Gefühle in irgendeiner Art entgegenzubringen - das ist übrigens Charakteristisch für Borderline.

Ich kann Dir gar nicht sagen wie schrecklich und selbstzerstörerisch es ist einen Borderliner zu lieben. Da hilft keine Paartherapie, denn der eine Part in diesem Team ist nunmal schwer krank!

Dein Mann sollte sich und das Kind in Sicherheit bringen weit weg von Dir, solange bis Du definitiv geheilt bist. Und das wird vermutlich viele Jahre in Anspruch nehmen oder auch nie passieren.

Es gibt viele gute stationäre Einrichtungen, erst danach kannsst Du ambulant weitermachen - aber nicht in Gruppen - sondern Einzeltherapie resp. Tagesklinik.

Ute

Beitrag von jenny-mamio8 13.05.11 - 18:46 Uhr

@ute: Dein Mann sollte sich und das Kind in Sicherheit bringen weit weg von Dir, solange bis Du definitiv geheilt bist.

also ich weiß nicht was dieser satz soll der hört sich echt krass an warum sollte sie das tun zumahl ma nich so eben sagen kann ob einer borderline hat oder nich

ich bin 24 un hab es auch ist es jetz auch en grund mir das kind weg zu nehmen ???

Beitrag von ppg 13.05.11 - 18:57 Uhr

Meine Liebe, selbst das Jugendamt sieht von seiner Seite Kindeswohlgefärdung an. Glaub mir, in den letzten Jahren habe ich viel Kontakt zu Ärzten und alle ( vor allem alle Fachärzte ) warnen eindringlich vor Borderliner Eltern. Du hast nicht den Hauch einer Ahnung was wir schon mit dem mann mitgemacht haben. Und das würde auch an dieser Stelle zu weit führen. Diese Krankheit ist verdammt ernst und für Kinder der Erkrankten nicht ohne eigene Traumata zu überstehen.

Frag mal kinddeckchair - deren Mutter ist auch betroffen

Wenn Du diagnostizierter Borderliner bist, dann ist es für das Kind das Beste , wenn es nicht mit Dir aufwachsen muß, ja! So bitter sich das auch anhören mag.

Ute


Beitrag von peppina79 13.05.11 - 19:11 Uhr

Ja, das klingt super krass, aber andererseits sind es auch seine Kinder und somit richtest DU bei diesem Mann genauso viel neuen Schaden an, wie er vermutlich dir angerichtet hat in eurer beziehung. MEINE meinung: Du rächst Dich auf Deine Weise (sowas läuft meist unterbewusst ab).

Meinst Du denn es macht Spaß ein Borderliner zu sein? Ganz bestimmt nicht. Und ihn dann seiner Kinder zu "berauben" finde ich gerade bei Personen mit Suizidgefährdung ziemlich heftig. In meiner Familie gibt es auch starke Depressionen, manchmal denke ich, die Vererbbarkeit ist ehrlich gesagt ein Fluch. So etwas sucht man sich garantiert nicht selbst aus. Auch Gefühlschaos ist dabei "normal", himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt. Und- eine Paartherapie kann mit Sicherheit helfen, man muss nur dazu bereit sein.

Beitrag von ppg 13.05.11 - 19:30 Uhr

Ja, das klingt super krass, aber andererseits sind es auch seine Kinder und somit richtest DU bei diesem Mann genauso viel neuen Schaden an, wie er vermutlich dir angerichtet hat in eurer beziehung. MEINE meinung: Du rächst Dich auf Deine Weise (sowas läuft meist unterbewusst ab).

Der Mann hat Suizid im Beisein der Kinder unternommen - meine Tochter hat ihm das Leben gerettet und ist seitdem in Therapie - und nein ich nehme ihm nicht die Kinder, im Gegenteil habe ihn immer wieder vor den Kindern in Schutz genommen. Bis die Kinder mir von sich aus gesagt haben wir wollen mit dem Mann nichts mehr zu tun haben. Er zerstört sein und unser Leben und uns geht besser ohne ihn. Und da haben die Kinder nunmal Recht - wie mir Ärzte , Therapeuten und jetzt auch im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzung auch das Jugendamt bestätigt haben.

