Wenn einem alles zuviel wird... Bitte um Rat

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von posierliche33 14.05.11 - 08:56 Uhr

Hallöchen.#winke

Habe mich hier neu angemeldet,
war aber vor vielen Jahren hier schon mal aktiv
und habe oftmals tolle Ratschläge erhalten,die mir teilweise echt weiter geholfen haben oder mich wieder aufgebaut haben.
Danke mal an dieser Stelle... :)

Nun haben wir,mein Mann und ich aber deutlich größere Probleme.
Erscheinen mir so riesig dass ich nicht weiß ob unsere Ehe das übersteht und ob es wirklich noch Liebe ist,was uns zusammen hält oder ob es nicht doch nur die Gewohnheit,die Kinder und das Haus sind.

Vorab,es gibt lange Vorgeschichten zur unserer Beziehung/Ehe,
leicht war diese nie,aber das lag weniger an uns,sondern eher an den Steinen die uns andere oftmals auf den Weg geschmissen haben.

Muss hinzu fügen,dass ich bin nicht die gewünschte (Traum)Schwiegertochter die sich die Eltern meines Mannes gewünscht haben.
Ich habe schon 2 Kinder mit in die Ehe eingebracht und wir haben noch 2 weitere gemeinsam bekommen.
Bei meiner Schwiegermutter brauche ich mir nicht auszuheulen.
Sie versteht es nicht dass ich nicht noch zusätzlich arbeiten gehe um meinen Mann zu unterstützen.
Würde ich gern,aber woher soll ich den fehlenden Kitaplatz nehmen !?

Meine Familie ist nur sporadisch ab und an,
wenn sie mal Lust haben für uns da...wenn überhaupt.
Enkelkinder bedeuten da nur Stress und Belastung oder es fehle die Bindung zu ihnen... ja,das durfte ich mir auch schon anhören#schmoll

Mein Mann (selbstständig) ist sehr viel am arbeiten
oder momentan dabei mit am Haus zu basteln,wenns die Zeit zulässt.
Sprich den Haushalt,die Kinder & deren Sorgen,
die Büroarbeit und die Finanzen muss/soll ich allein bewältigen.
Klappte die Jahre einigermaßen,ich bekam alles soweit hin.
Leider kann man,wenn man dann noch ein renovierungsbedürftiges Haus gekauft hat,mal schnell den Überblick verlieren.

Fühle mich einfach nur noch ausgebrannt und mit allem überfordert.
Meinen Mann geht es ebenso und deshalb gab es heute morgen noch kurzerhand einen kleinen heftigen Streit,der mich aber sehr mitnimmt.#schmoll
Er will sich nur auf seine Arbeit konzentrieren müssen,
nach Hause kommen,sich ein wenig mit um die Kinder kümmern
und dann die Sachen erledigen die er für wichtig hält.
Für was sollte er denn noch alles zuständig sein,meint er...

Sprich,der Haushalt hängt bei uns momentan durch,u.a. auch da mir auch die Möglichkeiten fehlen hier richtig Ordnung zu machen.
Die Küche ist ein Wrack,das Schlafzimmer mussten wir wegen einer Ameisenplage räumen,das Büro steht noch vollgeräumt und in den Sternen.
Die Kinderzimmer sind eigentlich fertig,aber wenn ich da nicht täglich hinterher bin,siehts da aus,als hätte eine Bombe eingeschlagen.:-(

Ich versuche einen geordneten Tagesablauf allein schon wegen der Kids hin zu biegen,aber dann tauchen doch wieder Sachen auf,die einen davon abhalten,bzw. aus der Bahn werfen und wieder etwas auf der Strecke bleibt.
Momentan ist es eben der Haushalt und leider war es vor kurzem auch etwas von der finanziellen Seite,was uns eine Pfändung beschert hat.
Das letztere von beiden Sachen haben wir geklärt.
Trotzdem geht so nicht weiter.

