Ich mache mir Sorgen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von alexa3030 14.05.11 - 12:17 Uhr

Servus,

ich mache mir große Sorgen um meinen Sohn. Der Kindergarten hat einen Entwicklungsbericht geschrieben. Sie bezeichnen meinen Sohn als abwesend, introvertiert und still. Er fühlt sich wohl durch die anderen Kinder gestört, mache beim Morgenkreis nicht mit.

Habe jetzt einen Termin im SPZ vereinbart. Allerdings dauert das Monate. Überlege, ob ich noch einen Termin beim Psychologen mache.

Zu Hause ist er übrigens meistens fröhlich und laut. Also das genaue Gegenteil.

Hat jemand eine Idee, was dahinter stecken könnte?

Verzweifelte Grüße,

Alexa

Beitrag von sunflower.1976 14.05.11 - 13:17 Uhr

Hallo!

Ferndiagnosen oder Vermutungen sind immer schwierig. Zumal Du nichts darüber geschrieben hast, wie alt er ist, seit wann er im KiGa ist und wie er sich verhält, wenn er zuhause mit anderen Kindern bzw. bei Freunden spielt.

Meine Söhne sind zuhause auch eher laut aber im KiGa (v.a. ein den ersten ein, zwei Jahren eher ruhig, zurückhaltend und eher die Beobachter. Bei meinem großen Sohn hat sich das im letzten Jahr massiv geändert. Er ist kein Rabauke, der anderen etwas tut, aber er nimmt auch mal eine Führungsrolle ein, ist laut (Aussage Erzieherin: spricht leise und spielt laut) und macht auch mal (lt Erzieherin harmlosen) Unfug.

Es kann also einen absolut harmlosen Grund haben. Andere Möglichkeiten - die ich jetzt NICHT explizit auf Deinen Sohn beziehe - sind beispielsweise z.B. eine eingeschränkte Körperwahrnehmung. Das heißt, dass beispielsweise körperliche Nähe (wenn sie eher ungesteuert ist wie es unter vielen Kindern normal ist) als unangenehm empfunden wird weil das Kind seinen eigenen Körper zu stark oder zu wenig spürt. Es kann sein, dass das Gehör zu "emfindlich" ist, d.h. dass laute Geräusche, die vom Kind selber nicht beeinflusst werden können, unangenehm sind, so dass es mit Rückzug reagiert.
Ich sage definitiv NICHT, dass eine solche (behandelbare) Problematik bei Deinem Sohn vorliegt. Ich möchte damit nur sagen, dass es sehr viele Ursachen geben kann - oder eben auch keine richtige Ursache - und das kann nur in einer genauen Diagnostik herausgefunden werden.

Insgesamt finde ich es besser, wenn die Diagnostik über eine Stelle abläuft, also z.B. das SPZ. Denn wenn erstmal ein Psychologe schaut und man sich unabhängig davon noch den Rat eines Ergotherapeuten sucht (Ausschluss Wahrnehmungsstörung) und man dann noch zum SPZ geht, wird er Fokus zu sehr auf eine eventuelle Störung gelegt und das Kind unter Umständen mehrfacch getestet. Das würde ich vermeiden wollen.

Ich weiß ja nicht, wie alt Dein Sohn ist... aber hast Du mit ihm mal darüber gesprochen, wie es ihm im KiGa geht, was er mag und was nicht?
Möglicherweise kommst Du dann schon mal auf eine "Spur".

LG Silvia

Beitrag von alexa3030 14.05.11 - 14:13 Uhr

Hallo Silvia,

danke! Er ist fast vier und geht seit Sommer in diese Gruppe. Vorher war er in einer U3-Einrichtung. Er geht sehr ungerne in den Kiga, freut sich immer, wenn Wochenende ist.

An eine Wahrnehmungsstörung habe ich noch gar nicht gedacht, könnte aber leider passen. Er schmust auch nur nach Aufforderung.

Gruß,

Alexa

Beitrag von cherry19.. 15.05.11 - 11:45 Uhr

Ich geb dir den Tipp: Einrichtung wechseln. Nach so langer Zeit sollte er sich eingewöhnt haben. Das hat er wohl nicht. Daheim ist er normal.