Rache - nein, darüber bin ich lange hinweg. Um Rachgefühle zu haben müßte ich ja noch etwas empfinden, und sei es nur Wut.

Meinst Du denn es macht Spaß ein Borderliner zu sein? Ganz bestimmt nicht. Und ihn dann seiner Kinder zu "berauben" finde ich gerade bei Personen mit Suizidgefährdung ziemlich heftig. In meiner Familie gibt es auch starke Depressionen, manchmal denke ich, die Vererbbarkeit ist ehrlich gesagt ein Fluch. So etwas sucht man sich garantiert nicht selbst aus. Auch Gefühlschaos ist dabei "normal", himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt. Und- eine Paartherapie kann mit Sicherheit helfen, man muss nur dazu bereit sein.

Ja, mir ist klar, das ein Borderliner unter seiner Erkrankung leidet - ohne Frage. Aber wenn dieser Patient allen in seinem Umfeld massiv und auf wirklich jeder Ebene des menschlichen Seins massiven Schaden zufügt, dann ist es meine Verdammte Pflicht als Mutter meine Kinder aus der Gefahrenzone herauszubringen - besonders wenn so gar keine Einsicht zur Krankheit besteht, wie in unserem Fall

Ich kann als Partner nicht selbst vor die Hunde gehen, meine Kinder zu Psychowracks machen, nur damit es einer Person in der Familie "gutgeht" was diese Person sowieso nicht wertschätzen kann, eben aufgrund der Erkrankung.

Du kannst das doch gar nicht beurteilen - für Dich ist das Gefühlschaos normal - für jeden der Dich liebt ist das die reinste Hölle und Selbstzerstörerisch. Besonders für Kinderseelen, die sosehr auf liebevolle Eltern zum gesunden Gedeien angewiesen sind.

Du findest mich krass??? Na dann warte mal, was auf Dich zukommt wenn deine Kinder blicken wie sehr Deine Krankheit ihre Kindheit vergiftet hat.

Ute

Beitrag von steffi19re 13.05.11 - 23:31 Uhr

Man kann es auch übertreiben bzw. einfach mal alle über einen Kamm scheren...
Eine Borderline-Diagnose macht uns nicht zu schlechteren Menschen, und die Krankheit kann bei jedem ganz anders aussehen, und auch unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Wenn du so ein Pech hattest, einen Mann zu heiraten und mit ihm Kinder in die Welt zu setzen, der aber nicht bereit war/ist, sich in eine Therapie zu begen und was zu ändern, dann sind trotzdem nicht alle Borderliner so.
Diese Meinung ist unfair allen Betroffenen gegenüber. Aber Menschen wie Du sind der Grund, wieso Menschen mit dieser Krankheit sich meist gar nicht erst trauen, zuzugeben, dass sie erkrankt sind. Vermutlich glaubst du auch, dass Selbstverletzung und Suizidgedanken stämdiger Bestandteil der Krankheit sind, was auch nicht den Tatsachen entspricht.
Also bitte, mache die TE hier nicht so runter, wenn nichtmal klar ist, ob sie überhaupt erkrankt ist. Der Text hört sich für mich eher nach "ganz normalen" Beziehungskrisen an, da ist nichts außergewöhnliches dabei.

Beitrag von jenny-mamio8 14.05.11 - 02:15 Uhr

ich geb dir in deinem ganzen text voll und ganz recht und bin der gleichen meinung

Beitrag von ppg 14.05.11 - 12:27 Uhr

....ansatzweise die Augen, was sie Ihren Kinder und Angehören Tag für Tag zumuten!