Ich habe Existenzangst,weil eben schon finanziell nicht alles durch die Arbeit meines Mannes oder deren Auftraggeber,rund läuft.
Müsste eigentlich noch eine Unterleibs-Op vornehmen lassen,was aber wieder aufgrund der Arbeit meines Mannes und unserem Kleinsten (2 Jahre) nicht geht,weil er sich keine 4-6 Wochen Urlaub nehmen kann.

Was ich auf jeden Fall habe sind seine Vorwürfe,
auch weil ich mittlerweile weniger Lust habe und nicht sofort einsatzbereit bin,wenn er es wünscht.
Mich belastet es auch dass WIR auf der Strecke bleiben.
Gerade weil ich sonst nicht so bin.:-p

Es macht einen alles kaputt und ehrlich,
auch wenn ich weiß,das Leben geht weiter,es könnte schlimmer sein,
kann ich einfach nicht mehr.
Meine Kinder merken es auch schon langsam.
Obwohl ich versuche sie es nicht spüren zu lassen und sie versuche aus dem ganzen Erwachsenen Spinnkram heraus zu halten.

Wenn ich mit unserem Hund spazieren gehe,überlege ich schon manchmal
ob ich den Weg nach Hause wirklich noch gehen soll...
Ich tue es,aber mehr wegen meiner Kinder.

Lösung wäre,dass mein Mann wieder in einem Angestelltenverhältnis arbeiten würde,das würde uns nicht nur finanziell deutlich besser tun,
sondern man hätte auch wieder mehr Zeit.
Aber da wartet er lieber dass es ihm durch Zufall entgegen flattert,
suchen danach will er nicht.

Bitte helft mir....bin über jeden Rat
oder jedes aufbauendes Wort dankbar. #blume

Beitrag von phantastica123 14.05.11 - 09:16 Uhr

Guten Morgen :-)

Allein das Lesen Deines Texts hat mich schon sehr angestrengt, weil ich die ganze ARbeit und den Tumult herausspüren konnte.

Die Frage ist eben, was Dir all die Ratschläge nützen, wenn man den Eindruck hat, dass Dein Mann derjenige ist, der mit der jetzigen Situation anscheinend besser zurecht kommt als Du. Ein Leidensdruck ist ja offensichtlich nicht vorhanden, sondern er macht klare Ansagen: Er will nur arbeiten, nichts mit den Kindern am Hut haben. Basta.

Dass Du dringend Hilfe und Unterstützung brauchst, ist nicht zu verkennen. Allein die Tatsache, dass die eine Unterleibs-OP brauchst, die Du nicht machen kannst, weil niemand für die Familie da ist, ist schon erschütternd.

In meinen Augen findet hier Ausnutzen Deiner Person auf höchstem Niveau statt. Handeln wäre angesagt - aber ohne Deinen Mann geht halt nichts.

Mein Rat ist der: In jeder größeren Stadt gibt es eine Familienberatungsstelle/psychologische Beratungsstelle. Da kann man sich hinwenden und das Anliegen vortragen. Und man bekommt da wirklich Hilfe. Ich spreche aus Erfahrung!

Du brauchst ganz dringend Hilfe, vor allem für die Gesundheit. Und die Wohnzustände sind ja auf Dauer auch nicht tragbar!

Und wie Du es schon schreibst: Es ist ein Teufelskreis: Die Wohnung ist eine Baustelle, es fehlen Möglichkeiten des Stauraums, alles steht deshalb im Weg rum. Das ist oberätzend!

Aber dennoch muss ich mich wundern, wieso man bei einem Stall von Kindern noch einen Hund anschafft, der wie ein weiteres Kleinkind zu betrachten ist.

Mein Partner hätte auch gerne einen Hund. Aber ich lehne das kategorisch ab (obwohl ich früher aktive Hundesportlerin war und ein großer Hundefan bin). Weil ich weiß, dass die Arbeit rund um den Vierbeiner eh nur an mir hängen bleiben würde und ich zu all der Arbeit mit Familie und Job nur noch mehr Ballast am Bein hätte.

