Guter Ausländer, schlechter Ausländer?

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Beitrag von adalgisa 13.05.11 - 21:11 Uhr

Ich zitiere einen Artikel aus der Onlineausgabe der "Welt"

[ZITAT]
"Integrationsminister rechnet vor, was Ausländer kosten

Dabei unterschieden die Beamten zwischen „nicht-westlichen“ Zuwanderern, die pro Jahr eine Kostenbelastung von 15,7 Milliarden Kronen ausmachten. Zuwanderer aus westlichen Ländern dagegen würden netto 2,2 Milliarden Kronen in die Staatskasse bringen.

„Wir wollen uns gerne mehr für die öffnen, die können und wollen, und uns gerne noch mehr vor denen abschotten, die nicht können oder wollen“, sagte der Integrationsminister dazu." [ZITAT ENDE]

Gibt es gute und schlechte Ausländer? Können / werden / sollen andere Länder sich ähnliche Gedanken über Ausländer machen und wäre das politisch korrekt?

(Quelle: http://tinyurl.com/3pblqpr)

Beitrag von paddelboot-neu 13.05.11 - 21:45 Uhr

Ich glaube nicht, dass es "gute" und "schlechte" Ausländer gibt, wohl aber "gute" und "schlechte" Menschen.

Leider ist es so, dass in einigen Ländern für einige Menschen Kriminalität eine logische Folge ist, wenn es den anderen gut geht und einem selbst schlecht.

Es ist ja nun mal auch Tatsache, dass insb. die Kriminalität bei Menschen aus osteuropäischen Ländern deutlcih häufiger vorkommt als bei Menschen aus Westländern.

Und so ist es ja auch bei uns in Deutschland bzw. so erlebe ich das: Ich wohne in einem eher gut situiertem Stadtteil, es gibt hier einige Ausländer, allerdings nur westliche!!! Hier wohnen Franzosen, Engländer und einige Dänen und Schweden.

Ich arbeite in einem sozial benachteiligtem Stadtteil (in einem Kindergarten), dort wohnen viele Russen, Polen und Paare, bei denen die Frau ein Kopftuch trägt (ich weiß nicht, aus welchen Ländern diese jeweils kommen, deswegen benenne ich das so, ohne rassistische Hintergedanken!). In diesem Stadtteil stehen fast ausschließlich sozialwohnungen und/oder Hochhäuser, in denen man die ersten 3 Monate mietfrei wohnen kann!!

Und fast ausschließlich Osteuropäer! In diesem Stadtteil ist die Kriminalität sehr hoch, oft ist die Polizei dort unterwegs, es gibt viele Brände und Raubüberfälle.

Ich finde es durchaus legitim, wenn man es derart benennt: aus manchen Ländern kommen Menschen, die ein höheres Kriminalitätspotential aufweisen und für ein Land wirtschaftlich deutlich negativ zu bewerten und deshalb weniger wünschenswert sind!!

Niemand möchte doch jemanden bei "sich" aufnehmen, der für Unruhe sorgt und Geld kostet! Stattdessen lieber jemanden, der hilft und Geld in die Kasse wirtschaftet! Dies gilt nicht nur für den privaten Haushalt sondern auch für jedes einzelne Land!

Beitrag von marion2 14.05.11 - 10:48 Uhr

"Es ist ja nun mal auch Tatsache, dass insb. die Kriminalität bei Menschen aus osteuropäischen Ländern deutlcih häufiger vorkommt als bei Menschen aus Westländern."

Es ist ja nun mal auch Tatsache, dass das ausgemachter Blödsinn ist.

Beitrag von parzifal 17.05.11 - 14:55 Uhr

Inwiefern?

Bürger osteuropäischer Staaten weisen hier bei uns keine höheren Kriminalitätsraten (in Prozent) auf als der einheimische Bürger?

Woher stammt Deine Erfahrung?