Bleiben wir bei den Chrakteristschen emtionalen Schwankungen von Zum Himmels geliebt bis abgrundtier Hass einer Borderliners;

"Handlungen der Zurückweisung sind dagegen körperliche, emotionale, medizinische oder erzieherische Vernachlässigung oder die Verletzung der Aufsichtspflicht. Vernachlässigung wiederum ist „das Unvermögen, dem Kind grundlegende körperliche, emotionale oder erzieherische Bedürfnisse zu erfüllen oder das Kind vor Gefahr zu schützen.“"

http://www.focus.de/gesundheit/news/kindesmissbrauch-harte-schlaege-harte-fakten_aid_626922.html

Mein letztes Projekt...

...befasst sich mit den Konsequenzen der oft unausweichlichen Beziehungsaufgabe von Borderline Beziehungen, wenn in diese Kinder involviert sind. Was sich bei Trennungen in Borderline unbelasteten Beziehungen mitunter schon als schwierig erweist, sind Umgangs- und Sorgerechtsregelungen, die ja auch psychisch gesunde Menschen immer wieder mit der gescheiterten Beziehung konfrontieren und so auch schmerzhaft und Angst erfüllend sein können. Was aber bringt die Trennung von einer Borderline-Persönlichkeit mit sich? Wie wirken sich hier Abspaltungsmechanismen und Schwarz-Weiß-Denken aus? Welche spezifischen Konsequenzen ergeben sich aus den typischen Borderline-Verhaltensweisen sowohl für das Kind, als auch für das Elternteil, welches um sein Kind kämpft.

Die Probleme, mit denen Väter oder Mütter konfrontiert werden, die sich aus einer Borderline-Beziehung gelöst haben, sind ebenso komplex, chaotisch und unkontrollierbar, wie die Störung selbst. Wenn es etwas gibt, was die aus einer derart spezifischen Beziehung entstehende Ohnmacht, Angst, Panik und Verlassenheit noch potenzieren kann, ist es die Erkenntnis, dass die aus der Bindung entstandenen Kinder den gleichen zerstörerischen Mechanismen ausgesetzt sind, denen man als erwachsener Mensch selbst kaum gewachsen war. Dass anscheinend kein Außenstehender in der Lage ist, die Dramatik der Situation zu erkennen und sich jegliches Bemühen um das Kind als endloser Kampf gegen ein chaotisches Netz aus Manipulationen und Intrigen erweist. In



„Weil du mir gehörst!“
Borderline-Partner im Kampf um ihr Kind
(erschienen im Starks-Sture-Verlag)

setze ich mich mit den typischsten Problemen auseinander, die sich aus der Trennung einer Borderline-Elternbeziehung ergeben. An einem besonders prägnanten, authentischen Fall, in dem ich den Vater durch einen Teil des Prozesses im Kampf um sein Kind begleitet habe, zeige ich die äußerst dramatischen Verwicklungen auf, denen dieser Vater im Kampf um sein Kind ausgesetzt war.

In aussagekräftigen Interviews kommen sowohl eine kompetente Familienrechtsanwältin, als auch die Leiterin eines sozialpsychiatrischen Dienstes und die Geschäftsführerin eines freien Trägers der Jugendhilfe zur Sprache. Weiterhin setze ich mich mit einigen der mir in der Praxis gestellten Fragen auseinander, welche sich mit den oft nur schwer nachvollziehbaren oder unverständlichen aber typischen Verhaltensweisen und Reaktionen von Kindern beschäftigen. Da Verstehen der erste Schritt zur wirklichen Hilfe ist, finden betroffene Elternteile hier Anregungen für eine hilfreiche Begleitung ihres Kindes durch eine Zeit, in der dieses dringend auf empathische Unterstützung angewiesen ist.

