Sohn, 18 Monate, spricht "nur daheim" - TaMu schlägt Logopädie vor?!

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von satera 18.05.11 - 14:05 Uhr

Hallo ihr lieben Mamas,

mein Sohn, in 3 Tagen anderthalb, geht seit Januar 3 Vormittage/Woche zur Tagesmutter. Er hat sich dort von Anfang an wohlgefühlt, Eingewöhnungsphase war gar nicht nötig. Hingebracht, Stunde geblieben - heim, und er blieb gleich die volle Zeit (insg. je 4 Stunden).

Lennart ist ein aufmerksamer, kleiner Bursche. In Hinsicht auf Motorik, Verständnis etc. absolut normal entwickelt, er ist sehr freundlich und lacht viel und "flirtet" gern - ist zugleich aber natürlich schüchtern wie wohl alle in dem Alter.

Daheim sagt er schon einige Wörter, z.B. Papa, Mama, Pisi, er macht Geräusche nach (Tiergeräusche, Roller, Flugzeug, etc), und gelegentlich hat er Glückstreffer wie "Socke", "Vogel", "Gabel", "Käse", "Katze" ... die Wörter sagt er dann meist einmal und dann erstmal nicht mehr.

Tja, und nun komm ich zum Punkt: Meine Tagesmutter meinte heute, sie hätte mal mit einer Logopädin gesprochen, weil mein Sohn bei ihr kein Wort spricht. Und laut der gäbe es "solche Kinder", die daheim zwar reden, woanders aber nicht. Und ich solle das unbedingt mal beim Kinderarzt ansprechen, und da müsse man lieber zu früh was tun als zu spät.

Ich bin nun völlig verunsichert. Ich selbst habe mit 3 Jahren noch nicht gesprochen, plapper heute aber wie ein Wasserfall. Ich finde es mit anderthalb auch überhaupt nicht schlimm, dass er halt noch nicht so viel plaudert und vom richtigen "sprechen" noch weit entfernt ist - er ist anderthalb und nicht vier. Und wenn er woanders nicht spricht? Nun, vielleicht ist er zu schüchtern dazu, ich war wie gesagt auch so und habe lange, lange, in "fremder" Umgebung wenig gesagt. Aber ich hab so das Gefühl, dass wenn ein Kind heute nicht in die Norm passt, es gleich einen Stempel verpasst bekommt.

Was meint ihr? Ist das ein Grund für den Kinderarzt? Oder gar für eine Therapie? Habt ihr ähnliche Erfahrungen?

Liebe Grüße und dankeschön!
Kerstin

Beitrag von engel_in_zivil 18.05.11 - 14:11 Uhr

Komische Tagesmutter...

ne richtige pädagogische Ausbildung hat die wohl nicht gemacht, was? denn dann wüsste sie, dass man in dem Alter völlig normal ist. Und auch, wenn man keine solche Ausbildung gemacht hat, sollte man das wissen.

Dein Sohn spricht doch schon recht viel, wenn auch nur bei euch.

Unserer (16 Monate) sagt nur DA.

Logopädie wäre z.z. völlig übertrieben. Und ein guter Logopäde würde dich auch wieder heimschicken...

LG

Beitrag von engel_in_zivil 18.05.11 - 14:12 Uhr

"denn dann wüsste sie, dass man in dem Alter völlig normal ist."

:D "man" sicherlich, aber ich meinte, "das" :D

Beitrag von 1973sonja 18.05.11 - 14:20 Uhr

Hallo,

ich finde auch, daß Deine Tagesmutter völlig übertreibt.
Dein Sohn ist anderthalb, man sollte ihm Zeit lassen. Es ist doch völlig normal, daß Kinder in dem Alter woanders nicht sprechen.
Hör nicht auf Deine Tagesmutter, und laß Dich nicht verunsichern.

Wenn Du den nächsten U-Termin beim KiA hast, kannst Du den immer noch fragen, aber ich würde mich da überhaupt nicht wild machen lassen. Jedes Kind ist anders.