Beitrag von marion2 17.05.11 - 15:28 Uhr

Gefühlt die Hälfte meiner Nachbarn kommt aus Osteuropa. Ich kann noch im Dunkeln vor die Tür gehen und vergessen mein Auto abzuschließen. :-p

Beitrag von parzifal 17.05.11 - 16:18 Uhr

Es ist immer schwierig eine Behauptung damit zu begründen, wie die eigenen Bekannten sind.

Deine Erfahrungen hängen ja mit Deinem persönlichen Umfeld zusammen.

Wer z.B. einer rumänischen Akademikerfamilie entspringt wird andere Erfahrungen haben wie aus einer rumänischen Landfahrerfamilie.

Hier lebende Kosovo-Albaner haben z.B. ein wesentlich höheres Gewaltpotential als der Durchschnitt.

Wenn hier Statistiken geführt würden (gerade im Bereich Gewaltkriminalität) und hierbei der Ausländerstatus und Migrationshintergrund berücksichtigt würde wäre das ziemlich erschreckend.

Im Bereich der Jugendkriminalität ist das doch mittlerweile auch Laien bekannt.

Wenn Du z.B. bei jeder zweiten Strafakte die Du in Händen hältst (und das hatte ich) Namen siehst die Du kaum aussprechen kannst ist das oben genannte Ergebnis nunmal die Wirklichkeit.

Und das Osteuropäer "krimineller" sind als der Durchschnittsdeutsche lässt sich nicht von der Hand weisen.


Beitrag von marion2 17.05.11 - 18:03 Uhr

Du argumentierst, es sei schwierig, eine Behauptung damit zu begründen, wie die eigenen Bekannten sind (Das sind übrigens keine Bekannten von mir - nur Nachbarn) und belegst deine eigene Sichtweise mit einem Aktenberg auf deinem Schreibtisch?

Wonach sortieren sich eigentlich Schreibtische?

"Im Bereich der Jugendkriminalität ist das doch mittlerweile auch Laien bekannt."

Dem Laien ist aber auch bekannt, dass es hier Defizite im Bereich Integration und Schulbildung gibt. Überall wo Bildung und Integration funktionieren, haut deine Sichtweise nicht mehr hin.

Außer den Kosovo-Albanern (woran erkennst du die eigentlich?) gibt es übrigens auch noch andere "Osteuropäer".

Beitrag von parzifal 17.05.11 - 22:24 Uhr

Mach dochmal Nägel mit Köpfen.

Bist Du fest davon überzeugt, dass Osteuropäer hier in Deutschland nicht häufiger kriminell auffallen als der Durchschnittsdeutsche?

Ich behaupte dass sie es tun. Deine Äußerung kann ich nur als "nein tun sie nicht" werten. Habe ich das richtig verstanden?

Im Bereich der Jugendkriminalität gehe ich davon aus, dass du das einräumst, weil Du gleichzeitig Gründe hierfür anführst (was nicht die Frage war!).

Es geht bis jetzt nur um die Behauptung an sich und nicht um die Ursache, weshalb das so ist.

Die Ursache ist eine ganz andere Baustelle!

Kosovo-Albaner war nur ein Beispiel für Gewalttäter.

Strafakten sind keine Personen aus dem persönlichen Umfeld.

Beitrag von marion2 18.05.11 - 07:55 Uhr

"Mach dochmal Nägel mit Köpfen."

Hab ich schon. http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=3144259&pid=19911752&bid=64

"Im Bereich der Jugendkriminalität gehe ich davon aus, dass du das einräumst, weil Du gleichzeitig Gründe hierfür anführst (was nicht die Frage war!)."

Die Begründung bezog sich auf Jugendkriminalität im Allgemeinen. Fehlende Integration gibt es auch bei deutschen Jugendlichen.

"Strafakten sind keine Personen aus dem persönlichen Umfeld."
Und wonach sortieren die sich nun? Wer legt fest, welche Akte auf welchem Schreibtisch landet?

