Zahlt die Versicherung?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sunnybrautz 18.05.11 - 11:37 Uhr

Ich habe da ein riesiges Problem..
Meine Mama hat heute morgen auf meine Tochter (21 Monate) aufgepasst, weil ich kurz weg musste. Ich habe die kleine zu ihr gebracht, weil das auf dem Weg lag. Als ich nach einer Stunde wieder kam, war meine Mama völlig aufgelöst.
Sie wollte Frieda ein Butterbrot machen, und weil Frieda so schön im wohnzimmer spielte, hat sie Frieda alleine im Wohnzimmer gelassen. Leider lag auf dem Tisch ein schwarzer edding, den meine kleine wohl gefunden haben muss.
Das wohnzimmer meiner Eltern sieht jetzt richtig schön bunt aus.. Die Eckcouch, der Tisch, der Teppich - alles mit schwarzem Edding angemalt.
Mama hat mir versichert, dass Frieda nicht länger als 5 minuten alleine war.
Aber was passiert jetzt? Kann ich diesen Schaden meiner Haftpflichtversicherung melden? Zahlen die den Schaden? Oder zumindest einen Teil, damit ich nicht drauf sitzen bleibe?

Beitrag von kikschbaby 18.05.11 - 11:41 Uhr

Hallo,

das kommt drauf an, ob eure Tochter mitversichert ist. Würde ich mal bei der Versicherung nachfragen.
Wieso bleibts du auf dem Schaden sitzen? (ist ja nett wenn deine Mutter aufpasst, aber irgendwie ist sie ja auch ein bißchen selber schuld, oder nicht?)

Drück dir die Daumen das eure Haftpflicht zahlt!

LG

Beitrag von sunnybrautz 18.05.11 - 11:45 Uhr

die kinder sind mitversichert, das weiß ich. klar ist das ihre schuld, aber trotzdem fühle ich mich schuldig..

Beitrag von dentatus77 18.05.11 - 12:10 Uhr

Hallo!

Kinder sind automatisch in der Haftpflicht der Eltern mitversichert, das ist nicht das Problem.
Das Problem ist eher, dass die Haftpflicht unter Umständen nicht zahlungspflichtig ist, wenn der geschädigte ein Familienmitglied ist.

Ich würd einfach einmal bei der Versicherung nachfragen, die können das am Ehesten beantworten.

Und das zweite Problem ist: In dem Moment, wo du deiner Mutter die Kleine übergibst, ist deine Mutter auch Aufsichtsperson. Im Grunde ist sie also selbst Schuld, dass das passiert ist. Auch das könnte zum Haftungsausschluss führen.

Liebe Grüße!

Beitrag von metapher77 18.05.11 - 12:16 Uhr

Soweit ich informiert bin, zahlen die Versicherungen erst Schäden von Kindern ab 7 Jahren. Alles, was davor bezahlt wird, wird nur dann bezahlt, wenn eine grobe Verletzung der Aufsichtspflicht vor liegt. Und da Du zu diesem Zeitpunkt ja gar nicht die Aufsicht hattest, wird das wohl schwer.

Beitrag von windsbraut69 18.05.11 - 13:00 Uhr

Nein, man kann auch deliktunfähige Kinder mitversichern.
Hier sehe ich aber das Problem darin, dass die "Geschädigte" selbst die Aufsicht hatte und verletzt hat.

LG

Beitrag von watru123 18.05.11 - 11:53 Uhr

Warum sollte das Eure Versicherung zahlen?

Ansprüche gegen Deine Kleine sind prinzipiell ausgeschlossen, da noch deliktunfähig. Du bist auch nicht haftbar, da Du zu der Zeit nicht die Aufsicht wahrgenommen hast.

Die Aufsicht hatte Deine Mutter übernommen, wenn also hier jemand die Aufsichtspflicht verletzt haben und nach BGB schadenersatzpflichtig sein könnte (was noch zu klären wäre), dann höchstens Deine Mutter. Wenn überhaupt, dann müsste also die Versicherung Deiner Mutter einspringen. Schäden an eigenen Gegenständen sind jedoch üblicherweise in der Haftpflicht nicht eingeschlossen.

Manche Policen haben einen Passus, dass sich der Versicherungsnehmer aussuchen kann, ob Schäden durch deliktunfähige Kinder beglichen oder abgewehrt werden sollen. Eventuell könnte das hier greifen.