Kinder, die in Borderline-Beziehungen involviert sind, haben im Gegensatz zu Partnern der Betroffenen keine Chance sich dieser Bindung zu entziehen. Da sie in den Familien am wehrlosesten sind, werden gerade sie leider nur zu oft benutzt, um die Störung zu kompensieren. Oft erfahren Sie auch nur wenig oder überhaupt keine Hilfe durch das nicht betroffene Elternteil, da dieses sich selbst nur schwer schützen kann und im schlimmsten Fall dazu neigt, das Kind zu seinem Schutz zu involvieren. Ich habe mich mit den spezifischen Problemen dieser Kinder eindringlicher auseinander gesetzt und auch die Konsequenzen aufgezeigt, mit denen diese Kinder konfrontiert sind. Das Buch zu diesem Thema, ist unter dem Titel:



Mit zerbrochenen Flügeln

Kinder in Borderline-Beziehungen

ISBN 978-2-939586-09-8



im Starks-Sture-Verlag erschienen. In diesem Buch stehen die Kinder im Mittelpunkt, die in Borderline-Beziehungen oder bei Betroffenen aufwachsen. Dabei werden spezifische Probleme und die Konsequenzen der Persönlichkeitsstörung für die Entwicklung des Kindes sowie gravierende, emotionale Misshandlungsaspekte eindringlich betrachtet. Hier haben Sie die Möglichkeit, sich durch das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe, einen Einblick zu verschaffen.





Kinder, deren Bezugspersonen am Borderline-Syndrom leiden, zeigen typische Verhaltensweisen, die darauf hindeuten, dass das Kind mit emotionaler Misshandlung konfrontiert ist. Diese Verhaltensauffälligkeiten sind reine Überlebensmechanismen, die das Kind entwickelt, um sich zu schützen und sein Überleben zu sichern. Da eben diese Verhaltensauffälligkeiten den Interaktionen des Kindes schaden und von Erwachsenen als "schlecht" oder "negativ" bewertet werden, ist es für diese einfach, das Kind für die Reaktion auf die ihm zugefügte Misshandlung verantwortlich zu machen. Da vor allem die emotionale Misshandlung in Form von Herabsetzung, Ignoranz und Demütigung fast jedem Kind vertraut ist und die Angst, sich dieser Tatsache zu stellen von den meisten Erwachsenen massiv abgewehrt wird, werden die misshandelnden Bezugspersonen nur selten in ihrer Verantwortung erkannt und damit auch konfrontiert. An dieser Stelle finden Sie eine Liste der



typischen Verhaltensweisen von Kindern in Borderline-Beziehungen



und somit eine Chance, die Not eines Kindes zu erkennen, dass sich auf Grund der Gefahr in der es sich befindet, nicht offenbaren kann.

Aus: www.mr-coaching.de/sites/Borderline-Kinder.htm


Resilienz – mögliche Überlebensstrategien für betroffene Kinder aus Borderline-Familien

Der Begriff Resilienz stammt eigentlich aus der Baukunde und beschreibt dort die Biegsamkeit von Material. Die Redewendung „biegen statt brechen“ umschreibt am ehesten den psychologischen Hintergrund der Resilienz, die sich insbesondere dadurch auszeichnet, unter bedrohlichen Umständen Fähigkeiten zu entwickeln, die trotz aller schädigender Einflüsse Wachstum ermöglichen. Dabei ist Resilienz weitaus mehr, als ein biegsames Anpassen an destruktive Verhältnisse, um ein Überleben abzusichern. Resiliente Verhaltensweisen zeigt der Mensch nicht trotz seiner lebensfeindlicher Umstände, sondern durch sie. Gerade extreme und stressbehaftete Situationen setzen Kräfte in Menschen frei, die sie in alltäglichen Momenten nie entwickelt hätten.

Nicht alle Menschen, die in ihrer Kindheit traumatisierenden Umständen ausgesetzt waren, entwickeln Störungen oder sind als Erwachsene in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Mitunter entwickeln sich Geschwisterkinder, die unter den gleichen lebensfeindlichen Bedingungen aufwuchsen, völlig unterschiedlich. Die Forschung, die sich speziell mit der Resilienz auseinandersetzt, hat entdeckt, dass jene vernachlässigten und misshandelten Kinder, die ganz bestimmte Ressourcen nutzten, in der Lage waren, ihre Defizite erfolgreicher zu bewältigen.