LG Sonja

Beitrag von 10petra 18.05.11 - 14:26 Uhr

Hallo,
das sehe ich auch so, dass Dein Sohn doch ganz normal ist und keine Behandlung braucht.
Unserer ist 15,5 Monate alt und spricht eigentlich noch gar keine Wörter (ausser "nein"). Sonst ist es nur Baby-Gebrabbel, was er von sich gibt.
Viele Grüße

Beitrag von saki04 18.05.11 - 14:44 Uhr

Hallo Kerstin,

Ich bin Logopädin. Mach dir keine Sorgen! Mit 18 Monaten ist das eine völlig normale Entwicklung !!

#winke
Silvia

Beitrag von satera 19.05.11 - 09:32 Uhr

Danke, Silvia, danke! :-)

Beitrag von dentatus77 18.05.11 - 15:05 Uhr

Hallo!

Mach dir mal gar keine Gedanken. Mit 1,5 Jahren muss dein Sohn noch gar nicht viel sprechen können.
Meine Tochter ist knapp 2, redet wie ein Wasserfall, wenn sie unter bekannten Leuten ist. In der Fremde bekommt sie aber den Mund auch nicht auf bzw. sie muss erst warm werden (und sie ist insgesamt echt weit von der Sprache her - spricht ganze Sätze, kann sich sehr gewählt ausdrücken, ich würd fast sagen, wie ein 2,5-3Jahre altes Kind).
Ich würde die "Sprachlosigkeit" deines Sohnes bei der Tagesmutter noch als eine Art "Fremdeln" bezeichnen, er fühlt sich dort zwar wohl, ist aber doch noch nicht so ganz warm.

Und es ist zwar richtig, dass bei sogenannten "Late talkern" eine frühe Therapie unter Umständen wichtig sein kann, ein Late Talker ist aber ein Kind, das mit 2Jahren noch keine 50 Wörter und keine 2Wort-Sätze spricht. Vorher stellt man diese Diagnose gar nicht.
Und selbst bei den Late Talkern gibt es einen relativ hohen Prozentsatz, der das Sprachdefizit im Laufe des 3. Lebensjahrs aufholt.

Liebe Grüße!

Beitrag von grashopper73 18.05.11 - 15:17 Uhr

So ein Quatsch! Lass Dich nicht verrückt machen. Er ist 18 Monate alt!! Ich kenne Kinder die mit über 2.5J ausserhalb von zuhause gar nix sagen...

LG, Sandra

Beitrag von fbl772 18.05.11 - 15:26 Uhr

Hallo Kerstin,

stell dir doch selbst mal die Frage: was will der Logopäde mit deinem Kleinen üben .... die machen in dem Alter doch nun wirklich nur dass, wozu sie Lust haben und auch verstehen.
Mit 1,5 Jahren - wie soll er da irgendwelche Sprechübungsanweisungen verstehen und dann auch noch mitmachen auf Knopfdruck ....

Kopfschüttel :-)

Lass dich nicht verunsichern. Wenn du wieder beim Kia bist, dann kannst du ihm ja mal sagen, was die TaMu gesagt hat - aber ich bin mir sicher, dass er das überhaupt nicht ernst nehmen wird.

VG
B

Beitrag von marjatta 18.05.11 - 17:25 Uhr

Nein, das ist kein Grund für eine Therapie. Solange er zuhause spricht, ist alles in Ordnung.

Wir hatten gerade Elternabend in der Krippe und dort hieß es, dass viele Kinder erst mal nur zuhause sprechen aber nicht in der Krippe. Das sei vollkommen normal... Ich habe da wohl so eine seltene Ausnahme, bei der auch die Betreuer gerne mal einen Ausknopf hätten. Aber er ist definitiv nicht repräsentativ.

In unserer Kita wird auch Logopädie angeboten, weil es ein integrativer Kindergarten ist. Aber dort wäre sowas nicht denkbar. So eine Äußerung in dem Alter ist überzogen. Klar, 'ne Logopädin verdient sich auch ihr Geld nur wenn sie Kunden hat. Klingt blöde, ist aber in diesem Fall nichts, was mich wundern würde.

