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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von aimee81 15.05.11 - 18:58 Uhr

Und ich hab die früher tatsächlich mal gewählt :-[#klatsch

http://nachrichten.t-online.de/fdp-generalsekretaer-lindner-fordert-abschaffung-des-elterngelds/id_46433584/index

Beitrag von grafzahl 15.05.11 - 19:18 Uhr

Ich habe die auch schon gewählt.

Und ich finde, dass die Abschaffung des Elterngeldes diskutiert werden soll und darf.

Ist durch das Elterngeld die Geburtenquote nennenswert erhöht worden?

Wäre es nicht sinnvoller, die Ausgaben für das Elterngeld direkt in sinnvolle Betreuungsangebote umzuleiten?

Ich finde deinen Beitrag etwas dünn.

Beitrag von delfinchen 15.05.11 - 21:08 Uhr

Und was machst du dann mit den Eltern, die sich die ersten drei Jahre selbst um ihre Kinder kümmern möchten?

LG,
delfinchen

Beitrag von rosaundblau 15.05.11 - 21:27 Uhr

Guten Abend!

Die könnten es dann so machen wie es schon unsere Eltern gemacht haben: Selber für den Unterhalt der Kinder sorgen!

vg rosaundblau

Beitrag von delfinchen 16.05.11 - 07:51 Uhr

Hallo,

ist dann ja nur ein bisschen unfair, dass eltern, die sich selbst um ihre kinder kümmern und freiwillig auf ein gehalt verzichten, dann das finanzielle nachsehen gegenüber den eltern haben, die ihre kinder gleich nach der geburt abgeben und zwei verdienste einfahren können, oder nicht?
warum sollen dann die eltern bestraft werden, die für eine gewisse zeit freiwillig auf mehr geld verzichten und ihre kinder selbst versorgen?

klar gab es früher auch kein elterngeld, das ist schon klar. aber nun gibt es das nunmal und ich und viele andere mütter auch konnten beruhigt und bedingungslos die ersten zwei jahre für ihre kinder da sein.
wenn, dann würde ich das kindergeld ab dem 3. geburtstag abschaffen und es so umleiten, dass kindergärten, FREIWILLIGE ganztagsschulen und bestimmte andere bildungsangebote kostenlos sind.

ich fand es für mich und meine kinder enorm wichtig, dass ich die ersten zwei jahre mit ihnen verbringen konnte, ohne nebenher vollzeit oder teilzeit zu arbeiten. wie der name elterngeld schon sagt, ist es - zugegebenermaßen ein überaus großzügiges - als ausgleich für den verdienstausfall gedacht und soll anreize bieten, dass man kurze zeit auf mehr gehalt verzichtet und bei den kindern bleibt.
kindergeld ist, wie der name impliziert, für die KINDER da und da könnte man dann ab dem 3. geburtstag auf eine auszahlung an die eltern verzichten und es wie beschrieben umleiten. aber auch bis zum 3. geburtstag sollte das geld an die eltern gehen, weil nicht alle eltern ihr kind in die krippe geben möchten. wer das will, kann den krippenplatz vom kindergeld finanzieren, wer das nicht möchte, kann das geld für die kinder anlegen oder eben anderweitig für die kinder verwenden.

lg,
delfinchen

Beitrag von jabberwock 16.05.11 - 10:29 Uhr

"Unfair" in dem Zusammenhang ist ein etwas heikler Begriff. Man könnte auch argumentieren, dass es unfair ist, wenn jemand der ohnehin ganz gut verdient, fast ein ganzes Gehalt dafür bekommt, dass er zuhause bleiben darf.

Mit der Regelung wurden in erster Linie die "Besserverdiener" gestärkt, aber die Mehrheit(!) der Mütter hat gar nichts, bzw. weniger davon als mit dem alten Modell, weil der Mindestsatz mal eben nebenbei auf ein Jahr halbiert wurde.

