Kann die Krankenkasse ein BV ablehnen?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von horst0605 13.05.11 - 17:23 Uhr

Hallo zusammen,
ich bin in der 10 SSW und hatte bisher leider nicht viel Freude an meiner Schwangerschaft! Seit 3 Wochen leide ich an unstillbarem Erbrechen und als wäre das noch nicht genug bin ich letzte Woche auch noch mit Verdacht auf akuten Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus eingeliefert worden. Gegen den Bandscheibenvorfall kann man laut der Ärzte nichts tun (wg der SS), gegen das Erbrechen habe ich mehrere Tage Infusionen bekommen, die ein wenig lindern konnten!
Da ich als Physiotherapeutin im Altenheim körperlich schwer heben muß, empfahl mein Orthopäde ein BV. Mein Gyn meinte allerdings das das ganz sicher Probleme mit der Krankenkasse geben würde und die bestimmt Einspruch erheben würde! Mein AG hingegen bejaht das BV. Jetzt bin ich ziemlich verunsichert, besonders weil mein Gyn sich nicht ganz sicher war wie ein solches BV zu beantragen sei!
Habt Ihr Erfahrung mit dieser Thematik und könnt mir vielleicht ein paar Tipps geben?
Vielen Dank und liebe Grüße von Kerstin

Beitrag von sasa1406 13.05.11 - 17:27 Uhr

Eigentlich denke ich nicht, dass die Krankenkasse ein BV ablehnen kann, aber wieso stellt dir der Orthopäde dass nicht aus, soweit ich weiss kann jeder Arzt ein BV ausstellen......

Und wenn dein AG dieses bejaht, wieso stellt er dir denn kein BV aus.

Dein AG kann ja auch ein BV machen, wenn die Arbeit, die du eigentlich tun müsstest nicht Schwangeren gerecht ist.....die meisten haben da auch eine Versicherung, die in der Zeit des BV die Kosten tragen.....

Beitrag von goldhaarschwester 13.05.11 - 17:28 Uhr

Hey du, ich habe gestern ein BV bekommen, und hab bei Tante Google folgendes dazu gefunden:

http://www.arbeitsschutz.nrw.de/pdf/themenfelder/mutterschutz/individuelle_aerztliche_beschaeftigungsverbote.pdf

Ich wünsche dir alles Gute, ruh dich gut aus und konzentrier dich auf das Wunder in deinem Bauch! #liebdrueck

Beitrag von schaf5214 13.05.11 - 17:29 Uhr

Ein BV hat nichts mit der Krankenkasse zu tun.
Dein Arbeitgeber hat eine Versicherung für den Fall das eine Angestellte ein BV bekommt und er bekommt in diesem Fall deinen Lohn zurück erstattet.
Der Gyn muss einfach Ein BV in Form eines Attestes ausstellen mit der Begründung weshalb (§ XY MU ständiges Heben von Lasten schwerer als 5kg), übrigens kostenlos, und du gibst das Schreiben einfach bei deinem Arbeitgeber ab.
Ich muss allerdings ehrlich sagen das wenn dein Gyn das nicht weiß muss ich an seiner Kompetenz zweifeln#kratz. Jeder Gyn muss mindestens 2-3 mal im Jahr ein BV ausstellen!
Es könnte übringens auch dein AG ein BV ausstellen wenn er keinen SS gerechten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann. Oder du setzt dich mit eurem Betriebsarzt in Verbindung (ist auch Pflicht einen zu haben).

LG eine GYN-Arzthelferin

Beitrag von lexi-74 13.05.11 - 17:36 Uhr

Mein Gyn hat mir gesagt, daß der Arbeitgeber von der KK das Geld bekommt. Aber ich hab jetzt nicht selber nachgeforscht. Bist du dir sicher, daß es da eine extraa Versicherung vom AG geben muß...

LG Lexi

Beitrag von goldhaarschwester 13.05.11 - 17:37 Uhr

"Das Umlageverfahren (U2) kann man sich wie eine Kaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung vorstellen. Der Arbeitgeber versichert sich gegen die Arbeitgeberaufwendungen für Mutterschaftsleistungen. Er zahlt einen bestimmten individuellen Beitragssatz und bekommt generell 100% der geleisteten Aufwendungen wieder."

Quelle: lohn-info.de

Beitrag von lexi-74 13.05.11 - 17:47 Uhr

Ich hab noch das gefunden:
http://www.schwanger-in-bayern.de/schwangerenberatung/themen/familie-erwerbstaetigkeit/mutterschutz/beschaeftigungsverbote.html

"6 Erstattungen bei Beschäftigungsverboten

Die Zahlung des Mutterschutzlohns würde für die Betriebe natürlich eine zum Teil hohe Belastung darstellen, da aufgrund der Beschäftigungsverbote die betroffenen Frauen nicht mehr voll bzw. gar nicht mehr einsetzbar sind, die Frauen jedoch Anspruch auf ihr volles Gehalt haben. Zur Entlastung der Betriebe ist deshalb ein entsprechendes Ausgleichsverfahren geschaffen worden.

Nach dem Gesetz über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für Entgeltfortzahlung (Aufwendungsausgleichgesetz - AAG) vom 22.12.2005 nehmen ab dem 01.01.2006 alle Arbeitgeber am Ausgleichsverfahren der Arbeitgeberaufwendungen für Mutterschaftsleistungen (U2-Verfahren) teil. Erstattet werden:

* Zuschuss des Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld für die Zeit der Schutzfristen vor und nach der Entbindung.
* Arbeitsentgelt für die Dauer von Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz.
* Arbeitgeberbeitragsanteile auf die an die Arbeitnehmerinnen bei Beschäftigungsverboten fortgezahlten Arbeitsentgelte.

Die Ausgleichszahlungen für gesetzlich krankenversicherte Frauen sind bei den Krankenkassen (z. B. AOK, IKK, Betriebskrankenkassen, Ersatzkassen), bei der die Arbeitnehmerin versichert ist, zu beantragen. Bei geringfügig Beschäftigten ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See als Träger der knappschaftlichen Krankenversicherung zuständig. Bei privat versicherten Frauen ist die Kasse zuständig, an den die Renten- beziehungsweise Arbeitslosenversicherungsbeiträge abgeführt werden.

Leider sind die landwirtschaftlichen Kassen von der Erstattungspflicht ausgenommen. Nähere Auskünfte hierzu erteilen die Kassen auf Anfrage."

Vielleicht ist das aber nur in Bayern so....

Beitrag von horst0605 13.05.11 - 17:38 Uhr

Der Orthopäde fühlt sich nicht zuständig und mein AG ist der Meinung das wir die Arbeit in unserem Betrieb sehr wohl "schwangerenfreundlich" gestalten...die Realität sieht allerdings anderes aus!

Beitrag von lexi-74 13.05.11 - 17:31 Uhr

Ich finde es ein bißchen erschreckend, daß sich die FA so wenig damit auskennen!
Wenn der Arzt es begründen kann (in meinen Augen in deinem Fall überhaupt keine Frage), kann die KK meines Wissens nichts dagegen tun.

Es darf auch jeder dich behandelnde Arzt ein BV aussprechen. Auch der Orthopäde!
Für den Arbeitgeber ist es sogar besser als wenn du krank geschrieben wirst. Der holt sich das Geld dann von der KK.
Oft erteilen auch die Betriebsärzte selbst das BV.

Vielleicht sollten wir mal nen Club auf machen zum Thema BV. Ich hab heute selbst schon geschaut...

LG Lexi (die selbst von anfang an im BV ist)