es scheint sich zu verabschieden...

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von angelschneckchen 13.05.11 - 16:31 Uhr

habe mich gerade hier bei urbia.de angemeldet, da ich auf Empfehlung einer Freundin hier nach Antworten suche...
Hier mal meine kleine Geschichte:

Ich erhielt erst am Dienstag die Nachricht "herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger", als ich zur jährlichen Krebsvorsoge mußte. Ich erlitt Ende 2006 die Diagnose "Lymphdrüsenkrebs im Endstadion" und es folgten 6 Monate Chemo. Dadurch wurde mein rechter Eierstock fast völlig zerstört... Dieser hat sich aber wie ein Wunder zurückgebildet und ich hegte vor 2 Jahren meinen ersten Kinderwunsch. Doch es wollte einfach nicht klappen... Meine Partnerschaft war jedoch auch nicht die, die man sich unter einer Traumpartnerschaft vorstellte.Zudem plagte mich auch noch die Angst eines Krebsrückfalls, da ich mich noch in der "Beobachtungsphase" befand.

Vom besagten Partner trennte ich mich und ich lernte vor einigen Wochen mein "Deckelchen" kennen. So glücklich und erfüllt war ich noch nie. Alles schien perfekt.

Dienstag stand dann wieder der jährliche CT in der Nuklearmedizin an.
Da sich mein Körper allerdings zu verändern schien, überkam mich ein seltsames Gefühl. Ich kaufte mir 3 SST. Man will ja auf Nummer Sicher gehen, bevor man sich einer solchen Untersuchung unterzieht. Der Erste war positiv, der 2te negativ und der 3te wieder positiv... Ich fuhr wie geplant zur Klinik und berichtete dem Arzt von meinen Bedenken. Somit wurde ein Bluttest gemacht, bevor man mir das Kontrastmittel spritzen wollte. Nach 1 Stunde Wartezeit kamen 3 Krankenschwester auf mich zugerannt und riefen "herzlichen Glückwunsch, sie sind schwanger!" Ich war zunächst geschockt, da ich mich ja gerade erst in einer relativ neuen Beziehung befinde. Ich mußte direkt die Station verlassen wegen der radioaktiven Strahlungsbelastung und war irgendwie total verloren.

Mein Vater hatte mich begleitet, da ich nach dieser Untersuchung kein Fahrzeug lenken darf und mich während 24St quasi in Karantäne halten muß (keinen Kontakt zu Schwangeren oder Kleinkindern). Ich war ganz blaß und mein Vater fragte mich natürlich, warum die Untersuchung schon so früh beendet ist... Ich wußte zuest garnicht, was ich antworten soll, da ich noch zu überrascht war. Dann aber sagte ich ihm, daß ich schwanger bin. Man, war er stolz und glücklich. Ich bin die Jüngste von 3 Kindern und meine beiden Brüder haben bereits jeweils 2 Kinder und nach meiner Krankheit war ich immer so ein wenig das Sorgenkind der Familie... abgesehen von der Gesundheit war meine Männerwahl auch nicht immer die beste ... doch dieses Mal ist es der Richtige und jetzt auch noch schwanger von ihm... Das Glück schien perfekt, da auch er über meine Krankengeschichte bescheid weiß und sich schnell Kinder mit mir wünscht, bevor ich nicht mehr kann, da meine biologische Uhr etwas schneller tickt bedingt der Behandlungen...

Ich bekam noch am selben Tag einen Termin beim FA und dieser zeigte mir mittels US, daß die Schleimhaut sich prima entwickelt. Mein Wert betrug allerdings erst 12, also war es noch ganz ganz frisch. 1ste oder 2te Woche. Ich sollte dann gestern und Morgen wieder zur Blutabnahme. Gestern war ich dort und erfuhr heute, daß der Wert auf 10 zurückgegangen ist.

Und seit gestern habe ich starke Unterleibschmerzen. Es ist zwar noch nicht zu Blutungen gekommen, doch laut FA wird das jetzt wohl kommen. Da ich meinen FA nur kurz telefonisch erreichte, rief ich meinen Hausarzt an, der mich ebenfalls mit "herzlichen Glückwunsch" begrüßte... Er hatte bisher nur die Blutergebnisse von Dienstag vorliegen... Ich berichtete ihm von der heutigen Nachricht. Dieser erklärte mir dann, daß es viele Ursachen geben kann. Es könne ein "leeres Ei" gewesen sein oder aber eine Eileiterbefruchtung. Ab wann kann ich mir denn sicher sein, daß es eine richtige Befruchtung ist? Ab der 6ten SSW? Ich sollte nämlich eigentlich am 24ten zum nächsten US, um den Herzschlag zu prüfen.

