schreiben lernen wie man es hört

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von sabrina220680 15.05.11 - 11:08 Uhr

Hallo ihr alle,

meine Tochter kommt im September in die Schule.

Ich hab jetzt hier schon gehört, dass die Kinder hier lesen lernen wie sie es hören. Sprich z. B. Stuhl schreiben sie dann Schtul oder Zahn schreiben sie zan halt so wie man es hört.

Ich habe da ein super mumliges Gefühl und finde es gar nicht gut. Ich stelle mir einfach vor, dass es total schwer wird es dann wieder umzulernen.

Hat jemand die Erfahrung schon gemacht und kann mich beruhigen?

LG Sabrina

Beitrag von zaubertroll1972 15.05.11 - 11:12 Uhr

Hallo,
mein Sohn hat es so gelernt.
Jetzt ist er in der 2. Klasse und schreibt wirklich richtig super! Er liest aber auch ganz viel und daß trägt mit Sicherheit auch dazu bei.
Die Kinder können nicht gleich alles richtig schreiben und so schreiben sie mit Spaß und ohne Frust.

LG Z.

Beitrag von litalia 15.05.11 - 11:17 Uhr

genau so machen sie es auch bei uns in der benachbarten grundschule.

die texte der kinder kann man einfach nicht lesen, bzw nur mir viel anstrengung ;-)

neulisch sa isch eine krose schnekke im walt auf einem plat sizen.

so sehen da die texte aus! hinzu kommt noch das thüringer kinder ja einen gewissen dialekt sprechen und den dialekt dann eben auch so aufschreiben.

ich finde es gruselig und weiß auch nicht so recht was man davon halten soll.

Beitrag von golm1512 15.05.11 - 11:29 Uhr

Unser Sohn lernt so und ich finde die Methode großartig. Irgendwie lernen die alles auf einmal und ich merke, wie in seinem Kopf täglich mehr explodiert. Ihm macht Lesen und Schreiben großen Spaß und er liest schon abends im Bett bücher. Er ist noch in der 1. Klasse.

Die Rechtschreibung war nur in den ersten Wochen abenteuerlich. Das wird jetzt täglich besser. Er setzt automatisch Doppelbuchstaben und meist die richtigen Endungen. Sogar die Dehnungs-H's passen oft.

Sie lernen ja trotzdem Schönschrift und richtiges Schreiben, nur ist das am Anfang nicht wichtig und die Kinder können höchst motiviert loslegen.

Genau wie du war ich skeptisch, weil man ja so viel Blödes hört. Jetzt denke ich das Gegenteil. Ich habe noch Buchstabe für Buchstabe gelernt und es hat ewig gedauert bis ich größere Texte lesen konnte. Mein Sohn konnte das nach wenigen Wochen. Und er konnte vor der Einschulung vielleicht ein paar Buchstaben, aber er konnte weder lesen noch schreiben.

Gruß
Susanne

Beitrag von sarahg0709 15.05.11 - 11:45 Uhr

Hallo Sabrina,

das ist hier nicht so. Meine Tochter geht in die 2. Sie musste von Anfang an richtig schreiben. Es ist zwar noch nicht so, dass den Kindern die Fehler gerechnet werden, aber sie werden angestrichen und die Kinder darauf aufmerksam gemacht, dass es falsch ist.


LG

Beitrag von celina1002 15.05.11 - 17:27 Uhr

Unsere Tochter lernt auch so die Schule im Ort lernen die Kids auch nach hören. Wir wollten das nicht und deswegen geht unser Kind im Nachbar Ort zur Schule wir finden es war die richtige Entscheidung.

Beitrag von ilva08 15.05.11 - 11:50 Uhr

Hallo,

vielleicht beruhigt es dich, wenn du an den Erstspracherwerb deines Kindes denkst.

Fandest du Äußerungen wie "Diestanne" statt "Gieskanne" gruselig? Hattest du Angst, dass dein Kind für immer die Laute verwechselt, weil es am Anfang noch nicht alle bilden konnte und deshalb durch ähnliche ersetzt hat? Bekamst du bei den ersten Ein- bis Zweiwortsätzen Angst, dass dein Kind für immer wie Tarzan spricht? ;-)

Oder hast du es nicht vielmehr reden lassen, natürlich während du selbst darauf geachtet hast, ein gutes Sprachvorbild zu sein?

Genauso wird es in der Schule gemacht. In den Büchern steht es richtig, der Lehrer schreibt es richtig und das Kind lernt auf verschiedenen Ebenen.

