Ich bin sowas von am Ende, was um alles in der Welt kann ich nur tun??

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von mama0102 18.05.11 - 08:55 Uhr

Hallo zusammen!!

Nach langem Überlegen muss ich jetzt doch mal hier schreiben, gleich vorweg, das könnte etwas länger werden....
Dieses Jahr lief bisher einfach nur sch***** . Angefangen hat alles damit, dass Ende Januar meine Stieftochter einfach nichtmehr vom Besuchswochenende bei ihrer Mutter heim kam, nachdem sie 4 1/2 Jahre hier gewohnt hat. Sie fand es einfach cooler, ohne jegliche Regeln und Grenzen zu leben und hat hinter unserem so leise, still und heimlich mal eben die Biege gemacht. Was folgte waren endlose Schreibereien von Anwälten, dauernd Stress mit dem Jugendamt, was einem eh nicht helfen will und natürlich die ganze Umstellung zu Hause. Wir haben hier noch zwei Mädels von 10 und fast 9 und einen Sohn, der jetzt 21 Monate ist. Für keinen war die Umstellung leicht, aber für mich war dsa schon der Hammer. Mir als "böse Stiefmutter" wurde jetzt monatelang das Leben zur Hölle gemacht, ich wurde sowas von schlecht geredet, angeblich hätte ich das Kind nur verprügelt, sie hätte total unter mir und meinen Kindern leiden müssen, sie wäre nie glücklich gewesen wegen mir....... niemand kann das bestätigen, ich selbst weiß, dass es nicht stimmt und doch, es tut noch immer so weh und an manchen Tagen denke ich, dass ich vielleicht doch schuld bin :-(.
Wie auch immer, seid die Kurze weg ist, ist hier nichtsmehr normal. Meine Kinder sind völlig durch den Wind, sie hören nichtmehr, helfen mir nichtmehr, wollen nur noch, machen den ganzen Tag nur Mist und ich habe keine Ahnung, wie ich das alles ändern soll!!! An manchen Tagen denke ich, auch sie geben mir die Schuld an allem, dann sind sie sowas von gemein zu mir. Mittlerweile funktionieren selbstverständliche Dinge wie Zähne putzen und Dreckwäsche wegräumen nichtmehr, alles muss man hundert mal sagen..... Jetzt fängt auch noch mein Mann an wegen allem und jedem hier rum zu schreien und ständig bin ich an allem Schuld und alles was ich sage ist von vornherein erstmal falsch. Klar hat sich hier einiges verändert und natürlich braucht auch jeder seine Zeit, dammit klar zu kommen. Aber es kann doch nicht sein, dass alles auf meinem Rücken ausgetragen wird. Ich fühle mich mittlerweile so schlecht, bin nur noch am Heulen und an manchen Tagen echt unausstehlich, aber es ist einfach alles so schlimm für mich. Ich schaffe das alleine einfach nicht und alles Reden mit den Kindern und meinem Mann hilft nicht. Niemand will verstehen, dass es so, wie es im Moment hier läuft, nicht weiter gehen kann. Es kommt mir vor, als würde jeden Moment alles auseinander fallen und allein ich bin für die Vermeidung eines Kollapses zuständig. Das kann es doch aber auch nicht sein, immerhin besteht unsere Familie aus 5 Personen, auch wenn der Kleinen nun noch nicht wirklich was ändern kann....
Ich bin wirklich und wahrhaftig völlig ratlos, wie wir dieses ganze Chaos wieder "beheben" können, wie endlich wieder alles normal werden kann..... ich bin so traurig und will einfach nur, dass hier wieder ein einigermaßen "normaler" Alltag einkehrt, so wie es immer schon war :-)

Danke fürs Lesen und sorry für das Gejammer

LG, Sandra

Beitrag von ajl138 18.05.11 - 09:22 Uhr

Hallo Sandra.
Als Erstes fühle dich mal gedrückt #liebdrueck dann nimm einen #tasse.
ich denke nicht,dass du an allem Schuld bist,aber du bist Schuld,dass du das mit dir machen läßt.Jaes hat sich viel verändert,es war schliesslich für Alle ein einschneidenes Erlebnis.
Ihr alle habt damit zu kämpfen und erfahrungsgemäß ist es am Einfachsten auf dem Jenigen rumzuhacken,der ja eh schon den schwarzen Peter hat,als Aggressionsabbau.

