ADHS Verdacht. Warum hilft uns da keiner? Argh!

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von schnupsi76 15.05.11 - 02:39 Uhr

Hallo,


ich benötige ein paar Meinungen und Erfahrungen von Euch.

Ich habe neben all meinen anderen Kindern#verliebt, auch meinen neunjährigen Zappelstiefsohn.
Der Junge hat von klein auf massive Verhaltenauffälligkeiten. Alle aufzuzählen würde hier wohl zuviel- deshalb versuche ich mich kurz zu fassen:#schwitz

Unruhig, vergesslich, zappelig, immer in Bewegung, unkonzentriert, wibbelig, laut, aggressiv, impulsiv, unbedacht, extrem, scheu, ungehobelt, unhöflich, autark, eßgestört, melancholisch, wirkt immer zwei Jahre jünger...also vom Verhalten her, erst mit sechs Jahren trocken, feinmotorisch sehr ungeschickt, hört nie richtig zu, kann sich keine Auftragsketten merken, alles muß bitte immer am gleichen Platz stehen, da er sonst nichts findet, kann Mimik, Emotionen und Gestik Anderer nicht deuten, Saboteur, unglücklich, einsam, hilflos, frech, böse......(ja- das alles ist er)

Er war zu zwei Untersuchungsintervallen im SPZ, beim Ergotherapeuten, vier verschiedenen Psychologen und ist nun seit einem Jahr bei einer Bewegungstherapeutin. Dort ist er nun, da all die andern kein Wort aus ihm herausbrachten. Er bewegt sich gern und andauernd und so "arbeitete" er wenigstens mit. (O-Ton)


Bisher wissen wir nur, das er Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, des Sozialverhaltens und der Sensorik hat. Aha- das wußten wir aber auch ohne Ärzte. *frustschieb*

Hatte auch schon vor längerer Zeit hier gepostet und ganz liebe und wichtige Antworten bekommen, habe mich dumm und dämlich gegooglet, habe zig Bücher (alles Fachliteratur) gewälzt- alles deutet auf ADHS hin. Es gibt da ja den ADHS Test (dcl-) ...dort kann ich alles, wirklich alles mit drei Punkten bewerten! Wirklich, ehrlich alles!
Aber niemand testet das Kind!

Der Junge hat teilweise autistische Züge. Keine oder minimale Mimik, das tägliche "Alles muß so sein wie immer", die Unmöglichkeit in anderleuts Gesichtern zu lesen und Gefühle zu erkennen.
Aber kein Psychologe merkt das!

Wir haben vierteljährliche Gespräche in der Praxis, sowie bei besonderen Vorkommnissen auch öfters. Man sieht sich, wie man sich denken kann, wirklich alle paar Wochen. Mutter, Vater, Siefmutter. Die Mutter will ja alles eh nicht wahrhaben (dabei hatte sie mehrere Zusammenbrüche wegen des Jungens), der Papa sagt zwar was- wird meiner Meinung nach aber nicht ernstgenommen und ich, in der Position der Stiefmutter bin leider nur zweitrangig. (Ratet mal, wer das Kind den ganzen Tag betreut#aerger)


Oh, ich merke, wie ich so langsam etwas wütend werde.

Warum wird diesem Kind nicht geholfen? Wir fragen ständig, was denn nun mit dem Kind nicht stimmt, ob es eine Diagnose gibt, was los mit ihm ist. Wir bekommen keine Antwort! Man bekommt eine Charakterisik des Kindes, geht dann wieder und merkt auf einmal- Moment- wir haben wieder keine Antwort bekommen. Wenn wir speziell auf ADHS zu sprechen kommen, heisst es, das müsse mit dem Chef geklärt werden. Woraufhin wieder nichts passiert.

Mensch, das kann doch nicht so weiter gehen. Der Junge entgleitet uns zusehens. Wir kommen oft gar nicht mehr an ihn heran! Er lebt in dem Glauben, er allein sei der Boss und wems nicht paßt, habe halt Pech gehabt. Er macht sich und anderen das Leben zu Hölle und ist dabei kreuzunglücklich, da er irgendwie weiß, das das so nicht sein darf! Er ist so oft bei so vielen Psychologen bzw Therapeuten gewesen, er glaubt doch wirklich bald, er hätte eine Macke.

War das bei euch auch so? Das man einen Marathon mitmachen muß? Ich will eigentlich nicht schon wieder wechseln, aus oben genannten Gründen. Aber muß man als Eltern oder halt Stiefeltern denn echt mal so richtig Krawall machen, bis einem Kind geholfen wird? Was würdet ihr jetzt tun?


