Was würdet ihr tun

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von schwilis1 17.05.11 - 14:32 Uhr

Es geht um meinen Bruder.
Er hat momentan einen unbefristet Job, indem er so einiges an Verantwortung hat. Er meint, immer sein Chef ist der größer Pfuscher auf dem Bau den es gibt. Und das scheint ihn mächtig zu nerven. Da er so doppelte Arbeit hat, bzw oft wieder zurück auf die Baustelle fahren muss da falsch gemessen wurde etc.
Jetzt hat er ein anderes Angebot bekommen, wo er bessere Konditionen hätte. Allerdings weiß er noch nicht ob das Angebot unbefristet gilt oder ob nur ein befristeter Vertrag rausspringt.

Jetzt haben wir uns überlegt, dass er mit dem Angebot in der Hinterhand mal mit seinem Chef neue Konditionen aushandeln könnte... 1 Euro mehr Stundenlohn, er fährt die Baustellen ab und bespricht die arbeit mit den Bauleitern etc....

Kann man das so machen? dass man seinen Wert anhebt und evtl bessere konditionen rausschlägt, oder wäre es sinnvoller das andere angebot anzunehmen auch wenn dieses vll nur befristet wäre

Beitrag von myimmortal1977 17.05.11 - 15:06 Uhr

Hallo :-)

Dein Bruder muss diese Entscheidung für sich allein treffen. Von einem unbefr. Arbeitsverhältnis in ein befrist. Arbeitsverhältnis zu wechseln, birgt immer risiken. Auf der anderen Seite muss Dein Bruder natürlich auch schauen, das er für seine Arbeit ausreichend entlohnt wird.

Was für mich ganz wichtig wäre..... Wie solvent ist die andere Firma? Dieses spielt ja auch eine große Rolle.... Kennt Dein Bruder dort schon Mitarbeiter? Kommt der Lohn pünktlich? Wie viele Überstunden fallen und werden diese in irgendeiner Art und Weise honoriert oder auch mal in Freizeit ausgeglichen? Wie ist das Betriebsklima in der anderen Firma? Hat sie immer eine gute Auftragslage oder geht er im Winter "stempeln"? Wie hoch ist die Fluktationsrate? Wie sind die Vorgesetzten? Die Vorarbeiter? Urlaubs- bzw. Weihnachtsgeld? Sonstige Vergütungsmodalitäten? Firmen-PKW oder privater PKW?

Das alles spielt ja auch eine entscheidende Rolle....

Mein Vater kam vom Bau.... Als seine erste Firma, in der er über Jahre beschäftigt war, in die Insolvenz ging, ging es für ihn arbeitsmäßig nur bergab. Er wechselte von einer Firma in die nächste, Festverträge gab es fast nie, wenn die Auftragslage mau war, wurde er entlassen....

Dein Bruder muss selbst für sich gucken, wie "gewichtig" die Probleme in seiner jetzigen Firma für ihn sind.

Sicherlich ist ein neues Angebot auch immer eine Grundlage neu in Verhandlungen mit der jetzigen Firma zu treten. Dieses birgt allerdings auch immer das Risiko, dass sein Chef ihn auf dem Kieker haben wird......

Besser ist immer.... Man poltert nicht gleich rein und sagt man hätte schon ein neues Angebot, sondern sagt halt, dass sich ja alles im Privaten auch verteuert hätte, man so und so viel Jahre schon für ein und denselben Lohn arbeitet, die Verantwortung halt so und so hoch wäre und man kaum noch privat über die Runden kommt......

Auch und noch was...... ICH bin bei einem Milliardenkonzern beschäftigt und unsere Gehaltserhöhungen waren jeweils weit ab von einem Euro pro Stunde..... Ggf. mal 50 - 120 € pro Monat...... 120 € aber auch nur in seeehhhhrrrrr guten Zeiten........

Ich persönlich glaube nicht, dass er 1 € pro Stunde durchsetzen kann, nicht bei einem Baubetrieb.

Aber versuchen kann er es natürlich.....

LG Janette

Beitrag von schwilis1 17.05.11 - 15:15 Uhr

Danke für die tolle Antwort... ich werde ihm das mal alles so vorlesen. Daran haben wir nämlich nicht gedacht.

Er sagt, und das kann ich nicht beurteilen, dass sein Chef wohl ziemlich auf ihn angewiesen ist. aber es ist auch so, dass sobald not am Mann ist mein Bruder immer da ist (er hat gerade erst 1 woche urlaub sausen lassen weil sein Chef soviel zu tun hat)

mit dem 1 euro war auch nur ein beispiel...

also ich werde ihm das mal vorlesen. weil das hoert sich sehr sehr vernünftig an was du geschriebne hast, vielen dank dafür :)