"Fair" finde ich irgendwie was anderes ;-)

Beitrag von zwiebelchen1977 16.05.11 - 10:47 Uhr

Aber genau an diese Leute war es sich gerichtet.

Beitrag von marion2 16.05.11 - 11:04 Uhr

"unfair" könnte man auch nennen, dass alle Eltern, die Elterngeld bekommen, die selbe Leistung bringen aber vom Staat dafür unterschiedlich entlohnt werden.

Sie betreuen ein Kind.

Da macht die Millionärsgattin nichts anderes als der ALGII-Empfänger.

Beitrag von rosaundblau 16.05.11 - 17:55 Uhr

An manchen Tagen frage ich mich ob ich von einem anderen Planeten komme!

Eltern die gleich nach der Geburt ZWEI Verdienste einfahren, ARBEITEN dafür und zahlen in der Regel eine Stange Geld für die Kinderbetreuung, die in den meisten Fällen nach Höhe des Einkommens berechnet wird!

Du fragst warum Eltern bestraft werden sollen die freiwillig auf mehr Geld verzichten? Warum werden die Eltern bestraft? Die Eltern wollten die Kinder, die Eltern wollen 1, 2 oder mehr Jahre NICHT arbeiten gehen. Warum sollen andere den SELBSTVERSCHULDETEN Verdienstausfall tragen?

Und NEIN, Kindergeld ist NICHT für die Kinder da! Google das einfach mal!

vg rosaundblau

Beitrag von gingerbun 18.05.11 - 23:52 Uhr

Genau!

Beitrag von widowwadman 16.05.11 - 09:19 Uhr

Das Gleiche was Eltern vor 2005 gemacht haben. Ich wunder mich gar nicht warum in D die Abgaben so hoch sind.

Beitrag von kessita 16.05.11 - 11:35 Uhr

Den Eltern nahe legen - vor der Erfüllung des Kinderwunsches - die entpsrechenden Rücklagen für diese Zeiten zu bilden.

Irgendwo muss der Mensch in Deutschland doch auch noch ein stück Eigenverantwortung überrnehmen und nicht immer alles auf den Staat abwälzen.

LG

Beitrag von salome25 17.05.11 - 21:14 Uhr

#rofl

Rücklagen bilden für den Kinderwunsch? Soll das ein Witz sein?
Ich glaube, wir Eltern übernehmen doch schon in dem Moment Verantwortung genug, wenn wir Kinder in diese Welt setzen. Ich glaube, bis Eltern in spe Rücklagen für min. ein Jahr gebildet haben, sind sie alt und grau und können den Kinderwunsch ad acta legen. Oder sie gehören zu den Spitzenverdienern oder verzichten auf alles, um sich ein Kind anschaffen zu können. Das klingt ja fast schon so, als wenn ich mir mein Auto zusammenspare oder nen supertollen Plasma TV.

Mal ehrlich, hast du auch Rücklagen gebildet und hättest du auf Hilfen vom Staat in Form von Elterngeld ect. verzichten können???

Beitrag von ayshe 18.05.11 - 19:23 Uhr

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und hättest du auf Hilfen vom Staat in Form von Elterngeld ect. verzichten können???
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Da sieht man aber mal, wie sehr sich alle auf eine Unterstützung berufen, das hat sich schon total eingefleischt.

Wie lange gibt es denn das Elterngeld?
Seit 1. Januar 2007.
Meine Tochter ist 7 und ich habe keines bekommen.
Vorher gab es Erziehungsgeld, war weitaus weniger (teils fix nur um die 300 DM) und davor nur Mutterschaftsgeld.



Und heute wird schon davon geredet, daß man ohne Elterngeld keine Kinder haben kann.

Es ist wirklich so:

Reicht man den kleine Finger...

Beitrag von kessita 19.05.11 - 09:21 Uhr

nöö , war es nicht.

Das war unsere Vorgehensweise... Mit zwei durchschnittlichen Gehältern, weil ich gern zu Hause bleiben wollte.