Warte ruhig noch ein Weilchen. Bei meinem Sohn bei der U7 hieß es, dass er gleichaltrige Jungs sprachlich absolut in die Tasche stecken würde. Sei froh, wenn sich das normal entwickelt, denn ich führe jetzt schon recht anständige Diskussionen hier. Wäre anders vielleicht einfacher.

Gruß
marjatta mit Sohn, 25 Monate

Beitrag von marlene95128 18.05.11 - 17:44 Uhr

Hallo,
Mache dir keine Gedanken. Das hört sich für mich völlig normal an. Ich arbeite als Erzieherin im kindergarten. In der Regel wird gesagt, dass man wartet bis die Kinder ungefähr 4 Jahre alt sind. Bis dahin lernen sie einfach oft noch richtig gut sprechen. Wenn sie mit 4 allerdings kaum zu verstehn sind, kann ein logopäde eine wunderbare Hilfe für das Kind sein.
Es ist ja nicht so, dass er gar nichts spricht. Er redet doch ganz altersentsprechend. Wahrscheinlich redet er auch irgendwann mit der Tagesmutter. Vielleiht hat er noch nicht genug Bindung zu ihr aufgebaut?
sie soll nicht so ungeduldig sein.

LG,
Marlene

Beitrag von hippogreif 18.05.11 - 19:56 Uhr

Ich kenne Kinder, die in dem Alter schon ganze Sätze sprechen konnten. Aber ich kenne auch einen 21 Monate alten Jungen, der bisher nur ein einziges Wort ("Mama") sprechen kann. All das ist völlig normal. Der eine fängt mit dem Sprechen früh an, der andere später. Ich persönlich würde nicht im Traum darauf kommen, mir deswegen bei einem 18 Monate alten Kind etwas einreden zu lassen.
Deine TaMu sollte sich auf dem Gebiet der Sprachentwicklung mal ein wenig weiterbilden. Mach Dir bitte keine Gedanken, Dein Sohn ist völlig normal entwickelt.

Beitrag von singa07 18.05.11 - 22:44 Uhr

#rofl

Mein Logopäde würde sagen: kommen Sie in anderthalb Jahren noch mal wieder!

Ernsthaft. So ein Quatsch, dein Sohn ist 18 MONATE alt! Komische TaMu mit noch komischerer Freundin...

Keine Sorge, das ist normal und wird schon. Unser Sohn ist fast 23 Monate und sein Reptertoire ist auch... gering. Und selbst ihn hat der Logo wieder weggeschickt - dessen eigener Sohn fing übrigens auch erst mit drei an.

LG
Singa

Beitrag von satera 19.05.11 - 10:15 Uhr

Ihr Lieben,

ich danke Euch wirklich herzlich für die vielen Antworten. Ihr habt mich sehr in dem bestärkt, was ich fühle: mich einfach auf den mütterlichen Instinkt zu verlassen, der mir sagt "Lennart ist völlig normal". :-)

Also, danke, danke vielmals ... ihr kennt das ja, wenn da was kommt, womit man gar nicht gerechnet hat, und dann denkt man plötzlich, dass man entweder selbst spinnt - oder in diesem Moment der Rest der Welt. Dabei waren es nur eine Tagesmutter und ihre Logopädin, die da ein bißchen "spinnen".

Übrigens will ich meiner TaMu aber nicht unrecht tun, denn ich bin sonst sehr glücklich mit ihr, und auch mein Zwerg geht ja wirklich gerne hin. Vielleicht ist sie da überempfindlich, weil einer ihrer Söhne selbst entwicklungsverzögert ist. Manchmal projeziert man sowas ja dann weiter ...

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Danke, hier im Urbia-Forum bekommt man einfach so viel Rückhalt und Herzlichkeit, das freut mich immer wieder. #herzlich

Liebe Grüße
Kerstin