Meine Tochter ist soooo schüchern...

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von mija80 18.05.11 - 07:39 Uhr

Morgen,

meine Tochter wird in 1 Mon. 2 Jahre. Sie ist mega lieb und alles andere entwickelt sich wie es sein sollte, aber sie ist soooo schüchtern.
Im KiGa wird sie von anderen Kindern umarmt u kriegt küsschen, aber sie mag das überhaupt nicht.

Ich treffe mich schon extra mit Freunden die auch Kinder haben, so das die zusammen spielen können, aber sie möchte das gar nicht.
Sie schreit nur: Mamma! Und zieht mich immer mit, damit ich mit ihr spielen soll. Irgendwie denke ich, dass sie Angst vor anderen Kindern hat und vor fremden Menschen.

Kann man was gegen die Schüchternheit was machen?#kratz

LG
Mija#winke

Beitrag von sockikatze 18.05.11 - 08:51 Uhr

Da kannst du nicht viel machen. Unsere Maus war auch so. In der Zwischenzeit geht es langsam besser. Aber es gibt auch schlechtere und bessere Tage. Ich habs irgendwann aufgegeben sie immer zu "drängen". Hab sie einfach bei mir gelassen und wenn sie irgendwann von allein los ist wars gut. In der Krabbelgruppe ist sie meist erst aufgetaut als sie schon fast rum war!
Gib ihr Zeit und die Geborgenheit die sie braucht. Erzwingen kannst du nix. Auch wenn´s manchmal schöner wäre. Ich weiß schon wie das ist! Ich hab auch festgestellt, das wenn ich immer mal wieder Nachmittage nur mit meiner Maus mache, also nur MAusi und Mama, das es ihr total gut tut und sie sich in anderen Situationen besser lösen kann.

LG

Beitrag von bebeabordo 18.05.11 - 09:58 Uhr

Ich kenne das auch. Meine Tochter ist jetzt 2 Jahre und 4 Monate alt. Sie geht jetzt schon über ein Jahr in die Kinderkrippe. Sie fühlte sich zwar von Anfang an wohl dort, aber andere Kinder durften ihr nicht zu nahe kommen, dann weinte sie. Größere Kinder (besonders Mädchen) werden aber von ihr angehimmelt. In der Krippe hat sich das ganze deutlich gebessert. Sie freut sich jeden Morgen wenn wir ankommen, wird zur Begrüßung von anderen Kindern umarmt und kann auch neben anderen Kindern sitzen und mit ihnen spielen. Bei fremden Kindern mag sie so innigen Körperkontakt noch nicht und mag auch auf den Spielplatz mich immer in ihrer Nähe wissen. Doch wenn wir jemanden aus ihrer Gruppe treffen, dann freut sie sich, spielt mit den anderen und bewegt sich so auch mal von mir weg, so daß ich mich auch mit den anderen Muttis mal unterhalten kann. Sie fängt auch Kontakte mit Fremden an, allerdings halt keine Nähe..
Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden und ihre Schüchternheit akzeptiert. Versuche aber immer wieder sie aufzumuntern, auch einmal zu spielen, wenn wir nur Blickkontakt haben, und ich nicht neben ihr sitze, und vorallem dass sie sagen soll, was ihr nicht passt, und nicht gleich loszuweinen. Ich denke, die Fortschritte kommen langsam, aber doch deutlich. Laß ihr einfach die Zeit, andere richtig kennenzulernen.

Beitrag von sunflower.1976 18.05.11 - 10:41 Uhr

Hallo!

Viel machen kannst Du nicht, außer ihr zeigen, dass Du sie unterstützt und sozusagen ihr "Fels in der Brandung" bist.

Warum muss sie sich von anderen Kindern umarmen lassen? Jedes Kind (wie auch jeder Erwachsene) hat das Recht zu entscheiden, wie viel körperliche Nähe er mag und akzeptieren kann. Das hat rein gar nichts mit Schüchternheit zu tun.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass sie spürt, dass Du hinter ihr stehst und sie z.B. nicht drängst, mit anderen Kindern zu spielen. Lass sie bei Dir sein, wenn ihr Euch mit anderern Müttern/Kindern trefft und lass sie schauen. Vielleicht gibt es ihr Sicherheit, erstmal das Verhalten anderer Kinder zu beobachten. Zeige ihr, dass ihr Verhalten in Ordujng ist und äußere NIE Deinen Unmut darüber, dass sie nicht zu anderen Kindern geht o.ä. Sicherheit - und damit Selbstvertrauen - gibt ihr das Wissen, dass die Eltern IMMER hinter ihr stehen und dass sie so richtig ist, genau so wie sie ist.

Ich war als Kind auch sehr zurückhaltend. Für mich war es das Schlimmste, in Situationen gedrängt zu werden, mit denen ich nicht umgehen konnte. Ein Beispiel: Meine Mutter hat mich (mit den allerbesten Vorsätzen) zur musikalischen Früherziehung angemeldet. Zum einen, weil die Musik in unserer Familie eine recht große Rolle spielt und zum anderen, damit ich meine Schhüchternheit überwinden lerne. Aber genau das Gegenteil hat es bewirkt. Ich fand es richtig schlimm, z.B. in der Mitte des Stuhlkreises zu stehen und auf einem Xylophon die Anzahl der Silben meines Namens anzuschlagen.
Ich weiß, dass meine Mutter wirklich nur das Beste wollte, aber gerade diese Situationen, die mir "helfen" sollten, sind mir sehr negativ in Erinnerung geblieben.