Kinder, die in Borderline-Familien aufwachsen, leiden insbesondere darunter, in ihren Eltern keine stabilen Bezugspersonen zu finden, die ihre Ängste, ihren Schmerz, aber auch ihre Wut hilfreich reflektieren. Ihnen fehlt Sicherheit, Geborgenheit und Schutz, jemand, der ihnen erlaubt, so zu sein, wie sie sind, ohne, dass sie sich verstellen müssen. Jemand, der ihnen vermittelt, dass SIE wichtig sind und wertvoll. Jemand, an dem sie sich orientieren können, der nicht ständig neue, geheime Spielregeln aufstellt, deren Nichtbefolgung aber bestraft wird.

Resiliente Strategien ermöglichen nun einem Kind, genau jenen Bedürfnissen zu entsprechen, deren Erfüllung ihm vorenthalten wird. Das Geheimnis um die Wirksamkeit dieser Strategien liegt darin, dass unser Gehirn in seiner emotionalen Reaktion nicht auseinanderhalten kann, ob die selbstinszenierten Situationen real sind oder nicht. Aus unseren Gedanken und inneren Bildern ergeben sich Gefühle, ohne dass die erdachten Szenarien der Realität entsprechen müssen. Jene hilfreichen, geborgenen und sicheren Empfindungen, können die real erlebte Angst und Unsicherheit soweit ausgleichen, dass das Kind sich eine ganz eigene Balance schaffen kann. Und so bewältigt es aus eigener Kraft, schwierige Situationen, ohne dabei tief gehenden Schaden zu nehmen.

Die Kraft der Kinder, die resiliente Mechanismen entwickeln und nutzen, beruht auf deren Fähigkeit, sich als Pendant zu den unerträglichen Empfindungen, angenehme Emotionen zu verschaffen. Damit sind sie in der Lage, die Wirkung der belastenden Gefühle zu dämpfen, auszugleichen und damit auch schneller zu überwinden. Die Fähigkeit zur Resilienz, hat auch weitreichende Auswirkungen auf die körperliche Entwicklung der Kinder, die in der Lage sind, Stressreaktionen zu mildern und sich psychische Ressourcen zu schaffen, die einem Schutzschild gleichen. Dazu kommt, dass die Kinder beim bewussten Erleben angenehmer, emotionaler Erfahrungen, sich selbst eine Chance geben, achtsam in ihrem augenblicklichen Erleben zu werden. So ist es ihnen möglich, ihr emotionales Erleben nicht nur als reine Bedrohung zu erleben, was ihre Fähigkeit selbstfürsorglich und selbstverantwortlich agieren zu können, unterstützt. Vor allem aber können resiliente Strategien von jedem und in jedem Alter genutzt werden, was sie unglaublich wertvoll macht.

Mich macht die Selbstherrlichkeit der anwesenden Borderliner zutiefst betroffen - weil so Kranheitstypisch, zumal ds ein deutliches Zeichen ist, das ihre Kinder bereits mißbraucht worden sind und beim Patienten die Einsicht hierzu fehlt, weil ein Borderliner ja keine Kritik an seiner Person ertragen kann. Denn das bedeutet ja für Ihn Ablehung - und einem Boderliner ist auch eben immer nur eine Person wirklich wichtig: Er selbst!

In diesem Sinne verabschiede ich mich

Ute

Ute

Beitrag von king.with.deckchair 15.05.11 - 11:58 Uhr

"Mich macht die Selbstherrlichkeit der anwesenden Borderliner zutiefst betroffen - weil so Kranheitstypisch, zumal ds ein deutliches Zeichen ist, das ihre Kinder bereits mißbraucht worden sind und beim Patienten die Einsicht hierzu fehlt, weil ein Borderliner ja keine Kritik an seiner Person ertragen kann. Denn das bedeutet ja für Ihn Ablehung - und einem Boderliner ist auch eben immer nur eine Person wirklich wichtig: Er selbst!"

*unterschreib*

LG
CH.

