Wer hat sich nach seinem Frühchen an eine "normale" Geburt rangetraut?

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von yumah 15.05.11 - 21:31 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
meine Frage muss vielleicht etwas genauer erklärt werden. Meine Mädels wurden 2007 in der 30 SSW mit einem GG von 680 gr. und 1400 gr. per Notsectio geholt. Vorausgegangen sind sehr aufreibende Wochen im KH, da sich die Beiden in der Versorgung behindert haben und es immer wieder zu Nullflüssen kam. Da das größere Mädchen aber gleich nach der Geburt einige schwere OP´s vor sich hatte haben die Ärzte mit allen Mitteln versucht noch etwas Zeit zu gewinnen.
Mittlerweile haben die Mädels sich ganz gut gemausert, das man einige "Baustellen" behält muss ich euch ja nicht sagen.
Nun bin ich in der 35 SSW schwanger und mache mir natürlich zunehmend Gedanken über die Geburt. Mein größter Wunsch wäre natürlich eine natürliche Geburt bei der ich alles miterleben darf. Auf der anderen Seite merke ich natürlich auch wie ich bei jedem CTG gleich Herzrasen bekommen wenn der Zwerg sich mal kurz bewegt und das Gerät den Herzschlag nicht aufzeichnet. Meine Nerven sind dann immer gleich zum zerreissen gespannt und ich frage mich ob ich damit umgehen könnte wenn unter der Geburt aus irgendeinem grund Hektik o.Ä. aufkommt.
Die Ärzte halten sich noch etwas bedeckt-sie sagen grundsätzlich sei eine natürliche Geburt schon möglich aber ich soll mir das gut überlegen...
Wie sind eure Erfahrungen damit? Wer hat sich nach der Notsectio für eine natürliche Geburt entschieden bzw. doch lieber einen weiteren geplanten Kaiserschitt gewählt?
Vielen Dank für eure Antworten
Yumah

Beitrag von belala 15.05.11 - 21:45 Uhr

Hallo liebe yumah,

viellelicht erinnerst du dich an mich?

Mein 2.Kind wurde 24+3 ssw geboren, Gmh Verkürzung (6mm), Trichterbidlung, Fruchtblasenvorfall (ohne Ursache)
36h nach Geburt hatte ich eine beidseitige Lungenembolie wegen einer Gerinnungsstörung.

Ich hatte Vertrauen.
Engmaschige Kontrolle beim FA, engmaschige Kontrolle in Gerinnungsambulanz + Heparinspritzen+ASS Einnahme.
In den Wochen 20-28 war ich dennoch sehr angespannt.

Ich hatte frühzeitig Beschäftigungsverbot, mein Gmh war immerhin stolze 2-3cm, eine Thrombose hatte ich wieder in der 35.Ssw.

In der 41.Ssw wurde mein Kind geplant zuhause geboren, wie auch das 1.Kind.

Trau dich!#liebdrueck

Beitrag von yumah 15.05.11 - 22:14 Uhr

Hallo Belala,
danke für deine Antwort.
Ich hoffe es geht euch gut.
Hatten die Ärzte Bedenken bei einer natürlichen Geburt ? Es ist so schwer abzuschätzen was auf einen zukommt wenn man noch keine natürliche Geburt erlebt hat, auf der anderen Seite würde es mir auch Leid tun mich / uns vorschnell um so ein tolles Erlebniss zu bringen.
Am 30 Mai habe ich einen Termin in der Klinik wo meine Mädels seinerzeit entbunden wurden und zum Glück auch bei dem Arzt der uns seinerzeit betreut hat und auch unseren Werdegang erlebt hat. Ich hoffe das bringt mich weiter....(und der kleine Mann zwingt mich nicht vorher zu einer Entscheidung)
Viele Grüße
Yumah

Beitrag von sunshine_84 15.05.11 - 22:02 Uhr

hallo,

ich hatte auch 2007 einen notkaiserschnitt. jetzt bin ich in der 37. ssw schwanger und hatte vor, spontan zu entbinden.

mein frauenarzt meinte, grundsätzlich ist das möglich, aber er würde mir einen kaiserschnitt ans herz legen. er meinte, nach meiner vorgeschichte (und allem, was passiert ist), will er einfach nur, dass ich meine kinder gesund im arm halten kann.
auch bei der geburtsplanung im krankenhaus wurde ich gefragt, wie ich entbinden möchte. wieder hab ich gesagt, ich würde gerne spontan entbinden. die oberärztin fand das gut. dann hat sie meine alte ks-narbe ausgemessen und mir zum kaiserschnitt geraten. die narbe ist wohl für eine spontane geburt zu dünn.

