Lohnsteuer, geringfügige Jobs, Kindergarten, Vollzeitjob Mann + Silpo

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von nebula 18.05.11 - 09:27 Uhr

Hallo,

ich hab da mal ein paar Fragen & hoffe das man mir (ohne Steingewerfe) helfen kann.

1. Wir haben Ende März geheiratet, wir haben Lohnsteuerklasse 3/4 und das Kind steht bei meinem Mann drauf. Als wir beim Finanzamt waren hieß es das wir jetzt Lohnsteuer abgeben müssen, jedoch ist dies für mich völliges Neuland - aber ich nehme mich dem gerne an.

- Was muss ich beachten?
- Was muss alles mit rein?
- Muss ich Belege sammeln?
- Wie führe ich die am einfachsten ohne am Ende des Jahres ins schludern zu kommen?
- Gehören da nur Werbungskosten (nennt sich das so, was Spritausgaben bzgl. Arbeit angeht?) meines Mannes rein oder auch meine Fahrtkosten?
- Welche Ausgaben berücksichtige ich in der Lohnsteuer?
- Weitere Tips?
- Lohnsteuer mit aufstockendem ALg2?

Es ist so, dass wir bisher immer ergänzend Alg2 bekommen haben, aktuell liegen wir noch bei einer Aufstockung von ca. 177€, die sich aber Gott sei dank durch einen 400€ Job meinerseits nun ab ca. Mitte Juni aufheben wird. Leider werden wir danach aber wohl etwas weniger Geld zur Verfügung haben, dennoch machen wir es trotzdem so. Da es ein Geschäft ist das komplett neu Eröffnet könnte ja ein Jobangebot von 400€ auf Teilzeit kommen, was auch schon beim Vorgespräch gesagt wurde. Da ich dort Flexibel als Putzfrau, Küchenhilfe, Servicekraft & was so anfällt und für mich Machbar ist eingestellt werde, denke ich wird es in einer Gastronomie genug zutun geben. Des Weiteren glaub ich nicht, dass 2x komplett Putzen so wie die es sich vorstellen nicht ausreichen wird (Erfahrung).

Gut, genug Silpo - Bzgl. meiner Geringfügigen Jobs

Ich habe seit Feb 2010 bereits einen Mini-Job im Privathaushalt als Haushaltshilfe. Der ist -ja natürlich- bei der Knappschaft wo auch Sozialversicherungsbeitrag abgeben wird gemeldet & ich verdiene bei 3Std/Woche 100€. Jetzt ab Mitte Juni ca. werd ich auf 400€ Basis in der Gastronomie zusätzlich tätig.

Gibt es für mich was zu beachten? Darf ich die zwei Jobs so überhaupt haben?

Was passiert mit meiner Krankenversicherung? Ich bin seit der Heirat bei meinem Mann Familienversichert, bleibt das so?

Zum Thema Kindergarten, aktuell unterstüzt uns das JA mit der Zahlung. Sie übernehmen 79€, wir zahlen selbst 24€ dazu. Meine Tochter geht von 8-15Uhr in den KiGa, solang allerdings erst seit anfang April, vorher von 8-12:30 - Die Buchungszeit haben wir geändert, nachdem ich mit div. Auflagen des Jobcenters mehr unterwegs war & mit öffentlichen Verkehrsmitteln eben länger unterwegs bin.
Des Weiteren war die Jobsuche erschwert, sofern sie hörten das die kleine nur von 8-12:30 in den KiGa geht. So war ich flexibler und hätte im ernstfall sofort am nächsten Tag Arbeiten gehen können ohne groß organisieren zu müssen. Familie, die unterstüzend helfen könnte gibt es leider nicht.

Kennt sich jemand aus, bis zu welchem Einkommen das JA trotzdem den KiGa-Beitrag unterstützt? Wir kommen entweder auf +-0 oder 5-6€ mehr als jetzt.

Ich danke euch.

