Hat meine Tochter eine Wahrnehmungsstörung? Testen lassen oder nicht?

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Beitrag von rumpelstilzchen 17.05.11 - 10:07 Uhr

Hallo zusammen,

meine große Tochter war schon immer ein kleiner Spätzünder: sie ist spät gelaufen (mit 19 Monaten), hat spät mit dem Sprechen angefangen und jetzt ist das große Thema das Malen. Im Sommer wird sie fünf Jahre alt und malt noch gar nichts Erkennbares. Sie malt wirklich schöne, aber sehr abstrakte Bilder. Wenn man ihr etwas vormalt, kann (oder will) sie das nicht nachmalen. Ausmalen klappt ganz gut.

Unser neuer Kindergarten hält das alles für sehr bedenklich, allerdings sind die Erzieher auch groß im Vergleichen und ihrer Ansicht nach müssen sich alle Kinder möglichst nach einem genauen Plan entwickeln, Abweichungen sind quasi unvorstellbar (berichten mir auch andere Eltern). Um das ganze abklären zu lassen, waren wir im Herbst bei unserer neuen Kinderärztin, die zwar alles noch im Rahmen fand, uns aber dennoch ein Rezept für Ergotherapie ausgestellt hat.

Gestern hatte ich nun ein Gespräch mit der Ergotherapeutin, die mir sagte, dass meine Tochter eine Körperwahrnehmungsstörung habe und ich dringend in ein SPZ gehen soll, um sie ausführlich testen zu lassen. Prinzipiell finde ich das nicht schlimm, allerdings neigt meine Tochter in derartigen Situationen dazu, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen und darüberhinaus frage ich mich, was das ganze bewirken soll. Selbst wenn wir dann irgendeine Diagnose haben, was dann? Kann die Ergotherapeutin dann ihren Zauberstab rausholen und meine Tochter "normal" (d.h. dass sie ins Schema passt) zaubern? Alles andere (laufen, sprechen) hat meine Tochter bisher auch problemlos von selbst aufgeholt, warum also nicht auch das Malen? Warum gab es früher nicht so etwas wie Wahrnehmungsstörungen (und wir sind trotzdem groß geworden)?

Nachdem ich mich mit Wahrnehmungsstörungen bisher nicht auskannte, habe ich ein wenig nachgelesen und nur sehr wenig von den "Symptomen" passt auf meine Tochter. Abgesehen vom Malen kann sie nicht auf dem linken Bein hüpfen, auf dem rechten schon. Die Ergotherapeutin sagte, sie habe eine gestörte Körperwahrnehmung und eine Raum-Lage-Wahrnehmungsstörung. Aber: sie fährt Fahrrad, seit sie 3 1/2 ist, Roller und Laufrad noch weit davor, hüpft Trampolin, spielt gerne und viel draußen, ist auf dem Spielplatz kaum zu bremsen, klettert wie wild... Mit dem Essen gab es auch nie Probleme. Sie spielt total gerne Brettspiele und am allerliebsten Memory und hat dabei ein großes Durchhaltevermögen.

Ich will natürlich nur das beste für mein Kind, finde dieses ganze Therapieren aber prinzipiell ganz furchtbar und frage mich, ob man ihr nicht einfach nur Zeit lassen sollte. Wir werden sie voraussichtlich sowieso ein Jahr später einschulen lassen, d.h. sie hat noch gute zwei Jahre bis zum Schulbeginn.

Sorry, jetzt ist es sehr lang geworden. Was meint ihr dazu? Sollte ich diesen entwicklungsneurologischen Test machen lassen?

Liebe Grüße,
Rumpelstilzchen

Beitrag von sunflower.1976 17.05.11 - 10:18 Uhr

Hallo!

Ich bin selber Ergotherapeutin (habe aber nie mit Kindern gearbeitet) und grundsätzlich eher nicht dafür, alles sofort testen und therapieren zu lassen.