Es gibt freie Texte, wo die Kinder schreiben, wie sie hören. Aber eben nicht NUR. Genauso gibt es Abschreibübungen, Wörterlistentraining, etc. Und das schon ziemlich früh.
Bei Abschreibübungen ist es sogar erwünscht, dass du dein Kind verbesserst, wenn es Fehler macht.
Und ich bin als Lehrerin auch nicht dogmatisch - wenn ein Kind mich bittet, mir die "Erwachsenenschreibung" neben seiner "Kinderschrift" zu notieren, mache ich das auch mal.
Allerdings nicht zu oft, sonst kommen die Kinder ständig und fragen und probieren nicht mehr selbst. Das ist auch nicht der Sinn der Sache.

LG #winke

Beitrag von sabrina220680 15.05.11 - 11:57 Uhr

@ilva08: aus der Sicht habe ich es noch nicht gesehen. Stimmt. Ich sehe es wieder an meinem Sohn der gerade auch extrem in der Sprachentwicklung steckt (er wird in 4 Wochen 2 JAhre alt) und es wird immer besser.

Danke fürs Mutmachen euch allen! #danke

Beitrag von babybaer4 15.05.11 - 12:11 Uhr

Hallo,

unsere Tochter hat es auch so gelernt und dann kamen die Regeln.
Das Silbenklatschen Hum-mel,die Verlängerungen Hund-Hunde.Und viele mehr und damit kam dann auch die richtige Rechtschreibung.

Lg Sabine

Beitrag von tagpfauenauge 15.05.11 - 13:28 Uhr

Hi,

ja so ist das heute in den meisten Grundschulen. Mein Sohn kommt nach den Sommerferien in die 5. Klasse und hat damals auch genauso gelernt und geschrieben. Ich habe ihn machen lassen. Es gab auch Mütter, die haben zu Hause drauf bestanden: "Bei uns zu Hause schreibst du aber richtig! Ich kann das gar nicht hingucken, wenn du schreibst; das ist ja schrecklich." usw.

Rate mal: hat das den Kindern geholfen? Big NO.

Das ging alles ganz gut und mit umgewöhnen hat das nichts zu tun. Erst mal das Gehörte in Buchstaben umsetzen. Wenn das drin ist, kommen die Lernwörter. Z.B. welche mit Dehnungs-H. Also wurde aus zan dann zahn. Nach und nach dann alle Wörter mit nn, tt, sch, ie... Irgendwann das Groß- und Kleinschreibung. Bei meinem Sohn ging das so schnell, dass er von der Hörschrift in die korrekte Rechtsschreibschrift überging. Keine Umgewöhnung nur ein Weiterlernen.

Lass die Lehrer mal machen.
Die Noten von meinem Sohn besagten, ganz so falsch kann dieses Methode nicht sein. :-)

vg

Beitrag von anarchie 15.05.11 - 13:54 Uhr

Hallo!

Ist hier auch so!:-)

Unsere Erfahrungen sind gut.
Die Kinder sind motiviert, weil sie gleich "schreiben können" und wenn man sie genau hören und sprechen lässt, bzw, sie das eh tun, dann sind die Sachen erstaunlich gut lesbar..

Ich schreib dir mal was ab, von meiner Tochter(1. Klasse).
Das sollten sie sich zu einem Bild was ausdenken:

Ela Und Alo freun sich schon risig.
Sie besuchen Die Wichtel.
Ela fragt sich wie die Wichtel bloß ausehn.
Ela überlegt und überlegt.
Dan sind sie entlich angekomen.
Plötzlich hat Ela Angst .
MaMa sagt du prauchst keine Angst zu haben.
Eigendlich sind si ganz süß.
Da ist Ela beruigt.


Das ist vom Februar.
Ich finde das nicht übel.


lg

melanie mit 4 kids


Beitrag von imzadi 15.05.11 - 14:46 Uhr

Ich fand es anfangs auch befremdlich, aber jetzt in der zweiten Klasse muss ich sagen es funktioniert.

Beitrag von tinka85 15.05.11 - 15:25 Uhr

Mein Sohn ist auch in der ersten Klasse (1.+2. gemischt).

Am Anfang war ich auch sehr skeptisch, aber wir haben einen guten Mittelweg gefunden.

Er hat sehr viel Freude am Lesen. Jede freie Minute am Liebsten. Ob es nun ein Buch ist, meine Post, Schriftzüge auf Packungen, Bushaltestellen, Straßennamen usw.

Durch eine 3-jährige Logopädiebehandlung hat er nun auch wirklich Vorteile. Die Erwartungen liegen durch seine Stärke und Interessen deutlich höher als die an die anderen Schüler.

