Kinderlos - Vielleicht soll es einfach so sein?

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Beitrag von loula 17.05.11 - 10:54 Uhr

Ihr Lieben,

wir wollen im Sommer unsere 1. ICSI starten. Alle relevante Untersuchungen haben wir schon durch. Meine Gedanken kreisen jedoch immer wieder um die folgenden Fragen: Vielleicht soll es einfach so sein, dass ausgerechnet wir kinderlos sind? Wollen wir durch eine ICSI wirklich ein Baby erzwingen, welches eigentlich "unsere Natur" für uns einfach nicht vorgesehen hat?

Zu alle dem kommt, dass wir auf die Ergebnisse unserer genetischen Untersuchung warten. Die Genetikerin sagte, dass bei ICSI-Babys ein leicht erhöhtes Fehlbildungsrisiko bestehe. Es gäbe keine Studien darüber, was das erzwungene Einführen eines Sp. in die EZ tatsächlich für Auswirkungen hat.

Ach, ich weiß auch nicht. Das lässt mich zzt. alles nicht mehr los. Gleichzeitig kann ich mir ein Leben ohne Kind nicht vorstellen, sodass wir die Behandlung selbstverständlich machen werden. Ich will mir in späten Jahren nicht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht.

Und dann ist da immer noch die Hoffnung, dass es vielleicht auch noch auf natürlichem Weg einfach so klappt.

Habt ihr ähnliche Gedanken und wie geht ihr damit um?

Sorry für das viele #bla

Herzliche Grüße
Loula

Beitrag von primavera1 17.05.11 - 11:15 Uhr

Hallo,
ich denke, fast jeder macht sich mal die Gedanken, dass es vllt. einfach so sein soll. "Von Gott gewollt", etc.

ABER: Wie ist es mit einer Krebserkrankung? Da sagt auch keiner, das ist einfach so. Das muss man nehmen, da kämpt auch (fast) jeder. Oder mit Augenerkrankungen, eigentlich mit allen Krankheiten. Da kommt keiner auf die Idee, zu sagen, es ist halt so. Ich muss damit leben.
Ich bin der Meinung, auch Kinderlosigkeit fällt in die Sparte Krankheiten. Denn entweder ist bei Dir oder Deinem Mann etwas nicht in Ordnung...

Aber natürlich musst Du es mit Dir ausmachen. Ich kann nur sagen, dass es für uns die richtige Entscheidung war und wir sehr, sehr glücklich mit unserer Maus sind und uns ein Leben ohne ihr nicht mehr vorstellen können.

Lg und alles Gute

Beitrag von nelenele 17.05.11 - 11:19 Uhr

Liebe Loula,

ja solche Gedanken habe ich des öfteren.
Doch eine Bekannte, die beim Gyn arbeitet meinte, was ist denn heute noch "natürlich" - manipulierte Nahrungsmittel, die wir schon eh und je zu uns nehmen (man hat ja hinsichtlich dessen auch kaum eine Wahl), Umwelteinflüsse, dies und jenes. Von Natur kann man so sehr nicht mehr sprechen, wie einst. Auswirkungen hat das auf uns.
Wenn man sich das mal zu Gemüte führt und sich fragt woher so viele Paare ungewollt kinderlos sind, muß man so etwas mitbedenken.
Und wenn man das alles auf die Waagschale legt, dann wiegt es das andere wieder auf.

Es ist schwierig und ich würde nichts mehr dem Zufall überlassen... Nach so langer Zeit und jünger wird man ja auch nicht.

Was heißt ein "leicht" höheres Fehlbildungsrisiko? Leicht finde ich sehr schwammig.
Ein Risiko ist ja immer da...
Kopf hoch und bis zum Sommer kannst Du ja immer noch abwägen.

LG N.

