Hilfe! Kind akzeptiert keinerlei Grenzen ...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von manuela08 17.05.11 - 19:44 Uhr

Hallo!

Heute war ein Scheiß Tag ... unser Sohn (14 Monate) treibt es seit ein paar Tagen auf die Spitze ... und heute war es soweit. Er akzeptiert kein "nein" mehr oder andere Ermahnungen ... oft lacht er dann und macht es erst recht ... mittlerweile schlägt er nach mir bzw. nach allem, was er nicht will,z.B. Löffel mit Essen oder Trinkbecher usw. Heute morgen fing alles schon nach dem Aufstehen an ... er ist dann so bockig, dass er sich vor Wut hinschmeißt und dann erst recht weint, weil er sich noch zusätzlich weh getan hat .... ich war heute so aggressiv auf ihn ... dass ich ihm sogar auf die Finger gehauen habe und ihn in seinem Zimmer einsperrte (also Tür zu!). Deswegen schäme ich mich total und habe den ganzen Tag geweint ...
Was ist nur los mit ihm??? Und wie kann man ihm wieder Regeln beibringen???

LG Manu

Beitrag von iseeku 17.05.11 - 20:15 Uhr

#schock

er ist 14! monate #gruebel

mein sohn ebenfalls - ich würde gar nicht auf die idee kommen, dass er jetzt schon irgendwelche regeln befolgen könnte...

er lacht um dich zu besänftigen...vielleicht nimmst du ihn dann einfach mal auf den arm :-)

Beitrag von nana141080 17.05.11 - 20:27 Uhr

#zitter du haust dein 14 Monate altes Kleinkind UND sperrst es ein, nur weil DU Grenzen verlangst?
Ich hoffe echt du machst das nie wieder und holst dir schnell Hilfe!
Egal ob in Form von GUTEN Büchern (Juul, Bergmann etc.) oder Erziehungsberatungsstelle.

In 6,2 Jahren mit zwei Jungs habe ich niemals auch nur den Ansatz einer erhobenen Hand gehabt.....man MUß sich im Griff haben.

Eltern die sagen das es "nicht schadet" nen "Klapps" zu bekommen, und es deswegen selbst auch tun, haben unrecht. Vermutlich wurden sie selbst gehauen und geben es nun weiter. Also hat es ihrer Seele geschadet!

Nana

Beitrag von manuela08 17.05.11 - 20:35 Uhr

Oh danke für deinen mitfühlenden Worte ... mir ging es ja noch nicht schlecht genug ... ich bin nich der Ansicht, dass "ein Klaps" nicht schadet, aber ich bin der Ansicht, dass man auch mit 14 Monaten lernen muss, dass es Grenzen gibt, Dinge, die man nicht tun darf, z.B. in eine Steckdose fassen. Ich weiß, dass ich falsch reagiert habe und deswegen geht es mir auch schlecht und ich schäme mich dafür... aber ich bin auch nur ein Mensch, dem heute der Geduldsfaden gerissen ist.

Beitrag von nana141080 17.05.11 - 20:51 Uhr

Sorry, soll ich dir den Kopf noch tätscheln? Ne, Mitleid hab ich für dein Kind übrig.

Wenn mir der Geduldsfaden reißt und glaub mir, bei zwei Jungs tut er das mal, dann hau ich nicht oder sperr ein.

Besonders in dem Alter deines Sohnes, und oft heute, habe ich Wutausbrüche oft abfangen können mit ablenken oder auf den Arm nehmen.
Empathisch sein! Mitgefühl zeigen! Aber bestimmt nicht hauen.

Beitrag von karin3 17.05.11 - 20:43 Uhr

Hallo,

"Er akzeptiert kein "nein" mehr oder andere Ermahnungen ... oft lacht er dann"
Er weiß das du meckerst und möchte das du wieder lieb zu ihm bist.

"und macht es erst recht "
Er hat noch kein Zeitgefühl, vielleicht ist die Grenze ja jetzt aufgehoben, das muss er austesten

"mittlerweile schlägt er nach mir bzw. nach allem, was er nicht will"
Naja wie soll er denn sonst sagen das etwas nicht so läuft wie er es möchte?