Tips zur Rechtschreibung saugt er in sich auf und wendet sie auch an. Bei jeder Gelegenheit in der er mich nach einer Schreibweise fragt, versuche ich ihm eine Erklärung zu geben wie er es selbst herausfinden kann (getreu dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" wann immer es geht).

Und vieles prägt sich auch einfach ein. Er merkt sich halt die Wörter bei denen er sich unklar ist.

Was ich zB noch schwierig finde sind Wörter mit h. gewöhnlich usw. Da ist noch viel Unsicherheit bei.

Keine Sorge, die Mäuse lernen das recht schnell und hat auch nicht viel mit Umlernen zu tun.

=)

Beitrag von jazzbassist 15.05.11 - 15:25 Uhr

Die Idee dahinter ist, dass das Schreiben unheimlich schwer zu erlernen ist. Und wie eigentlich alles im Leben lässt sich das am besten erlernen, in dem man es nur immer und immer wieder wiederholt. Das Problem bei der Arbeit mit Kindern ist nur, dass die - sobald die feststellen, dass etwas zu schwer ist - blockieren und nicht weitermachen. Also je öfters ein Kind merkt, dass es etwas falsch geschrieben hat, desto schwerer wird einem Kind das Schreiben vorkommen. Und, je schwerer einem Kind das schreiben vorkommt, desto weniger wird es schreiben. Und je weniger ein Kind schreibt, desto schlechter wird es die Schrift lernen. Sie können einem Kind also jegliche Motivation rauben, wenn es Ihnen strahlend den ersten selbstgeschriebenen Satz zeigt, und, sie dann sagen: »Aber Stuhl schreibt man doch nicht Schtul.«

Einem Kind fällt auch das umlernen nicht schwer, weil es die falsche Schreibweise ja nie gelernt hat. Es gibt also gar nichts, was ein Kind da umlernen müsste. Da es etwas völlig normales ist, dass Kinder die Wörter von sich selbst aus so schreiben würden, wie sie klingen. Kinder prägen sich die falsch geschriebenen Wörter auch nicht ein; weil einprägen heißt, etwas aktiv zu lernen. Und - Lautschrift kann ein Kind bereits. Kinder prägen sich auch nicht richtig geschriebene Worte ein. Unsere schriftliche Sprache besteht aus gar nicht so vielen Regeln; es reicht, diese Regeln zu lernen, um jedes Wort richtig schreiben zu können. Darum können Wir auch Wörter richtig schreiben, die wir gar nicht kennen.

Und - Kinder bekommen bei diesem Ansatz diese Regeln ganz langsam einzeln beigebracht. Wie bei jedem anderen Ansatz im übrigen auch! Und, die lernen das rasend schnell, weil die total motiviert sind, zu schreiben. Daher schreiben die viel, und das hilft, diese Regeln zu verinnerlichen. Es ist also ganz einfach, sich auf eine einzelne Regel zu konzentrieren, die dann plötzlich aus zan Zahn macht und als zal Zahl macht und man plötzlich alle diese Wörter richtig schrieben kann. Jedes Kind muss diese Regeln verinnerlichen; die Alternative wäre ja, jedes der 500.000 Wörter unserer Sprache auswendig zu lernen. Selbst im G9-Abitur hat ein Kind nur 13 Jahre Zeit, was bedeuten würde, dass ein Kind jeden Tag mehr als 100 Wörter lernen müsste. Von daher bringt es gar nicht so viel, einen Erstklässler bei »Schtul oder Zan« zu korrigieren; da er eigentlich nur die Regeln können muss, die daraus später Stuhl und Zahn machen. Und, bei den meisten Kindern erreichen sie durch diese Korrektur, dass Schtul und Zan falsch sind, zwar durchaus, dass ein Kind sich einprägen kann, dann Stuhl und Zahn zu schreiben. Trotzdem wird es weiterhin zal schreiben; und mit jeder weiteren Korrektur werden die meisten Kinder immer weniger Lust haben, dass Schreiben zu lernen und auf Durchzug schalten. Und - wenn Sie mit einem Kind erst jeden Nachmittag am Küchentisch kämpfen müssen, bis es zwei Sätze geschrieben hat, haben sie eigentlich schon verloren. Dann wird es nämlich ganz ganz schwierig, die Schrift zu lernen.

Beitrag von froehlich 16.05.11 - 00:01 Uhr

Wieder mal ein Riesentext mit wenig sachdienlichem Inhalt.