Beitrag von katici 17.05.11 - 11:22 Uhr

Ich sehe das anders.
Ich war als Kind sehr krank und hatte einen Geburtsfehler-
hätten meine Eltern nicht gehandelt, wäre ich keine drei Jahre alt geworden. Aber Gott hat den Menschen den Verstand und die Fähigkeiten gegeben, mit der Medizin zu heilen.
So auch mit der künstlichen Befruchtung- wir haben die Möglichkeiten mit der Medizin gegeben.
Es gibt keinerlei Hinweise, dass das Fehlbildungsrisiko höher ist.
DENN
die Natur regelt das von alleine.
Ich bin in 6 Versuchen noch nie schwanger gewesen, also scheint irgendetwas nicht in Ordnung gewesen zu sein.
Man hat im besten Fall eine 30 %ige Chance- ich denke, da ist noch genug Gott im Spiel;-)
Aber das muss jeder selbst wissen.
Ich habe nie an dem Weg gezweifelt, sondern bin eher verblüfft und überwältigt von dem Wunder, welches aus diesem Weg entstehen kann.
lg
katici

Beitrag von sofi2007 17.05.11 - 11:29 Uhr

Liebe Loula

Als uns vor zwei Jahren mitgeteilt wurde, dass wir fast chancenlos sind ein Kind auf natürlichen Weg zu bekommen, bin ich völlig leer und sprachlos aus der Praxis raus. Das schlimmste war, dass es angeblich an meinem Mann liegen soll. Er hat jedoch eine Tochter 11 Jahre die aus "einmal nicht aufpassen" entstanden ist. Laut Arzt ein 6er im Lotto. Die Ex kümmert sich nicht um das Kind etc. alles sehr Nervenraubend und dann denkt man. Warum diese ungerechtigkeit.

Wir haben damals fast einen halben Tag lang geschwiegen. Dann hab ich zu meinem Mann gesagt, ich will keine künstliche Befruchtung. Dann ist es halt so und wir bekommen kein Kind.

Dann als sich die Gefühle gelegt haben, entschieden wir uns für IUI. Mein Mann hat viel und schnelle Spermien aber leider nur 4% Normalgeformte. Angeblich genügt es noch für eine IUI. Immer mit dem Hintergedanken eine ICSI etc. wollen wir nicht. Wenn Gott so entschieden hat, dann soll es nun so sein. Wenn's klappt, dann klappt's.

Die Zeit vergieng. 2 IUI's erfolgslos. Dann wurde ich im spontan Zyklus einfach so schwanger. Ich hatte eine FG ABER ich hatte ein weinendes und ein lachendes Auge. Ich war traurig, dass es nicht bleiben wollte jedoch freute ich mich innrlich, da ich wusste, ES KANN KLAPPEN.

Danach haben wir es einfach so weiterprobiert. Dieses Jahr habe ich eine BS gemacht. Siehe meine Visitenkarte. Nun schon wieder zwei IUI erfolglos und am Samstag nehmen wir die 5. IUI in Angriff.

In der ganzen Zeit, war ich immer der Meinung, nein ICSI NEIN. Doch langsam ändert sich meine Meinung und wir lassen uns nun für Ende Jahr in eine KIWU Praxis überweisen. Das haben wir nun definitiv entschieden. Ich glaube, dass jeder, dem zu ICSI geraten wird, zuerst eine Abneigung empfindet.

Letzte Woche besuchte mich eine Kundin die ich schon seit drei Jahren nicht mehr gesehn habe. Sie erzählte mir, dass Sie 10 Jahre geübt hätten und dann eine ICSI wagten. Es klappte das erste Mal. Sie sagte mir. Kämpfe, du musst kämpfen für ein Kind. Ich musste das auch... und es gibt für mich nicht's schöneres, als morgens wenn mein Kind aufsteht und ganz süss sagt "guten morgen mami". Ich schaute sie an und in diesem Moment wusste ich, dass auch sie vielleicht "sein musste" Ihr plötzlicher Besuch bei mir. Sie hat einfach so angerufen, wollte mich sehen und einen Kaffee trinken mit mir. Sie wollte keinen Termin als Kundin. Warum?? Vielleicht auch, weil es Gott so will. Vielleicht will er mir sagen, tu es!!!