"er ist dann so bockig, dass er sich vor Wut hinschmeißt"
Das ist normal, er erkennt das die Welt nicht das macht was er will. Bis vor kurzem war er noch der Mittelpunkt der Welt. Diese Erkenntnis finden 99,9% aller Kinder doof. Und diese doofe Erkenntnis muss erst mal verarbeitet werden.

"und dann erst recht weint, weil er sich noch zusätzlich weh getan hat ."
Nimm ihn fest in den Arm und tröste ihn. Am besten schon bei der doofen Erkenntnis.

"Und wie kann man ihm wieder Regeln beibringen??? "
#tasse rüberschieb da ist Tee zur Beruhgigung drin, ich hoffe er schmeckt. Ansonsten habe ich noch Trinkschokolade im Angebot, die trinke ich gerade.
Wenn er sich beruhigt hat kannst du mit ihm reden, am besten in dem du auf Augenhöhe zu ihm runtergehst.
Dann brauchst du kurze Sätze.

Aber tröste dich jede Erkenntnis ist irgendwann verarbeitet.


Lg Karin

Beitrag von romance 17.05.11 - 20:56 Uhr

Huhu,

oh je das kenne ich zu gut. Die Bock und Trotzphase. Meine ist auch kleiner Teufel.

Grenzen zeigen, denke ich ist schon richtig. Nur nicht das einspeeren oder schlagen. Aber mann sollte ein Nein akzeptieren! Und das müssen sie jetzt lernen. Wann soll sie es sonst ja lernen? Wenn sie erwachsen sind? Nee im Ernst. Mann soll ja auch den Babys schon begreiflich machen, das mann nicht alles duldet.

Und die guten Bücher wie Juul angesprochen wurde. Naja, davon halte ich nichts viel. Ich kann mein Kind viel Liebe geben, trotz Regeln.

Und das mal die Sicherungen durch gehen. Wer kenn das nicht? Die hier hier mit der erhobene Hand sind - die sind in ihrem Kämmerlein ganz anders. Keiner ist Fehlerfrei und sicherlich nicht Kindererziehung. Und die Seele nimmt schaden, das bestreitet auch keiner. Aber es sind Sekunden die entscheiden. ob ich zuschlage oder nicht. Die tollen Ratschläge, geh raus und ateme durch. Mögen im Prinzip richtig sein aber hey es sind SEkunden!!
Also nimm es dir nicth zu Herzen, versuch es morgen besser zu machen. Das sage ich mir auch immer wieder.

Hey, ich bin auch zur Zeit zartbeseidigt, tja ich bin auch nur ein Mensch der großen Verlust erlitten hat. Und ich maule auch zur Zeit meine Tochter an und weiß, es ist nicht richtig. Aber wie gesagt ich bin auch nur ein Mensch mit Gefühlen.

Was Karin oder wie die gute sich schimpft. Den Anastz finde ich gut...

Da hätte ich gerne mehr von...vieleicht ein wirklich gutes Buch das nicht gerade Juul heißt. Um zu verstehen, warum Kinder so haneln. Könnte es doch einfacher machen.

LG Netti
mach dir nicht soviele Gedanken

Beitrag von hippogreif 17.05.11 - 21:52 Uhr

Das hast Du richtig gut geschrieben!

Beitrag von lexa8102 17.05.11 - 21:15 Uhr

Hallo Manu,

dass es dir so schlecht damit geht, zeigt ja, dass es nicht das richtige Verhalten von dir ist.

Ist das "nein" von dir denn immer wichtig? Oder könntest du das auch erlauben oder ihm eine Alternative anbieten? Ich sage nur dann nein, wenn ich wirklich wirklich überzeugt davon bin, dass er es aus bestimmten Gründen nich darf.

Kleine Kinder können dann auch nicht "hören". Die Neugier ist viel zu übermächtig. Ich gehe daher immer hin und halte ihn von dem ab, was er nicht tun soll. Damit unterstütze ich meine Worte und er merkt, was ich mit diesem komischen Wort "nein" eigentlich meine und was ich dann von ihm erwarte.