Die Gefühlskirmes, die mich in den letzten 4 Tagen überrollt hat, ist mir selber unbegreiflich. Erst der Schock schwanger zu sein, dann freuen sich alle und man beginnt schon im Kopf zu planen und kaum habe ich mich damit abgefunden, muß ich mich schon wieder vom Microwürmchen verabschieden...

Was erwartet mich denn jetzt? Womit muß ich rechnen? Ab wann muß eine Ausscharbung stattfinden? Und wielange sollte man "pausen", ehe man einen neuen Versuch startet? Es grenzte ja schon an ein Wunder, daß ich überhaupt "schwanger" wurde, aber daß dieses Wunder so schnell wieder vorbei ist, haut mich jetzt echt um.

Ich soll zwar Morgen erneut die Blutabnahme machen und am Montag meinen FA anrufen, um die Ergebnisse zu erfahren, doch ich denke ja wohl kaum, daß da noch Hoffnung besteht, oder? Es kann ja mit Sicherheit nicht zurückgehen und dann wieder ansteigen, oder? ich möchte mir keine falschen Hoffnungen machen.

Wäre lieb, wenn mir Jemand hier seine Erfahrungen mitteilt. Ich bin absolut unerfahren, wie ihr lesen könnt. Schon beschämend mit 30, doch wenn ich ehrlich bin, habe ich mich vor 2 Jahren damit abgefunden eigentlich unfruchtbar zu sein...

Ich danke euch und fühle mit denen, die selber traurige Erfahrungen machen mußten.

Beitrag von _sunny29_ 13.05.11 - 17:13 Uhr

mensch, lass dich drücken.

ich habe mein sternchen in ende der 11ten woche gehen lassen (müssen)
warte einfach deinen termin am montag ab. eventuell bekommst du früher schon blutungen. vglbar einer mens.

Ausschabung ist in so einem frühen stadium vermutlich nicht notwendig.
man kontrolliert dann aber ob der hcg wert schön fällt.

über pausieren streiten sich die geister. ich habe 3 monate pausiert, weil meine fä das so wollte. andere sagen 1 zyklus - manche gar keine pause.

Beitrag von angelschneckchen 13.05.11 - 20:03 Uhr

Dankeschön für deine Antwort! Es ist traurig von anderen zu hören, oder zu lesen, daß sie dasselbe gefühlt haben oder fühlen, aber irgendwie fühlt man sich dann auch nicht mehr so alleine und verloren...

Die Blutungen haben jetzt angefangen und starke Unterleibsschmerzen, ich denke mal, das es jetzt definitiv soweit ist bye bye zu sagen. Aber was ich hier so lese, ist es ja auch fast normal, leider...

Mal abwarten, was die Blutabnahme Morgen ergibt. Und dann heißt es erst einmal verarbeiten und nach vorne schauen ;-) darin bin ich meister ;-) bin halt nur so unerfahren in diesem Bereich und jetzt schon dankbar diese Seite hier empfohlen bekommen zu haben!!! Danke dir und fühle auch du dich gedrückt! glg

Beitrag von angelschneckchen 13.05.11 - 20:29 Uhr

was ist denn eigentlich, wenn der hcg wert nicht mehr fällt?

Beitrag von helele 13.05.11 - 18:31 Uhr

Hallo lass dich erstmal #liebdrueck!!

Ich schreibe dir weil ich dir gerne etwas Hoffnung machen möchte. Ich hatte im März eine FG ohne Ausschabung in der 5 SSW. Wir hatten uns auch gerade erst darüber gefreut das es endlich funktioniert hat und dann bekam ich erst SB und einen Tag später war die Blutung schon da.
Mein FA hat mir geraten da es ja wirklich noch SEHR früh war, so wie bei dir auch, wenigstens eine Mens abzuwarten. Ich habe auch hier damals die Frage gestellt wie lange wir warten sollen und ich denke das kommt ganz auf einen selbst an. Ich habe in der Zeit viel geweint und um unser Baby getrauert und ich denke ich habe es sehr gut verkraftet und hab mich im April wieder bereit dazu Gefühl es wieder zu versuchen und siehe da wir haben an NMT+4 positiv getestet. Aus lauter Angst man könnte auf dem Ultraschall nichts sehen habe ich bis heute gewartet bis ich zum FA bin. Der fand es super das ich schon wieder schwanger bin und ich habe heute unser Würmchen inkl. Herzschlag das erste mal gesehn.
Das schönste was mein FA heute zu mir gesagt hat ist: Er hat dieses mal ein gutes Gefühl, :-D!
Wenn dein Körper bereit ist für eine neue ss erst dann wird er auch wieder ss.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen das es sehr bald wieder klappt und sich euer Kinderwunsch erfüllt!!!

