Therapie-Erfolg?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von palesun 17.05.11 - 12:42 Uhr

Hallo!

Es ist wohl so, dass viele hier eine Psycho-Therapie machen. Das lese ich in vielen Beiträgen.

Auch ich mache eine Therapie.

Mich würde interessieren, wie oft ihr hingeht und ob ihr nach kürzerer Zeit schon Veränderungen feststellt.
Oder erst nach Abschluss der Therapie?

Wie lange dauert eure Threapie schon?
Gehts euch dann richtig gut?


interessierte Grüße
palesun

(bei "Gesundheit & Medizin" richtig?)

Beitrag von miyagi1611 17.05.11 - 13:17 Uhr

Hallo Palesun,

also ich bin auch seit gut 7 Monaten in einer Psycho-Therapie.

Wir haben Anfangs eine Therapiedauer von 25 Stunden bei der KK angefragt. Ich hätte in 4 Wochen meine letzte Stunde!

Wir haben aber einen Antrag auf Weiterbehandlung gestellt; da sich meine Psyche momentan wieder ein wenig verschlechtert hat.

Am Anfang bin ich jede Woche da gewesen; muss dazu sagen, dass wir auch gleichzeitig noch eine Akupunkturtherapie mit dazu machen.

Ich war letztes Jahr ein Monat von meinem PsychoDoc aus den Verkehr genommen wurden und konnte somit etwas abschalten; ich habe auch 2-3 Monate Antidepressiva genommen. Was für mich sehr unterstützend war. Mir ging es durch die Therapie, den Tabletten und das ich zu Hause war sehr gut.

Im Dezember habe ich aber dann einen Rückfall erlitten und nehme seit dem an wieder Antidepressiva.
Es kommt auch auf einem selber an.
Ich habe nach kürzester Zeit auf jedenfall schon Veränderungen gemerkt. Ich bin ruhiger, gelassener geworden. Das hat mein Freund auch bemerkt.

Manchmal habe ich Tage an denen ich mich wohl fühle, aber es gibt auch Tage/Wochen, wo es mir richtig schlecht geht. Dann bin ich schon froh, wenn ich zu den Therapiestunden gehen kann. Mein Therapeut meinte, es gibt immer mal solche Situationen, wo man in die Depris zurück fällt, es sollte nur kein Dauer-Zustand werden.

Durch die Therapie bin ich irgendwo ein anderer Mensch geworden. Manchmal sehe ich es aber als negativ an, diesen Schritt mit der Therapie gemacht zu haben.
Der Therapeut hilft einen, das Geschehene zu verarbeiten und besser damit umzugehen. Aber bei mir ist es so, dass es Tage gibt, an denen ich nur weinen könnte....und das war vor der Therapie nicht.
Ich war letztes Jahr auch sehr viel krank (Grippe). Das kenne ich so auch nicht von mir.

Ich sage von mir aus, dass ich durch die Therapie ein "anderer" Mensch geworden bin; man muss aber sehr viel an sich arbeiten.

Liebe Grüße

Beitrag von palesun 18.05.11 - 08:59 Uhr

Hallo Miyagi!

Danke für deine Antwort..
Also um ehrlich zu sein, hört sich das nicht sooooo erfolgreich an. Du bist ein anderer Mensch geworden? Weil du über Dinge anders denkst? Dich anders verhältst? Weil du was gelernt hast?

Bist du denn auch weniger depressiv, was ja das Ziel sein sollte? Das liest sich nicht so raus.

Klar kommt es auf einen selbst an, ob man bereit ist mitzuarbeiten...

Aber das Ziel ist doch, dass Depressionen "verschwinden" oder zumindest weniger werden, oder?

LG palesun#blume#herzlich

Beitrag von jennifer.cloney 17.05.11 - 21:30 Uhr

Es ist schwer dazu etwas zu schreiben, weil das Problem, die Persönlichkeit eines jeden unterschiedlich ist.

Aber einen Rat kann ich Dir geben, Du solltest Dich auf das Hier und Heute konzentrieren. Denn nur das kannst Du am Ende beeinflussen.

Ich habe insgesamt neun Jahre eine Verhaltenstherapie gemacht. Im Grunde am Stück, es gab nur kurze Unterbrechungen in denen ich getestet habe, wie stabil ich ohne therapeutische Hilfe bin.
Anfangs war ich jede Woche, dann alle vierzehn Tage und schließlich alle drei Wochen Wochen beim TP. 2000 hatte ich erst noch eine mehrwöchige stationäre Therapie.

Heute gelte ich als "geheilt". Dieses zu definieren würde aber sicher den Rahmen hier sprengen.

Ich wünsche Dir alles Gute... und vor allem Geduld!

LG
Jennifer

Beitrag von palesun 18.05.11 - 09:06 Uhr

Hallo Jennifer!

Danke für deine Antwort.
9 Jahre, das ist ne lange Zeit. Da muss es dir sicher davor nicht sehr gut gegangen sein... oder ist etwas so schlimmes passiert, das 9 Jahre nötig waren?
(Brauchst natürlich hier im Forum nicht drauf antworten)

Ich habe aber eine Frage zum Deinem Rat.
Aufs Hier und Heute konzentrieren? Das überdeckt doch die Ursachen (der Depressionen und so), oder nicht?

Laut meiner Therapeutin muss ich schon den Dingen auf den Grund gehen... und die sind in der Kindheit zu finden.
Mir passt das auch nicht unbedingt, dachte die Vergangenheit sollte mal vorbei sein.

"Geheilt" würde für mich heißen, du bist mit dir zufrieden und kommst im Alltag klar. Ist das so?

Geduld... oh je. Ja, die brauch ich wohl noch etwas mehr... schwierige Sache.;-)

Vielen Dank und LG palesun#blume

Beitrag von miyagi1611 18.05.11 - 13:02 Uhr

Hallo Palesun!

Erfolgreich....na ja, man kann es so oder so sehen. Es kommt halt auch viel auf mich drauf an, wie ich mit arbeite; wie ich selber an mir arbeite.

Ein anderer Mensch....in dem Sinne, ich denke jetzt viel mehr über andere Sachen nach: z.B.: Ich wollte nie Kinder haben (weil meine Kindheit sehr schrecklich war) und seit dem ich aber beim TP war/bin und lerne besser damit umzugehen, sehe ich die Dinge aus einer anderen Sicht.

Ich verhalte mich im Gegensatz zu früher anders: z.B.: Gehe ich nicht mehr so an die Deck, ich bin ruhiger und gelassener geworden.
Und aus dieser Sicht kann ich schon sagen, dass ich ein "anderer" Mensch geworden bin.

Weniger depressiv bin ich auf jedenfall; aber ich komme manchmal in Situationen, wo ich es einfach nicht abstellen kann. Ich bin nur "gespannt" wie es wird, wenn ich die Tabletten nicht mehr nehmen soll/darf. #zitter

Das Ziel ist es auf jedenfall, dass sie weniger, zumindestens kontrollierbar werden sollen. Aber dafür muss ich auch noch an mir arbeiten.

Den Rat von Jennifer (auf's hier und heute konzentrieren) wurde mir auch schon oft gesagt, welches aber in der Tat sehr schwer umzusetzen ist (aus meiner Sicht).

Wenn man in der Kindheit arg starke Probleme hatte, die Prägen einen das ganze Leben (im Herzen und im Kopf).

Ich wünsche Dir auf jedenfall viel Erfolg, lass Dich nicht unterkriegen!