Beitrag von king.with.deckchair 15.05.11 - 11:44 Uhr

"Eine Borderline-Diagnose macht uns nicht zu schlechteren Menschen"

So leid es mir tut, aber ich (Tochter einer inzwischen als Borderlinerin dignostizierten Mutter) empfinde "euch" durchaus als "schlechte Menschen":

Boshaft, zerstörerisch, egomanisch, manipulativ, verschlagen, verlogen... oft wird die Diagnose als Entschuldigung für allen möglichen egozentrischen Kack hergenommen und andere Menschen versucht ihr, bis an die Grundfesten der Existenz zu zerstören, wenn euch nicht in den Kram passt, dass sie ein Leben OHNE symbiotische Beziehung zu euch führen möchten.

Beitrag von jenny-mamio8 14.05.11 - 02:12 Uhr

nur weil man borderline hat heißt das noch lang nicht das man so ist wie dein ex-mann ich hab mir eine familienhilfe geholt und es läuft alles supi klar in jeder familie gibt es probleme aber da so die borderliner unter ein kamm zu scheren ist nich ok un die krankheit vergiftet nicht jedes kind das kann man nich verallgemeinern

also das was du ute so schreibst also da fehlen mir in manchen punkte echt die worte

Beitrag von peppina79 14.05.11 - 20:11 Uhr

Schon interessant, dass man hier gleich selbst zum Borderliner gemacht wird... bin ich ganz und gar nicht!

Ich habe nur objektiv betrachtet. Dass Deine Kinder den Suizidversuch mit ansehen mussten ist wirklich schrecklich, das tut mir sehr leid. Sicher ist das nicht leicht. In meiner Familie gab es auch so einen Fall mit Suizid und ich habe sehr lange darunter gelitten. Meinst Du im Ernst, dass ich sowas meiner eigenen Familie antun könnte?

Wenn die Kinder das selbst entschieden haben ist das für sie wohl auch die beste Lösung wie Du sagst.

Mag sein, dass meine Meinung nicht immer die richtige ist, ich hinterfrage eben alles, bin mir aber nicht zu fein auch einen Irrtum einzugestehen. Sorry also wenn ich Dich mit meinem Beitrag verletzt habe.

Jedoch kannst Du auch nicht gleich jede Kontra-Meinung als Borderliner deklarieren.

Beitrag von ppg 14.05.11 - 20:25 Uhr

SOrry, aber Du klangst wie viele Borderliner hier im Chor

Ute

Beitrag von peppina79 14.05.11 - 20:49 Uhr

Hm, ich schätze, dass das geschriebene Wort oft stärkere Wirkung hat als wenn man mit jemandem persönlich spricht.

So ein Beitrag wie Deiner macht mich aber auch sehr nachdenklich, denn: ich denk mal es gibt oft Situationen die einen vielleicht wütend machen, oder traurig. Ich denk auch,dass man seinen Kindern gegenüber nicht immer jeden Tag die gleiche Laune hat und dass sie einen manchmal auch sehr fordern und stressen. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich von Natur aus sehr empfindliche Sinne (rein physiologisch) habe, das betrifft Schmerzen vor allem. Dadurch bin ich teilweise regelrecht erschöpft von einem "lauten"(also völlig Kinds-normalen) Alltag. Mir tun dann richtig gehend die Ohren weh. Dass ich mir manchmal wünsche ich wäre taub damit die Schmerzen aufhören. Deshalb bin ich aber nicht krank...ich liebe mein Kind auch dann, wenn es mich fordert und ich zeige es ihm jeden Tag.

Beitrag von ppg 14.05.11 - 21:30 Uhr

Jeder ist mal schlecht drauf - das was wir alle mitgemacht haben ist damit nicht zu vergleichen.

Aber, bitte versteh, das ich all die Details nicht herauskramen möchte.

Wir sind jetzt auf einem guten Weg - mit viel Hilfe und Unterstützung von Freunden.

Ute

Beitrag von redrose123 14.05.11 - 06:26 Uhr

Ich kenn die Krankheit nicht wirklich, aber ich denke nicht das Ute da sich Rächen will sondern Ihre Kinder schützen will.....