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Aso, hab da nochwas an alle die so neidisch auf ALG2-Empfänger reagieren. (Lese ja oftmals die Beiträge durch ;))

Wir leben in einer wie ich finde sehr sehr schönen 90m² Whg im Dachgeschoss mitten im Dorf (alle Std fährt ein Bus). Ich würde auch einfach selbst behaupten das es hier definitv nicht nach Alg2 aussieht (man muss halt das Beste draus machen).

Generell alles eine Frage des Wirtschaftens - ALLERDINGS

#Seid froh nicht jeden Monat Lohnabrechnungen offen legen zu müssen.
#Seid froh darüber, nicht jeden Cent erklären zu müssen.
#Seid froh darüber mehr als 10€ für das Sparbuch des Kindes erhalten zu dürfen.
#Seid froh mehr als (hab den Betrag nun nicht genau im kopf) knapp über 3000€ für euer Kind auf einem Konto halten zu drüfen.
#Seid froh, das euch anfallende Zinsen nicht angerechnet und abgezogen werden.
#Seid froh, nicht beschämender Weise euch von Leuten dumm anschauen lassen zu müssen, weil ihr z.B. dem Vermieter sagen müsst "Unser Einkommen reicht nicht, es käme vom Jobcenter.
#Seid froh euch das Auto halten zu können, was ihr wollt & nicht dass was ihr euch leisten dürft. (Wir haben eines, weil mein Mann Arbeitstechnisch drauf angewiesen ist)
#Seid glücklich darüber, wenn ihr Euch spontan ohne darüber groß nachdenken zu müssen ob das nun wirklich geht oder ob man 18€ + Sprit für den nächsten Zoobesuch nicht lieber für anderes beiseite legen sollte.

Wir lebten in einer 84m² whg die 580€ kostete sehr hohe Decken hatte wo wir uns an Heizkosten dämlich bezahlten, wir fanden die in der wir jetzt wohnen 90m², auch schöner, normale Deckenhöhe und 100€ billiger. Wir ersuchten die Möglichkeit des Umzugs, hätten keinerlei Hilfe gewollt außer ggf. ein Dahrlehnen für die Kaution was durchs Amt monatlich vom Leistungsbezug abgezogen hätte werden sollen. Ich finde 100€ weniger Miete, deutlich weniger Heiz- & Nebenkosten sind definitv ein Grund für mich umzuziehen um Geld einzusparen, das Amt sah das leider anders. Wir hätten dort wohnen bleiben sollen, drauf zahlen und schön guggn müssen, wie wir die immenzen Heizokosten gestemmt bekommen hätten.

Ob das Neid braucht, wage ich zu bezweifeln.

Alg2 ist mit Sicherheit nichts worauf man neidisch sein sollte, genauso wie bei jedem Einkommen ist es mit Sicherheit eine Frage der Wirtschaft damit zurecht zu kommen und ich bin nun mehr als froh darüber es endlich los zu sein - AUCH wenn ich mit einem Minus von bis zu 30€ rechnen muss. Geh ich halt am Wochenende noch Zeitung austragen oder häng ein paar Flyer aus, wer eventuell die Hausordnung gemacht braucht.

Des Weiteren kann ich guten gewissens behaupten mit weniger Geld auskommen zu können. Wenn ich 90€ Hausrat jährlich bezahlen muss, muss ich monatlich 7,50€ beiseite legen, damit mir nicht einmal 90€ fehlen. Wenn ich weiß das ich mir ein Auto unterhalte, muss ich davon ausgehen irgendwann Reparaturen zu haben, Bremsen erneuern zu müssen, am XY zuM TÜV zu müssen usw. Dann muss ich mir Pauschal was für Reparaturen weglegen + die monatliche Rechnung für TÜV wo ich ja weiß wann er kommt & was es meist kostet.

Ich kenne genug Leute, die viel mehr Geld haben als wir und etwa den gleichen Lebensstandart haben wie wir (was abgrenzt ist vielleicht deren Auto Bj. 02 unser 96 oder das ich geplant einkaufen gehe & die immer Stückchenweise ungeachtet auf den Preis & wenn ne Packung Milch fehlt gibts halt die Teure aus dem Tante-Emma Laden im Dorf) aber wir haben IMMER Geld (auch wenns gelegentlich nur mal 10€ am Ende des Monats sind), die nicht.