Ich habe mir stattdessen wieder ein Motorrad gekauft und nehme mir ganz bewusst mit meinem Hobby eine wohlverdiente Auszeit von Stress und Co., treffe dabei nette, unkomplizierte Leute und muss mir dafür nicht das blöde Geschwätz seiner Familie anhören. Ich fahre dann Motorrad, wenn meine Tochter bei ihrem Papa ist. Mit meinem neuen Partner habe ich keine Kinder und ich will auch keine, weil mir die Verantwortung einfach zu groß ist, wenn was schief gehen würde. Und da steckt man ja nicht drin.

Und: Ich bin auch eine ungewollte Schwiegertochter. Das zehrt - ich weiß es. Aber umso wichtiger ist es, für sich selbst Ruhezonen zu schaffen, auch wenn die anderen zetern und schimpfen.

Alles, alles Gute!

Hab Mut, etwas für DICH zu tun!

Beitrag von posierliche33 14.05.11 - 10:35 Uhr

Hallo zurück und vielen Dank für Deine Antwort.:-)

Es ist alles etwas viel geworden und die Übersicht bleibt auf der Strecke.

Wenn der Papa zu Hause ist,spielt er mit den Kindern,er hört ihnen zu und hilft auch mal bei den Hausaufgaben.
Ganz so schlimm wollte ich ihn als Vater nun nicht hinstellen.
Aber die dazu gehörenden Dinge,wie Einschulungen,Ausflüge mit der Kita,u.a. muss ich immer allein machen.
Für mich an sich ok,aber für die Kinder ist es total blöd,
wenn sie immer nur mich da haben,aber Papa nie Zeit wegen der Arbeit hat. Arbeit ist wichtig,aber die Familie auch.

Zum Hund.
Mein Mann bezeichnet ihn zwar eher als einen unnötigen Kostenfaktor
und zusätzliche Arbeit.
Hat ihn meistens auch bei sich,wenn er draußen zu gange ist.
Auch wenn er es nicht gerne offen anderen gegenüber zu gibt,er mag den Hund sehr.
Das mit dem Hund war mehr meine Entscheidung,als die meines Mannes.
Ich finde es gut wenn Kinder Tiere um sich haben können,bzw. mit ihnen aufwachsen dürfen.
Durch den Hund kann ich jedesmal wenn ich allein mit ihm raus gehe,
kurz abschalten und mal in Ruhe nachdenken ;)
Er lenkt einen wenigstens für kurze Zeit,mal von den ganzen anderen Problemen ab.
Im Grunde tut der Hund uns eigentlich gut.
Die Kinder gehen gut mit ihm um und beim beobachten,wenn die Kids und der Hund miteinander spielen geht einem das Herz auf.

Deinen Rat mit der Beratungsstelle werde ich befolgen
und mich Montag gleich mal umschauen,wo ich die hier finden kann.

Dankeschön nochmal #blume

Beitrag von umsche 14.05.11 - 09:47 Uhr

Hallo,
ihr, du und dein Mann, seid beide völlig überfordert. Ihr geht beide auf dem Zahnfleisch. Eure Situation hört sich wirklich extrem stressig an. Ihr habt euch scheinbar privat wie beruflich völlig übernommen?!

Wenn die Selbständigkeit deines Mannes nicht so gut funzt, sollte er wirklich darüber nachdenken, wieder ins Angestelltenverhältnis zurück zu kehren und du solltest dir bei der Bewältigung deines Haushaltes kleine Ziele stecken. Schau dir nicht den ganzen großen Chaosberg an sondern mache einen Schritt nach dem anderen.

Alles Gute

Beitrag von posierliche33 14.05.11 - 10:42 Uhr

Vielen lieben Dank für Deine Antwort. #blume

Ich sehe das ebenso und muss mal wieder ein ernstes Wörtchen mit meinen Mann sprechen.
Hoffe er sieht es auch endlich mal ein und will auch was ändern.
Sonst muss ich es tun und dass will ich eigentlich vermeiden.

LG :)