Nach JA- Beratungstermin: Brief an KV? Was würdet ihr machen?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von joermungander 16.05.11 - 09:03 Uhr

Hallo ihr Lieben,
Weil sich im Moment die Probleme mit dem Vater meines Sohnes häufen (siehe hier: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=20&tid=3131532&pid=19827045 ), hatte ich einen Beratungstermin beim Jugendamt.
Zum einen hat mir der sehr gut getan, teilweise meine Sichtweise gerade gerückt und mir viele Sorgen wegen eher belangloser Problemchen genommen.
Die Bauchweh, wenn es darum geht mein Kind zum KV zu bringen, die bleiben.

Nun hat die Beraterin gemeint, dass ich nicht drum herum kommen würde, mit dem KV über meine Bedenken zu reden. Entweder ein geführtes Gespräch beim JA (bei ihr) oder ich solle einen Brief schreiben.
Jetzt mache ich mir natürlich Gedanken, ob ich diesen Brief schreiben soll und das Gespräch anschließen trotzdem bei der Beratungsstelle führen sollte.
Nur, weiß ich gar nicht so richtig, was da rein sollte?! Außerdem habe ich Angst wenn ich ihm meine Befürchtungen und Ängste schildere (etwa, dass er mir das Kind nicht wieder bringen könnte), dass er das dann erst recht gegen mich verwendet.
Ich habe auch Angst ihm meine Wünsche in Bezug auf unsere Sohn mitzuteilen, denn ich denke, er wird mir nicht glauben. Für ihn bin ich die Böse, diejenige, die ihn finanziell ruiniert hat (musste sowohl Kindes- als auch Betreuungsunterhalt einklagen). Alles was ich äußere, fasst er als Vrwurf oder ANgriff auf sich auf.
Aber diese Ungewissheit, was in bestimmten Fällen ist (Haftstrafen? Schlägereien?) und auch die Angst, die ich mittlerweile vor ihm habe, machen mich richtig fertig. Und es hat die Auswirkung, dass auch mein Kleiner nicht mehr hingehen will. Ich nehme an, er merkt, dass es mir dabei schlecht geht und er sagte letztens wiederholt als ich ihn beim KV abgab "Mama, ni dehen"

Normalerweise ist so ein Brief eine meiner leichteren Übungen. Ich habe bei problemen in unserer früheren Beziehung auch oft per Brief mit meinem Exfreund kommuniziert. Aber dieses Mal bin ich richtig gehemmt. Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, ich weiß nicht, was rein soll, was draußen bleiben sollte. Ich habe Angst ihm den Brief zu geben und ich habe Angst vor seiner Reaktion.

Und dabei ist meine Wunschvorstellung eigentlich die, dass wir irgendwann einmal ein freundschaftliches Verhältnis zueinander haben. Dass mein Kind gerne zu seinem Vater geht und wir gemeinsam gute Eltern sind... Aber das erscheint mir im Moment einfach zu weit weg...

Würdet ihr einen Brief schreiben? was würdet ihr rein schreiben? wan würdet ihr ihm den Brief zukommen lassen? Würdet ihr euch ejmanden dazuholen, für das erste zusammentreffen danach?



Beitrag von phantastica123 16.05.11 - 09:22 Uhr

Guten Morgen.

Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation wie Du: Auch ich bin die geldgeile Böse (musste auch den Unterhalt einklagen, da zog er vors OLG, hat aber verloren; jetzt kürzt er seit 2 Monaten wieder den Unterhalt) und ich mache alles, einfach alles verkehrt.

Nachdem er vor wenigen Wochen wieder beleidigend geworden ist, habe ich das neue Jugendamt eingeschaltet (ich bin umgezogen) und meine Probleme geschildert. Auch mir tat das sehr gut.

Es wird nun demnächst einen Termin geben, zu dem der KV und ich eingeladen werden, um mit Hilfe eines Dritten über die ganze Problematik zu sprechen. Ich habe dies damals meinem Exmann per Mail mitgeteilt. Seine Antwort: Er wird nicht zu diesem Termin kommen. Was sonst - er reagiert immer so.

Ich war auch so wie Du eingestellt, dass man Konflikte über KOmmunikation lösen könnte, habe Briefe oder Mails geschrieben. Es hat einfach nichts gebracht. Wir sind seit 2006 getrennt und er verachtet mich mehr denn je. Und auch ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich erkannt habe, dass meine eher friedfertige Art nicht mehr angebracht ist.