Beitrag von jenny-mamio8 14.05.11 - 09:40 Uhr

Ich kenn die Krankheit nicht wirklich, aber ich denke nicht das Ute da sich Rächen will sondern Ihre Kinder schützen will.....

und wenn das ute macht ist das auch das richtige un in ordnung wenn se ihre kinder schützen will wer will das nich bei seinen kinder aber alle so unter ein kamm zu scheren mit borderline und so schlecht machen ist nich ok zumahl so wie sie schreibt auch nich wirklich so viel darüber weiß

Beitrag von redrose123 14.05.11 - 16:34 Uhr

Sie hat eben diese Erfahrung gemacht mit dieser Krankheit ich würde es Ihr nicht als mies ankreiden sondern einfach als schreckliche Erfahrung, du kannst der TE ja deine Mitteilen damit sie sich ein Bild machen kann....

Beitrag von ppg 14.05.11 - 17:02 Uhr

Nein ich schrieb nie, das ich nicht viel von dieser Erkrankung weiß sondern:

Ich weiß mehr darüber , als mir lieb ist!

Und ich habe keinen , nicht einen - Dich eingeschlossen - Boderliner kennen gelernt, der seine Krankheit reflektiert betrachten kann.

Das ist auch ein Symtom, was aber deutlich verhindert, das ein Borderliner Emphatie für sein Umfeld empfinden kann. Er empfindet jede Kritik als Angriff - wie man an deinem Verhalten hier auch wieder deutlich sehen kann.

Du wertest meine Worte als Angriff auf Dich persönlich, dabei habe ich den Nachweis geführt, incl. Quellenangabe und Literaturliste, das ein Borderline erkranktes Elternteil eindeutig zu Spätschäden bei den betroffenen Kindern führt.

Warum das erst jetzt bekannt wird: Solange kennt man die Erkrankung nun auch wieder nicht und erst jetzt liegen die ersten Langzeitbeobachtungen betroffener Kinder und junger Erwachsener vor.

Es zeugt von unglaublicher Arroganz darüber mit den Worten hinwegzugehen: "Du kennst mich ja nicht"

Ute

Beitrag von lanni 15.05.11 - 09:28 Uhr

Hallo Ute,

ich hab hierzu "Und ich habe keinen , nicht einen - Dich eingeschlossen - Boderliner kennen gelernt, der seine Krankheit reflektiert betrachten kann." eine Frage.

Waren darunter Borderliner die eine DBT-Therapie hinter sich haben? Und zwar eine mit allen Konsequenzen und vollständig abgeschlossen?

Die Frage hat folgenden Hintergrund. Jemand aus meinem engeren Freundeskreis ist Borderlineerkrankt, hat eben diese Therapie gemacht und ist am überlegen ob sie in näherer Zukunft Nachwuchs mit ihrem "dann-Ehemann" bekommen möchte.

Ich habe schon das Gefühl das sie in dieser Therapie gelernt hat sich und ihre Krankheit durchaus reflektiert zu betrachten und ihre überbordenden Emotionen abzuleiten und "kontrollieren" zu können. Und Kritikfähig ist sie mittlerweile auch wieder. Obwohl es immernoch sinnvoll ist Kritik vorsichtig anzubringen.

Da ich aber nur diesen einen Borderliner kenne, und weder Zeit noch Nerven habe mich mit anderen Borderlinern zu befassen damit ich Vergleichsmöglichkeiten habe, frag ich Dich ob Du mit Patienten aus dieser Therapieform Erfahrungen hast?

Ich wär dankbar für eine Antwort.

Lieben Gruß,

Lanni

Beitrag von ppg 15.05.11 - 11:33 Uhr

Mein geschiedener Mann hat in der Tagesklinik Köln diese Therapie gemacht - ohne nennenwerten Erfolg - er hat lieber eine Mitpatientin gev......

Aber es mag sicher Patienten geben, die die DBT - Therapie erfolgreich abschließen

Ute