Beitrag von dentatus77 18.05.11 - 12:18 Uhr

Genau so ist es!
Kinder unter 7 (im Straßenverkehr unter 10) sind nicht deliktfähig, also kann man gegen das Kind auch keine Schadensersatzansprüche stellen.
Wenn die Aufsichtsperson ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen ist, ist sie aus dem Schneider, der geschädigte geht leer aus. Ist die Aufsichtsperson ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen, müßte die Haftpflichtversicherung der Aufsichtsperson haften. Die war aber in dem Moment die Oma selbst (bei der ja der Schaden passiert ist). Also muss auch da keine Haftpflichtversicherung zahlen - nicht die der Eltern des Kindes und auch nicht die der Oma.

Liebe Grüße!

Beitrag von fbl772 18.05.11 - 12:01 Uhr

so pauschal kann man das nicht sagen, da es hier möglicherweise eine Verletzung der Aufsichtspflicht gegeben haben könnte (wann diese vorliegt entscheiden i.d.R. erst die Gerichte ...).

Möglicherweise zahlt deine Haftpflichtversicherung sogar und versucht dann Regress zu nehmen - soweit eine verletzte Aufsichtspflicht in Frage kommt.

VG
B

Beitrag von miau2 18.05.11 - 12:40 Uhr

Hi,
ich - als Laie - denke, dass du da sehr wenige chancen hast.

Aus verschiedenen Gründen:

- Deine Tochter ist mit 21 Monaten nicht deliktfähig.
- deine Mama hatte die Aufsichtspflicht über sie
- ob sie nun die Aufsichtspflicht verletzt hat oder nicht ist m.E. nach vollkommen irrelevant, da sie selbst die Geschädigte ist.

Heißt, entweder hat sie die Aufsichtspflicht nicht verletzt - dann würde die PHV eh nicht haften. Oder sie hat die Aufsichtspflicht verletzt - dann würde ihre PHV nicht zahlen, weil sie selbst die Geschädigte ist und die Haftpflicht nun mal nur bei Schäden an Fremden haftet. Und deine würde auch nicht haften, denn - wofür? Du hast ja nichts falsch gemacht.

Evtl. habt ihr einen Vertrag, wo Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert sind. Das ist NICHT das gleiche wie "meine Kinder sind bei mir mitversichert" sondern ein ausdrücklicher Zusatz, für den man bei vielen Versicherungen auch extra zahlt.

Dann könntest du Glück haben. Ob du so einen Vertrag hast kann dir natürlich niemand sagen.

Gemeinerweise hat deine Mutter aber auch keinerlei Anspruch auf Erstattung ihres Schadens. WEil eben das Kind nicht deliktfähig ist (oder sie eben durch die Verletzung der Aufsichtspflicht sich selbst geschadet hat). Dieses Dilemma - dass man einen Geschädigten nicht auf dem Schaden sitzen lassen will - war der Grund für uns, eine PHV mit dem Zusatz der Übernahme von schäden durch deliktunfähige Kinder abzuschließen.

Bei einem 21Monate alten Kind einen Edding in REichweite liegen zu lassen kann man ja noch als "selbst schuld" ansehen. Aber wenn mein Großer das korrekt geparkte Auto unserer Nachbarn mit dem BobbyCar rammt würde ich persönlich den Schaden ersetzen - so macht das dann halt unsere Versicherung. Ansichtssache, soll jeder sehen wie er meint.

Also, guck in deinen Vertrag, entweder du hast den Zusatz oder meiner Meinung nach extrem schlechte Chancen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von nadine-88 18.05.11 - 13:50 Uhr

Hmm bekommt man den Edding denn nicht weg?
Aus vielen sachen bekommt man Edding wieder raus. gibt es son mittel gegen. und vom tisch sollte es doch eigentlich auch kein problem sein. Weiß ja nicht was für Möbel drin stehen.

Beitrag von sterni2009 18.05.11 - 14:02 Uhr

Wir hatten damals den Fall, dass unsere Kleine mit 22 Monaten auf ihr im Hof abgestelltes Dreirad gestiegen ist, als ich mich kurz umgedreht habe und unsere Einfahrt, die eine leichte Steigung hat, runter gefahren ist. Sie wurde imer schneller, aber ich habe sie noch an der Kapuze ihrer Jacke erwischt und konnte sie vom Dreirad ziehen, bevor jenes mit voller Geschwindigkeit gegen das Auto des Nachbarn gedonnert ist. Meine Haftpflicht, über die die Kinder mitversichert sind, hat damals den Schaden von 2000 Euro kulanterweise übernommen. War aber lange Zeit nicht klar, da Kinder unter 3 Jahren deliktunfähig sind. Jedenfalls musste ich sagen, dass ich meine Aufsichtspflicht verletzt und sie unbeaufsichtigt gelassen habe, sonst hätte es gar keine Chancen auf Haftung gegeben. Wünsche dir viel Glück bei deinem Fall.