Ich kommuniziere nun gar nicht mehr, denn habe ich mich direkt mit ihm höflich und ruhig auseinandergesetzt, hat er mich beleidigt. Ich lasse jetzt alles über eine Anwältin laufen, habe das Jugendamt eingeschaltet und signalisiert, dass mir ja eigentlich an einem vernünftigen Umgang miteinander gelegen ist und dass ich auch nichts gegen die Umgangstermine habe, aber ich lasse mich nicht mehr schikanieren und einschüchtern.

Dadurch, dass ich nicht mehr mit ihm kommuniziere, biete ich keine Angriffsflächen mehr.

Seither geht es mir irgendwie besser. Ist zwar alles noch recht neu für mich, diese Methode, aber man lernt ja nie aus.

Mein Rat: Lass das mit dem Brief. Offensichtlich ist Dein Ex auch nicht in der Lage, die Chance in solch einer Kommunikation zu sehen. Und da Du ja eh die Böse bist, hast Du ja mit einer Funkstille ja nichts mehr zu verlieren.

Alles Gute!

Beitrag von joermungander 16.05.11 - 09:58 Uhr

Ich habe Angst, dass es so kommen wird wie bei dir... Ich hatte immer ein Wunschbild vor Augen, von Eltern, die sich als Eltern gut verstehen und versuchen die beste Lösung für ihr Kind zu finden.

Ich habe noch etwas Hoffnung, denn der letzte Mediationstermin beim Jugendamt über den Umgang war sehr erfolgreich. Termine und Absprachen klappen jetzt ganz gut.

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Ich hoffe noch immer, dass mein Kind mal Eltern hat, die sich einigermaßen verstehen. Aber langsam verschwindet diese Hoffnung auch...

Beitrag von marjatta 16.05.11 - 10:04 Uhr

Ich kann der Vorrednerin nur Recht geben. Hab das ein wenig verfolgt, weil ich immer noch nicht sicher bin, wie es in meiner Partnerschaft jetzt so weitergeht. Zumal in Konfliktsituationen auch von meinem Partner Drohungen kommen wie " dann komme ich eben noch seltener nach Hause", wobei er das dann über seine berufliche Schiene schiebt. Naja, jede Drohung egal welcher Art ist in einer Familiensituation unangebracht.

Naja, ich denke, Du solltest dem JA signalisieren, dass Du nur den gemeinsamen Termin möchtest, um die Probleme zu klären. Dafür kannst Du Dir eine Liste zusammenstellen, mit den Punkten, um die es gehen soll.

Ob sich dadurch die Situation verbessert, muss sich zeigen. Die Situation ist leider nicht sachlich zu klären, weil der KV hier nur emotional reagiert.

Das kenne ich von der Scheidung meiner Eltern zum Glück nicht. Es gab da keine Auseinandersetzungen oder gar Drohungen.

Da ich jetzt bald zwei Kinder mit meinem Partner haben werde, einem Mann, mit dem ich auch so meine Probleme habe, lese ich hier halt immer mit. Ein Umgangsproblem dürfte es bei uns nicht geben, wenn dann eher ein Unterhaltsproblem. Aber darüber will ich lieber nicht nachdenken.

Beitrag von janamausi 16.05.11 - 13:53 Uhr

Hallo,

ich würde entweder einen Brief schreiben und alles reinschreiben oder es über das Jugendamt laufen lassen. Einen Brief schreiben und Jugendamt finde ich zu viel.

Wobei ich das Jugendamt besser finde, weil alles direkt angesprochen werden kann und die Dame auch vermitteln und unterstützen kann.

LG janamausi

Beitrag von stefmex 16.05.11 - 20:38 Uhr

Hallo!

Also ich denke auch eher, dass ein Brief nix bringen wird, außer Dich noch angreifbarer zu machen.

Würde so etwas auch bevorzugt mit einem 'Zeugen' und Gesprächsführer klären.

Und leider ändern sich Menschen sehr selten...

Viel Glück trotzdem und freu Dich, dass Du in Deinem neuen Partner auch einen tollen 'großen' Freund für Dein Kind gefunden hast!

Alles Gute,
Stefanie