LG

Beitrag von windsbraut69 18.05.11 - 10:10 Uhr

http://www.ratgeber-recht24.de/Geringfuegige_Beschaeftigung_Teil_2/Mehrere_Beschaeftigungen.html

Was die beiden Jobs angeht - die kannst Du natürlich beide machen, aber nicht sv-frei.

LG,

W

Beitrag von nebula 18.05.11 - 11:21 Uhr

Hab ich das richtig verstanden?

Ich behandle beide Jobs wie einen, mit einem Bruttoverdienst von 500€?

MFG

Beitrag von windsbraut69 18.05.11 - 13:10 Uhr

Genau.
Allerdings gibt es die Gleitzonenregelung bis max. 800 Euro Einkommen.

Gruß,

W

Beitrag von nebula 18.05.11 - 13:51 Uhr

Also wird jede Beschäftigung mit 20% versteuert?


100€ Verdienst - 20% Steuern = 80,00€ - Fahrtkosten 33,60€ = 46,40€ was mir bleiben würde.

400€ Verdienst - 20% Steuern = 320,00€ - Fahrtkosten Pauschal mal auf 3 Tage/Woche gerechnet 50,40 = 269,60€ was mir bleiben würde.

Also wäre dann mein Gesamtverdienst bei 316€? Wäre es da nicht sinnvoller nur den 400€ Job zu machen? #kratz

Sry für meine Dummheit was das angeht :))))

Beitrag von windsbraut69 18.05.11 - 14:22 Uhr

Wie kommst Du auf pauschal 20%?
Rechne doch bei www.nettolohn.de mal mit Deinen Daten durch, was Du an Abzügen hast.

Ich würde aber grundsätzlich IMMER einen sv-pflichtigen Job einem Minijob vorziehen.

Beitrag von nebula 18.05.11 - 15:18 Uhr

Ja, der 100 euro Job ist sozialversichert & sogar pauschal in rentenversicherung.

Beitrag von windsbraut69 18.05.11 - 15:26 Uhr

Da kommt doch aber nix bei rum.

Beitrag von arkti 18.05.11 - 10:31 Uhr

Beide Jobs kannst du machen aber nicht steuerfrei.

Mal eben noch kurz zur Gastronomie.
Verlass dich nicht zu sehr auf "viele" Stunden.
Die Gastronomie hat es teilweise sehr schwer das hört man überall.
Ich selber bin auch in der Gastronomie.
Bei meinem letzten Arbeitgeber war es auch anfangs so das jeden Tag gewischt wurde usw. aber sobald ruhige Wochen kommen sparen sie daran.
Es ist dann nie dreckig da aber an trockenen Tagen wurde dann z.B nur gesaugt und alle 2 oder 3 Tage gewischt.
Mein jetziger Arbeitgeber guckt nicht so genau auf die Stunden und bezahlt auch besser aber ich merke auch die ruhigen Wochen, allerdings mache ich jetzt auch nur noch einen Bereich da.
Damals musste ich immer eine Woche vormittags putzen und eine Woche abends im Küchenbereich, also in der Regel 6 Tage die Woche, wobei abends manchmal entfallen ist je nach Reservierungen.
Heute gehe ich nur noch nach Bedarf.
Das Familienleben leidet schon etwas da man in der Gastronomie einfach flexibel sein muss.

Ich wünsche dir aber viel Erfolg.




Beitrag von paula179 18.05.11 - 11:22 Uhr

Hallo!

Wie kann man denn Lohnsteuerklasse 3/4 haben?

Ich dachte es geht nur 4/4 oder 3/5 ?

Beitrag von nebula 18.05.11 - 11:24 Uhr

öh keine ahnung *g* Ich meinte das ers gesagt hat so, ich gugg mal mom

Beitrag von nebula 18.05.11 - 11:25 Uhr

Ja du hast recht. Ich hab Fünf.

Beitrag von paula179 18.05.11 - 11:54 Uhr

Ah, hatte mich schon gewundert ;-)