Mein Sohn ging auch nicht gern in seinen Kindergarten. Er freute sich auch aufs WE und weinte jeden Morgen. Da sie wussten, dass ich da hintendran bin,, meinten sie, er würde sich wohl total wohl fühlen und alles mitmachen. Daheim erzählte er mir das allerdings ganz anders. Nämlich, dass er da nicht mitmache, weil es doof wäre und alles dort nicht schön sei.

wir haben dann jetzt gewechselt und im nenen Kindergarten klappt alles super. Bei uns war es echt der Kindergarten, der meinen Sohn dahingehend gebremst hat, sich wohlzufühlen. Eine Erzieherin seiner Gruppe ist sehr laut und packt die Kinder auch oftmals fest am Arm. Frag ihn mal, warum es ihm dort nicht gefällt und überlege, zu wechseln. Wenn er ja daheim normal drauf ist und nur im Kindergarten so, würde mir das als Mutter bzgl. der Einrichtung zu denken geben.

Haben sie dir nur nen Bericht gegeben oder auch mal was dazu gesagt?

Janine

Beitrag von nana141080 14.05.11 - 14:23 Uhr

Hallo!

Wie lange ist dein Sohn schon im Kiga? Wie alt ist er? Wie ist er in seiner Freizeit mit anderen Kindern?

Viele, sehr viele, sind am Anfang (auch paar Monate) mehr introvertiert und überfordert mit vielen Kindern. Besonders wenn sie sehr jung sind.

Muß man echt immer gleich therapieren? Kann man nicht mal ein Kind auch Kind sein lassen? Mit all seinen Macken und Charakteren?

SPZ reicht doch (wozu denn eigentlich? Die Erzieher sollen ihn mit einbeziehen und fertig). Auch noch Psychologen? Du übertreibst doch total!
M.M.!

VG nana

Beitrag von andrea-27 14.05.11 - 14:40 Uhr

Hallo alexa3030,

ich denke er ist halt so oder vielleicht fühlt er sich auch einfach nicht wohl.
Solch einen verdacht habe ich nämlich bei meinem der auch vor einem Monat noch hysterisch geschrien hat wenn ich gehen wollte. Von ein auf den anderen Tag wollte er nicht mehr in die Kita, er geht erst seit mitte Januar und ich konnte mir diese plötzliche abneigung nicht erklären.

Er ist sehr sensibel, vielleicht geht es deinem genauso könnte sein das er sich ausgegrenzt fühlt oder allein gelassen. Keine ahnung als Mutter bekommt aus der Kita nicht viel mit. Kinder empfinden es oft anders weil sie auch Feinfühliger sind wir Erwachsene kennen das auch wenn wir einen Job haben wo wir uns nicht wohlfühlen oder Arbeitskollegen mit denen man nicht warm wird.
Meiner zum Beispiel Spielt, Lacht, Redet deren Meinung zuviel und sei unkonzentriert.
Du siehst egal wie die Kinder sind es gibt immer irgendwas reden sie wenig sind sie zu still und beteiligen sich nicht, sind sie zu laut oder reden zuviel haben sie gleich konzentrationsstörungen, reden sie nicht sind sie meist taub....usw. man kann es keinem recht machen das musste ich auch lernen.
Ich sage dir nur eins du kennst dein Kind am besten und kannst es wohl auch am besten beurteilen. Denn wer kümmert sich bei Albträumen, Erkältungen, schlechter Laune, Allergien usw. nicht die Kita Betreuer sondern du. Der wichtigste halt ist immer die Familie.
Lese dir mal den Urbia bericht zum Thema Vollzeitmütter durch da wird einiges Gut erklärt über Kitas.

Ich hoffe dies war ein wenig Hilfreich

Ach und noch etwas in anderen Ländern beispiel Süden lässt man die Kinder Kinder sein und rennt auch nicht sofort zur Therapie. Die sind nicht alle gestört oder haben andere Defizite.;-)

LG
andrea-27

Beitrag von alexa3030 14.05.11 - 15:28 Uhr

Hi,

der Entwicklungsbericht war wirklich schockierend. Es ist sogar das Wort Asperger gefallen. Ich finde daher nicht, dass ich übertreibe.

Er hat überhaupt keine Freunde.

Gruß,

ALexa

Beitrag von zahnweh 14.05.11 - 20:42 Uhr

Wie ist er denn zu Hause?

Ist er da aufgeweckt? Kommt mit Veränderungen im Alltag klar? Beharrt er auf seine Rituale? Oder kann auch spontan mal die Gute-Nacht-Geschichte ausfallen etc.?

Wie groß ist denn die Gruppe?

Meine ist zu Hause sehr übermütig. Im KIndergarten war sie zur Kernzeit anfangs immer in einer Ecke, beobachtete alles aus einer sicheren Position heraus, taute zur Nicht-Kernzeit auf, wenn weniger Kinder da waren.