Es ist ja auch die Frage, wie Du und Dein Mann sowie andere enge Bezugspersonen (Oma, Opa usw.) mit anderen Menschen in Kontakt tretet. Sind die Eltern z.B. sehr extrovertiert, treffen sich häufig mit verschiedenen Leuten, mischen überall mit (in der Nachbarschaft, in Vereinen o.ä.) ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Kind - durch nachahmen - ebenfalls extrovertierter ist. Sind die Eltern auch eher zurückhaltend (der Begriff finde ich eh besser, weil "Schüchternheit" gleich so negativ wirkt), haben z.B. einen festen und ggf. kleinen Freundeskreis und sind nicht der "Hans-Dampf-in-allen-Gassen", ist die Tendenz auch eher, dass die Kinder ein zurückhaltenderes und beobachtendes Verhalten einnehmen.
Das ist doch nichts Negatives!

Solange Deine Tochter so zurfrieden ist, dann ist doch alles in bester Ordung!

Mein großer Sohn ist auch sehr zurückhaltend. Aber jetzt im letzten KiGa-Jahr hat sich das massiv verändert. Er ist kein Rabauke oder tut anderen Kindern was aber v.a. im KiGa ist von seiner Zurückhaltung gar nichts mehr zu merken. In fremden Situationen zieht er sich noch zurück und beobachtet, aber das ist absolut in Ordung! Davon kann er ja auch sehr profitieren.

LG Silvia

Beitrag von mija80 18.05.11 - 13:14 Uhr

@Silvia: Unterstüzen tue ich sie sowieso. Das ist selbstverständlich für mich.
Natürlich muss sie es nicht mögen, dass andere Kinder sie umarmen, aber sie sieht aus, als ob sie Angst vor denen hat. Und das tut mir leid.

Ich würde mein Kind nie zu irgendwas zwingen!!!
Nur ich finde es schade, dass sie kein Kontakt mit anderen Kinder will.
Dazu wollte ich ihr verhelfen und nicht sie zu irgendwas zwingen. ;-)

Beitrag von sunflower.1976 19.05.11 - 10:05 Uhr

Hallo!

Ich habe Dich auch nicht so verstanden, als ob Du sie zwingen willst...aus Deiner Sicht. Aber Kinder kann es sehr unter Druck setzen, wenn sie spüren, dass sie Mamas Erwartungen - in Eurem Fall, dass sie mit anderen Kinder spielt und entspannt ist, wenn andere Kinder sie umarmen - nicht erfüllen.

Für kleine Kinder reagieren andere Kinder unvorhersehbar und das kann verängstigend wirken.
Mein Sohn mochte es auch lange nicht, von anderen Kindern umarmt zu werden. Ich habe das dann dem anderen Kind vorsichtig gesagt, dass er das nicht so gerne mag (mein Sohn konnte es aufgrund seiner Sprachentwicklungsverzögerung lange nicht selber).

In dem Alter spielen Kinder sowieso noch eher nebeneinander her als wirklich zusammen. Deiner Tochter reicht es vielleicht, die anderen Kinder zu beobachten. Das heißt ja nicht, dass sie damit unzufrieden ist und den Wunsch verspürt, mit den anderen Kindern zu spielen.

Mein großer Sohn war ähnlich (in unbekannten Situationen ist es auch mit knapp 6 Jahren noch immer so). Er geht nicht einfach auf Kinder zu, die er nicht oder kaum kennt. Er braucht seine Zeit, um in einer neuen Situation "warm zu werden". Mit Kindern, die er gut kennt, ist er aber sehr entspannt, laut und auch setzt auch seine Wünsche durch.

Als er kleiner war, hat er häufig lange andere Kinder beobachtet. Also z.B. wenn wir bei seiner Patentante und ihren beiden Kindern waren, die wir etwa alle 4-6 Wochen sehen, wollte er bis zum Alter von ca. 4 Jahren nicht oder nur im Wohnzimmer spielen. Es brachte ihm viel mehr, sein Bedürfnis zu berücksichtigen, als ihm zu verhelfen, zu den anderen Kindern ins Kinderzimmer zu gehen. Es ist dann vielleicht mein Wunsch, dass er mit ihnen spielt aber eben nicht sein Wunsch. Wenn ich ihm ein Mal anbiete, mit ihm zusammen ins Kinderzimmer zu gehen und er stimmt zu, dann ist das okay. Genauso okay ist es, wenn er das nicht möchte. Genau das ist aus meiner Sicht ein Helfen, mit der Situation klar zu kommen und Sicherheit zu gewinnen.

Lass Deiner Tochter Zeit. Ganz wichtig ist aus meiner Sicht, niemals in Beisein des Kindes über das Thema "Schüchternheit" zu sprechen. Denn leider meinen andere Leute immer wieder, das kommentieren zu müssen. Da stelle ich immer sofort und unmissverständlich klar, dass mein Kind in Ordung ist, so wie es ist.

Lg Silvia

Beitrag von metapher77 18.05.11 - 10:47 Uhr

Unser Kleiner ist auch relativ schüchtern, er braucht auch immer unheimlich lange, wenn andere Kinder, die er aber kennt, zu Besuch kommen. In der Krippe ist es mal so, mal so. Gerade diese Woche hängt er morgens doch wieder sehr an mir, heute sogar seit langem mal wieder mit ein paar Tränchen:-(. Er ist zur Zeit aber auch insgesamt sehr anhänglich, gerade bei mir. Mit Papa hat er gerade nicht so viel im Sinn, spielen und toben geht, aber ins Bett oder in die Krippe kann nur ich ihn zur Zeit bringen. Und da er nachts irgendwann auch zu uns ins Bett übersiedelt, kuschelt er auch nur mit mir, und wehe, ich liege morgens nicht mehr im Bett, wenn er wach wird - da kann selbst der Papa nichts mehr richten. Ist einerseits natürlich sehr schön, so von seinem Kind geliebt und gebraucht zu werden, aber ab und an wünschte ich mir auch mal ne "AuszeiT".