Tochter darf ins Heim

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 08:05 Uhr

Meine Tochter,15j.,darf dank JA ins Heim!!!
Kurzfassung:Seit einigen Monaten miesen Umgang,beim klauen erwischt worden,auf die Frage nach dem warum:Ich wollte halt auch mal teure Schminke ,statt immer nur das Zeug für 8 Euro!
"Freundin" von ihr lebt im Heim aufgrund von sexueller blästigung des Stiefvaters.Meine Madam bringt natürlich dank "Freundin" auch solche anschuldigungen über die Lippen.Außerdem auch noch das sie ja nix darf,um 22 Uhr zu Hause sein muß,usw.sie bekommt neues Handy,Markenklamotten alles was mir möglich ist.Bei Problemen ghets aber zur "freundin" die natürlich mit Rat und Tat zur Seite steht.
Meine Tochter hat auch noch eine Kleine Schwester,die ist zu laut,nervtusw.
Es gab doch auch zu meiner zeit solche Teenie Probleme,wieso kann heut jeder durgeknallte Teenie einfach so zum JA das blaue vom himmel lügen und kommt damit durch?
Wer bitte schön hilft den Enltern,ich wurde nämlich gar nicht zu den vorwürfen befragt.

Beitrag von colle 17.05.11 - 08:39 Uhr

das nehm ich dir nicht ab, dass du nicht befragt wurdest
es wurden keine gespräche mit dir geführt?
sie ist zum jugendamt und hat so mal eben einen platz im heim bekommen oder wie darf man das verstehen?

Beitrag von leiahenny 17.05.11 - 08:41 Uhr

Äh etwas merkwürdig. erstmal vorweg,
auch deine Tochter wird merken: im Heim ist nicht nur Fun angesagt und es gibt ne´Menge Regeln.

Aber stimmt das alles so ?
Hast Du keinen Kontakt mit JA ?
Was mich schon sehr wundert, hattet ihr keinen Besuch vom JA ?
Also heute anrufen und mit dem Sachbearbeiter sofort sprechen.

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 09:07 Uhr

wie gesagt es ist die kurzfassung.
meine tochter durfte,nachdem die noten in der schule super wurden lauter 1 und 2er noten auch mal am samstag nach stuttgart fahren.wir wohnen bei calw.dort hat sie dann die unterschiedlichsten leute kennengelernt.irgendwann fängt sie nur noch an rumzuzicken.normal,pupertät,mag ihre kleine schwester nicht auch normal.gestern hatten wir einen termin beim JA,den ich wollte.gesagt hat sie dort fast nix.obwohl sie großmäulig zu hause sagte das sie dort sehr viel zu sagen hätte und ich es dann schon hören würde.gesagt hat sie eben kaum was,fängt an zu heulen möchte ein einzelgespräch.ich werd rausgeschickt wie ein kleinens kind,nach 10 minuten darf ich wieder rein und bekomme gesagt das es wohl das beste wäre sara eine auszeit zu geben und im heim unterzubringen.kein kommentar warum und was sie gesagt hat.wie gasagt eine "freundin"von ihr lebt auch im heim und hat ihr schön gesagt was sie sagen soll.hab ich in einem tel.gespräch mitbekommen.ich finde es traurig das es heute schon reicht zu sagen das man es zu hause sch... findet,aussage sara. und weg möchte.die typen in stuttgart leben ihr leben und die eltern kümmerts nicht.das findet sie toll,machen was man will.so auf jedenfall bin ich stocksauer,kann gar nicht sagen wie sehr.leute wenn ihr kids habt die so ticken dann könnt ihr es vllt verstehn.auf ratschläge wie so einfach gehts nicht usw kann ich verzichten.ihr seht lügen das sich die balken biegen reicht schon aus und kein JA frägt groß nach

Beitrag von colle 17.05.11 - 09:25 Uhr

"ich werd rausgeschickt wie ein kleinens kind,nach 10 minuten darf ich wieder rein und bekomme gesagt das es wohl das beste wäre sara eine auszeit zu geben und im heim unterzubringen.kein kommentar warum und was sie gesagt hat."