Aber...wenn jetzt schon die Verdachtsdiagnose einer Raum-Lage-Wahrnehmungsstörung im Raum steht, würde ich dem nachgehen. Ich schreibe den Text jetzt bewusst nicht auf Deine Tochter gemünzt (ich kenne sie nicht) sondern allgemein:

Sollte ein Kind eine nicht erkannte bzw. nicht behandelte Störung der Raum-Lage-Wahrnehmung haben, wird das nicht zwangsläufug von alleine besser. Das Kind muss es irgendwie kompensieren um sich z.B. die richtige Schreibweise der Buchstaben zu merken, was z.B. zu Unkonzentriertheit, Unruhe usw. führen kann (nicht muss!). Oder das Kind kann Probleme haben, sich die richtige Schreibweise von Wörtern und Sätzen zu lernen, was seine schulischen Leistungen unnötig herabsetzt. Es gibt ja auch Probleme, die sich eher bei der Feinmotorik zeigen und weniger bei der Grobmotorik wie Fahrrad fahren, Trampolin springen usw.

Mein Sohn hatte drei Jahre lang ein bis zwei Mal wöchentlich Logopädie (aufgrund einer massiven Sprachentwicklungsverzöhgerung). Er ist immer gerne zu den Therapien gegangen weil sie wirklich spielerisch gemacht werden.
gerade bei der ergotherapeutischen Behandlung von Wahrnhemungsstörungen gibt es viele richtig tolle und für Kinder spannende Therapieangebote, so dass es für sie Spiel ist und keine Therapie. Natürlich kann die Ergotherapeutin nichts auf Knopfdruck bewirken. Aber sollte wirklich eine Wahrnehmungsstörung vorliegen, kann sie Deiner Tochter gut helfen, diese zu bewältigen und mögliche Folgeprobleme zu vermeiden. Wenn nichts be dem Test heraus kommt, dann ist es doch auch gut und Du musst Dir keine Gedanken machen.

LG Silvia

Beitrag von marathoni 17.05.11 - 10:32 Uhr

Hallo,
magst du mir auch eine Antwort als Ergotherapeutin geben zu meinem Beitrag " Najadensitz" ( ein paar Beitzräge weiter hinten ). Wäre dir dankbar.

Beitrag von cori0815 17.05.11 - 10:25 Uhr

hi Rumpelstilzchen!

Ich finde, du darfst gelassen bleiben, solltest aber trotzdem deine Tochter unbedingt im SPZ vorstellen. Denn das kann ja nicht schaden, im besten Fall sogar einiges nutzen.

Dass eine Ergotherapeutin bei deiner Tochter eine Wahrnehmungsstörung "diagnostiziert" (was auch immer für eine), finde ich komisch. Ich habe mich hier neulich erst darüber aufgeregt, dass Leute mit Lehrberufen (Erzieherinnen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten) immer häufiger die Aufgabe von Ärzten übernehmen und das kann ich einfach nicht gutheißen.

Ich finde es gut, wenn Erzieher und Ergotherapeuten und Co. den Eltern Hinweise geben, dass sie vielleicht weitere Hilfe/Diagnostik in Anspruch nehmen sollten, aber ich finde, es überschreitet ihre Kompetenzen, wenn sie so etwas wie eine Wahrnehmungsstörung "diagnostizieren". Darum solltest du unbedingt ins SPZ gehen und deine Tochter durchchecken lassen. Denn hier werden nicht nur ggf. Wahrnehmungsstörungen diagnostiziert, sondern auch nach den Ursachen geforscht (das is für mich nämlich der entscheidende Unterschied). Darum: scheu den Weg ins SPZ nicht und lass sie untersuchen. Es will ja niemand deinem Kind was Böses tun, sondern dort sollen ja nur Möglichkeiten der besten Förderung für dein Kind "ausgeklügelt" werden. Und das willst du doch letztendlich auch.

Dass du deine Tochter nicht zu einem "Versuchskaninchen" zweckentfremden willst, kann ich verstehen. Und ich finde es im Grunde auch gut, dass du sagst, es ist für dich okay, wenn sie alles etwas später lernt. Aber trotzdem willst du doch sicher das Beste für deine Tochter (sagst du ja auch selbst), also lass sie ruhig untersuchen.