Dazu kam die privat finanzierte Weiterbildung meines Mannes. Auch hierfür musste das Geld in dieser Zeit reichen. Dies wussten wir vorher und haben vor dem Weglassen der Verhütungsmittel entsprechend geplant und gewirtschaftet.

Nach einem halben Jahr bin ich dann wieder arbeiten gegangen, weil ich ein familienfreundliches Angebot bekommen habe und das wars dann.

Ja, wir hätten drauf verzichten können, denn ich verlasse mich lieber auf Dinge die ich persönlich beeinflussen kann (meine Arbeit/ die meines Mannes sowie die Kontrolle über unser Ausgabenverhalten) als auf Drittmittel, die jederzeit gestrichen werden können.


Nur mal Interessehalber: Was heißt für dich auf alles zu verzichten?

Ich persönlich wusste relativ früh, dass ich Kinder haben wollte und habe mit meinem damaligen Freund ( heute mein Mann) vesprochen, dass wir ein Zusatzkonto für Kinder führen.....
Und da ist dann jeden Monat ein Bisschen Geld drauf gewandert. Das läppert sich dann über 4 1/2 Jahre und ich konnte mir davon meinen Wunsch vom "zu Hause" bleiben ohne Spitzengehalt ganz entspannt erfüllen. Nicht den Wunsch nach Kindern.

Dafür haben wir aber auch bis heute Prepaid - Handys, bis auf unseren Kredit fürs Haus noch nie einen benötigt, weder für unsere Autos noch für unsere Möbel.

In diesem Sinne..

Beitrag von ayshe 18.05.11 - 19:17 Uhr

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Irgendwo muss der Mensch in Deutschland doch auch noch ein stück Eigenverantwortung überrnehmen und nicht immer alles auf den Staat abwälzen.
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Ich habe auch immer mehr das Gefühl, daß genau dies schon eingetreten ist, abwälzen und nicht mehr wissen, was man hier eigentlich alles hat und bekommt, sondern inzwischen nur noch frech fordern und fordern, was nicht noch alles vom Staat bezahlt werden soll.
Aber wenn es dann Steuererhöhungen gibt (egal welcher Form), dann wird wieder gejammert.
Aber woher soll denn die Kohle immer kommen?

Beitrag von lisasimpson 18.05.11 - 21:56 Uhr

"Ich habe auch immer mehr das Gefühl, daß genau dies schon eingetreten ist, abwälzen und nicht mehr wissen, was man hier eigentlich alles hat und bekommt, sondern inzwischen nur noch frech fordern und fordern, was nicht noch alles vom Staat bezahlt werden soll. "

ich mache diese erfahrung eigentlich fast nur hier.
In meinem privaten/beruflichen Umfeld gibt es viele Lehrerinnen oder Frauen mit ähnlicher gehaltsstruktur, die wirklich froh und sehr dankbar für das elterngeld sind.
Im beruflichen Umfeld meines mannes ist die Einkommensstruktur eine ganz andere und auch die arbeitsbedingungen. Da kann und will es sich kaum eine(r) leisten ein ganzes jahr auszusteigen. abgesehen davon ,daß mit dem 1800€ der lebensstandart nicht mal im entferntesten zu halten wäre, wäre ein jahr weg vom geschehen für viele ein berufliches todesurteil oder zumindest verbunden mit massiven karriereeinbußen.

Da werden dann ohne großes murren tagesmütter privat bezahlt, ein au pair engagiert oder 1000€ und mehr für die kleinkinderbetreuung investiert (zum teil sogar noch in den kindergarten mit enstprechenden öffnungszeiten)

Menschen, die behaupten, daß ohne das Elterngeld keienr mehr kinder bekommen würde kenne ich im "real life" nicht:)

lisasimpson

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 09:52 Uhr

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ich mache diese erfahrung eigentlich fast nur hier.
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Ich auch ;-)
Aber hier ist es schon penetrant.