Und ich wünsche uns allen das wir unsere #stern-chen nie vergessen denn sie sind ein teil von uns!!!

#liebdrueck

helele

Beitrag von angelschneckchen 13.05.11 - 20:12 Uhr

erst einmal herzlichen Glückwunsch!!!! ;-) und danke für deine Antwort. Es ist schon komisch, wie man um ein Baby trauert, daß man nicht einmal gespührt hat. Mein FA sagte mir, jeh schlechter es dir geht, um so besser ist es fürs Baby und die Nebenwirkungen waren nicht zu übersehen ;-) aber gut.... mir ist auch jetzt noch übel und schwindelig, aber die Unterleibskrämpfe und leichte Blutungen haben eben eingesetzt, daher denke ich, daß es an der Zeit ist bye bye zu sagen an das Microwürmchen und wieder nach vorne zu schauen. Und darin bin ich geübt. Mein "neuer" Partner trauert mindestens genauso wie ich und so traurig das auch ist, so zeigt es mir aber auch, daß er der Richtige ist. Er gibt mir unheimlich viel Kraft und Verständnis entgegen. Es läßt uns wachsen und wer weiß, irgendwann ist die Zeit bestimmt reif. Wir müssen jetzt nur versuchen den Kopf wieder frei zu bekommen. Und ich werde meine Krebsuntersuchung schnellstmöglich nachholen. Es soll Sinn machen, daß Würmchen noch nicht bleiben wollte.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles alles Gute und hoffe nur das Beste für euch! Schicke dir gute Gedanken und eine Umarmung!
glg

Beitrag von nurina 13.05.11 - 19:43 Uhr

Mensch, das tut mir leid, grad bei der Vorgeschichte.
Ich habe ein ähnliches Gefühlschaos hinter mir, im Dezember habe ich erfahren, dass ich schwanger bin, eine Woche hoffte ich und dann war es auch schon vorbei. Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft, das stand zwar neben Frühschwangerschaft und Fehlgeburt von Anfang an im Raum, aber man hofft halt doch.
Ich bekam gesagt, dass ich direkt wieder üben darf, aber bisher hat es noch nicht wieder geklappt.
Dir drück ich fest die Daumen, dass Du dieses Wunder noch einmal von Anfang bis Ende genießen darfst!!!!!!!!

Beitrag von angelschneckchen 13.05.11 - 20:21 Uhr

Danke für deine Antwort und deine Offenheit!
Wann hat man dir denn von der Eileiterschwangerschaft berichtet? Ab wann kann man das erkennen? Der 6ten Woche, oder?

Es tut mir sehr leid, daß du diese Erfahrung machen mußtest und daß es seitdem noch nicht wieder geklappt hat. Dir jetzt zu schreiben, daß du nicht dran denken sollst ist gerade total überflüssig. Bis heute habe ich viele Paare begleitet, die einen Kinderwunsch hatten. Ich betreibe Reiki im 2ten Grad. Ich habe ihnen Mut gemacht und sie unterstützt, doch jetzt kann ich zum ersten Mal mitreden und kann behaupten, daß es fast unmöglich ist nicht dran zu denken. Bereits damals, als wir es lange Zeit probierten, konnte ich nicht abschalten.

Und jetzt kommt auch noch die Angst dazu... ei jei jei...

Jedenfalls kann ich dir eines mit reinem Gewissen schreiben, ich wünsche dir von Herzen alles Gute und vor allem Geduld. Ich sage mir selber, daß es so sein sollte. Das Schicksal hat mir vor kurzem den tollsten Mann der Welt beschert und alles andere wird es wohl auch zum richtigen Zeitpunkt für uns bereit halten.

Ich drücke dir die Daumen und fühl dich mal ganz lieb gedrückt!
glg