In den ersten Wochen sei es völlig in Ordnung, wenn ein Kind im Stuhlkreis nicht mitmachen möchte. Danach tauen die meisten auf, wenn sie sich an den Ablauf und alles gewöhnt haben...


Ich selbst, garantiert nicht Autismus oder ähnliches, war seeehr schüchtern.
Die Erzieherinnen mochte ich kein bisschen und die interessanten Spielsachen waren für die Mädchen damals noch tabu (Bauklotzecke).
Von den Legos wurde ich immer wieder weggeholt. Puppen und Frisör spielen mochte ich überhaupt nicht. Also blieb nur Puzzlen.

Mit den Erzieherinnen sprach ich kein Wort. :-p


Wie gut kannst du mit den Erzieherinnen reden?
Sie können ja nur einschätzen, was sie sehen.
Aber wenn ihr drüber redet, kommen dir manche Sachen von zu Hause bekannt vor?

Bei meiner ist es unterschiedlich:
bei einigem staune ich sehr, was mir erzählt wird. Habe dann auch die Möglichkeit selbst zu erzählen. ... das hilft uns beiden, mein Kind besser einzuschätzen :-)
Und bei manchem kommt es mir seeeeehr bekannt vor. Dann rede ich mit der Erzieherin drüber und wir versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden.

Beitrag von alexa3030 14.05.11 - 20:56 Uhr

Hallo Zahnweh,

zu Hause ist er eher das Gegenteil (fröhlich, extrovertiert, laut), was ja eigentlich gegen Autismus spricht. Er scheint ja Wahlmöglichkeiten zu haben.

Allerdings ist er sehr ritualisiert. Gutenachtgeschichte z.B. dürfte niemals ausfallen. Er mag auch keine fremden Wege und neue Situationen.

Er hat auch eine sehr geringe Frustrationswelle. Heute ist er ausgeflippt, weil er beim MenschärgereDichnicht verloren hat.

Grüße

Beitrag von zahnweh 15.05.11 - 09:25 Uhr

Hallo,

Das mit der Ritualisierung kann so oder so sein. Es ist häufig bei Autismus vorhanden, muss aber kein Autismus sein, wenn Kinder das brauchen.


Beim Verlieren kann ich dich beruhigen:

ich saß mit 5 Jahren unter dem Küchentisch, weil jemand meine Figur geschlagen hat.
Meine 3,5 jährige fängt grade damit an das Gewinnen und Verlieren zu verstehen und fing wie wild an um sich zu schlagen, weil sie bei Memory verloren hat oder wenn ich ihr das gewünschte Pärchen vor der Nase wegschnappe.

Beitrag von friend6 14.05.11 - 21:30 Uhr

Machst Du Dir auch Sorgen/ Gedanken, wenn Du ihn im Alltag beobachtest?
Wenn ja, würd ich es mal beim Kinderarzt ansprechen, wenn nein, sprich doch mal im Kindergarten an, dass er so nicht zuhause ist. Und frag mal nach, an welchen Situationen sie es konkret festmachen.
Warum soll er beim Morgenkreis unbedingt mitmachen? Vielleicht ist er dort noch zu müde, hat keine Lust, etc? Jedes Kind ist anders und sollte er im Kindergarten introvertiert sein, ist es vielleicht auch sein Temperament?

Meine Tochter ist im Kindergarten (bei Morgenkreis und in der großen Gruppe) auch eher still und sicherlich manchmal auch abwesend, aber so ist sie halt und fühlt sich in kleineren Gruppen eher wohl- wenn sie mit ihren Freunden zusammen ist, taut sie auf. (Und zuhause ist sie ein groooßer Wirbelwind;-)) Ich (und die Erzieherinnen) mache mir deswegen keine großen Sorgen. Solange mir meine Tochter nicht unglücklich erscheint, sehe ich da keinen großen Handlungsbedarf.


Beitrag von alexa3030 14.05.11 - 21:39 Uhr

Hi,

die Erzieherinnen machen sich auch Sorgen. Der Kinderarzt findet das Verhalten auch abklärungsbedürftig. Deshalb haben wir auch eine Überweisung zum SPZ.

Er hat auch zu Hause kein Interesse daran, mit anderen Kindern zu spielen.

Mir fällt seine Andersartigkeit selbst auf. Egal, ob am Strand oder Spielplatz, er ist anders als andere Kinder. Ich finde ihn verständiger, "erwachsener" und ernster. Natürlich ist er für mich das tollste Kind der Welt (und natürlich sein Bruder:-), ich will ihn auch nicht in eine Form pressen, habe nur Angst, dass wir was verpassen.

GRU?