Vielleicht hat sie in den zwei Jahren zum Schulbeginn ja schon viel aufgeholt und dadurch einen richtig guten Start, dann wirst du es sicher nicht bereuen.

LG
cori

Beitrag von sunflower.1976 17.05.11 - 10:40 Uhr

Hallo!

Ich mische mich mal kurz ein...
Es stimmt, das Ergotherapeuten keine Diagnosen stellen können. Aber sie führen eine Befunderhebung durch, indem sie die Kinder genau im Spiel und bei bestimmten Aufgabenstellungen beobachten und ggf. Tests (auch standadisierte Tests) verwenden. Damit können sie z.B. die Art und "Schwere" einer Wahrnehmungsstörung - um bei diesem Beispiel zu bleiben - herausfinden. Das macht kein niedergelassener Kinderarzt. Genau dafür überweist er Kinder zum Ergotherapeuten weil diese die entsprechende Ausbildung und auch Weiterbildung dafür haben. Wenn es gut läuft, stehen Arzt und Therapeut in Kontakt, um das weitere Vorgehen abzuklären.
Damit meine ich nicht, dass es eine Diagnostik im SPZ ersetzt, aber ein Ergotherapeut kann auch nicht die Aussage des Arztes ohne jegliche weitere Befunderhebung übernehmen und einfach drauf los therapieren.

LG Silvia

Beitrag von cori0815 17.05.11 - 10:48 Uhr

hi Silvia!

Das ist genau das, was ich meine: ein Ergotherapeut setzt da an, wo der Arzt eine Diagnose gestellt (und vor allem Ausschlussdiagnosen überprüft) hat. Gerade in einem SPZ ist das Personal ja auf diese Sachen spezialisiert und ich würde den Ärzten und dem Fachpersonal da schon recht weit trauen.

LG
cori

Beitrag von sunflower.1976 17.05.11 - 11:10 Uhr

Das Problem ist aber, dass manche (!) Ärzte z.B. ohne genaue Diagnostik Überweisungen ausstellen.
Dann kann es vorkommen, dass z.B. das Kind mit der "Diagnose" ADHS zum Ergotherapeuten geschickt wird. Bei den dort durchgeführten Befunderhebungen kommt dann raus, dass die Ursache für die körperliche Unruhe eine Wahrnehmungsstörung ist. Der Therapeut kann dann doch nicht einfach auf ADHS therapieren, wenn diese gar nicht vorliegt.

Und leider sind längst nicht alle Ärzte bereit (und/oder fähig) dazu, eine ausführliche Diagnostik durchzuführen oder eine Überweisung zum SPZ auszustellen. Und ich wage jetzt mal zu behaupten, dass ein Ergotherapeut (von denen heutzutage immer mehr einen FH-Abschluss haben ;-)), der motiviert ist, sich konstant fortzubilden (ggf. mit entsprechenden Prüfungen) eher einschätzen kann, was mit dem Kind los ist, als ein Arzt, der seinen Uni-Abschluss vor 20 Jahren gemacht hat und sich seitdem in dem Bereich nicht mehr weitergebildet hat. Daher ist es schon wichtig, sich ggf. eine zweite Meinung einzuholen und auch ein Stück weit den Aussagen des Therapeuten zu trauen.

Häufig überweisen Ärzte ja bei möglichen Problemem das Kind für ein oder mehrere Einheiten zum Ergotherapeuten. Der hat dann die Zeit und die Möglichkeit, einen Befund zu erstellen und diesen mit dem Arzt abzuklären. Und nicht bei jeder Problematik ist die Diagnostik im SPZ nötig.

Bei meinem Sohn habe ich noch nie erlebt, dass sich ein Arzt wegen seiner Sprachentwicklungsverzögerung mehr als 10 Minuten Zeit genommen hätte. Und in so kurzer Zeit kann keine aussagekräftige Diagnose erstellt werden.


LG Silvia

Beitrag von cori0815 17.05.11 - 20:44 Uhr

Ich gebe dir Recht - leider nehmen sich die Ärzte oft zu wenig Zeit und sind 20 Jahre nach ihrem Abschluss nicht mehr so fit auf vielen Gebieten, wie es sein sollte. Darum würde ich mit einer solchen Vermutung immer zu den Fachleuten gehen, die sich jeden Tag mit nix anderem beschäftigen, also z.B. in ein SPZ.