"Kosovo-Albaner war nur ein Beispiel für Gewalttäter."
Du hattest also mehrfach Akten von Kosovo-Albanern auf deinem Schreibtisch? Steht die Nation auch auf den Akten oder rätst du?

Beitrag von parzifal 18.05.11 - 10:17 Uhr

Ich glaube wir reden aneinander vorbei.

Ich rede ausschließlich von Kriminalität in Deutschland.

Mir ist Deine Aussage zu wischwaschi ("Blödsinn").

Ich fasse für Dich zusammen:

Du gehst davon aus, dass es im Verhältnis zu Deutschen ohne Migrationshintergrund keine höhere Kriminalitätsraten von Osteuropäern (in Deutschland!) gibt.

Auch höhere Kriminaltätsraten bei Jugendlichen seien nicht vorhanden, da es fehlende Integration ja auch bei diesen gäbe.

Der Anteil der Straffälligen entspricht genau dem prozentualen Bevölkerungsanteil (z.B. bei 1 % Rumänen seien auch nur 1% aller Täter Rumänen).

Das ist für mich weltfremd.

Ist Dir Problematik von ausländischen Straftätern in Deutschland so gänzlich an Dir vorbeigegangen?

Dass die Ursache für die erhöhten Zahlen in Integrations- und Bildungsproblemen liegt ist doch eine ganz andere Baustelle.




Beitrag von zeitblom 18.05.11 - 10:45 Uhr

im Vergleich von gleicher Altersstufe, Geschlecht und sozialer Schicht sind die Unterschiede gering.....

Beitrag von marion2 18.05.11 - 12:17 Uhr

#danke

Beitrag von parzifal 21.05.11 - 06:56 Uhr

Dass diese Behauptung meiner Aussage nicht widerspricht hast Du hoffentlich bemerkt?

Beitrag von parzifal 21.05.11 - 06:55 Uhr

Deine Erklärung steht in keinerlei Widerspruch zu meinen bisherigen Aussagen. Meine Aussage ist immer noch unwiderlegt.

Ich rede nämlich von absoluten Zahlen!

Ich habe doch nie Ursachenforschung betrieben warum es so ist wie es ist.

Beitrag von parzifal 21.05.11 - 14:05 Uhr

Korrektur: prozentualen Zahlen (also Einwohner im Verhältnis zur Häufigkeit von Straftaten).

Beitrag von zeitblom 23.05.11 - 08:53 Uhr

Eben, daher sagt diese Zahl nichts ueber das kriminelle Potenzial von "Auslaender" oder "Osteuropaeer" aus.... sondern foerdert lediglich die ueblichen Vorurteile...

Beitrag von parzifal 24.05.11 - 09:41 Uhr

Es geht doch nicht darum ob Ausländer oder Osteuropäer eine Veranlagung zu mehr Straftaten haben.

Es geht um die Feststellung, dass östliche Ausländer in Deutschland eine höhere Kriminalitätsrate in Deutschland aufweisen als westliche.

Dass die Ursachen in mangelnder Integration und häufigerer mangelnder Ausbildung beruhen ist eine andere Baustelle!

Man kann doch nicht einfach behaupten, dass würde nicht stimmen nur weil diese objektiv richtige Feststellung Vorurteile fördern könnte?

Was ist das denn für eine Logik.

Beitrag von zeitblom 24.05.11 - 09:51 Uhr

Diese Feststellung ist so aussagekraeftig wie die Feststellung, dass in Dtl. mehr Menschen ueber 60 sterben als unter 20......

Beitrag von parzifal 24.05.11 - 11:12 Uhr

Du schreibst komplett am Thema vorbei. Was hat aussagekräftig mit wahr oder falsch zu tun?

Ich lass Dir aber den glauben, dass alle Feststellungen die Du für überflüssig hältst allein deshalb auch objektiv falsch sind.

Für Dich sterben dann halt eben mehr Menschen unter 20 als mit über 60.

Für mich aber nicht. Bei mir stimmt die Behauptung dass mehr Menschen mit über 60 sterben als unter 20 weiterhin.