so, nun bekomm ich also demnächst einen geplanten kaiserschnitt. anfangs hab ich mich damit schwer getan, mich jetzt aber damit abgefunden.

lg und eine schöne rest-ss

Beitrag von yumah 15.05.11 - 22:20 Uhr

Hallo Sunshine,
danke für eine Antwort.
Das mit dem Ausmessen der Narbe habe ich schon oft gehört. Bisher wurde das aber noch nicht getan. Vielleicht soll das bei unserem Klinik-Termin in zwei Wochen noch gemacht werden. Ich denke auch die größe des Kindes ist nicht ganz unwichtig, oder?
Ich glaube wenn die Ärzte eine klare empfehlung aussprechen kann ich mich damit auch leichter arrangieren, als wenn ich es entscheiden soll...
Euch auch alles Gute für den Endspurt.
Yumah

Beitrag von belala 15.05.11 - 22:12 Uhr

ach, ich war wohl zu voreilig.
Statt Geburt hab eich irgendwie Schwangerschaft gelesen...

Da ich noch nie einen Kaiserschnitt hatte, kann ich zu dem Thema gar nichts sagen#schein

Entschuldigung

Beitrag von yumah 15.05.11 - 22:16 Uhr

Heja...
kein Ding.
Hab mich trotzdem gefreut von Dir zu lesen...
liebe Grüße
yumah

Beitrag von niki1412 16.05.11 - 15:02 Uhr

Hallo!

Meine erste Tochter war ein Extremfrühchen und kam per Not-KS.
Ich wollte danach, genauso wie Du, unbedingt eine Spontangeburt hinlegen. Habe es auch versuchen dürfen. Komischerweise wollte meine zweite Tochter gar nicht raus kommen. Bei ET+9 wurde eingeleitet. Ich lag dann bis ET+11 in den Wehen. 5cm war mein Muttermund nur geöffnet, aber die Fruchtblase platzte endlich. Das Fruchtwasser war grün und dickflüssig, wie Gel. Meine Tochter hatte ins Fruchtwasser gepupst, so viel Stress hatte sie. Also wurde nicht lange gefackelt... innerhalb von 20 Minuten wurde sie per Not-KS auf die Welt geholt. Also alle Müh umsonst! Bei meinem Sohn war dann schon klar dass es ein KS werden sollte. Endlich mal ein geplanter KS - und ich fand es so entspannt!

Klar kann eine Spontangeburt auch besser laufen als unser Versuch. Trotzdem würde ich nun, da ich das ja auch alles mitgemacht habe, lieber gleich einen geplanten KS bekommen. Aber das gilt für mich. Generell denke ich dass es einen Versuch wert ist - sonst hätte ich es ja nicht versucht.

Beim dritten Kind fehlte mir dann aber die romantische Vorstellung einer Spontangeburt völlig und ich war dankbar über einen GEPLANTEN KS ;-)

LG Niki mit Helena #blume und Julius #klee

Beitrag von niki1412 16.05.11 - 15:04 Uhr

Ach, ich habe noch vergessen zu erwähnen dass Helenas Herztöne auch immer abfielen.... und wir natürlich total in Panik gerieten und um das Leben unserer Tochter bangten. Da war der geplante KS natürlich ein Spaziergang ohne Panik und Angst.

Solltest Du es spontan versuchen halte ich Dir alle Daumen! #klee

LG Niki

Beitrag von yumah 22.05.11 - 14:13 Uhr

Hallo Niki,
auch dir vielen Dank für die Antwort.
War mittlerweile mit meiner großen Maus mal wieder einige tage im KH und komme erst jetzt dazu euere Antworten zu lesen.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag
Yumah

Beitrag von belala 16.05.11 - 21:17 Uhr

Hallo Niki,

warum wurde eingeleitet?
Denn so wie du schon geschrieben hast, verursachten die 2 Tage Wehen deinem Kind Streß.
Im Übrigen verringert sich bei allen Kinder die Herzfrequenz während der Wehen.

LG,belala

Beitrag von turbokristel 16.05.11 - 20:56 Uhr

Hallo Yumah,

ich habe ein Extremfrühchen (26+0) per Not-Kaiserschnitt entbunden und mein 2. Kind dann spontan.

Alles lief super. Ich hatte ebei 38+4 einen Blasensprung und bei 39+0 kam er dann endlich. Ganz schnell, innerhalb von 2 Stunden ohne Probleme. Lediglich zum SChluss sind seine Herztöne etwas abgerauscht, was aber daran lag, dass ich das Atmen irgendwie immer wieder vergessen hatte. Panik hatte ich aber nicht, ich war viel zu viel mit den Schmerzen beschäftigt.