und damit lässt du dich abspeisen?#kratz

Beitrag von mama0102 18.05.11 - 08:36 Uhr

Damit muss man sich abspeißen lassen, wenn die Damen und Herren vom Jugendamt das so wollen.
Ganz dummes Beispiel, meine Stieftochter ( noch 11 ) lebte 4 1/2 Jahre bei uns, aus guten Gründen, da die Herkunftsfamilie nicht eben die besten Entwicklungsmöglichkeiten bot. Wir haben uns den A***** aufgerissen, eine gute Schülerin, ein nettes, normal entwickeltes Kind aus dem Mädel gemacht und dann kommt ne Freundin, findet die Mama, bei der man machen darf, was man will ( wirklich ohne Grenzen, mit 11 !!!!) wesentlich cooler, die Kurze rennt beim Amt rum und erzählt wir würden sie verprügeln und Zack ist es vööööllig egal, wo sie da nun reinkommt, sie darf natürlich ohne weitere Konsequenzen zur Mama. Die Damen und Herren beim JA wissen, was das für die Zukunft des Kindes bedeutet, aber " ein jedes Kind hat in Deutschland ein Recht auf persönliche Verwahlosung" #schock und auch wenn die Entwicklungprognose durchweg negativ ausfällt darf das Kind natürlich mit 11 entscheiden, was es möchte. Da bekommt man nichts gesagt und begründen tun die schon hundert mal nichts. Deutscher Staat..... #augen

Sandra

Beitrag von diba 17.05.11 - 08:57 Uhr

hallo,

ich spreche jetzt aus erfahrung ,da ich mich selbst in dem alter nicht richtig verhalten habe.


das deine tochter ins heim gehen muss ohne das du irgenwie befragt wurdest glaube ich dir nicht.

dazu gehört viel mehr,als ein paar aussagen.


glaube mir,so schnell kommt kein kind einfach ins heim...schon ganricht für im grunde solche lapalien.

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 09:11 Uhr

Tja sie darf.für einen auszeit von 3 monaten,keine besuche von JA vorab,keine anrufe,fragen o.ä. aber ein kind das mir gestern triumphierend ins gesicht sagte:siehste so schnell komm ich hier weg,haha

p.s ich habe mein kind geschlagen oder sonst was aber gesteern hätte ich sie gernen windelweich geschlagen.
ich hab es ihr oft angedroht aber nie getan,aber egal sie gab an das ich es getan habe.leute ich sag euch im moment hasse ich mein eigenes kind.

Beitrag von diba 17.05.11 - 09:17 Uhr

jetzt mal ehrlich,


ich habe als 14 jährige auch behauptet,ich sei geschlagen worden. ich durfte nach meiner meinung nach immer weniger als die freundinnnen...ich hatte weniger taschegeld,musste um 20 uhr zuhause sein usw..

bei uns kam das JA in regelmässigen abständen zu uns nachhause,suchte gespräche mit meinen eltern,so wie mit mir.

ich kenne auch keinen,der jemals einfach so in heim gekommen ist..schon ganricht nur durch aussagen.

wie gesagt,meiner meinung nach muss da mehr vorgefallen sein,als nur behauptungen.

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 09:26 Uhr

wie gesagt das ist alles.hab grade mit dem sachbearbeiter geredet.sara hatte am 7.5 einen netten termin bei den herren in blau(grün) weil sie mit eben dieser freundin beim klauen erwischt wurde und von mir einen kräftigen anschiss bekommen hat.sie kann aber so toll erzählen das es sich für ausehstehnde so anhört als würde ich sie tagtäglich prügeln usw.
sie provoziert wo sie nur kann.ja bekommen tut sie auch nix,sie bekommt keine neue adidasjacke,kein neues handy keine ausgang bis 22 uhr.alles hat sie bekommen und behauptet trozdem das gegenteil.ich habe keine besuch vom JA.wär vllt mal ganz gut gewesen die zu haben das sie sehn was das "arme" kind so alles hat.eher verzichte ich auf etwas bevor ich an meinen kindern spare.ach ja wenn madam kein geld für die s-bahn hat fährt man natürlich schwarz,wird erwischt leiht sie das geld bei freunden wie will sie das zurückzahlen?bestimmt nicht von meinem geld,sie bekommt geld wenn sie etwas braucht,hat sie kein geld nimmt sie sich was sie braucht,so einfach läuft das ihn ihrem kopf.heute früh jammert sie das ihr meerschweinchen krank ist,mama fahr zum tierarzt.so dafür bin ich dann wieder gut genug,gehts eigentlich noch?