Sorry, das das jetzt so ein Frustposting geworden ist... Wußte das gar nicht, das es mich so dermaßen aufregt. Sorry nochmal#zitter

Beitrag von ungeheuerlich 15.05.11 - 08:24 Uhr

Hallo,

beschäftige Dich mal mit dem Asperger Syndrom.
Vielleicht sollte er lieber mal eine zeitlang stationär behandelt werden.

Wie alt ist er überhaupt?

LG

Kerstin

Beitrag von dorin13 15.05.11 - 10:31 Uhr

....."auch meinen neunjährigen Zappelstiefsohn. "

Beitrag von ungeheuerlich 15.05.11 - 18:24 Uhr

Achja, da stand es ja. Habs nur überflogen weil wir aufm Sprung waren.
Danke!

Beitrag von schnupsi76 17.05.11 - 22:36 Uhr

Mach ich. Danke

Beitrag von sarahg0709 15.05.11 - 11:33 Uhr

Hallo,

ist seine Schilddrüse schon mal untersucht worden? Die ganzen Symptome, die Du beschreibst, deuten auf eine Fehlfunktion hin.


LG

Beitrag von schnupsi76 17.05.11 - 22:22 Uhr

Hallo...
nee, bisher noch nicht. Werd das mal ansprechen. Danke für den Tip!

Beitrag von kati543 15.05.11 - 11:49 Uhr

Das Problem, was du hast (was ich damals auch hatte), ist einfach - du liest im I-net oder sonstwo und findest deinen Stiefsohn 100%ig dort beschrieben. Aber es gibt 100 verschiedene Krankheiten, die ihn genauso beschreiben würden. Nur du hast eben nur eine Beschreibung von einer Krankheit gelesen. Was dein Sohn hat, deutet auf wesentlich mehr als "nur" ADHS hin.
Mach den Fehler nicht. Lies nicht im Netz irgendwelche Berichte und Tests, wie man angeblich herausfinden kann, ob das eigene Kind diese oder jene Krankheit hat. Schau mal hier in diesem Thread. Du hast deinen Stiefsohn beschrieben - 2 Antworten über mir bekommen und bereits 2 weitere "Diagnosenvorschläge" erhalten.
Dein Stiefsohn ist seit geraumer Zeit im SPZ. Wenn noch nie jemand diesen Verdacht geäußert hat, dann wahrscheinlich deshalb, weil dieser Verdacht überhaupt nicht besteht. Allerdings kann der Vater ja mal mitsamt der Mutter des Jungen beim nächsten Termin dort die Bedenken äußern und sich erklären lassen, warum dieser Verdacht eben nicht besteht. Ich verstehe allerdings nicht, warum das bisher nicht geschehen ist - oder aber lässt man dich als Stiefmutter nur unwissend und die Mutter kennt die Gründe sehr wohl?

Bei deiner Beschreibung würde ich nie auf ADHS kommen. Da stimme ich meinen Vorschreiberinnen zu. Entweder es ist etwas harmloseres, wie die Schildrüse, oder aber eher in Richtung Autismus. Denn diese Sachen:
* alles muß bitte immer am gleichen Platz stehen...
* ...da er sonst nichts findet
* kann Mimik, Emotionen und Gestik Anderer nicht deuten
sind typische Merkmale eines Autisten. Hat er gleichaltrige Freunde? Hat er überhaupt Freunde?

Beitrag von scrollan01 17.05.11 - 17:48 Uhr

Asperger tritt gerade bei Jungen sehr oft auch mit ADHS zusammen auf!!!

Mir scheint, der Junge hier hat beides!

Beitrag von schnupsi76 17.05.11 - 22:33 Uhr

Das ist genau meine Vermutung

Beitrag von schnupsi76 17.05.11 - 22:32 Uhr

Hallo,

ja du hast ja recht. Ich google bei sowas echt zuviel. Aber, da er uns allen teilweise das Leben so zur Hölle macht (Streßfaktor gaaaanz oben) sucht und sucht man ja um irgendwo die Hilfe zu bekommen, die weder SPZ oder Psychologen etc zu geben imstande zu sein scheinen.

Ps... SPZ Wir hatten dort in zwei aufeinander folgenden Jahren je fünf Termine zu verschiedenen Untersuchungen. Also eigentlich nichts anders als der Tüv beim Auto. Hilfe gab es da keine.

Ich kenne einen Autisten im Freundeskreis. Der Junge ist jedoch wirklich extrem. Hochintelligent, aber komplett in seiner Welt.

Ich habe oft gedacht, das sein "Ordnungssinn" darauf zurück zu führen ist, das er ständig alles vergißt. Sein Verhalten scheint oft nicht altersgemäß und unlogisch. Beispiel: Heute morgen regnete es hier. Es war richtig kalt. Das war nicht zu übersehen, wenn man aus dem Fenster sieht. Alle Kids kleideten sich entsprechend...außer er: Er trug Shorts und Achselshirt. Flippte umgehend aus, als ich ihm sagte, das sei zu kalt! Verstehst du, was ich meine? Unlogisch in dem Sinne, das er nichts mitbekommt und ausrastet.