Ich würde es immer wieder tun. Dieses Erlebnis ist wirklich einzigartig und ich hatte es mir wirklich gewünscht. Angst hatte ich ab dem Blasensprung irgendwie gar keine mehr. Nur hab ich mich mit jeder darauffolgenden Stunde ohne Wehen immer mehr mit einem Kaiserschnitt angefreundet, da es ja einfach nicht losgehen wollte. Aber dann wollte er zum Glückk ja doch raus ;-)

Das einzige was ich nicht haben durfte war eine PDA, da die Gefahr, dass die Narbe dann reißt wohl größer ist. Ging aber auch ohne ;-)

Alles Gute

LG Kristin

Beitrag von yumah 22.05.11 - 14:17 Uhr

Hallo Kristin,
danke für deinen Antwort.
Schön das es bei euch spontan geklappt hat.
Das mit der PDA wusste ich noch nicht-gut zu wissen dann kann man sich wenigstens gleich darauf einstellen das das nicht geht. wobei...vielleicht sollte man sich besser an dem Gedanken festklammern das man wenn es garnicht mehr auszu halten ist so eine Möglichkeit wählen kann;-)
Ich werde bei meinem Kliniktermin auf jeden Fall mal vorsichtshalbter danach fragen.
viele Grüße
yumah

Beitrag von amidala 16.05.11 - 21:47 Uhr

Hallo yumah, ich habe meine tochter letzten sommer spontan und natuerlich nach blasensprung bei 40+3 geboren - mein Sohn war vor 5 jahren ein not-kaiserschnitt wegen aussetzender herztøne. Und dieses erlebnis hat mich wirklich versøhnt mit dem Hansen "mist", der bei meinem Sohn gewesen ist. Da ich aber auch angst vor der angst hatte, habe ich darum gebeten, den sound beim ctg abzudrehen - wAr ueberhaupt kein problem u hat mich ungeheuer entspannter gemacht.
Lieben gruss u alles alles gute! Amidala

Beitrag von susle 21.05.11 - 21:34 Uhr

Hallo Yumah,

mein Großer kam 31+1 per Notsectio.
Als meine Kleine unterwegs war, wollte ich es unbedingt auf natürlichem Wege probieren. Meine Frauenärztin hat mich gelassen. Eine Woche nach Termin (länger wollte meine Ärztin nicht warten wegen Vorgeschichte und ss-Diabetes und und und) wurde eingeleitet. Nach acht Stunden Wehen war meine Tochter noch immer nicht ins Becken gerutscht, ihr Kopf drückte auf die KS-Narbe, die daraufhin zu reißen drohte, und ich bekam eine dennoch relativ relaxte Sectio (im Vergleich zur ersten Geburt).
Fazit: Ich habs nicht bereut! Die Wehen waren anstrengend, und ich war am Ende nicht böse, dass daraus ein Kaiserschnitt wurde, aber ich war so viel besser auf die Geburt vorbereitet, eingestimmmt, wie auch immer... (hm - ist das nachvollziehbar?)
Was die Nerven angeht: Bis zum eigentlichen ET war ich das Nervenbündel schlechthin - als es auf die Geburt zuging, wurde ich immer ruhiger. Eine drohende Uterus-Ruptur ist kein Spaß, aber Hebamme, Ärztin und Personal hatten das alles so toll im Griff, dass ich zu keiner Zeit Angst hatte.
Alles Gute für Dich!

Beitrag von yumah 22.05.11 - 14:11 Uhr

Halli hallo,
danke für deine Antwort.
Ich glaube ich kann gut nachvollziehen wie du das meinst.
Darum war es für mich auch interessant zu hören wie andere Mamas das erlebt haben. eine Notsectio ist sicher immer ein absoluter Ausnahmenzustand, da man einfach nicht darauf vorbereitet ist und der Zeitpunkt ja meist auch vie zu früh. Hinzu kommt noch das man seine Kinder ja oft nicht zu Gesicht bekommt und auch kein Partner zur seite steht der diese schlimmen Minuten/Stunden mit einem durchsteht.
Das alles ist bei einem geplanten Kaiserschnitt, sei es geplant oder auch wie bei dir spontan nicht ganz so schlimm.
Schön aber auch zu hören, das du den Kaiserschnitt dann nicht als "Niederlage" o.Ä. empfunden hast, sondern es trotz der vergeblichen Mühen im Vorfeld positiv sehen kannnst.
viele Grüße
yumah