Beitrag von mama2003-2009 17.05.11 - 09:38 Uhr

Hallo erstmal...

ich schreibe dir mal aus sicht des "Teenies" Ich war auch um die 14 odr 15. mir war es zu diesem Zeitpunkt EGAL was meine Mutter denkt oder will. Mir war es zu diesem Zeitpunkt egal ob meine Mutter weint oder sich sorgen macht. Ich wollte "mein" Leben leben, und alle anderen haben es sowieso besser als "ich" und genau so wird deine Tochter (leider) auch denken.

Heute sitze ich und weine wenn meine Mutter anfängt zu erzählen das Sie mich manchmal Stundenlang draußen gesucht hat, das ich bei 30 jährigen geschlafen habe und sie Angst hatte das ich Vergewaltigt werde, das Sie jeden Abend wenn ich nicht nachhause kam los ist und mich gesucht hat, ABER immer froh war das ich ins Auto gestiegen bin und mit nachhause kam. Ich hatte meine Freiheiten aber trotzdem war es zu wenig.


Es ist leider ein schweres alter, ich denke das es wenn es wirklich an dem ist das Sie ins Heim soll, lass Sie gehen, Sie wird da Regeln lernen. Und vielleicht bessert sich Euer verhältnis dann auch.

Mein Freund musste auch in "Heim" besser gesagt Wohngemeinschaft, er hat sich mit seiner Mutter geprügelt (als sie im suff ihre ausraster kriegte) Sie rief städnig die Polizei wenn Ihr was Querhing. Er kiffte früher und seine Mutter verfiff ihn bei der Polizei etc. und er ging dann in diese Wohngemeinschaft er war 16 und bis 18 konnte er dort bleiben.... das Verhältnis zu der Mutter war zu derzeit wärend er dort war besser geworden....

Ich weiss das es immer leichte gesagt ist, und die Frage die man sich stellt. Warum gerade mein Kind?! Aber es ist das alter.. es vergeht eigentlich auch wieder, aber heute weiss ich das es große scheiße von mir war....


Versuch Sie gehen zu lassen, dort hat Sie regeln, da wird Sie noch weniger dürfen, da gibt es Taschengeld zugeteilt, da kann man nicht einfach sagen Hey Betreuer ich brauch Geld will raus etc. Das wird Sie ganz schnell lernen das Sie es zuhause doch besser hatte...


lg mama2003-2009

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 10:16 Uhr

Ja die Phase hat wohl jeder um die 40 durch.auch bei uns warens früher Punks die für ihre Lebensart bewundert wurden.Hab selber mit den Leuten zusammengelebt,da war ich allerdings schon 19,aber genau die Leut sind die größten Spießer.
Es ist aber leider so das sich sara sehr von aussen beeinflussen lässt,sie hat in dem sinn nur eine meinung und das ist die ihrer "freunde"
ich denk ist gut das sie mal weg kann,wird ja nach ihrer meinung sommercamp,party fun usw.die wird schon sehn.wenns schief läuft ja dann ganz schnell wieder zu mama heim,da gibts nicht ganz so viele regeln wie dort.sie wollen erwachsen behandelt werden und benehmen sich wie trotzige dreijährige.hab hier schon einige dinger uach von teenies gelesen die sich unvertsanden fühlen .kinder werdet mal erwachsen,erwachsene recht wollen aber dann bitte auch mit erwachsenen pflichten.

