Bockiger 7 Jähriger

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von tekla69 17.05.11 - 17:07 Uhr

Hilfe!!!
Unser 7 jähriger ist plötzlich abeds nicht mehr zu genießen. In der Schule und nachmittags ist alles klasse. Sobald der Feierabend eingeläutet wird stört ihn die Fliege an der Wand. Da darf man kein flasches Wort in den Mund nehmen und er fängt an zu toben, beschimpft uns, wir würden ihn nur ärgern und rennt heulend und tobend im Haus herum bis er irgendwie ins Bett geschickt wird. oft genung ist es auch nicht mehr möglich ihm die Zähne zu putzen. Dann schläft er irgendwann heulend ein. Man kann nicht mit ihm reden, er kann nicht artikulieren, was ihm nicht gefällt.
Was kann man da tun? Soll man gleich zur Beratungsstelle gehen?
Fühlt er sich wegen der schmerzenden Wackelzähne so schlecht? Ist das evtl. sogar eine zu früh einsetzende Pupertät? Wer weiß Rat?

Danke

Beitrag von cybille 17.05.11 - 17:41 Uhr

Also einen Rat kann ich dir auch nicht geben und ich glaube das wird auch ziemlich schwer aus der Ferne. Überfordert ihn die Schule und das "Nachmittagsprogramm"? Wir kennen das ja auch wenn wir gestresst sind vom Job und von den alltäglichen Verpflichtungen sind wir auch schnell gereizt und uns stören manchmal jede Kleinigkeit.
Ich würde versuchen gelassen zu bleiben. Ihm ruhig erklären, dass wenn er sich beruhigt hat man wieder miteinander sprechen kann und aus dem Zimmer gehen. Ich weiss das ist oft leichter gesagt als getan.
Ich habe den Eindruck, dass dein Sohn sich in der Schule sehr verbiegen muss ( ich meine das er dort vielleicht sehr ruhig und schüchtern ist) und dann einen Ausgleich braucht. Kennst du vielleicht auch, im Job ist man super freundlich und nett und still und zuhause muss man sich manchmal den Frust von der Seele schreien. Ich würde manchmal auch gern in den Wald gehen oder so.
Viel Kraft für dich und liebe Grüsse

Beitrag von jazzbassist 17.05.11 - 19:48 Uhr

Was kann ich mir unter »Feierabend wird eingeläutet« denn genau vorstellen? Ist das in ihrem Sprachgebrauch: »Ab in die Badewanne, Schlafanzug an und ins Bett« oder - fängt ‚Feierabend‘ bei Ihnen viel früher/später an. Welche Sachen finden dann überhaupt statt - und auch, wann finden diese zeitlich statt? Also was genau ist der Auslöser für dieses Verhalten? Was macht Ihr Sohn, bevor »Feierabend eingeläutet wird«? Und - was heißt »er ist plötzlich nicht mehr zu genießen« in zeitlicher Sicht? Seit 1-2 Tage, seit 1-2 Wochen, seit 1-2 Monaten, seit 1-2 Jahren?

Wenn er sagt: »Ihr tut mich doch nur ärgern« scheint er sich ja schon recht gut artikulieren zu können; er sagt ja, dass er mit dieser Maßnahme (die Sie unter Feierabend subsumieren) gerade nicht einverstanden zu sein scheint. Vielleicht ist das ja etwas ganz offensichtliches, und, Sie sehen da einfach nur den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Beitrag von caitlynn 18.05.11 - 01:29 Uhr

zwischenfrage: hab da nicht so die erfahrung aber kann ein 7-jähriger sich nicht alleine die zähne putzen? weil du schreibst es sei nicht möglich ihm die zähne zu putzen?

Was heisst denn bei euch ''feierabend einläuten'' wie läuft das ab was macht ihr?

lg cait

Beitrag von heikeundleon 18.05.11 - 09:18 Uhr

Hallo,

ich hatte bis vor ein paar Tagen auch so ein Exemplar. Nur die Ruhe, das wird wieder. Bei uns war es eindeutig die Müdigkeit. Nach dem langen Winter endlich wieder draußen spielen und toben, vorher schon im Hort, das schlaucht. Die Schule (1. Klasse) geht auch nicht ganz spurlos an ihm vorbei. Uns hat das bisher auch schon praktizierte feste "Abendprogramm" geholfen. So lange wie möglich draußen spielen, dann reinkommen, Hände waschen. So lange ich Abendessen mache, liest er (lesen ist bei uns auch tägliche Hausaufgabe). Abendessen mit viel Zeit und vom Tag erzählen. Danach duschen, Zähne putzen, Bett und noch eine CD hören. Kein Fernsehen, aber nicht als Strafe, sondern weil das nochmals aufputschend wirkt, lieber Hörspiel-/-buch-CD oder Musik.

Auch am Wochenende habe ich vorübergehend auf große Unternehmungen verzichtet und lieber mal eine Ruhepause eingelegt. Das alles scheint gut angekommen zu sein.

Feste Zeiten haben bei uns schon immer gut geholfen. Mein Sohn war ein Schreikind. Feste Rituale geben ihm auch heute noch Sicherheit.

Gruß

Heike

Beitrag von tekla69 20.05.11 - 07:57 Uhr

Danke für eure Meinungen,

nach weiteren furchtbaren Abenden bin ich auch dazu gekommen, dass wir unser Wochenprogramm runterfahren müssen. Und wenn ich unser festes Abendprogramm überdenke, fällt mir auf, dass in letzter Zeit unsere gemeinsame Gesellschaftsspielezeit zu kurz gekommen ist. Also drückt mir die Daumen, dass es bald wieder besser wird.

Gruß
Tekla