Wenn reden nichts mehr hilft,dann handel.
Wie sieht es mit einer Kur aus? Die wäre wahrscheinlich dringend nötig.Außerdem hat es den Effekt,dass deine Kinder und dein Mann auch eine Auszeit vom "Mama-macht-das-schon" bekommen.
Kann auch eine Art Therapie für sie sein. ;-)

Oder einem Therapeuthen?
Ich selbst kann damit nichts anfangen,doch vielleicht hilft dir das ja mit den Anschuldigungen besser umzugehen und darauf zu reagieren.

Was besseres fällt mir leider im Moment nicht ein.

LG

Beitrag von kruemlschen 18.05.11 - 09:31 Uhr

Hi,

ich empfehle Euch eine Familientherapie!

Gruß K.

Beitrag von lisasimpson 18.05.11 - 10:17 Uhr

Hallo!

Hm- du schreisbt sehr viel davon, wie schlecht es DIR geht, was DU alles erdulden mußtest, welche rolel DU zugeschreiben bekommst.
Das hilft dir leider nicht weiter.

Ich würde euch auch professionelle hilfe in form eienr systemischen Therpaie/ familientherapie empfehlen.

Als kleinen denkanstoß für den umgang mit deinen kindern:
- es gibt in einer individualisierten Gesellschaft wie der unsere nwenige sachen ,die wirklich "sicher" und beständig sind.
Eines der wenigen recht sicheren sachen ist die kernfamilie (auch wenn sich diese ebenso auflösen kann)
Deine kinder haben offenabr schon eine mindestens eine trennung ihrer kernfamilie hitner sich und haben nun erlebt, daß auch plötzulich ein familienmitglied wieder "verschwinden" kann.
das löst große angst aus.
angst davor die letzte sicherheit zu verlieren,
angst davor, daß die frage gesetllt werden könnte, wie sicher eurer beziehungen untereinander sind
angst davor daß die option besteht, daß auch sie die familie verlassen "müssen"
das sind existentielle ängste, die offenabr nicht wirklich geklört und bearbeitet wurden.
Ängste, die kinder aus trennungsfamilien alle kenne, bei euch aber durch das weggehen eines Kindes us der familie noch "näher und bedrohlicher erlebt werden von den verbleibenden kindern.

Suche eine klärendes gespräch mit deinem mann. sag ihm offen, wie du dich fühlst und versucht einne weg zu finden mit dem ihr beide leben könnt. gesteh ihm zu, daß auch die vorwürfe gegen dich nicht spurlos an IHM vorrüber gehen und ihn in einen loyalitätskonfikt bringen.
dann sucht das gespräch mit den Kindern, indem du DEINEN Kindern klar machst, daß du ihre mutter bist und bleiben wirst- daß es egal ist, welches benehmen sie an den tag legen- es wird sich an dieser tatsache nichts ändern. Sie gehören zu dir und du zu ihnen.

allerdings scheint mir dies wirklich bei einer neutralen dritten person gut aufgehoben zu sein, die euch in diesem prozess begleitet

lisasimpson

Beitrag von arya 18.05.11 - 10:17 Uhr

Hallo Sandra,

lass Dich erstmal unbekannterweise drücken!
Mein Rat an Dich: Besorge Dir eine Kur. Möglichst eine Mütterkur. Damit Du mal raus kommst und Kraft schöpfen kannst. Bekommst Du Deinen Kleinen in der Zeit irgendwo unter, z.B. bei der Oma? Bei dem Alter Deiner Kinder bekommst Du von der Krankenkasse auch eine Haushaltshilfe bezahlt, falls Du gesetzlich versichert bist (bei privat kenne ich mich nicht aus).

Notfalls tut es auch eine Mutter-Kind-Kur. Aber ich habe beides schon gemacht, und mit Kindern ist der Erholungseffekt halt nicht soooo groß.

Und danach kannst Du schauen, ob Du allein oder in Familie eine Therapie machen möchtest. Klar ist das eine schwierige Situation für Euch mit dem Auszug der Stieftochter. Deine Kinder haben ja ihre Schwester verloren. Und sind nicht absichtlich gemein zu Dir, sondern leiden selbst auch.

Aber wie gesagt, was Du brauchst, ist Kraft. Und die bekommst Du zuerst durch eine Auszeit.