Beitrag von mama2003-2009 17.05.11 - 11:35 Uhr

Ich nochmal:

Also wie gesagt lass Sie gehen, und du wirst merken das Sie vielleicht schneller zurück ist als Sie denkt, bzw. Euer Verhältnis wird dann auch besser werden (davon gehe ich aus)

Denn wie schon geschrieben, Das ist eine Gruppe wo Sie schnell merken wird das Sie nicht machen kann was Sie will. Wie eine Userin schon schrieb baut einer scheiße müssen ALLE drunter leiden... und ich glaube das macht Sie nur ein mal.

Richtig in meiner Zeit damals war auch alles Cool was meine "Freunde" gemacht haben ich habe mich auch sehr beeinflussen lassen.

In einem Heim bzw Wohngemeinschaft denke ich eher wird Sie kommen, gibt es klare Regeln an die sie sich zuhalten hat. Taschengeld mit dem Sie auskommen muss, KEIN neues Handy, Keine Klamotten mal so zwischendurch Sie muss sich Ihr Geld schon einteilen.
Richtig die Fahren einmal im Jahr, so war es bei meinem Freund in ein Camp, mein Freund war in Spanien.


Ja das Problem ist einfach das man erst leider zu Spät sieht was man falsch bzw. besser hätte machen können, heute seh ich das so das alles hätte eigentlich viel besser laufen können....

Kopf hoch, lass Sie los, es wird sonst nur viel schlimmer.

Beitrag von gh1954 17.05.11 - 10:33 Uhr

>>>ich sag euch im moment hasse ich mein eigenes kind. <<<

Vielleicht ist es in der derzeitigen Situation besser, wenn ihr eine Weile räumlich getrennt seid.
In diesen Wohnheimen gelten normalerweise strengere Regeln als zu Hause bzw. werden Regeln dort konsequenter durchgezogen.
Es geht ja erstmal nur um drei Monate.
Ich würde allerdings den Kontakt zum JA nicht abreißen lassen.

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 10:38 Uhr

Ja die Regeln sind dort strenger.Mein Bruder arbeitet in so einem Heim ,hat ihr erklärt was auf sie zukommt.Glaubt sie nicht.hoffe das es sich bessert wenn der Kontakt zu diesen "Freunden"nicht mehr besteht.Leider ist das dank Handy und Internet heute nicht mehr so einfach.Gab ihr internet verbot,kind geht ins internet cafe,frage mich woher sie das geld nimmt.

Beitrag von gh1954 17.05.11 - 10:58 Uhr

Der Vorteil im Heim ist auch der, dass die Jugendlichen sich gegenseitig "erziehen", wenn einer total ausflippt haben im Grunde alle darunter zu leiden. Da bekäme deine Tochter von ihresgleichen Ärger und nicht von der "blöden" Mutter.

Beitrag von seinelady 17.05.11 - 11:37 Uhr

Sorry aber glauben tu ich dir das nicht.
Wenn es um Probleme in der Familie geht lädt das JA auch Elternteile zum Gespräch ein.

->"Freundin" von ihr lebt im Heim aufgrund von sexueller blästigung des Stiefvaters.Meine Madam bringt natürlich dank "Freundin" auch solche anschuldigungen über die Lippen<-

Spätestens dann wirst du zum JA eingeladen

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 17:03 Uhr

meintwegen glaubt es nicht,ist aber so.ich hab hier schon so manches gelesen wo ich auch dachte das gibts nicht,aber spätestens wenns einen selber betrifft sieht man es anders.hoffe das du nicht in so eine situation kommst.das wünsch ich keinem

Beitrag von seinelady 17.05.11 - 22:26 Uhr

Ich habe selber ein halbes Jahr im Betreutem Wohnen gewohnt und ich sage dir meine Mutter wurde oft vom JA eingeladen.
Das JA sind nicht immer die Bösen, ich glaub dir die ganze Story nicht

Beitrag von jazzbassist 17.05.11 - 13:08 Uhr

Also das Jugendamt ist in der Tat nicht dazu verpflichtet, die Eltern zu befragen, bevor sie ein Kind oder einen Jugendlichen in Obhut nehmen. Sähe ich auch keinen großen Sinn darin, schließlich ist das Jugendamt in diesem Falle Anlaufstelle für das Kind. Es muss die Erziehungsberechtigten nur unverzüglich benachrichtigen, nachdem das Kind darum gebeten hat, in Obhut genommen zu werden. Die Rechtsgrundlage ist hier der § 42 SGB VIII.