Ich will hier gar nicht behaupten, dass Ergotherapeuten nicht gut ausgebildet seien - ganz im Gegenteil, es gibt sicher SEHR kompetente und engagierte Ergotherapeuten. Aber genauso wie es seit 20 Jahren nicht mehr fortgebildete Ärzte gibt, gibt es Ergotherapeuten, die sich seit ihrer Ausbildung wenig/nicht fortgebildet haben. Also wie wir es drehen und wenden: Vertraue nur DEN Leuten, von denen du weißt, dass sie Fachleute auf diesem Gebiet sind und es ihnen am Herzen liegt, Kindern mit genau diesen Defiziten zu helfen.

LG
cori

Beitrag von sunflower.1976 18.05.11 - 09:07 Uhr

Für Eltern ist es manchmal schwierig, herauszufinden, wer nun wirklich Ahnung hat. Auch ein medizinisch sehr kompetenter Kinderarzt kann wenig Erfahrung oder Interesse an der Diagnostik von motorischen Problemem haben.
Unser großer Sohn hat eine Sprachentwicklungsverzögerung und sprach bis zum 3. Geburtstag nur 20 Wörter und 1/3 aller Buchstaben, hat kaum gebrabbelt usw. Zwei KiÄ und zwei HNO-Ärzte wollten uns weder eine Überweisung zur Pädaudiologie noch zum Logopäden geben. Ein dritter HNO-Arzt gab uns dann endlich die Überweisung dorthin, wo dann dringendst eine logopädische Behandlung angeraten wurde. Für den Arzt dort war es unverständlich, dass bisher keine Therapie stattgefunden hatte. Und wer hat uns weiter unterstützt...mein Hausarzt! Er hat die weiteren Überweisungen ausgegstellt, auch weit über den Regelfall hinaus. Und das, weil sein eigener Sohn auch eine Sprachentwicklungsverzögerung hatte und er daher nicht nur aus ärztlicher Sicht die Problematik verstehen und nachvollziehen konnte.

Wenn das eigene Kind irgendeine Schwierigkeit hat, ist es manchmal schwierig, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Daher bin ich echt froh, dass mein Sohn seine Therapie nach dre Jahren (vorerst) abgeschlossen hat :)

LG Silvia

Beitrag von cori0815 18.05.11 - 09:36 Uhr

Ich unterschreibe jedes Wort deines Beitrags. Das geht einem ja bei anderen "Problemchen" auch nicht anders: meine Tochter hat seit Monaten ein Ekzem im Windelbereich, trägt aber gar keine Windeln mehr. Kein Arzt konnte bisher was ausrichten oder hat sich auch nur mal die Mühe gemacht, länger als 1 Sek. draufzuschauen. Alle wollen dir nur gleich eine Kortisonsalbe aufschnacken. Ich bin mittlerweile echt genervt und werde nun meine Homöopathin um Hilfe bitten. Die ist wenigstens in der Lage, mal zuzuhören, wie sich die Sache so entwickelt hat :-)

Klar, das sind nur "Problemchen" gegen Entwicklungsverzögerungen oder Wahrnehmungsstörungen usw. Aber es zeigt deutlich, wie schwierig es ist, einen Arzt zu finden, der wirklich der Sache mal Interesse und Zeit zollt.