Er reagiert so bockig, weil er etwas will, nicht bekommt oder kann und seine Gefühle ihn überrollen. In dieser Phase braucht er Verständnis und jemand, der für ihn da ist und ihm erklärt, dass es normal ist, was er fühlt (und das ausspricht, was er fühlt) und ihm Schutz und Geborgenheit gibt. Auf die Finger hauen und einsperren ist da aus meiner Sicht der völlig falsche Weg.

Es ist wichtig, dass du ruhig bleibst, sonst übertragen sich deine Gefühle auf ihn und er reagiert instinktiv genauso wie du und dadurch steigerst du dich noch mehr rein.

Gern schreibe ich dir auf ganz bestimmte Situationen eine Vorschlag, was du tun kannst.

Viele Grüße,
Lexa

Beitrag von caramaus 17.05.11 - 21:18 Uhr

Hallo!


Dein Kind muss doch auch erst lernen, was Regeln und Grenzen sind. Vor allem, ob sie auch wirklich immer gelten und ob du dein Nein wirklich ernst meinst.

Ich würde es gar nicht so kompliziert machen und es so eskalieren lassen. Wenn du merkst, dass deine Ermahnungen nichts bringen, dann handel einfach. Also wenn dein Sohn bspw. an der Steckdose spielt und du Nein sagst, aber er nicht reagiert, dann nimm ihn von dort weg. Das ist auch ein Nein, aber irgendwie eindeutiger. Und du bist nicht so schnell genervt - geht mir jedenfalls so.


C.

Beitrag von manuela08 19.05.11 - 14:31 Uhr

Hallo C.

genau das mach ich ja schon von Anfang an. Ich halte nichts von einem "Nein" aus der Ferne. Ich gehe immer zu ihm hin, tue seine Hand weg und erkläre ihm, dass das gefährlich ist .... nur, ........

Trotzdem vielen Dank für deinen Rat ... mir geht es heute (2 Tage danach) immer noch schlecht und ich schäme mich dafür ... das alleine reicht, denn ich weiß genau, dass ich ihm das nie wieder antun möchte ...

LG Manu

Beitrag von sunflower.1976 17.05.11 - 21:36 Uhr

Hallo!

Dein Kind ist noch so klein! Das heißt nicht, dass Dein Sohn alles darf, aber er braucht Deine Hilfe, es zu lernen. Er lernt Regeln nicht wieder, er lernt sie jetzt erst neu! Er ist kein Baby mehr, dass man leicht "steuern" kann sondern ein Kleinkind, das mehr und mehr erkennt, dass es eine eigenständige Person mit einem eigenen Willen und eigenen Wünschen ist.

Überlege, welche Sachen Dir besonders wichtig sind und setze diese durch. Bei anderen kannst Du dann lockerer sein und nicht af KLeinigkeiten bestehen, um Macht zu demonstrieren.

Außerdem...das Gehirn klinkt die Wörter "nein" und nicht " leicht aus. Das geht nicht nur Kindern so sondern auch Erwachsenen. Ein Beispeil (wenn Du magst): Denk in den folgenden zwei Minuten NICHT an Deinen Sohn. Denke auf keinen Fall an Deinen Sohn!
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Was ist passiert? Du hast Mühe gehabt, nicht an Deinen Sohn zu denken. Wahrscheinlich ist es nicht gelungen.
Hätte ich Dir statt dessen geschrieben, dass Du die nächsten zwei Minuten über Deinen Lieblingskrimi denkst (mit dem unausgesprochenen Hintergedanken, nicht an Deinen Sohn zu denken), wäre das wahrscheinlich kein Problem gewesen.

Genauso geht es Kindern mit Verboten. Statt dessen kann man Verbote auch positiv formulieren. Also "Nimm die Finger von der Steckdose weg!" (dabei das Kind sofort von der Steckdose wegtragen) anstatt immer und immer wieder zu sagen "Nein, du darfst nicht an die Steckdose!".

Dein Sohn lernt mit seinen 14 Monaten die Sprache gerade erst. Viele Ermahnungen helfen da nicht sondern immer wieder klare und eindeutige aber "wohlwollende" (blöder Ausdruck) Handlungen.
Er kann sich noch gar nicht verbal äußern. Aber irgendwie muss er seine Wut und seinen frust doch äußern können! Und das ist bei kleinen Kindern nun mal über hinschmeißen, hauen usw. Mit der Zeit müssen sie lernen, damit umzugehen. Und dazu brauchen sie unsere Hilfe! Kinder fühlen sich in den Situationen doch auch hilflos, unsicher, enttäuscht und frustriert.