Jurustisch ist die Inobhutnahme ein reiner Verwaltungsakt (vgl. § 31 1 SGB X). Das heißt in seiner Konsequenz, dass sie dort rechtlich belehrt werden müssen (Rechtsbehelfsbelehung), dass Sie gegen diesen Verwaltungsakt innerhalb von 30 Tagen Einspruch einlegen können. In diesem Falle entscheidet das Jugendamt dann darüber, ob man das Kind/ den Jugendlichen unverzüglich wieder den Erziehungsberechtigten aushändigt, oder das ganze weiter zum Familiengericht geht. Wobei Letzteres nur noch sorgerechtlich entscheidet und nicht mehr über die Inobhutnahme ansich. Dieser Konsequenz sollten Sie sich dann entsprechend bewusst sein.

Ich finde das nicht weiter tragisch, da ich nicht denke, dass ein 15-Jähriges Mädchen so ohne weiteres in einem Heim möchte, weil die kleine Schwester nervt oder man schon um 22 Uhr zu Hause sein muss. Selbst, sollte das wirklich auf Ihre Tochter zutreffen - denke ich nicht, dass das die Regel sondern eher die absolute Ausnahme ist. Ich denke eher, dass die Probleme hier bereits viel weitreichender sind; und sie sich diese entweder nicht eingestehen möchten, oder auch einfach nicht sehen. Mein Sohn ist erst 12, aber, kann diese Entscheidung, wo er wohnen und leben möchte, bereits sehr gut treffen; zum leidwesen seiner Eltern. Ich denke, auch ein 15-Jähriges Mädchen ist daher von der Reife her in der Lage, zu erkennen, wo es ihr besser geht. In einem Heim oder bei den Eltern. Und, wenn Ihre Tochter hier das Heim als Option vorzieht, müssen aus Sicht Ihrer Tochter m.E. weit mehr Dinge schief gelaufen sein. Das ließt sich nämlich nicht wie eine "Aber meine Mama hat mir eine Woche lang mein Handy weggenommen"-Trotzreaktion.

Beitrag von nicolethiele 17.05.11 - 17:01 Uhr

leider ist es offensichtlich so einfach.wir durften heute auch wegen ihres diebstahls vor 2 wochen zur polizei.da stellte sich im gespräch raus das es ja gar nicht so schlimm ist das sie geklaut hat sondern das mir als mutter der geduldsfaden gerissen ist und sie eins hinter die ohren bekam.sprich die kids heute dürfen alles vom diebstahl bis zum mord müssen keine bis wenig konsequenzen fürchten und die eltern müssen das alles stillschweigend in kauf nehmen sonst gibts für die ne anzeige weil seine hinter die ohren gab!ist es aber andersrum kinder gehn auf ihre eltern los kriegen die eltern eins drauf weil sie ihre kinder ja provoziert haben sie sind doch erwachsen also reisen sie sich zusammen!hey wer hat das gesetz erfunden? die supernanny?zwischen eins an die ohren,klapps auf den usw ist ja wohl ein himmelweiter unterschied zum prügeln.da ist es doch kein wunder das dir kindergartenkinder schon den knüppel überziehen und genau wissen das man ihnen nix tun darf.da soll aber auch kein psychoonkel jammern das die kriminalität unter kinder und jugendlichen zunimmt.dank den gesetzen dürfen sie es ja.

Beitrag von jazzbassist 17.05.11 - 18:47 Uhr

Wer das Gesetz erfunden hat, ergibt sich aus der Präambel unserer Konstitution. Dort heißt es: (…) hat das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgegebenen Gewalt dieses Grundgesetz (…).