Freunde? Nachdem er bei zig Familien Hausverbot (wegen seiner Aggressivität, wegen Tierquälerei, Randalieren) hat, sind da eigentlich nur noch die Kinder übrig, die man allgemeinhin als "nicht gut" bezeichnet.
Also scheint sein Weg vorgezeichnet. Ich will eigentlich nicht, das er "asozial" wird. Aber er tut alles dafür. :-(

Beitrag von 3erclan 15.05.11 - 17:17 Uhr

Hallo

ich habe 2 ADHS Kinder beim kleinen besteht der Verdacht auf Asperger.

Schau mal unter:

adhs-anderswelt.de

autisten-kinder.de


nach da sind ganz viele betroffene und können dir sicher Tipps geben.
Warum testen sie nicht im SPZ auf ADHS wie ist er in der Schule??

lg

Beitrag von schnupsi76 17.05.11 - 22:35 Uhr

Hallo, danke da guck ich mal.:-)

Keine Ahnung warum die das da nicht testen.Hatte den Eindruck, das man ihn als typisches Scheidungskind abstempelte.
Bis auf die Kleinste bei uns, haben wir nur Scheidungskinder, die alle, auf ihre Art damit zu kämpfen haben und hatten. Aber sein Verhalten steht in keinem Maß dazu. :-(

Fühl mich ziemlich allein gelassen von den Ärzten

Beitrag von seelenspiegel 18.05.11 - 10:03 Uhr

<<<War das bei euch auch so? Das man einen Marathon mitmachen muß?>>>

Sieh es bitte mal aus einem anderen Blickwinkel. ADHS ist eine "Modekrankheit", auf die gerne jedes Verhaltensproblem von Kindern / Jugendlichen geschoben wird.

Zumindest war es eine recht lange Zeit so. Mittlerweile versucht man davon weg zu kommen....desshalb auch Euer momentaner "Marathon".

Zudem klingt Deine Schilderung, wie auch schon von anderen hier erwähnt, eher nach Asperger Syndrom als nach ADHS.

Beitrag von ajl138 18.05.11 - 13:31 Uhr

Ich habe mitten "im Marathon" eine Beratung beim Jugendamt gewünscht,diese traf sich mit mir und der Lehrerin meines 8-jährigen Sohnes.
Die Tagesklinik hier bei uns hatte mich immer abgewimmelt mit: "Wir haben zu wenig Mitarbeiter,zuviele Kinder,versuchen sie es woanders,oder melden sich in 3 Monaten wieder!"

Als die Dame vom Amt dort anrief hatte ich sofort dort einen Termin innerhalb der nächsten 3 Wochen.
Ist vielleicht kein leichter Schritt.
Doch uns hat dies sehr geholfen.

Beitrag von jedamajojas 31.05.11 - 13:50 Uhr

hallo,


das hört sich ja fast identisch an wie bei mir.nur ich bin die richtige mutter,aber das denke ich spielt nicht wirklich eine rolle.mein sohn bekommt shcon seit ein paar jahren ein medikament dafür,was jedoch meiner meinung nach nicht mehr auf ihn abgestimmt ist.wir sind momentan auf einer reha klinik für adhs-- neuharlingersiel.
ich denke mal,du/ ihr solltet euch einen arzt suchen,der sich speziell damit beschäftigt,der sich auf diesem gebiet aus kennt,sonst wirst du irgendwann selber verrückt.ich spreche da aus erfahrung,denn mein sohn bekommt seit geraumer zeit immer solche wutanfälle.
da könnte man glatt denken,der ist vom teufel besessen.nun sind wir hier und ich hoffe sehr,das sie ihm helfen können,denn sonst weiss ich auch nicht mehr weiter.er kann dann nicht mal mehr zur schule gehen,weil die mir gleich gesagt haben,so wie der momentane stand der dinge ist,ist er nicht schulfähig ( fremd und eigengefährdung).
alles ist m it eingeschalten,sämtliche ärzte,selbst das jugendamt.doch im endeffekt stehe ich mit allem allein da,weil sich keiner zu helfen weiss.
das endresultat wird sein,wenn sich sein verhalten auch in der reha nicht bessern wird,wird sie vorzeitig abgebrochen und er wird stationär in einer psychiatrie aufgenommen.soweit sind wir nun shcon gekommen.

ich drücke dir ganz doll die daumen und wünsche dir viel erfolg ,damit deinem kind geholfen wird.wie gesagt,such dir einen spezialisten dafür.