Alles Gute
arya

Beitrag von ajl138 18.05.11 - 10:33 Uhr

Sehe ich ganz genauso!

Beitrag von marion2 18.05.11 - 14:54 Uhr

Hallo,

ne Kur war auch das, woran ich als erstes gedacht hab.

Gruß Marion

Beitrag von mama0102 18.05.11 - 21:19 Uhr

Ich danke Euch vielmals für Eure zum Teil recht ausführlichen Antworten, vieles was ihr schreibt weiß ich, zum Beispiel, dass auch meine Kinder leiden, ich aber selbst kaum noch Kraft habe. Was ich in der Tat völlig außen vor gelassen habe im ersten Thread ist die Theorie, dass ja eigentlich mein Mann am meisten leidet. Er hat seine Tochter, für die er wirklich alles getan hat, mehr oder weniger verloren, man hat nur schlecht von mir geredet, was ihn wütend macht, weil alles wirklich gelogen ist und natürlich ist er eben ein typische Mann, der nicht gerne über seine Gefühle redet..... Meine Kinder sind völlig aus der Bahn, weil sie, wie hier so toll geschildert wurde, Angst um die ganze Familie hatten, all das kostet so viel Kraft. Ich habe gestern abend noch mit meinem Mann geredet und dabei bin ich selbst zu dem Ergebnis gekommen, dass wohl etwas Hilfe von Außen nicht schaden kann, weil allein schaffe speziell ich das nicht. Auch meine Kindheit war von Streit, Gewalt und Trennung geprägt, ich bin schon deshalb in vielen Situationen weniger "belastbar" und leichter aus der Ruhe zu bringen.... Der Arbeitgeber meines Mannes ( großeß deutsches Unternehmen) bietet ganz tolle Kuren an, die die gesetzlichen Kassen wohl sogar übernehmen, ich schätze, der Vorschlag hier war wirklich gut und damit fangen wir jetzt einfach mal an.
Das alles hier aufzuschreiben und Eure lieben Antworten zu lesen hat schonmal unheimlich geholfen, mich ncihtmehr ganz so schrecklich zu fühlen..... vielen Dank Euch allen

LG, Sandra

Beitrag von heidi43 19.05.11 - 06:57 Uhr

hallo sandra,
ich bin auch eine stiefmutter und meine stieftochter hat und auch den rücken gezeigt......ist ausgezogen mit 17 und jetzt ist sie ja 18.
wir haben auch eine sehr schwere zeit durch, vorher hat sie provoziert wo sie nur konnte und das nur weil sie kein einsehen hatte das wir ALLE regeln zu befolgen haben.
mein mann hat für seine tochter auch wirklich allesssss getan und am anfang garnicht gemerkt was für ein biest das wirklich ist / war.
sie ist ganz gekonnt ausgezogen hat aber niemals schlecht über uns geredet, sie will von anderen bedauert werden.....
sie stellt sich als "armes" mädchen dar was nichts durfte und immer alles falsch gemacht hat will von anderen bewundert werden usw
jetzt will sie auch wieder ihre mutter wieder besuchen die in hamburg eine eigenes gewerbe betreibt........ sie weiß ja garnicht was da abgeht, was ihre mutter alles macht davon hat sie keine vorstellung.
ich kann dir nur raten, rede mit deinem mann und den kindern haltet zusammen und versuch zu erklären warum das mädel ausgezogen ist ( habt ihr eine vermutung ? )
der jüngere bruder lebt auch bei uns er ist 11 und versteht die welt nicht, den kindern wurde überhaupt ganz wenig als baby und kleinkind vermittelt und das fehlt ihnen heute in der entwicklung.
mein sohn der auch bein uns im haushalt ist ( 14) hängt und hält zu meinem mann, er liebt seinen PAPA.
mach dir keinen kopf, gib dir nicht die schuld wenn du weißt das es unwhar ist, eines tages wird sie auch mama sein und dann kann man nur hoffen das sie ihren kindern eine super mama sein wird die NICHTS falsch macht !
halte das was du zuhause hast zusammen, gib ihnen halt und liebe, redet miteinander und holt euch für den anfang hilfe.
wenn du möchtest kannst du mir gerne zurückschreiben.
viel glück und glaube mir alles wird gut, die anderen brauchen dich !
LG heidi