Wenn Sie also möchten, dass man Jugendlichen Gefängnisstrafen aufbrummt, weil sie Kosmetika aus dem Kaufhaus geklaut haben; oder als Erziehungsberechtigte wieder die Erlaubnis haben wollen, ihr Kind schlagen zu dürfen, müssten Sie sich entsprechend politisch engagieren. Schließlich hat man es über diesen Wege auch geschafft, den beliebten § 1631 II 2 BGB (Körperliche Bestrafungen (…) sind unzulässig) ins Spiel zu bringen.

Aber nein - in der Rechtswissenschaft gibt es zwischen einem Klaps und Prügeln keinen Unterschied. Beides subsumiert sich unter dem Tatbestand der Körperverletzung - was in Deutschland nun mal eine Straftat ist. Sie sehen halt das nicht ein »aber das sind doch nur ganz kleine Klapse, dass schadet doch niemanden«; ihre Tochter sieht möglicherweise nicht ein, dass Diebstahl entsprechend auch eine Straftat ist: »Aber das war doch nur ein bisschen Schminke, dass schadet doch niemanden«. Wie die Mutter, so die Tochter? Für mich persönlich wäre es ziemlich irrational, meinen Sohn davon zu überzeugen, sich an Recht und Gesetz zu halten, aber selbst das Gesetz so auszulegen, wie es mir selbst passt.

Zumal Ihr Beitrag und ihre aufgestaute Wut irgendwie vermuten lassen, dass sie schon längere Zeit größere Schwierigkeiten mit Ihrer Tochter zu haben scheinen, wenn Sie Ihre Tochter als potenzielle Mörderin hinstellen. Ich denke, den Fehler in der Erziehung haben sie da einfach die letzten 15 Jahre lang gemacht, dass das soweit abgedriftet ist. Und der Fehler wird sicherlich nicht gewesen sein, dass Sie Ihre Tochter nicht zu oft geschlagen haben. Zumindest ließt sich das nicht so, als ob das jetzt das erste mal gewesen wäre, dass so etwas vorgekommen ist. Ich halte es zumindest für ziemlich pausible, dass Kinder, die nicht genügend Liebe bekommen und von den Eltern auch noch misshandelt werden, sich ziemlich zeitlich auffällig verhalten werden. Vielleicht hätten Sie sich hier einfach viel eher nur professionelle Hilfe suchen müssen?

Ziemlich zuverlässige Statistiken veröffentlich in Deutschland das Statische Bundesamt, Deutschland (http://www.destatis.de). Dort finden sie auch allerlei Statistiken zum Thema Straftaten - auch historische Daten mit demographischen Informationen. Wenn Sie sich mit dem Thema Jugendkriminalität also ernsthaft auseinandersetzen würden, würden sie feststellen, dass die (Jugend)-Kriminalität in Deutschland nicht zunimmt; ganz im Gegenteil eigentlich. Obwohl Eltern ihre Kinder (zumindest nach dem Gesetz) nicht mehr schlagen dürfen. Zumal, eine 15-Jährige hätte auch vor 30 Jahren schon Kosmetika klauen können, und, wäre da mit einem blauen Auge von davongekommen. Wenn wir uns beispielsweise Länder anschauen, wo Eltern ihre Kinder schon sehr lange nicht mehr schlagen dürfen (skandinavischer Raum); werden sie auch dort feststellen, dass sich ihre Befürchtungen auch langfristig nicht bestätigen. Sind auch übrigens die Länder, die bei der PISA Studie ganz oben stehen.

Zumal ich ernsthaft nicht denke, dass Kindergartenkinder ihre Eltern mit Knüppeln erschlagen. Da müssen Sie die Realität mit den Simpsons Horror-Specials verwechseln. Zumal - sollte körperliche Züchtigung in der Erziehung wirklich der heilige Gral sein - warum müssen Sie Kinder dann überhaupt körperlich züchtigen? #kratz. Dann müsste es ja reichen, wenn ich meinem Sohn einmal über’s Knie lege, und, die ganze Pubertät ist plötzlich ein Kinderspiel. Aber, die Wahrheit ist wohl, dass sie auch mit diesem Erziehungsmittel immer und immer wieder arbeiten müssten; wie mit jedem anderen Erziehungsmittel im übrigen auch. Das liegt einfach daran, dass Kinder halt ständig erzogen werden müssen. Ob die nun 2, 4 6, 12 oder 15 sind.

