Ausbildung und Arbeitsschutz

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von dany2308 15.05.11 - 10:44 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

heute bräuchte ich bitte einen Rat von allen, die sich mit Arbeitsschutzbestimmungen für jugendliche Auszubildende auskennen.

Ich habe mir die rechtlichen Vorschriften herausgesucht, kenne mich aber nicht aus, was praktische Umsetzung und eventuelle Ausnahmen betrifft.

Folgender Fall: die 15-jährige Tochter einer Freundin ist im 1. Ausbildungsjahr zur Einzelhandelskauffrau bei einem Unternehmen der Telekommunikationsbranche.

Ihre regulären Arbeitszeiten sind:
Mo-Fr 10-19h, 1 Std. Mittag (das sollte soweit okay sein, §8 Abs. 1 JArbSChG erlaubt 8 Stunden täglich)

ABER: an Tagen mit Berufsschule (1x/Woche 6-7 Unterrichtstunden à 45 min) wird von ihr erwartet, anschließend bis 19h / 20h in die Arbeit zu kommen.

Wenn ich §9 Abs.1 Nr.2 JArbSChG richtig interpretiere, ist das nicht zulässig; sie darf nach dem Unterricht nach Hause gehen und bekommt nach §9 Abs.2 Nr. 1 JArbSchG 8 Stunden Arbeitszeit angerechnet, oder?

Außerdem muss sie öfter an Samstagen arbeiten, teilweise an 3-4 Samstagen hintereinander, zwischen 4-8 Stunden. Zwar mag Beschäftigung am Samstag prinzipiell zulässig sein (§16 Abs. 2 Nr. 2 JArbSChG, da Einzelhandel?), aber doch nicht, wenn sie zusätzlich Mo-Fr arbeitet? Das verstößt doch dann gegen §15 JArbSChG (5-Tage Woche) und außerdem gegen die Höchstarbeitszeit von 40 Wochenstunden lt. §8 Abs.1 JArbSchG, oder???

Wenn ich hier irgendwo falsch liege, korrigiert mich bitte.

Falls ich aber richtig liege mit meiner Annahme, dass dieses Unternehmen gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt, wäre ich dankbar für Hinweise, wie man dagegen vorgehen kann. Meine Freundin hat Bedenken, sich direkt an den Arbeitgeber zu wenden, da die Tochter wohl berichtet hat, dass ein Jugendlicher, der mit ihr zusammen in Ausbildung ist, sich mal über die ständige 6-Tage-Woche beschwert hat (wohl aber höflich) und seitdem öfter dumme Anspielungen bekommt ("Leute, die lieber ihre Kollegen arbeiten lassen", "wenn man halt nicht so gerne arbeitet" usw.).

Die Tochter arbeitet eigentlich gerne dort und hat auch gar nichts gegen gelegentliche Überstunden, wenn Not am Mann ist (Gesetz hin oder her), aber mittlerweile hat sie keine Freizeit mehr, weil sie sonntags für die Berufsschule lernt, und das wird ihr doch etwas zu viel...

Für konstruktive und fachkundige Ratschläge wäre ich dankbar!

Liebe Grüße,
Dany

Beitrag von kraxy 15.05.11 - 11:16 Uhr

Hallo,

mal an die IHK wenden.

Und ja, du hast Recht:
* an Berufsschultagen mit mehr als 6 Unterrichtsstunden müssen Azubis unter 18 Jahren nicht in den Betrieb. (

* bei Samstagarbeit erfolgt ein Ausgleich an einem anderen Werktag.

lg

kraxy

Beitrag von dany2308 15.05.11 - 20:01 Uhr

Danke für deine Antwort und den Tipp mit der IHK :-)