Irgendwer hat ja auch zugelassen, dass die Medizin solche Fortschritte macht. In der Klinik wo wir uns überweisen lassen, wartet man jetzt schon auf einen Termin im November/Dezember. Das zeigt uns, WIR SIND NICHT DIE EINZIGEN!! Es gibt noch viele mehr, die sich ein Kind wünschen und sich für diesen Weg entscheiden.

Wenn dann Wunsch nach einem Kind so gross ist, dann tu es. Es wird alles gut gehen und du wirst ein gesundes Kind bekommen.

Ich wünsche Dir viele gute, positive und freudige Gedanken für deine Entscheidung und deinen Weg.

LG
SOFI

Beitrag von majleen 17.05.11 - 11:45 Uhr

Ich weiss, dass es Auswirkungen haben kann (gibt auch BBC Dokumentationen darüber), aber was ist die Alternative? Keine Kinder? Für mich kommt das nicht in Frage. Aber das muss eben jedes Paar für sich entscheiden.

Ich wünsch dir viel Glück #klee

Beitrag von biggi02 17.05.11 - 12:14 Uhr

Huhu,

ich habe auch ein ICSI-Kind und hatte mir damals keinerlei Gedanken gemacht das mein Sohn krank sein oder werden könnte.
Für mich war der Gedanke unvorstellbar keine Kinder zu haben.
Der Wunsch war zu groß.
Zum Glück klappte es gleich beim 1. Versuch.....mein Schatz wird im Juli schon 5 jahre alt.

Und jetzt........wir sind trotz seeeehhr schlechtem SG meines Mannes zum 3. Mal schwanger(Nr.2 und 3 ohne ärztl. Hilfe und Medis) und können es manchmal gar nicht glauben.

traut Euch auch wenn der Weg nicht ganz einfach ist, man wird wirklich für alles entschädigt.

LG und viel Glück für alles was ihr Euch vornehmt.#klee
Biggi mit Tobias 25.07.06, Julian 03.05.09 und Robin im Bauch 33. SSW

Beitrag von bella1725 17.05.11 - 12:38 Uhr

Hallo Loula,

ich würde mir über Fehlbildungen keine Gedanken machen. Das erhöhte Felbildungsrisiko von ICSI Babys resultiert NICHT aus der ICSI selbst, sondern oft aus dem Grund warum die ICSI überhaupt notwendig ist.

Meistens ist sind die Eltern von IVF/ICSI Kindern älter und schon allein daraus entstehen ganz leicht erhöhte Statistikwerte, denn die Kontrolgruppe "normal" gezeugter Kinder hat von Natur aus mehr jüngere Eltern, würde man es anpassen, gäbe es gar keine Unterschiede.

Dafür aber sind andere Fehlbildungen umso seltener siehe hier:

Niedrige Fehlbildungsrate nach IVF und ICSI
http://www.wunschkinder.net/aktuell/wissenschaft/ivf-und-icsi/niedrige-fehlbildungsrate-nach-ivf-und-icsi-12/

ICSI führt nicht zu höherer Fehlbildungsrate
http://www.wunschkinder.net/aktuell/wissenschaft/icsi-fuehrt-nicht-zu-hoeherer-fehlbildungsrate-300/

Ich habe selbst so ein ICSIlinchen#baby Zuhause, das gerade schläft #verliebt und bereue nur dass so lange Zeit bis zur ICSI vergangen sind seit der Kiwu begann (5 Jahre).

LG Belli

Beitrag von gwen123 17.05.11 - 18:19 Uhr

Vom Gefühlschaos her geht es mir genauso. Mein Freund ist der "Verursacher". Wir "üben" jetzt auch schon knapp 2 Jahre. Lt. Urologe/KiWu-Klinik nur ICSI. Ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden.

Mein Freund sagt zwar, er wäre zu allem bereit, aber ich bin soooo unsicher.
Mit reicht schon GV nach Plan und div. Medikamente, Temp. messen...

Und dann noch die nervliche Belastung durch ne ICSI?

Also zur Zeit hege ich noch die Hoffnung, das es irgentwann doch "normal" klappt.

#liebdrueck