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Menschen, die behaupten, daß ohne das Elterngeld keienr mehr kinder bekommen würde kenne ich im "real life" nicht:)
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Nein, ich auch nicht, aber hier springt es einem doch fast täglich ins Auge.

Einmal was das Elterngeld angeht und auch ALG2.
Erstausstattung für Baby und was weiß ich.
Es wird gejammert und gefordert und gefordert.

Beitrag von fred_kotelett 19.05.11 - 09:57 Uhr

Naja, wenn du nix zu jammern has eröffnest du ja auch keinen der einschlägigen Threads.

Aber es stimmt schon, wäre Urbia repräsentativ für Deutschland, so hätten wir wahrscheinlich eine ALG2 Quote von 86%.

Beitrag von ayshe 19.05.11 - 10:05 Uhr

Ach, es geht mir nicht zwingend um das Jammern.
Jeder muß mal wegen irgendetwas Dampf ablassen, meinetwegen auch auf höherem Niveau.


Was mich echt nervt, ist diese sehr fordernde Haltung, Schreien nach tausenden von Zuschüssen.
Und bei manchen Zuschüssen frage ich mich tatsächlich nach dem Sinn (Babyerstausstattung zb).
Ganz ehrlich, man kann wirklich vieles gebraucht kaufen, wenn es eben nicht drin ist.

Aber Lisa hat schon recht, wahrscheinlich kommt es mir so vor, weil einem hier dauernd solche Posts begegnen.
Das trügt einfach in der tatsächlichen Zahl.

Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 10:14 Uhr

ja, das ist wahr.
ich denke mit sinkender Bildung und sinkendem Familieneinkommen steigt diese Einstellung- zumindest ist das meiner Erklärung für dieses Urbia Phänomen

lisasimpson

Beitrag von fred_kotelett 19.05.11 - 10:20 Uhr


Man darf denk ich auch nicht die Prägung durch den familiären Backgroung vergessen.

Wenn man nun aus einer Sozialhilfedynastie in dritter Generation kommt, kennt man das ganze ja nicht anders. Hinzukommt das eine Unterstützung durch die Familie in einer Notsituation ja dann oft nicht möglich ist.


Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 10:26 Uhr

ja, das sehe ich beim ALg2 so, das wundert mich auch nicht besonders.

was mich viel eher verwundert ist eben dieser Hype ums Elterngeld.
Viele hier stellen es doch so dar, als wären die paar kröten der einzige grund für familien in deutschland um überhaupt ein kind zu bekommen und ohne diese geld würden kein mensch ein baby auch nur ernähren können.

daß man, selbst mit dem Höchstsatz (und partnermonaten) nur bei etwa 20 000€ liegt- was verlichen mit den kosten der näcshten 25 jahrem, die ein kind so verursacht ein witz ist- es aber meist ja nur um beträge wie 500€ geht (also dann im gesamten vielleicht um 6000€) finde ich dieses Phänomen schon reichlich eigenartig.

lisasimpson

Beitrag von fred_kotelett 19.05.11 - 11:06 Uhr

Ja das ganze finde ich auch extrem abstrus.

Zumal ja selbst bei den klassischen Hausfrauenehen, wo das Elterngeld eine zusätzliche Alimentierung darstellt, es kein Elterngeld mehr gibt sobald die Kinder wirklich was kosten.


Beitrag von lisasimpson 19.05.11 - 11:18 Uhr

ja, aber das scheint keinem so recht klar zu sein.

ich freue mich natürlich immer ,wenn mir jemand einfach so Geld gibt (z.B. wenn ich meinem Kinderwunsch nachgebe) aber es hat ja offenbar die Entscheidung zu mehr kindern nicht beeinflußt.

in meiner unmittelbaren Umgebung sehe ich es aber durchaus so, daß dort, wo die Menschen gute Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder erleben, eher mehr als die üblichen 1 oder 2 kinder geboren werden und das von Akademikern, die durch diese Betreuungsmöglichkeiten die Chance bekommen beide im Beruf zu bleiben.

lisasimpson