Muss noch viel an die Geburt denken

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Beitrag von frische 16.05.11 - 15:47 Uhr

Hallo zusammen,

meine Tochter ist am 23.6.2010 auf die Welt gekommen. Alles war ganz normal, eine spontane Geburt 10 Tage vor ET ohne große Komplikationen, mit dem normalen Wehen- und Geburtsschmerz, PDA und ohne großartige Geburtsverletzungen. (Kein Riss, Schnitt usw.) Von der ersten Wehe bis zur Geburt hat es ca 15 Stunden gedauert. Nach vier Stunden sind wir nach Hause gegangen.

Ist es normal, dass ich nun, knapp 11 Monate später immer noch so oft und viel an die Geburt denken muss? Ich denke an die Wehen, die Schmerzen und wie das so war, das Kind raus zu pressen. Immer und immer wieder geht mir das alles durch den Kopf. Klar einerseits bin ich fasziniert von den Gewalten der Natur, ich bin stolz auf mich aber andererseits habe ich teilweise das Gefühl von einem Schock. Aber so lange?? Ich dachte, es sei normal, alles schnell zu vergessen und eben nicht mehr so viel daran zu denken.

Für Feedback wäre ich dankbar!

Beitrag von 1979schatzi 16.05.11 - 16:00 Uhr

Hallo,

oh ja, das kenne ich nur zu gut :-) Genau das, was Du beschreibst, fühle ich auch immer wieder.
Mein Sohn ist am 12.06.10 geboren. Hatte eine ziemlich heftige Geburt nach Einleitung.

Hab immer wieder Momente, wo ich sehr intensiv dran denke und es gar nicht glauben kann, wie ich das überstehen konnte. Eine absolute Grenzerfahrung und einfach gigantisch und einzigartig! Manchmal kommen mir dabei die Tränen...vielleicht vor Dankbarkeit, dass alles gutgegangen ist und wir so einen süßen kleinen Schatz haben...vielleicht ist da aber auch wirklich noch ein Gefühl des Schocks, wie Du es beschreibst.

Und ich denke, jetzt wo der 1. Geburtstag naht, ist das noch präsenter als sonst.

Liebe Grüße

Beitrag von debbie-fee1901 16.05.11 - 16:01 Uhr

Hallöchen, ist doch schön an die Geburt deines Kindes zu denken.
Meine Tochter kam am 4.11.10 auf die welt, ebenfalls Spontan, 8 Tage nach ET, mit normalen Wehen und PDA, innerhalb von 13std war sie da, ich lag nur 2 1/2 std im KS.

Für mich war es wunderschön und ich denke auch noch ggannnzzz oft daran, vor allem weil es harmonisch war, ich wurde sehr gut betreut, hatte eine wunderbare Hebi und nachher tolle schwestern auf der station.
Ich denke daran, das mein Mann es beinah verpasst hat und wir viel gelacht haben. Und das der Moment als meine Kleine kam wunderschön war, auch jetzt habe ich noch freudentränen in den augen wenn ich daran denke.

Und ich freue mich das ich irgendwann meinem Kind erzählen kann wie es auf die Welt gefunden hat!!!

Warum sollte man etwas, was einem in erinnerung bleiben sollte, gerade wenn es schön war vergessen???

Mach dir keine Gedanken, ich finde das gut.

LG Debbie mit Helena

Beitrag von jessi_hh 16.05.11 - 16:04 Uhr

Hallo,

ich hatte auch sehr lange an meiner Geburt zu knabbern. Allerdings war sie auch ganz anders als gewünscht, endete in einem KS nach 13 Stunden Wehen.

Ich denke aber, dass die Geburt, egal ob einfach oder schwer, immer ein einschneidendes Erlebnis ist, dass frau erstmal verarbeiten muß. Die Schmerzen, die Anstrengung, das Gefühl, Leben in die Welt zu setzen, das ist gerade beim ersten Kind total überwältigend. Nach der Geburt ist oft zuwenig Zeit, sich mit der Geburt auseinanderzusetzen. Man erzählt es zwar jedem, der es hören will, aber ruhige Minuten, um das Geschehene zu verarbeiten, hat man ja am Anfang mit Baby selten. Von daher finde ich es gar nicht verwunderlich, dass Dich Deine Geburt noch nach 11 Monaten beschäftigt.

Und übrigens finde ich den Spruch, dass nach der Geburt gleich aller Schmerz vergessen ist, total daneben. Ich werde die Schmerzen wohl nie vergessen, aber da es ja ein positives Erlebnis war, dass mir meine Kinder gebracht hat, kann ich mit der Erinnerung daran gut leben. Dennoch hatte ich vor der zweiten Geburt noch mehr Angst als vor der ersten, ich wußte ja, was mich erwarten kann.