Also nachdem, was ich so von Ihnen gelesen habe, kann ich Ihre Tochter unheimlich gut verstehen, in einem Heim zu ziehen. Sie scheint dort nämlich wirklich besser aufgehoben zu sein. Und ich finde es auch total klasse, dass der Jugendschutz da so gut funktioniert, wie es im Falle Ihrer Tochter funktioniert hat. Also m.M: Zum Glück ist es für ein Kind/Teenager so einfach, sich vor seinen Eltern in Sicherheit zu bringen. Für mich sollten Sie ernsthaft mal in Erwägung ziehen, auch für sich selbst einmal profesionell Hilfe zu suchen, um diese ganzen Dinge, die mit Ihrer Tochter offensichtlich vorgefallen sind, ordentlich aufarbeiten zu können.

Beitrag von scura 17.05.11 - 23:07 Uhr

Nun, ich schätze, auf Ihren Text wird die Dame keine Worte mehr finden.

#pro Grossartig!

Beitrag von meringue 18.05.11 - 10:10 Uhr

Na toll, jetzt ist sie niedergequasselt und wo ist der Erfolg???

Hier hat sich eine -vielleicht recht einfach gestrickte- Frau mit großen Problemen an ein Forum gewandt und was hat es ihr gebracht?

So wie ich sie gelesen habe, hat sie wahrscheinlich schon bei der 20. Zeile von jazzbassists ewigem #bla aufgegeben.

Intelligenz zeigt sich auch darin, sich auf sein Gegenüber einzustellen.
Sonst müsste man noch annehmen, dass er nur zur Selbstbeweihräucherung schreibt und nicht zur Hilfe von Anderen...

Kopfschüttelnde Grüße

Beitrag von jazzbassist 18.05.11 - 13:12 Uhr

Ich schreibe einfach nur das, was mir beim lesen eines Beitrages so durch den Kopf geht. Und das war in diesem Falle nun mal nicht: "Ja, das Jugendamt ist nur dafür da, die Eltern zu ärgern; und - wer seine Kinder nicht schlägt, hat ohnehin schon verloren; die Jugend von heute ist doch eh nur kriminell und kommt mit allem davon; sieht man doch schon bei Kindergartenkindern." Möglicherweise werde ich da - gerade beim Thema "Kinder schlagen"; sicherlich geprägt auf Grund eigener Kindheitserfahrungen; stilistisch etwas ausfallender. Ich versuche mich da im Regelfall wirklich immer zurückzuhalten - ist mir sicherlich diesesmal nicht allzugut gelungen. Aber ich denke mir, dass, wenn ich in einem anonymen Forum eine Frage stelle, ich auch ganz zwangsläufig damit rechnen muss, dass mir vielleicht nicht jede Antwort gefallen (oder helfen) wird. Dann lese ich die einfach nicht weiter, ignoriere die, stelle Dinge noch einmal klar oder lass die auch unkommentiert.

Nur ich denke mir, dass man Jemanden, der als letzten Ausweg nur noch sieht, sein Kind zu schlagen (und das so unverblühmt schreibt), auch nicht damit hilft, zu schreiben: "Ja, ist völlig in Ordnung, und, ich kann in keinster Weise verstehen, warum ihre Tochter in ein Heim möchte." Dafür ist mir dieses Thema einfach zu ernst, um hier Rücksicht auf eine Themenerstellerin zu nehmen. Ich denke, wenn bei Eltern einfach dieser Punkt erreicht ist, sollte man sich nicht mehr an ein anonymes Forum wenden, sondern, sich wirklich profesionelle Hilfe suchen. Und ich denke nicht, dass man diese Einsicht erreicht, die Weltanschauung der TE da auch noch zu unterstützen.