Beitrag von parzifal 24.05.11 - 11:15 Uhr

So wie Du bisher argumentierst hätte Deine Antwort lauten müssen:

"Die Feststellung ist zwar richtig, aber wenig aussagekräftig, weil...."

Beitrag von c.l.e.o. 13.05.11 - 22:20 Uhr

Alle denken so, keiner sagt es, weil es eine pauschale Vorverurteilung ist. Wie kann man so eine Angelegenheit auch diplomatisch äußern? - Kann man nicht.

Beitrag von kanojak2011 13.05.11 - 23:54 Uhr

von einem Ausländer geschrieben:

1. Es nach ost und west zu unterscheiden ist schon mal ein Schwachsinn. Es ist bekannt, dass Kinder von Vietnamesen einen sehr hohen Anteil an Abiturienten haben und in der überwiegenden Mehrheit studieren gehen.

2. Wie definiere ich gut und schlecht ? Bedeutet für mich ,,gut´´, wenn ich der Staatskasse was bringe ? Aha, dann bin ich ein schlechter Ausländer. Da ich mich um die Kinder eines DEUTSCHEN kümmere, damit er dann die Steuern schön abgeben kann, bringe ich trotzdem nichts direkt der Staatskasse. (naja, ob man Ehegattensplittung als direktes beitragen mal zählen lassen kann).

3.Sollen sich andere Länder Gedanken über Ausländer machen ? Oh, sie machen es doch. Schau dir doch die neueste Entwicklung in Dänemark oder die Verbaschiedung einer neuen Verfassung in Ungarn ?
Jeder will sich das beste Rauspieksen.

4.Was hier aber in der letzten Zeit passiert ist, dass es dank dem Senator demagogisch zum Thema gemacht wurde und dies halte ich für sehr gefährlich.
jo, es gibt gute und schlechte ausländer. Menschen ,die sich integriren wollen und Menschen, die hier in Paralelegesellschaften leben. Ich finde es wichtig, dass der Staat einen zwingt bestimmte Standrards zu erfüllen, damit man es einem nicht integrastionsfähigem schwerer macht. dis geschieht aber zum Teil.
Jetzt müssen schon Ehefrauen, die zweicks Heirast einreisen wollen, hinter sich Deutschkenntnisse haben. Eine an sich Supersache.

LG

Beitrag von malwiederich 14.05.11 - 12:14 Uhr

Klar! Völlig in Ordnung! Es gibt gute und schlechte Ausländer
UND (bevor hier jemand nen cholerischen Anfall bekommt)
Es gibt auch gute und schlechte Inländer.

Komisch, dass das nun wieder aus Dänemark kommt.
Dieser Satz:
"Wir wollen uns gerne mehr für die öffnen, die können und wollen, und uns gerne noch mehr vor denen abschotten, die nicht können oder wollen.“
kratzt mich ein wenig, ich sehe zwischen den Worten wieder mehr.
Ich bin einigermaßen zufrieden damit, dass meine Heimat auch Menschen hilft, welche einfach nur Zuflucht suchen (weil politisch verfolgt usw.usf.), auch wenn sie nicht viel können.

*Dabei unterschieden die Beamten zwischen „nicht-westlichen“ Zuwanderern, die pro Jahr eine Kostenbelastung von 15,7 Milliarden Kronen ausmachten. Zuwanderer aus westlichen Ländern dagegen würden netto 2,2 Milliarden Kronen in die Staatskasse bringen.*

Sicherlich (im Ernst) haben sich schlaue Leute an diese Berechnungen gemacht. Und sicherlich arbeiten diese schlauen Menschen schon an neuen Gesetzentwürfen: "Wie vergraulen wir nichts einbringende Ausländer?"

PS: Ich fahre trotzdem ganz bald nach Dänemark. Allerdings überlege ich mir inzwischen nen Kontoauszug an meinem Ausweis zu heften;-).

LG,
Loli