Hilf ihm konsequent aber möglichst liebevoll, die Regeln in der Welt zu verstehen. Er muss erst lernen, dass er das Tischbein berühren darf, aber nicht die Steckdose. Aus seiner Sicht sind beides interessante Dinge, die er erkunden möchte. Von Gefahr versteht er noch nichts.

LG Silvia

Beitrag von romance 17.05.11 - 21:39 Uhr

Danke für deine Erklärung, bin zwar nicht die TE aber hilft mir auch weiter.:-)

Beitrag von mavios 17.05.11 - 22:14 Uhr

Hallo Manu,

ich kann gut verstehen, dass Dir auch mal die Sicherungen durchbrennen! Es ist wirklich nicht leicht, mit so einem kleinen Trotzkopf zurechtzukommen.

Ich kann Dir mal ein Buch empfehlen, was sich deutlich leichter liest als Jesper Juul, nämlich "das glücklichste Kleinkind der Welt" (Karp). Da wird ganz unkonventionell beschrieben, warum die kleinen Rabauken so sind wie sie sind und wie man auf die Wutanfälle reagieren kann.

Ansonsten kann ich Dir empfehlen, nach einem Verbot gleich etwas zu nennen, was er darf. Beispiel: meine Tochter (20 Monate) wollte immer mit vollgeschmierten Butter-Brot-Händen an der Tapete langwischen, weil das ja sooo lustig ist....ich habe dann geschimpft und gesagt, dass sie das nicht soll, weil ja dann alles dreckig wird - interessierte sie natürlich eher wenig. Dann habe ich sehr streng gesagt: "an der Tapete - NEIN! ABER, schau, an die Heizung kannst Du fassen!" (denn die ist abwischbar:-p). Sie hat dann alle vier Wände im Raum abgefragt (nein, nein, hier auch nicht, nein da auch nicht...) und zum Schluss auf die Heizung gezeigt (JA, hier darfst Du!) und gestrahlt!
So versuche ich das mit vielen Dingen. Hat ja auch etwas mit Ablenkung zu tun "nein, die Tasse mit Kaffee kannst Du nicht haben, ABER SCHAU, hier ist ja der tolle Glitzerbecher! Soll ich Dir da Wasser rein tun?"

An schlechten Tagen hilft natürlich GAR NICHTS und auch ich sitzte dann oft da und heule, halte mich für eine schlechte Mutter und weiß gar nicht, wie ich mal wieder Kraft tanken soll. Aber ich kann Dir nur sagen: es geht vorbei und es wird besser!
Ich finde es wichtig, nach einem Scheiß-Tag meiner Tochter zu sagen, dass es alles blöd gelaufen ist heute und dass Mami auch doof gewesen ist und dass ich mir ganz sicher bin, dass es morgen besser wird. Ich habe das Gefühl, dass sie das durchaus versteht und es gehört ja nunmal dazu, auch Fehler zu machen. Wichtig ist doch, dass man darüber reden kann und auch "tut mir leid" sagen kann.

Alles GUte!

Beitrag von inajk 17.05.11 - 22:55 Uhr

Hallo,

Heute war ein Scheisstag. Meine Mama (31) treibt es seit ein paar Tagen auf die Spitze. Und heute war es soweit: Egal was ich tue, ich hoere bloss noch "Nein" und andere Ermahnungen. Und wenn ich sie dann ganz lieb anlache, wird sie bloss NOCH boeser auf mich! Heute morgen fing es schon nach dem Aufstehen an...irgendwann war ich so verzweifelt, dass ich mich nur noch hinschmeissen und bruellen konnte. Das tat so weh, und nichtmal da hat sie mich in den Arm genommen und getroestet. Sie wurde bloss noch wuetender und hat mich sogar gehauen und in mein Zimmer eingesperrt. Was ist bloss los mit ihr? Warum ist sie so aggressiv? Wie kann ich ihr beibringen, wieder ein bisschen nett zu mir zu sein???



So rum stimmt's auch, oder?

LG
Ina