LG
cori

Beitrag von heiho 17.05.11 - 10:29 Uhr

Du kennst deine Tochter am Besten!
Ich persönlich halte auch nicht viel davon alles, was bei Kindern nicht ins Schema passt zu behandeln. Nicht jedes Kind, das sich individuell entwickelt ist ist krank ;-).
allerdings musst du auch sehen, dass deine Tochter vielleicht Hilfe braucht, um sich auf Dauer in unserer Gesellschaft zurechtzufinden.
In meiner Berufstätigkeit habe ich beides Erlebt, Kinder die unnötig in Therapien gesteckt wurden, die dann auch nichts gebracht haben (ADHS ist ja sehr beliebt, da kann man so schöne Pillchen geben und hat immer eine Ausrede, warum das Kind nicht richtig funktionier(en muss).
Auf der anderen Seite Kinder, die einhalbes Jahr mit Therapie die Chance hatten in der Entwicklung so stark aufzuholen, dass wir es nicht für möglich gehalten hätten und danach in keinster Weise mehr auffällig waren. Es gibt gut Gründe für beide Positionen, aber ich denke, wnen du deine Tochter genau beobachtest und beide Möglichkeiten zunächst zulässt und durchdenkst wirst du auch die Entscheidung treffen müssen und mit den Konsequenzen (egal in welcher Richtung) klar kommen müssen.
Ach ja: der Test an sich ist ja nur ein Test, wie es weitergeht kannst du ja auch gesondert entscheiden.
LG

Beitrag von twins 17.05.11 - 10:39 Uhr

Schau doch mal, ob es eine Frühförderstelle in der nächsten Stadt/Kreis-Stadt gibt.

Dort machen sie auch Tests in einer angenehmen Umgebung. Und sollte was auffällig sein, kannst Du dort auch die Ergotherapeuten, etc. in Anspruch nehmen. Das schöne dort finde ich, das alle sich untereinander austauschen können, Ergo+Logo....

Wir waren damit super zufrieden. Unser Kiga hatte auch so Anwandlungen, das die Kids nicht perfekt sind. Wir waren dann bei der Frühförderung zum Prüfen und was soll ich sagen, es war alles normal. MeineTochter war ein Spätzünder mit der Sprache aber schon 1 Jahr im voraus bei allem anderen. Und unser Junior hat auch erst mit 4 angefangen richtig zu malen - war denen im Kiga schon zu spät#schock aber er hat sich bis heute auch "normal" entwickelt.

Die können Dir auch die Ängste nehmen!!!!

GRüße
Lisa

P.S. denke auch daran, das es bei den Erziehern auch "schwarze" Schafe gibt!!!! Schubladendenken herrscht oftmals und wohl auch ein abkommen mit den Therapeuten in der Umgebung:-[

Beitrag von rumpelstilzchen 17.05.11 - 10:45 Uhr

Danke für deine Antwort! Doch, hier vor Ort gibt es auch eine Frühförderstelle, die auch Entwicklungsdiagnostik anbietet. Ich dachte allerdings, es wäre wenn dann besser, zu einer größeren Institution (sprich: Kinderklinik) zu gehen, weil dort vielleicht die "besseren" Ärzte / Therapeuten arbeiten? Andererseits ist es vielleicht wirklich die angenehmere Umgebung und so gesehen wieder besser für meine Große.

Das mit dem Schubladendenken macht mich auch ganz fuchsig. Wäre unser Kindergarten nicht sonst so toll, hätte ich meine Tochter dort schon lange rausgenommen (nach nur sechs Wochen haben die mir eine lange Liste der "Defizite" meiner Tochter präsentiert, ohne Rücksicht darauf, dass sie sehr sensibel ist und einfach noch Zeit zum Eingewöhnen brauchte).

Liebe Grüße,

Rumpelstilzchen

Beitrag von twins 17.05.11 - 10:56 Uhr

Oje, das hört sich ja nicht gut an, besonders nach erst 6 Wochen!!!
Ich habe auch eine Maus, die recht schüchtern war und lange gebraucht hat um sich einzugleidern. Sollte dann schon mit noch nicht einmal 3 jahren zum Ergotherapeuten....

Also, vom SPZ kann ich persönlich nur abraten. In Landshut war es so, das Du immer ewig auf einen Termin warten mußtest, auch wenn Du schon in Behandlung warst - sprich Ersttermin. Und dann sollte eine Untersuchung nach der nächsten stattfinden, obwohl sie uns gesagt haben "sie wissen nicht, was meine Tochter hat". Dann sollten wir Eltern eine Familienaufstellung machen....für mich und unserem Kinderarzt war es die reinste Abzocke und wir haben es auch gleich abgebochen.