Beitrag von jazzbassist 16.05.11 - 00:07 Uhr

Sorry - ich hab jetzt keine Lust, mich mit Ihnen zu streiten :-p

Beitrag von froehlich 16.05.11 - 00:11 Uhr

Na, dann tun Sie's doch einfach nicht. War schön, mal ne Weile Pause von Ihnen zu haben. Aber jetzt sind Sie ja wieder da. Ein Grund, sich von urbia zu verabschieden.

Beitrag von bezzi 16.05.11 - 09:10 Uhr

und schüss....#winke

Beitrag von meringue 16.05.11 - 10:49 Uhr

Ach nein, ich mag Ihre Beiträge!

Bitte nicht verabschieden!#winke

Beitrag von brausepulver 16.05.11 - 12:53 Uhr

ich fand den Text informativ und logisch sowie nachvollziehbar. Wo hat es bei dir gehapert? Oder bist du nur auf Krawall gebürstet?

LG

Beitrag von 3wichtel 16.05.11 - 08:12 Uhr

Wie kommst Du auf 500.000 Worte im deutschen Sprachgebrauch???

Und: Wer hat die gezählt? ;-)

Beitrag von jazzbassist 16.05.11 - 12:41 Uhr

Also laut Amazon enthält der erste Band des Dudens 135.000 Stichwörter. Die elektronische Terminologiedatenbank der europäischen Union IATE (ehem. Eurodicautom) enthält hingegen etwa 800.000 Wörter für die deutsche Sprache. Wobei wir hier natürlich auch einen sehr großen Fachwortschatz haben. Aber, wenn unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Sprachen miteinander politisch kommunizieren müssen, wird dieser Wortschatz entsprechend benötigt. Wenn Sie mit dieser mächtigen Datenbank selbst einmal rumspielen möchten: http://iate.europa.eu. Ist auch total hilfreich, wenn man Sohnemann mal bei den Spanischhausaufgaben helfen möchte :-p

Wie viele Wörter die deutsche Sprache nun genau hat, kann ich Ihnen zugegebenerweise nicht sagen. Also der kleine Band des Dudens enthält etwa 42.000 Stichwörter; dass würde ich dann einfach mal als "Allgemeinwortschatz" definieren; auch wenn unser individueller Wortschatz wohlmöglich differiert. Eine extrem große Menge macht natürlich der Fachwörterschatz aus. Die Größenordnungen 400.000-600.000 tauchen in der Sprachwissenschaft relativ häufig auf (natürlich auch mehr und weniger); da fand ich 500.000 einen schönen Mittelwert. Aber - selbst wenn wir uns auf den ersten Band des Dudens beschränken - hätten unsere Kids täglich immer noch eine ganze Menge Wörter zum auswendiglernen ;-)

Beitrag von schullek 15.05.11 - 15:39 Uhr

ich wünschte mein sohn könnte wenn er in die schule kommt nach diesem ansatz lernen. ich find ihn klasse.

lg

Beitrag von tauchmaus01 15.05.11 - 17:17 Uhr

Ja, meine Große hat auch so gelernt zu schreiben. Ich war auch skeptisch, aber zu Weihnachten, nach 2 1/2 Monaten Schule konnte sie so schon schreiben. Dann gab es Lernwörter die sich richtig schreiben lernen sollten und mit der Zeit hat sie einfach ein super Wortgefühl entwickelt.
Sie ist nun 2. Klasse und die komplette Klasse schreibt super Diktate, Jule hat immer einen Fehler, der ist ihr Markenzeichen;-)

Meine Kleine hat auch so gelernt, sie hat sich das Schreiben zeitgleich mit ihrer großen Schwester beigebracht. Sie schreibt auch die Lautschrift, so nach und nach aber auch schon in richtiger Rechtschreibung.
Beispiel "MAMA, ESCH HAB DISCH LIP" so war es noch vor 2 Jahren
heute "MAMA, ICH HAB DICH LIB (manchmal auch schon lieb)

Heute sage ich dass es eine gute Methode ist den Kindern schnelle Leseerfolge zukommen zu lassen und die Rechtschreibung schleicht sich dann langsam an.

Mona

Beitrag von mutschki 15.05.11 - 20:13 Uhr

hi

bei uns ist das nicht so!
ich finde es auch nicht gut,es sollte gleich richtig beigebracht werden.
es wird bei uns nicht gleich als fehler angesehn,aber es wird angestrichen und je nachdem werden die wörter die falsch sind,im schreiblernheft nochmal richtig reinfgeschrieben.

lg carolin