LG,
Jessi

Beitrag von sunnygirl1978 16.05.11 - 16:38 Uhr

Hallo,

meine erste Geburt ist 5,5 Jahre her und jetzt steht die zweite kurz bevor. Hatte damals Dammschnitt der ewig nicht heilte und furchtbare Angst - überlegen sogar Kaiserschnitt zu machen.

Ich hatte sogar Therapie danach - aber der Körper speichert einfach und wird es so leicht nicht los. Mich beschäftigt das Thema weil wir wussten ein zweites Kind kommt. Ich denke wirklich damit abschließen und es auch mal stehen lassen kann ich erst, wenn die zweite und endgültige Geburt jetzt vorbei ist. Morgen wäre ET - aber er mag noch net - weiß auch noch nicht was wir jetzt tun.

LG sunnygirl

Beitrag von maerzschnecke 16.05.11 - 16:57 Uhr

Ich denke, dass Du da ggf. doch etwas aufzuarbeiten hast. Was genau, weiß ich nicht.

Emilia's Geburt ist noch keine 4 Monate her und ich habe eigentlich nur das gute Gefühl zurückbehalten. Der Wehenschmerz und die Anspannung der ganzen Geburt sind weg aus meinen Gedanken. Zurückgeblieben ist bei mir nur das 'erlösende Gefühl' als nach Kopf und Schultern der Rest von Emilia rausflutschte - das war für mich wirklich ein unglaublich schönes Gefühl und dann eben der Moment, als sie bei mir auf dem Bauch lag und ich sie das erste Mal sehen, fühlen und riechen konnte.

Ich hatte eine spontane Geburt am ET mit Dammriß II.Grades und es war eine sehr schnelle Geburt, die umso gewaltiger war (wenn da so ein 36cm-Kopf in 1,5 Stunden durch's Becken und den Geburtskanal 'geprügelt' wird). Ich hatte keine Schmerzmittel und keine PDA.

Hör vielleicht nochmal genauer in Dich rein. Zieh Dich dazu ganz zurück ins Stille und horch mal in Dich rein, was genau diesen Schock auslöst. Vielleicht kommst Du von alleine drauf und kannst es so für Dich verarbeiten. Wenn nicht, such Dir jemanden zu reden. Je eher Du das angehst und Dir auch erlaubst, die negativen Gefühle zu spüren und rauszulassen, umso schneller kannst Du es auch verarbeiten.

Beitrag von hella10 16.05.11 - 17:22 Uhr

Bei mir fühlt es sich auch noch immer wie ein Schockerlebnis an. Eine merkwürdige Art von Trauma, weil das Ergebnis so wundervoll und positiv ist. Es war definitiv eine absolute Grenzerfahrung und vergessen ist bei mir jetzt nach acht Monaten rein gar nichts.
Du kannst ja mal eine PN schicken, wenn Du magst.

Beitrag von frische 16.05.11 - 17:39 Uhr

DANKE! Euch allen!! Ihr habt mir sehr geholfen!

Spontan ist mir gerade beim Lesen eingefallen, dass ich "damit" nicht gerechnet hatte. Ich wollte es ohne PDA schaffen, war der festen Überzeugung, sie nicht zu "brauchen" der Natur seinen Gang zu lassen usw. Ich glaube letztlich war ich überrascht/geschockt von ... ja wovon? Ich glaube, davon wie es dann wirklich war. Schön war es, ja auf jeden Fall, aber es war halt auch gewaltig!

Beitrag von maerzschnecke 16.05.11 - 18:15 Uhr

Vielleicht ist das der Unterschied. Ich habe zwar gehofft, die Geburt ohne Schmerzmittel zu packen, habe mir aber auch immer gesagt, dass ich das im Moment entscheide, ob ich eins brauche oder nicht. Als ich den Kreißsaal betreten habe, habe ich ein Schmerzmittel verlangt (keine PDA), aber die Geburt ging dann so schnell, dass die mir den Tropf gar nicht mehr anhängen konnten.

Ich bin also mit dem Gefühl aus der Geburt raus, dass ich es auch ohne das Schmerzmittel gepackt habe, obwohl ich eines wollte.

'Verzeih' Dir das, dass Du die PDA gebraucht hast. Es war Dein gutes Recht zu sagen, dass Du die Schmerzen so nicht mehr aushalten magst und mach Deinen Frieden damit.