Bei der Frühförderstelle fand ich es gut, das viele Therapeuten dort praktizieren. Auch das Erstgespräch mit den Eltern war super um erst einmal herauszufinden um was es geht. Die dortige Logopädin war sogar bei uns im Kiga um herauszufinden, wo eigentlich das Problem ist - lag dann eindeutig an die Erzieherin:-[

Auch als wir später vom Kiga immer wieder Diagnosen mitgenommen haben kam dann irgendwann von der Frühförderstelle der Hinweis: "wechseln". Das war so der letzte Anstupser den wir gebraucht haben und was soll ich sagen, unsere Kinder sind normal!!! Es gibt leider Erzieher die eine andere Berufung haben. Leider war ich als Mutter am Anfang auch zu lasch und habe denen zu viel vertraut.

Grüße
Lisa

Beitrag von rumpelstilzchen 17.05.11 - 13:31 Uhr

Vielleicht rufe ich dann wirklich mal hier bei der Frühförderstelle an.
Ein Kindergartenwechsel kommt für mich trotz allem nicht in Frage, wir haben hier nämlich einen ganz tollen Platz ergattert (Regelplatz im Integrationskindergarten mit nur 15 Kindern pro Gruppe) - allein die kleine Gruppengröße ist super für meine Tochter. Außerdem hat sie dort eine so tolle Freundin gefunden. Ich versuche halt "da rein, da raus" zu praktizieren, wenn die Erzieher das nächste Mal meine Tochter mit den anderen Kindern (die teilweise echte Überflieger sind und mit gerade mal drei schon richtige Gemälde malen) vergleichen.

Liebe Grüße,
Rumpelstilzchen

Beitrag von twins 17.05.11 - 13:37 Uhr

#winke

Beitrag von rumpelstilzchen 17.05.11 - 10:39 Uhr

Danke schon mal für eure Antworten! Es stimmt schon, ich habe ja auch Angst, dass ich etwas verpassen könnte. Allerdings sind wir ja schon in ergotherapeutischer Behandlung und ich frage mich nur, was sich ändern soll, wenn wir ins SPZ gehen und dann ggf. irgendeine Diagnose bekommen. Ganz ehrlich habe ich natürlich auch eine riesige Angst davor. Schließlich kennen die mein Kind doch gar nicht und bekommen nur eine Momentaufnahme und sehen gar nicht, wie toll sie ist und was sie alles kann (ich kenne meine Tochter, und weiß wie gesagt genau, dass sie wieder nicht wirklich kooperieren wird).
Aber schlimmer als das alles wäre es natürlich schon, wenn ich mir später mal Vorwürfe machen müsste, dass ich mehr für meine Tochter hätte tun können. Ich werde mal im SPZ anrufen. Bis zu dem Termin vergehen dann ja sowieso noch drei Monate...

Danke nochmal,

Rumpelstilzchen, die ziemlich traurig ist

Beitrag von scrollan01 17.05.11 - 12:59 Uhr

Ich denke, dein Kind ist völlig normal!!!!

Ich sehe da nirgendwo irgendein Problem!

Meine Große konnte ganz lange nicht gut malen und malt heute erst mit 10 einigermaßen!

Sie ist dennoch eine der bsten in der Schule udn hat nirgendwo sonst ein Problem!

Beitrag von rumpelstilzchen 17.05.11 - 13:28 Uhr

Vielen lieben Dank für deine Antwort. Du sprichst mir aus dem Herzen. Eigentlich denke ich mir das nämlich auch: meine Tochter ist einfach nur ein kleiner Spätzünder, sie ist in vielen Dingen ein weniger langsamer als andere Kinder, aber es kommt alles von alleine. Trotzdem will man sich halt keine Vorwürfe machen später. Alles nicht so einfach, v.a. weil mir wirklich von Beginn an immer wieder von verschiedenen Seiten gesagt wird, dass etwas nicht mit ihr stimmt... (wobei die Leute bisher immer unrecht hatten, dass sie mit 2 1/2 noch nicht gesprochen hat, merkt man ihr heute nicht mehr an und auch nicht, dass sie erst spät gelaufen ist).

Liebe Grüße,
Rumpelstilzchen